Samstag, 9. Juni 2007

Ein "absolut einzigartig" Liebender

Die deutschen Familien des Flugpioniers Charles Lindbergh

Vorbemerkung: Hier auf dem Blog ist schon der populärste US-Amerikaner der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Charles Lindbergh (1902-1974), behandelt worden (Stud. gen.). Doch erst ein genaueres Studium seines Wikipedia-Artikels und einer dort erwähnten neueren Buchveröffentlichung (6) machen klar, dass der Öffentlichkeit bisher wesentlichste Aspekte des persönlichen Lebens von Charles Lindbergh und damit auch seiner Lebensmoral und seiner Weltanschauung gar nicht bekannt gewesen sind. Diese Aspekte bergen eine Fülle von Überraschungen. Sie haben zudem auch noch mit Deutschland sehr unmittelbar zu tun. Es geht um die drei Familien, die Charles Lindbergh ab 1957 mit deutschen Frauen gründete. Darüber soll im folgenden berichtet werden - nach einer längeren Einleitung - die aber auch übersprungen werden kann. 

In der heutigen Zeit kann man sich gar nicht mehr so richtig vorstellen, warum Charles Lindbergh vor 80 Jahren der populärste Amerikaner war. Da fliegt einer über den Atlantik. Da riskiert einer sein Leben. Na und? Der ernüchterte Mensch der Gegenwart hat für solche Dinge oft nur noch ein müdes Lächeln übrig. Doch wenn jemand sein Leben an eine riskante Sache gesetzt hatte, konnte das damals - 1927 - in den Menschen offenbar noch große Bewunderung hervor rufen, sehr große mitunter. Der junge Charles Lindbergh wurde 1927 "über Nacht" zu einem "Star" wie man es selten zuvor oder danach in dieser Intensität erlebt hatte.

Abb. 1: Charles Lindbergh in den letzten Jahren seines Lebens
Aber selbst wenn man Charles Lindbergh's eigene Bücher liest, empfindet man es immer wieder als ein wenig schwierig, zum eigentlichen Kern seiner Persönlichkeit vorzudringen. Ebenso auch oft, wenn man Briefe von ihm liest. Fehlte es ihm an der Fähigkeit, das, was ihn innerlich bewegte und anfeuerte, in solche Worte zu fassen, die ihn auch vor den Augen der Nachwelt als das erscheinen lassen würden, was er eigentlich war? Oder sind wir es nicht mehr gewohnt, ihn so zu lesen, dass wir auch das Wesentlichste dessen, was er sagen will, verstehen können? Ein Problem sind oft auch die Übersetzungen ins Deutsche, bei denen viel verloren gehen kann von der Präzision der Lindbergh'schen Schreibweise und von ihren Fluidum.

Die Schriftstellerin Anne Morrow Lindbergh

Oder hätte es dazu eines Fliegers wie Antoine de Saint-Exupéry bedurft, um das zum Ausdruck zu bringen, was auch Lindbergh bewegte? Charles' Ehefrau Anne jedenfalls war begeistert von dem Esprit, der Wortgewandtheit, dem so ganz anders gearteten "Nicht-mit-dem-Boden-verbunden-Sein" Antoine de Saint-Exupéry's als jenem, wie sie es bei ihrem eigenen Mann kennengelernt hatte. - Oder doch nur glaubte, kennengelernt zu haben? Denn was weiß man denn oft schon von einem Menschen, selbst wann man Jahre lang eng mit ihm zusammen gelebt hat? Anne war in de Saint-Exupéry verliebt, obwohl sie ihm nur einmal in ihrem Leben persönlich begegnet ist. Sie trauerte tief bei der Nachricht von seinem Abschuß durch ein deutsches Jagdflugzeug über dem Mittelmeer im Jahr 1944.

Anne war selbst eine gefeierte Schriftstellerin. Jedes ihrer Bücher wurde zu einem "Besteller". Ihr berühmtestes ist "Muscheln in meiner Hand" ("Gift from the Sea", 1955). Eines ihrer Bücher ("The Wave of Future", 1940) versuchte, Amerika die positiven Seiten der damals neuen politischen Bewegungen in Europa (vor allem des Nationalsozialismus) nahezubringen. Spätere Bücher wurden auch von der Frauenbewegung sehr gelobt. Aber sie verlor die tiefen Selbstzweifel über ihre eigenen schriftstellerischen Fähigkeiten eigentlich nie. Wird sich womöglich auch das von der Frauenbewegung gezeichnete Bild Anne Morrow Lindbergh's verändern, wenn wir etwas Neues über das Leben Charles Lindbergh's erfahren? Wenn wir etwas erfahren über seine Unterscheidungen in menschlicher Charakterkunde zwischen "Orchideen" und "Blumenköpfen"? Vieles könnte dann vielleicht in einem ganz neuen, ganz anderen Licht erscheinen.

Was ist der Kern der Persönlichkeit von Charles Lindbergh?

Anne stammte aus einer reichen amerikanischen Bankiers-Familie, den Morrow's. Diese stand zeitlebens dem Bankhaus Morgan nahe, das wiederum zu jenen wichtigen, treibenden Kräften gezählt wird, die für eine Teilnahme der USA am Krieg gegen Deutschland eintraten. Ihr Ehemann Charles jedoch vertrat zeitlebens genau die gegenteilige Ansicht. Nämlich daß sich die USA aus dem Krieg heraushalten sollten, bzw. - nach 1941 - dass sie sich hätten heraushalten sollen und dass sie nicht die "bedingungslose Kapitulation" Deutschlands hätten fordern sollen. Er galt als der Wortführer der "America First"-Bewegung, die sich dafür einsetzte, daß die USA neutral blieben im Zweiten Weltkrieg. All solchen Meinungen gab er auch noch in seiner Schrift von 1948 Ausdruck, in "Of Flight and Life". Aber in dieser Schrift ging es ihm inzwischen schon um grundlegendere Dinge, um die Gefahren der materialistischen Weltanschaung, die sie aus dem Aufschwung von Wissenschaft und Technik ergab.

Anne Morrow Lindbergh hat es nun vermieden, die quasi offizielle Biographie (3) über ihren Ehemann zu schreiben. Diese Aufgabe hat sie an den Amerikaner A. Scott Berg übergeben. Sie hat ihm - zusammen mit ihrer Familie, ihrer Verwandtschaft und ihren Freunden - Erinnerungen und alle schriftlichen Dokumente zugänglich gemacht, die der Familie verfügbar waren. Die von A. Scott Berg verfaßte Lindbergh-Biographie (3) ist noch ausdrücklich von Anne Morrow Lindbergh autorisiert worden, bevor sie im Jahr 2001 starb. Sie bekam in Amerika die höchsten Auszeichnungen.

Durch sie erfährt man viele der wesentlichsten Einzelheiten, Details zum Leben von Charles Lindbergh, Details wie sie dem Autor nur durch enge Zusammenarbeit mit der Familie selbst hatten zugänglich werden können. So zum Beispiel auch über den Tod von Charles Lindbergh im Jahr 1974 (Stud. gen.). Oder über die Tatsache, daß sich Lindbergh schon gleich nach seinem Atlantik-Flug von 1927 nicht als "käuflich" erwies gegenüber einer "Public Relation-Industrie", die sonst alles für käuflich hielt und hält (Stud. gen.). Denn er hatte sie schon damals als zutiefst unmoralisch, verwerflich und abstoßend empfunden (Stud. gen.), ein Gefühl, das sich im Verlauf seines Lebens nur noch steigern sollte. Sicherlich würde er sich darüber heute leicht mit Noam Chomsky oder Robert Trivers einigen können.

Leben und Sterben - Zusammenarbeit mit Alexis Carrel

Abb. 2: Neuerscheinung 2007
Inzwischen habe ich durch weitere Lektüre (4) ein Bewusstsein davon bekommen, dass für Charles Lindbergh das Sterben - und damit auch das Leben - tatsächlich eine ernste und tief philosophische Frage war - und zwar nicht nur von theoretischer Relevanz, sondern direkt aus dem Lebenszusammenhang heraus geboren. Er hat mit dem damals bekannten Chirurgen, Biologen und Nobelpreisträger Alexis Carrel zusammen geforscht. Carrel ist einer tiefsten philosophischen Fragen im biologischen Denken des 20. Jahrhunderts nachgegangen, nämlich der Frage, ob biologische Zellen und Gewebeverbände eigentlich tatsächlich altern und sterben müssen, oder ob die Wissenschaft grundsätzlich Möglichkeiten der Lebensverlängerung, vielleicht sogar der Unsterblichkeit finden könnte.

Und in genau dieser Frage hat Charles Lindbergh eng mit Carrel zusammen gearbeitet. Er ist dabei aber - nach allem, was wir wissen - immer ein ganz nüchterner, ganz der wissenschaftlichen Tatsachen- und Denkwelt verhafteter Mensch geblieben. Ein neues Buch, das laut Amazon im September erscheinen soll (siehe Abbildung rechts), wird vielleicht auch noch manches neue Licht auf diese Fragen werfen (5). Der Tod war ihm - schon als ständig neu wagender Flugpionier - in seinem Leben ja ständig nahe. Und in seiner Schrift von 1948 beschreibt er gut, wie er nach einem beinahe tödlichen Flug als Versuchspilot das Leben ganz anders, ganz neu erlebte, nachdem er dem Tod so nahe gekommen war.

"Gibt es einen besseren Tod?"

Auch in seinen Tagebücher spiegeln sich derartige Gedanken und Erfahrungen wieder. Er schreibt am 25. August 1938 nach seinem Flug von Moskau nach Rostow am Don während seines Aufenthaltes in der Sowjetunion in sein Tagebuch seine alltäglichen Flieger-Gedanken - hier aus dem konkreten Anlaß eines technischen Problems an seinem Flugzeug auf. Von diesem konkreten technischen Problem schweifen seine Gedanken aber schnell ins Grundsätzliche ab (1, S. 46f):
... Dem toten Piloten die Schuld an einem Unglück zuzuschieben, ist zum Kotzen. Solange ich mich erinnern kann, war es aber stets so. Welcher Pilot ist noch nie in einer gefährlichen Situation gewesen, wo er nach den Regeln der Vernunft den Flug nicht hätte antreten sollen? Wenn aber ein Mann in eine derartige Lage gerät, wird er nach seinem Fehler beurteilt und nicht nach den vielen Malen, in denen er sich aus viel schlimmeren Situationen befreit hat. Am schlimmsten ist es jedoch, wenn ihm andere Piloten die Schuld geben, die ähnliche Situationen erlebt haben, ohne dabei verunglückt zu sein.

Wenn man nichts riskieren will, sollte man besser überhaupt nicht fliegen. Dieses Urteil wiederum muß auf den Lebensanschauungen des Mannes beruhen. Jeder Feigling kann bequem daheim sitzen und einen Piloten kritisieren, weil er im Nebel gegen einen Berg fliegt. Ich meinerseits würde viel lieber an einer Bergwand als im Bett sterben. Warum sollten wir, wenn ein tapferer Mann stirbt, nach seinen Fehlern suchen? Falls wir nicht aus seiner Erfahrung lernen können, ist es nicht nötig, nach Schwächen zu suchen. Wir sollten eher den Mut und das Feuer in seinem Leben bewundern. Welcher Mann wollte dort leben, wo es keinen Wagemut gibt? Ist das Leben wirklich so wertvoll, daß wir Männer tadeln sollten, die bei einem Abenteuer sterben? Gibt es einen besseren Tod? Landeten um 19.01 in Rostow. ...
Das sind mitreißende Gedanken.

Diskussionen in New Yorker Krankenhäusern des Jahres 1974

Die genannten Forschungen mit Carell haben Lindbergh jedenfalls nie dazu verleitet, die konkret vorliegenden Realitäten zu missachten oder etwa, alles wissenschaftlich für "machbar" zu halten, was man sich theoretisch ausdenken könne. Aber ganz sicher haben sie mit dazu beigetragen, dass er sein Leben bewusster geführt hat, sie haben seine philosophische Weltsicht dem Leben und dem Sterben an sich gegenüber vertieft. Wenn also hier auf dem Blog in unserem ersten Beitrag zu Lindbergh ein bisschen spöttisch über die "Diskussionen", die da in New Yorker Krankenhäusern des Jahres 1974 geführt wurden, geschrieben wurde (Stud. gen.), so hatten auch wir hier den tiefen Lebensernst, mit dem Lindbergh solchen Fragen begegnete, auf den ersten Blick völlig verkannt, völlig unterschätzt. Ob es also der Biographie von A. Scott Berg wirklich gelungen ist, dem Leser die tieferen Schichten des seelischen Lebens von Charles Lindbergh zu verdeutlichen und klar vor Augen zu stellen, mag darum infrage stehen. Um so mehr man darüber nachdenkt, als um so missglückter muss man diese Biographie ansehen.

Aber der Wikipedia-Artikel zu Charles Lindbergh (Wikipedia) machte einen - wie eingangs erwähnt - noch auf Umstände in seinem Leben aufmerksam, die der durch seine Familie und Ehefrau autorisierten Biographie gar nicht zu entnehmen gewesen sind. Ein bisschen wenig war es ja schon, was man da in der Scott Berg'schen Biographie über die Lebensjahre Lindbergh's zwischen 1945 und 1974 erfahren hatte - aber was da jetzt bei Wikipedia steht! Nachdem man dieses das dort erwähnte Buch (6) selbst hat lesen können, ist einem klar, dass es sich bei ihm um das wichtigste aller Lindbergh-Bücher überhaupt handelt.

Dieses Buch erschien, weil "andere" Kinder und eine "andere" Familie von Charles Lindbergh fanden, dass ihr Vater in der amerikanischen Scott Berg-Biographie menschlich nicht angemessen dargestellt worden war. Dass sie also ihren Vater ganz anders erlebt haben, als darin geschildert. Und diese "anderen" Kinder leben nun überraschenderweise in Deutschland. Während Anne Morrow Lindbergh in den USA zwischen 1956 und 1958 eine Affäre mit ihrem Arzt und Psychiater hatte, baute sich Charles Lindbergh in Deutschland - in der durchdachten Weise, mit der er alles in seinem Leben anging -, ein neues familiäres Leben auf. Von diesem wusste bis heute niemand etwas, es war so geheim gehalten, dass davon bis heute nichts in den Rachen der von Lindbergh so gehassten "Public Relation-Industrie" geraten ist. Sein erstes und sein letztes Wort in diesen Dingen war immer: "secrecy". Geheimhaltung. Verschwiegenheit. Er war - zumindest in Amerika - der populärste, legendärste Mann, "Star" seiner Zeit. Und nichts hasste er so sehr wie diese Popularität, diese "Legende". Die ihm ja aufgrund eines großen Entführungs-Falles sogar eines seiner Kinder kostete.

Die deutschen Familien des Charles Lindbergh

An die Forderung zu Geheimhaltung haben sich bis zum Jahr 2003 alle Beteiligten gehalten. Sie haben sich so gut daran gehalten, dass die amerikanische Lindbergh-Familie, ihr autorisierter Biograph, die amerikanische Öffentlichkeit, geradezu vom Donner gerührt waren, als sie von diesen "anderen" Kindern erfuhren. Es brauchte Jahre, bis man die Wahrheit dieser Geschichte überhaupt akzeptieren konnte. Aber erst durch diese deutschen Kinder von Charles Lindbergh lernt man jenen Lindbergh kennen, wie er als Mensch sein ganzes Leben hindurch immer nur gewesen sein kann. Und von diesem Lindbergh wusste die amerikanische Öffentlichkeit, die schlicht glaubte, "alles" über "ihren" Lindbergh, ihren "Lindy" zu wissen, nichts.

Wie hätte man auch etwas ahnen sollen von der Existenz gleich dreier deutscher Lindbergh-Familien mit insgesamt sieben Kindern. Charles hatte mit Anne Morrow Lindbergh sechs Kinder. Das erste davon war kurz vor seinem zweiten Geburtstag entführt und viel später tot aufgefunden worden. Das letzte der fünf lebenden Kinder wurde 1945 geboren. Danach wollte Anne keine weiteren Kinder mehr. In dem neuen Buch ist zu erfahren (6, S. 86):
Charles Lindbergh war schlichtweg entsetzt. Ihn hatte schon immer die riesige Familie des früheren US-Botschafters in London Joseph Kennedy, mit neun Kindern (darunter der spätere Präsident John F. Kennedy) beeindruckt. Zwölf Kinder, meinte Lindbergh, seien doch ideal.
Orchideen und Kohlköpfe

Charles Lindbergh war bei seiner Arbeit für sein Land und für Fluggesellschaften sein Leben lang viel auf Reisen - während des Krieges genauso wie danach. Er genoss eine einzigartige Vorzugsstellung (6, S. 77):
Er konnte zu jeder Tages- und Nachtzeit jedes amerikanische Flugzeug besteigen und zu jedem Punkt der Welt fliegen - in der ersten Klasse und immer ohne Bezahlung.
Seine Frau Anne hingegen wandte sich in dieser Zeit einem Freundeskreis zu, zu dem Lindbergh einmal womöglich so treffend sagte (3, S. 460):
Du hast zu viele Orchideen in deinem Leben. Du solltest mal ein paar Kohlköpfe ernten.
Dieser Satz ließ einen schon beim ersten Lesen der Scott Berg'schen Lindbergh-Biographie ahnen, dass es noch viel geben musste in Lindbergh's Leben, was in dieser Biographie gar nicht zu finden war.

Wo erntete Lindbergh nun seine kräftigeren, nahrhafteren Kohlköpfe? In Deutschland. 1954 stellte der 55-jährige Lindbergh aufgrund einer Zeitungsanzeige für sein "Europa-Büro" eine attraktive deutsche Sekretärin mit dem Namen Valeska ein. Sie war 33 Jahre alt und stammte aus einer adligen, angesehenen, ostpreußischen Offiziersfamilie. Zuvor war sie die Geliebte eines Firmenchefs gewesen. Ihr Familienname ist bis heute nicht veröffentlicht, weil sie in Baden-Baden mit ihrer Familie immer noch lebt und immer noch - wie mit Charles Lindbergh abgesprochen - Geheimhaltung wahrt. Es entwickelte sich eine sehr tiefe Liebe zwischen beiden, die bis zum Tod Lindbergh's andauerte. Aus ihrer Beziehung gingen zwei Söhne hervor.

Drei Jahre später, Mitte März 1957, besuchte Lindbergh zusammen mit Valeska zwei ihrer Freundinnen in ihrer kleinen Wohnung in München-Schwabing. Es handelte sich um die beiden aus einer großen und begüterten deutsch-siebenbürgischen Familie stammenden, seit ihrer frühen Jugend gehbehinderten Schwestern Marietta und Brigitte Heßhaimer. Im Internet gibt es gegenwärtig kein Foto von ihnen, aber im Buch (6) finden sich viele, zumindest von Brigitte Heßhaimer: Eine dunkelhaarige, vielleicht robuste, in jedem Fall eigentümlich lebensfreudige Frau, die sich durch Behinderung, Krieg und Vertreibung nicht hat unterkriegen lassen, sondern noch innerlich stark daran gewachsen sein mag. Ihr Sohn Detlef (siehe unten) bezeichnet sie als liebevoll, warmherzig und fröhlich.

Keine Kinder mehr in diese Welt setzen?

Beim abendlichen Zusammensitzen wurde in der typischen Weise jener Zeit geäußert (6, S. 28):
Nach Hiroshima und vor einem neuen Weltkrieg kann man keine Kinder mehr in die Welt setzen. Das ist unverantwortlich.
Brigitte rief daraufhin aus:
Natürlich soll man noch Kinder bekommen, möglichst viele sogar. Lasst sie doch alles erfinden an Waffen und Bomben, was sie wollen. Wir werden es nicht verhindern können. Aber das Wunder des Lebens kann einem keiner nehmen!
Darauf sagte Lindbergh:
Wunderbar, was Sie da gesagt haben. Und wie Sie es gesagt haben. Sie haben völlig Recht.
Lindbergh hatte unmittelbar nach der deutschen Kapitulation von 1945 die deutschen Städte kennengelernt. Er hatte im Krieg gegen Japan als Kampfflieger einen japanischen Kampfflieger abgeschossen und Bomben auf japanische Unterstände geworfen. Er hatte von Verbrechen und Kriegsverbrechen auf beiden Seiten genug und übergenug vor Ort gesehen. Er hatte selbst als Versuchsflieger Kriegswaffen aller Art erprobt und entwickelt. Und nun saß er mit einigen jungen, unverheirateten, deutschen Flüchtlingsfrauen zusammen, wusste von seiner guten finanziellen Abgesichertheit und dachte - womöglich - ... an die 12-köpfige Familie von Botschafter Kennedy.

Jedenfalls: Vor Verlegenheit wusste Brigitte nicht, was sie antworten sollte. Lindbergh bat sie sich für den übernächsten Tag als "tourist guide" für München.

Und an der Feldherrnhalle sagte er natürlich immer auf Englisch - Deutsch hat er nie gelernt - über die davor stehenden Löwen:
Warum brüllen die Löwen nicht? Mir hat mal jemand erzählt, dass man die steinernen Löwen brüllen hört, wenn man verliebt ist.
Und er fügte hinzu:
And I fell in love with you.
Familiengründungen

Und auch zwischen diesen beiden Menschen entwickelte sich eine tiefe Liebe, die bis an das Lebensende dauern sollte, und aus der drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter hervorgehen sollten (siehe Fotos): Dyrk, Astrid und Detlef. Als Valeska von der ersten Schwangerschaft Brigittes erfuhr, zerbrach die Freundschaft zwischen ihr und den Hesshaimer-Schwestern für immer (6, S. 123):
Valeska war außer sich vor Zorn und verwies Charles aus der Wohnung. (...) Später versöhnten sie sich wieder, nachdem Charles versprechen musste, sich niemals mehr mit den Hesshaimer-Schwestern auf eine Beziehung einzulassen.
So ernst scheint es zumindest Charles mit diesem Versprechen nicht genommen zu haben. Über das Verhältnis zwischen Valeska und Charles ist wenig bekannt, da Valeska darüber nichts veröffentlicht wissen will. Als sich später auch Marietta ein Kind von Lindbergh wünschte, entschied Lindbergh, drei Familien in Deutschland zu gründen aber sie untereinander möglichst wenig, wenn nicht gar nichts von einander wissen zu lassen. Die Schwestern Brigitte und Marietta unterstützten sich aber doch weiterhin gegenseitig:
Im Dezember 1962 brachte sie (Marietta) in Konstanz am Bodensee ihren ersten Sohn, Vago, zur Welt. Lindbergh hatte am Ende des Jahres 1962 in Europa drei Familien mit drei verschiedenen Frauen gegründet, die fünf Kinder in fünf aufeinander folgenden Jahren geboren hatten: Dyrk (1958), Valeskas Sohn (1959), Astrid (1960), Valeskas Tochter (1961) und Vago (1962).
Abb. 3: Haus von Marietta in der Schweiz
Es klingt auch hindurch, dass die Frauen versuchten, Charles durch ihre Kinder enger an sich zu binden. Es sollten noch zwei weitere folgen: Detlef und Mariettas Sohn Christoph. Aber offenbar war es erst dieser impulsive Ausspruch Brigittes "Das Wunder des Lebens kann einem keiner nehmen!" gewesen, der diese Spirale in Gang setzte, denn mit Valeska, die Lindbergh Brigitte gegenüber mitunter als "gespreizt" bezeichnete, war Lindbergh ja schon drei Jahre zuvor zusammen gewesen, ohne Kinder zu haben. Da musste also erst ein solcher "Blumenkohl" wie die gehbehinderte, heimatvertriebene Hutmacherin Brigitte Heßmaier aus München-Schwabing kommen. Sie war drei Jahre, bevor sie Lindbergh kennengelernt hatte, schon eine unglückliche Verbindung mit einem anderen Mann eingegangen, aus der eine Fehlgeburt hervorgegangen war (6, S. 100). Wir erfahren (6, S. 290f):
Wie in Amerika, so war der Zugvogel Lindbergh auch in Europa ein großer Nestbauer. Für Bitusch (Kosename für Brigitte) und die drei Kinder suchte er persönlich ein 1200 Quadratkilometer großes Grundstück am Ammersee aus, das er für 60.000 Mark kaufte und darauf nach eigenen Plänen ein geräumiges Einfamilienhaus für 180.000 Mark erbauen ließ. (...) Kurz nach dem Haus am Ammersee baute Lindbergh ein zweites, fast grundrißgleiches Heim in Grimisuat im schweizerischen Kanton Wallis - für Marietta und ihre beiden Söhne Valgo und Christoph. 
Für Valeska brauchte er nicht zu sorgen, weil für sie schon durch ihre wohlhabende Familie in Baden-Baden gesorgt war.

Ein hellblauer VW-Käfer

Ab 1961 stellte Lindbergh einen billigen hellblauen VW-Käfer in einer Autowerkstätte in Walldorf, in der Nähe des Frankfurter Flughafens unter (6, S. 293ff). Und er kam die nächsten vierzehn Jahre etwa vier mal im Jahr - jedes mal ohne Vorankündigung - vorbei und fuhr damit für ein paar Wochen zu Valeska und ihren Söhnen nach Baden-Baden (vorher wohnte sie ein paar Jahre in der Schweiz), zu Marietta und ihren beiden Kindern in die Schweiz - wo er an anderer Stelle auch ein Familienhaus für seine amerikanische Familie gebaut hatte - und zu Brigitte und ihren drei Kindern nach Utting am Ammersee bei München. Danach brachte er dann das Auto wieder zurück und setzte seine Flüge rund um die Welt - Indonesien, Afrika, USA, Hawai ... - fort.

Mitunter fuhr er mit dem Käfer auch nach Italien und Griechenland, übernachtete dabei mit einem Schlafsack im Auto, ganz spartanisch, so wie er es liebte. Und vielleicht wird man noch weitere Lindbergh-Familien in der Welt finden. Schon Anne äußerte in der Biographie von Scott Berg Vermutungen in Hinsicht auf das Foto einer attraktiven Philippinin in den Unterlagen ihres Mannes, die er auf seinen zahlreichen Besuchen der Philippinen kennengelernt haben wird.

Hätte die "Public Relation-Industrie" Charles Lindbergh nicht so verärgert, hätte es also nicht der kinderlosen Berliner Kommunarden und Münchener "Harems-Prinzip"-Autoren (Rainer Langhans) bedurft, um die Weltöffentlichkeit mit der Möglichkeit eines Aufbrechens zu neuen Ufern in der Welt der Paar- und Familienbeziehungen zu konfrontieren. Heraus aus dem Muff einer bigotten Welt. Von der Lebensperspektive Charles Lindbergh's aus gesehen sahen "diese aufmüpfigen jungen Leute" jedenfalls schon damals ... "ziemlich alt" aus ...

"Die schönste Zeit im Leben meiner Mutter"

Die drei persönlichen Zeugnisse von Brigittes Kindern am Ende des Buches sind die wesentlichsten, weil eindrucksvollsten Teile des ganzen Buches. Denn aus ihnen erfährt man endlich die "wahre" Persönlichkeit von Charles Lindbergh. Eines zugegebenermaßen ungewöhnlichen Menschen. Längst ist auch durch DNA-Tests erwiesen, dass sie tatsächlich Kinder von Charles Lindbergh sind, dass ihre "Geschichte" also stimmt. Über Astrid (eigentlich also eine "geborene Lindbergh") erfahren ist zu erfahren (6, S. 332):
Als mutige Kletterin im Deutschen Alpenverein und als begeisterte Skifahrerin hat sie ganz offensichtlich die Abenteuerlust Lindbergh's geerbt.
Inzwischen hat sie selbst vier Kinder. Sie war es, die am energischsten von allen Lindbergh-Kindern nach der wahren Identität ihres Vater fragte, der den Kindern immer nur unter dem Namen "Careu Kent" bekannt gemacht wurde. Und heute schreibt sie unter anderem:
... Mein Vater verkörpert weiterhin das Sinnbild der schönsten Zeit im Leben meiner Mutter, die ihn mit vielen teilte, und seine Anwesenheit in meinem Elternhaus das Symbol der absoluten Harmonie.
Diese Worte können nur mit Anteilnahme gelesen werde. Dass in ihnen kein Kitsch zum Ausdruck kommt, geht aus dem ganzen Buch hervor. Und vielleicht werden auch noch die folgenden Zitate das verdeutlichen können. Astrid veröffentlicht auch eine fotografisch Wiedergabe der Krakelschrift ihres eigenen Tagebucheintrages vom 20. Juli 1973, damals war sie 12 Jahre alt - und ihr Vater schon an Krebs erkrankt (6, S. 317):
Vorgestern kam er blass und anders sah er aus. Seine einzige Hand war an die rechte Seite der Brust gelegt. Glücklich sah er aus, aber ich hatte Angst. Ja Angst, eine Angst, die bis jetzt nicht nie in mir war. Eine glückliche aber ängstliche Angst. Eine Angst, die man "Tod" nennt. War es das letzte mal, dass ich ihn sah? Ich will ihn wiedersehen, ich will, dass mein Traum in Erfüllung geht, ich will mit ihm Expeditionen machen. Ist es bei meinem Vater genauso?
Abb. 4: Die drei deutschen Lindbergh-Kinder Dyrk, Astrid und Detlef
"Wir haben uns oft über den Tod unterhalten"

Abb. 5: Die drei deutschen Lindbergh-Kinder Dyrk, Astrid und Detlef
Detlef (auf den Fotos rechts) wird oft als der seinem Vater ähnlichste charakterisiert. Und da ist es auch typisch, dass er zunächst derjenige war, der sich von allen drei Ammersee-Lindbergh-Kindern am wenigsten für seinen Vater interessierte. - Der typische Lindbergh'sche Eigensinn. Aber er schreibt (6, S. 320):
Wenn ich mich heute frage, warum mich die Geschichten über meinen Vater nicht neugierig gemacht haben, dann hing das wohl mit dem Ausdruck im Gesicht meiner Mutter zusammen. Wann immer sie von meinem Vater sprach, sah man förmlich, wie in ihrem Inneren die Sonne aufging. Und ich kann mir heute vorstellen, wie vertraut und glücklich sie mit ihm gewesen sein muss. Ich habe meine Mutter viele Jahre nach Vaters Tod einmal gefragt, ob sie sich nicht nach einem neuen Partner sehne. Sie hat mir mit einem strahlenden Gesichtsausdruck geantwortet: "Weißt du, Detlef, dein Vater hat mir so viel Liebe gegeben, dass mich diese bis ans Ende meines Lebens begleiten wird." 
Und er berichtet, dass - offenbar - auch seine Mutter "souverän" gestorben ist (4, S. 322):
Das letzte Mal, als ich mit meiner Mutter über unseren Vater sprach, war im Jahre 2001 - einen Tag vor ihrer Gehirnblutung. Sie wußte instinktiv, daß sie bald gehen würde, denn sie sagte mir, es sei jetzt alles so, wie sie es sich immer vorgestellt habe, und sie könne mit ruhigem Gewissen diese Welt verlassen. Meine Mutter und ich haben uns oft über den Tod unterhalten, und ich wußte, als sie starb, daß sie als glücklicher Mensch gegangen ist.
Fast genauso wie bei Charles Lindbergh! Fast identisch in der Haltung dem Tod gegenüber! So viel Vertrauen in das Leben. So viel Zuversicht. - - - Und Detlef sagt weiter (6, S. 322f):
... Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle bei meiner Mutter für all das bedanken, was sie mir, bedingt durch ihre Art und ihren liebevollen, warmherzigen und fröhlichen Charakter, den sie selbst in ihren schwersten Stunden behielt, mitgegeben hat. Sie war zu jeder Zeit, bis sie ging, für jedes ihrer Kinder und Enkelkinder eine Quelle der Geborgenheit. Meinem Vater danke ich, daß er unsere Mutter die Liebe und Kraft gegeben hat, dieses für sie im Innersten glückliche Leben zu führen.
"Mein Vater"

Dyrk steht vom Typ her vielleicht seiner Siebenbürgen-deutschen Mutter am nächsten. Er betont zunächst noch einmal, dass er ja als Kind wie alle deutschen Kinder Lindbergh's gar nicht wusste, dass sein Vater ein "berühmter" Mann war und schreibt dann weiter (6, S. 323):
In diesem Zusammenhang fällt mir eine Religionsstunde in der fünften Klasse ein, in der wir gebeten wurden, unsere fünf größten Vorbilder aufzulisten. Ich war einer der wenigen, der damals neben den üblichen Helden eines Elfjährigen (Sportstar, Astronaut, Schauspieler etc.) hinschrieb: "Mein Vater".
- - - Weiter versucht er zu erläutern (6, S. 324):
Vermutlich war es seine sehr intensive Präsenz, wenn er bei uns war. Seine Fähigkeit zuzuhören und sich mit den Zukunftsplänen eines Elfjährigen auseinander zu setzen, das Für und Wider dieser Vorhaben sachlich, aber auch dem Alter entsprechend zu erläutern und mir damit auch indirekt seine Lebensphilosophie zu vermitteln.
Statt Vätern, die ihre Zeit vor dem Fernseher verbringen, so sagt Dyrk, war sein Vater
eigentlich immer mitten unter uns. Sei es, wenn er uns bei ausgedehnten Ausflügen das Verhalten in der Natur beibrachte oder wenn er in der Küche seine berühmten "Pancakes" zubereitete - sie mit der Eleganz eines Meisterkochs aus der Pfanne in die Luft warf und wieder auffing. Mit der Art und Weise, wie er uns an seinen Reiseerlebnissen teilhaben ließ, Einblicke in andere Kulturen und Lebensformen gab, ohne dabei den Helden herauszukehren, schuf er sich diese Vorbildfunktion.
"Life will work it out"

Sicherlich war auch die Einbettung der über weite Strecken vaterlosen Familie in eine vielfältige Siebenbürgen-deutsche Verwandtschaft, wie Dyrk sagte, wichtig (6, S. 325):
In diese Familie wurden wir, obwohl die Lebensweise meiner Mutter vermutlich das eine oder andere Stirnrunzeln hervorrief, ganz selbstverständlich integriert. Die häufigen Aufenthalte bei meinen Großeltern, zu denen ich eine sehr innige Beziehung hatte, die gemeinsamen Familientreffen, gemeinsame Urlaubsreisen und Wochenenden mit Verwandten und Freunden, aber auch die Segelkurswochen am Ammersee, bei denen unser Haus aus allen Nähten platzte, sind in meinen Erinnerungen noch ganz lebendig.
Zum Schluss schreibt Dyrk über seinen Vater (6, S. 326):
Einer seiner Leitsätze war "Life will work it out" ("Das Leben wird es regeln") - aus meiner Sicht: "Life worked it out well"!
Einfügung 2015: Dieses Wort "Life will work it out" ist zu einem festen Bestandteil des Gedanken- und Sprachschatzes des Autors dieser Zeilen geworden. In diesen wenigen Worten steckt eine ganze Weltanschauung und Lebensmoral. Man kann es womöglich auch noch mit anderen Worten ins Deutsche übersetzen: Das Leben wird es herausarbeiten, herausdestillieren, es wird sich im Leben herauskristallisieren, herausbilden. Der Kern wird sich von der Schale lösen, das Wesentliche vom Unwesentlichen, das Unbedingte vom Bedingten ... In diesen wenigen Worten steckt so viel Vertrauen in das Leben. Und sie zeigen, dass sie von einem sehr lebenserfahrenen, weisen Menschen stammen. Sie können - wenn man möchte - auch erinnern an das Wort Hölderlins:
... herrschet in heiliger Nacht,Wo die stumme Natur werdende Tage sinnt,Herrscht im schiefesten OrkusNicht ein Grades, ein Recht noch auch?
Dies erfuhr ich.
Als Detlef mit seiner Tante Marietta, die 2005 noch lebte, über das große Familiengeheimnis und dessen Veröffentlichung sprach, sagte diese (6, S. 336):
Deine Mutter hat Valeska den Mann ausgespannt. Weißt du das?
Und Detlef antwortete:
Ja, ich weiß. Aber dann hast du meiner Mutter den Mann ausgespannt.
"Danach eisiges Schweigen" , so heißt es in dem Buch (6, S. 315):
Und sie schweigen bis heute. Der secrecy, dem Gesetz des Schweigens, sind sie kompromißlos treu geblieben. Und noch eines hatten Bitusch (Kosename für Brigitte) Marietta und Valeska gemeinsam: Nach Charles Lindbergh's Tod hat es für sie keinen einzigen anderen Mann mehr in ihrem Leben gegeben.
Offenbar war diese Art des Schweigens die Charles Lindbergh'sche Form der Freimaurerei! Noch vom Krankenlager in New York aus hatte Lindbergh' Abschiedsbriefe an seine drei deutschen Familien geschrieben, weitgehend gleichlautend. Auch (6, S. 310)
Valeska erhielt einen Abschiedsbrief ihres Freundes, den sie 20 Jahre lang, von 1954 bis 1974, innigst geliebt hatte. So sehr, dass sie nach seinem Tod keinen einzigen intimen Kontakt mit einem Mann mehr aufnahm. Charles Lindbergh war - wie sie ihrem Sohn gestand - "absolut einzigartig".
In Schwabing gibt es einen "Wedekind-Brunnen", zu dem Brigitte Charles einmal führte, und auf dem die Worte des Theaterdichters Frank Wedekind geschrieben stehen, die sie dort für ihn übersetzte:
Seltsam sind des Glückes Launen
wie kein Hirn sie noch ersann,
dass ich meist vor lauter Staunen
lachen nicht noch weinen kann.
Diese Zeilen empfand Brigitte als "ein bisschen traurig - und doch so optimistisch". Lindbergh gab ihr sein Verstehen zum Ausdruck - "und darum haben wir uns geliebt," sagte Brigitte noch später ihren Kindern, wenn diese nach ihrem Vater fragten (6, S. 119).

/leicht überarbeitet 12. und 13.10.2015/
________________________________________________
  1. Lindbergh, Charles A.: Kriegstagebuch 1938 - 1945. Verlag Fritz Molden, Wien 1972 (1970)
  2. Lindbergh, Charles A.: Stationen meines Lebens. Memoiren. Verlag Fritz Molden, Wien 1980 (1976)
  3. Berg, A. Scott: Charles Lindbergh. Karl Blessing Verlag, München 1999
  4. Reggiani, Andres Horacio: God's Eugenicist. Alexis Carrel and the Sociobiology of Decline. Berghahn Books, New York 2007
  5. Friedman, David M.: The Immortalists. Charles Lindbergh, Dr. Alexis Carell and the Daring Quest of Life Forever. Ecco, September 2007
  6. Schröck, Rudolf: Das Doppelleben des Charles A. Lindbergh. Der berühmteste Flugpionier aller Zeiten - seine wahre Geschichte. Heyne-Verlag, München 2005

1 Kommentar:

Gast hat gesagt…

Das ist ein toller Bericht , so nah am Leben wie es näher kaum möglich sein kann

Dienstag, 15. Mai 2012, 18:57:58

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