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Dienstag, 17. Juli 2007

Litwinenko ...

Die britische Regierung scheint sich endlich darauf zu besinnen, wer sie ist - - - und wer ein Herr Putin ist. (Zeit) Und welche Kreise und Interessen dieser Mann vertritt.

Frau Merkel sagt: "Ich hoffe, daß diese Periode überwunden werden kann ..." Sie scheint - leider - nicht von der "Periode" des Einflusses eines Mannes wie Putin auf die nationale und internationale Politik zu sprechen. Putin hat zwar in Tschetschenien einen zweifachen, unbestraften Mörder als Regenten eingesetzt - was soll's. In Rußland herrschen halt andere Sitten. Und deshalb mußte der Amtsvorgänger von Frau Merkel die Linie vorgegeben: "Herr Putin ist ein lupenreiner Demokrat." Wahrscheinlich meinte er "lupenreiner Demokrat" in dem Sinne, in dem Herr Putin "lupenreine Demokratie" versteht.

Ekel.

Dienstag, 10. Juli 2007

Verbrechen unter Putin's Regierung


Verbrechen, die in diesem Video (Youtube) dargestellt sind, passieren in jenem Land, das unter der Regierung von Wladimir Putin steht, den westliche Politiker anlächeln, mit dem sie Hände schütteln, für den sie gute Worte haben.

Man ist nicht jemand, der gerne auf solche Video's hinweist. Es ist aus der "New York Times" vom Oktober letzten Jahres.

Man hat kein Verständnis für Frau Merkel und ihre gesamte Regierung, daß ihr überhaupt noch persönliche Begegnungen mit diesem Herrn Putin angenehm sind.

Samstag, 7. Juli 2007

Mord von Staats wegen - Herr Schäuble möchte neue "Freiheiten"

Manchmal glaubt man nicht richtig zu lesen. (MSN) Während die Todesstrafe in Deutschland lange abgeschafft ist, denkt Herr Schäuble nun offenbar wieder daran, sie einzuführen - über die Hintertür und auch nicht als Ergebnis eines Gerichtsurteils. Erst ist nur ganz harmlos von einem Handy-Verbot für verdächtige Terroristen die Rede - und schon im nächsten Satz heißt es:
... Die rechtlichen Probleme reichten „bis hin zu Extremfällen wie dem so genannten Targeted Killing (gezielte Tötung)“, sagte der Innenminister. Würde etwa Osama bin Laden aufgespürt und stünde eine derartige Entscheidung an, wären die Rechtsfragen in Deutschland völlig ungeklärt. „Wir sollten versuchen, solche Fragen möglichst präzise verfassungsrechtlich zu klären und Rechtsgrundlagen schaffen, die uns die nötigen Freiheiten im Kampf gegen den Terrorismus bieten."
Herr Schäuble sieht hier verfassungsrechtlichen Klärungsbedarf? Herr Schäuble möchte "Freiheiten im Kampf gegen den Terrorismus", ein Kampf, der nur allzu oft erst einmal selbst Terrorismus ist. Die gezielte Tötung des demokratisch gewählten Präsidenten Tschetscheniens Dudajew wurde von westlichen Politikern nur schwach verurteilt. Die "gezielte Tötung" von Regimegegnern wie Anna Politowskaja und Alexander Litwinenko schnell vergessen. Herr Schäuble möchte also auf dieser Linie weitermachen.

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9.7.: Beruhigende Nachrichten (MSN): "Gezielte Tötung im Terror-Krieg: Kritik an Schäuble von allen Seiten." ... Na gut, so ganz hält der beigefügte Artikel (MSN) nicht, was die Überschrift verspricht ...

Mittwoch, 27. Juni 2007

Mord als Mittel der Politik: CIA

Für den amerikanischen Geheimdienst ist Mord ein Mittel der Politik. Dazu wurden neue Akten freigegeben. Und niemand (?) in der Öffentlichkeit schreit auf. (Zeit) Keine Sorge: Dann wird weitergemordet werden. Das hat schon unter Churchill und Roosevelt (und bei ausdrücklicher Mitwisserschaft beider) so gut geklappt. Der frei gewählte Präsident Tschetscheniens Dudajew ist erst vor wenigen Jahren mit einer russischen, auf sein Handy ausgerichteten Rakete ermordet worden, während er sich in Friedensverhandlungen mit einem Duma-Abgeordneten befand. Niemand soll dem Irrtum verfallen, irgendetwas an unseren Zeiten würde sich bessern ... Oder doch? Wir lesen:
Eine Expertin kritisierte, die Freigabe dieser Akten sei zu wenig. Es müssten mehr Informationen über die Möglichkeiten des CIA zur Terrorabwehr zur Zeit der Anschläge vom 11. September 2001 veröffentlicht werden, sagte die Politik-Beraterin Amy Ziegart. "Wenn der Geheimdienst wirklich verbessert werden soll, dann müssen diese Papiere herausgegeben werden", sagte sie.

Dienstag, 19. Juni 2007

Morde an Putin-Kritikern

Offenbar sind die demokratischen westlichen Regierungen nicht ausreichend bereit, darauf zu drängen, daß der Mordfall Litwinenko aufgeklärt wird. Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder hat für eine solche Haltung die Steilvorlage gegeben, als er den russischen Präsidenten Putin einen "lupenreinen Demokraten" genannt hat und auch nicht bereit war, dieses Wort nach vehementer öffentlicher Kritik zurückzunehmen. Aber welcher westliche Politiker handelt denn eigentlich anders als Schröder, wenn er weiterhin freundlich mit Putin redet und ihm die Hände schüttelt, einem Mann, von dem bekannt ist, daß unter seiner Regierung die scheußlichsten Verbrechen geschehen, die in der kaltschnäuzigsten Art, die nur denkbar ist, immer wieder abgeleugnet werden. Dieser Mann Wladimir Putin, früheren Geheimdienst-Chef, dieser Mann, der lügt auch noch, wenn er überhaupt nichts sagt. Das ist meine ganz bestimmte Meinung.

Aber offenbar will sich der Westen weiterhin gerne für "blöd" verkaufen lassen. So jedenfalls auch der Tenor des neuesten "Zeit"-Artikels.

Dabei läßt dieser Artikel keinen Zweifel daran, daß die Beweislast gegen die Regierung Putin erdrückend ist. Hier die Kernsätze:

(...) Schnell wurden (nach dem Tod Litwinenkos) Moskau und der russische Präsident als Drahtzieher beschuldigt. Schließlich hatte Litwinenko ihn selbst auf dem Totenbett verantwortlich gemacht. Ein Oligarch, Boris Beresowski, kam ins Spiel, ehemals ein enger Freund Putins, der jetzt vom Londoner Exil aus versucht, die Regierung Putin zu stürzen und der angeblich ebenfalls vergiftet werden sollte. Es ging und geht um die Aktivitäten des russischen Geheimdienstes FSB, den Krieg in Tschetschenien und den Mord an der regimekritischen Journalistin Anna Politkowskaja.

Marina Litwinenko will Klarheit in diesem ganzen Gewirr aus Ermittlungen, Verdächtigungen und Spekulationen schaffen, und sie will die russische Führung anklagen. Darum hat sie das Buch mit Goldfarb geschrieben. (...)

Litwinenkos Witwe Marina stell das Buch vor, das sie gemeinsam mit Alex Goldfarb, einem Gefährten ihres Mannes, verfasst hat. Der Titel: "Tod eines Dissidenten. Warum Alexander Litwinenko sterben musste." (...)


„Das geht bis in die höchsten Ebenen der Regierung“, sagt sie mit leiser Stimme, „aber ich will niemanden persönlich beschuldigen“. (...) „Ich möchte, dass diese Dinge in Zukunft verhindert werden.“ (...)

Dabei sind die Indizien, die für eine Involvierung Moskaus sprechen und in dem Buch zusammengetragen wurden, erdrückend. Der ehemalige Geheimdienstmann Litwinenko war einer der schärfsten Kritiker Putins. Gründe für den Ausstieg aus dem KGB hatte er reichlich. Auf einer Pressekonferenz 1998 hatte er ausführlich über Mordkomplotte, Korruption und die Inkompetenz der Armee in Tschetschenien berichtet. Mittlerweile gilt als sicher, dass der Ex-KGB-Mann Lugowoi, heute Inhaber einer Moskauer Sicherheitsfirma, Litwinenko in einem Hotel im Londoner Viertel Mayfair das Polonium in einen Tee geschüttet hat.

Liebe Frau Merkel. Schütteln Sie nur weiter Hände mit diesem Mann. Seit solche Dinge auch "unser Joschka" konnte, "lebt sich's gänzlich ungeniert". Glaubwürdigkeit? Wer fragt nach Glaubwürdigkeit? Das dumme Volk wird's schon schlucken.
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Ergänzung 20.6.: In der FAZ steht auch noch einiges:

Die Autoren gewähren einen Einblick in Moskauer Politintrigen und vermitteln, in welcher Gefahr sich russische Dissidenten auf der ganzen Welt befinden. (...) Der Mord an der Journalistin Anna Polikowskaja - Litwinenko und sie waren befreundet - sei der Auslöser für den Kreml gewesen, auch den widerspenstigen Dissidenten aus dem Weg zu räumen. Bei einer Gedenkfeier für die Journalistin in einem Londoner Club sei Litwinenko auf Putin getroffen und habe ihm öffentlich vorgeworfen, hinter dem Mord zu stecken. (...) Lange sei sie sich nicht sicher gewesen, ob sie nach dem Tod ihres Mannes die Kraft haben würde, an die Öffentlichkeit zu gehen, sagt Marina Litwinenko. Nur mit Mühe hält sie dem Ansturm der Kameras und Mikrofone stand, immer wieder blickt sie auf den Boden und ihre Hände. Lange war nicht klar, wie stark sie selbst verstrahlt worden ist. Wann und ob der Krebs ausbrechen wird, können ihr die Ärzte nicht sagen. Als sie ihren Mann in den ersten Tagen seiner Vergiftung zu Hause pflegte, griff das Polonium auch ihren Körper an. „Ich musste das Buch schreiben, das bin ich meinem Mann schuldig“, sagt sie.

Noch einmal: Wollen westliche Regierungen russische Regime-Gegner allein lassen? Immer noch?

Donnerstag, 5. April 2007

Rußland - schreiben wir das Jahr 1937 oder 2007?

Sarah Reinke (von der GfbV) schreibt über die Tagebücher (1) eines Fregattenkapitäns der russischen Marine, der als Journalist offen berichtet hatte über Zustände und deshalb 1997 in die Fänge des KGB - sorry FSB - kam. Plötzlich lebte er wieder in den 1930er Jahren Rußlands. - Und was war in den 1930er Jahren? Da waren westliche Demokratien und Diktaturen auch oft "gut Freund" mit russischen Regierungen.

Morast.

1. Grigori Pasko: Die Rote Zone, aus dem Russischen von Hannelore Umbreit, Wallstein Verlag, 2006

Freitag, 23. März 2007

Churchill wollte die Ausweitung des Krieges zu einem Weltkrieg (1941)


Die Tatsache, daß es nicht nur Diktatur durch Verängstigung und Terror, sondern auch Diktatur durch Verwöhnung gibt (siehe früherer Beitrag), wird bei der Beurteilung politischer Verhältnisse in Geschichte und Gegenwart naiverweise viel zu selten berücksichtigt. Der deutsche Historiker Klaus Hildebrand hat das 20. Jahrhundert "Das Zeitalter der Tyrannen" genannt. Dies geschah unter ausdrücklichem Einschluß solcher "demokratischer" Politiker wie Winston Churchill und Franklin D. Roosevelt, nachdem bekannt geworden war, daß auch die Westalliierten schon sehr früh während des Zweiten Weltkrieges (also zum Beispiel auch vor Bekanntwerden von all dem, was heute mit dem Namen Auschwitz in Verbindung gebracht wird) Kriegsziele verfolgt haben, die weder damals noch heute mit dem Völkerrecht oder auch nur irgendeinem Begriff von Humanität vereinbar waren. Sondern die schlicht Kriegsverbrechen darstellten.

Daß dies auch für die Methoden der Kriegsführung der Westalliierten gilt, darauf hat ja erst jüngst wieder das Buch "Der Brand" von Autor Jörg Friedrich aufmerksam gemacht. Zu welcher Art von Politik heutige Demokratien des Westens alles fähig sind, darauf braucht ja an dieser Stelle gar nicht ausführlicher eingegangen werden.

Auch ist schon vor vielen Jahren bekannt geworden, daß der sogenannte Friedens-Flug von Rudolf Heß nach England am 20. Mai 1941 der "Botengang eines Toren" gewesen ist (so der Buchtitel des Historikers Rainer F. Schmidt). Es handelte sich um eine wohlvorbereitete Täuschungsaktion des britischen Geheimdienstes unter voller Mitwisserschaft der gesamten britischen politischen Führung. Aber zu welchem Zweck wurde diese Aktion eigentlich eingeleitet? Zu diesem Thema ist inzwischen eine weitere Studie des britischen Historikers Martin Allen erschienen. Soweit man das nach etwas oberflächlicherem Lesen übersehen kann, bestätigt dieses neue Buch vollständig die Tatsachen, die schon von Rainer F. Schmidt genannt worden waren (allerdings merkwürdigerweise ohne dieses Buch auch nur an einer einzigen Stelle zu erwähnen).

Ein neu veröffentlichtes Dokument

Ein neu veröffentlichtes Dokument fällt in diesem Buch von Martin Allen besonders in die Augen. (S. 412, S. 204 - 206) Da der Autor dieser Zeilen selbst seine Magisterarbeit über die Thematik der britischen Kriegszielpolitik während des Zweiten Weltkrieges geschrieben hat und dazu viele "Dokumente zur Deutschlandpolitik" der britischen Regierung nach 1939 studiert hat (I. Reihe, Band 1 bis 4), und deshalb auch so ein bischen die "Stimmung" und Argumente in britischen Regierungskreisen der damaligen Zeit zu kennen glaubt, glaubt man auch die Bedeutung dieses neuen Dokumentes im Zusammenhang der übrigen einschätzen zu können.

Es handelt sich um einen Brief, datiert auf den 28. Februar 1941, von dem britischen Wirtschaftsminister Hugh Dalton, zugleich Leiter des britischen Geheimdiensts SOE (der Labour-Partei zugehörig) an den damaligen britischen Außenminister Anthony Eden, nachdem zuvor eine Besprechung mit Winston Churchill stattgefunden hatte. Die in dem Brief erwähnte "Mssrs HHHH Operation" ist jene britische Geheimdienst-Operation, die Rudolf Heß und seinen Beratern Karl und Albrecht Haushofer (Vater und Sohn) eine innerbritische Opposition gegen die Churchill-Regierung unter Führung eines Lords Hamilton vorspielte (nach den Worten Churchills: "Mummenschanz ist die Parole"), um Rudolf Heß nach England zu locken. Die vier H beziehen sich auf die vier Anfangsbuchstaben der Familiennamen der involvierten Personen. Hier nun der Text des Briefes von Dalton:

Dear Minister,

I have been in deep contemplation ever since the matter we discussed yesterday with the P.M., and feel I must put my concerns to you before we take any further action.

Leeper's assessment on Saturday was pretty close to the mark, and his conclusion that despite being unable, probably, to win in Europe, we could win world war has, of course, been bandied about for the last month or two. However, what Winston now proposes is a truly terrible thing, and I am not sure my conscience will allow me to participate.

I have always maintained that in this war body-line bowling of the Hun is justified, and the Mssrs HHHH Operation, once we took it over, was intended to fulfill that function, but I do not believe we can be morally justified to use it to cause the suggested end result.

I feel we must have another meeting to discuss where we are going to take this matter, and I would appreciate your opinion. Can I suggest a joint car again next Saturday?

Yours Ever,

H.D.
Dies ist ein überraschendes, bemerkenswertes Dokument, das auch eine heftige ablehnende Gegenreaktion von Winston Churchill hervorrief. Robert Vansittard, berühmt-berüchtigter Verfasser des Buches "Black Record" und einer der geistigen Mentoren der britischen Außenpolitik jener Zeit, schrieb an den im Brief ebenfalls erwähnten Rex Leeper betreffend der "Hugh Dalton Angelegenheit": "Ich habe Winston selten so außer Fassung gesehen wie gestern, als er den Brief von HD erhielt. ..." (S. 206)

Wie aus den beiden schon genannten Büchern hervorgeht, ist der größte Teil der britischen und amerikanischen Akten zu dem Flug von Rudolf Heß immer noch unter Verschluß und bislang nur weniges über deren Inhalt bekannt. Das wenige gibt Anlaß zu vielerlei Spekulation und Deutungsmöglichkeit. Aber folgendes scheint doch aus diesen beiden Briefen hervorzugehen:

Bis zu diesem Gespräch am 28. Februar 1941 hatte der britische geheimdienstliche "Mummenschanz" betreffend Rudolf Heß nach der Kenntnis von Hugh Dalton zu etwas anderem dienen sollen als danach. Aber wozu davor? Wozu danach?


Wer kennt sich mit Cricket aus?

Bei dem Begriff "body-line bowling" handelt es sich, wie man dem betreffenden Wikipedia-Eintrag entnehmen kann, um einen Begriff aus der Geschichte des Cricket-Spiels. (Wikipedia deutsch, englisch.) "Bodyline" ist eine bestimmte, von der britischen Nationalmanschaft entwickelte Cricket-Taktik, die in den Jahren 1932/33 angewandt wurde, um einen bestimmten hervorragend befähigten australischen Nationalspieler zu übervorteilen. Diese Taktik rief sogar eine politische Krise zwischen Großbritannien und Australien hervor, da die wiederholt verlierenden Australier der britischen National-Mannschaft, die diese Taktik anwandte, Unsportlichkeit vorwarfen: "Eine Mannschaft versucht, Cricket zu spielen, die andere nicht."

Wenn man sich nun mit Cricket genauer auskennen würde (was der Autor dieser Zeilen nicht von sich behaupten kann), würde man die Verwendung des Begriffes vielleicht leichter verstehen. Im Wikipedia-Eintrag liest man darüber folgendes: "Bodyline, also known as fast leg theory, was a cricekting tactic devised by the English cricket team for their 1932–33 Ashes tour of Australia, specifically to combat the extraordinary batting skill of Australia's Don Bradman. A Bodyline bowler deliberately aimed the cricket ball at the body of the opposing batsman, in the hope of creating legside deflections that could be caught by one of several fielders in the quadrant of the field behind square leg."

Gut, wer sich mit Cricket gut auskennt, mag den Implikationen der Verwendung dieses Begriffes in diesem Brief noch weiter nachgehen. Der deutsche Übersetzer des genannten Buches tut beides ganz offensichtlich nicht. Er übersetzt mit den Worten "Knochenkegeln [gemeint ist eine unfaire Kriegführung]" viel zu oberflächlich und unpräzise, was noch vorsichtig und zurückhaltend beurteilt sein mag. Denn es geht ja hier nicht um Kriegführung, sondern um Friedensanbahnungen, bzw. die Vortäuschung von solchen. Im Grunde ist es also ganz falsch übersetzt. Man wohl wenigstens so viel sagen: Dem gegnerischen Spieler wird ein Ball zugeworfen, den er aber nicht auffangen - können - soll, sondern der sich - indem er von seinem Körper abprallt - gegen seine eigene Mannschaft wenden soll. Das kann leicht auf Rudolf Heß übertragen werden und seine Hoffnungen auf Friedensanbahnung.

17.7.14: In diesem Video sieht man, dass der Ball mit voller Wucht auf den gegenüberstehenden Spieler geworfen wird, von dem er abprallt, da dieser ihn nicht mit dem Schläger spielen kann.

Dalton jedenfalls fand den bisherigen Zweck des "Mummenschanzes" gegenüber Rudolf Heß als "unsportliches" Body-Line. Wahrscheinlich meinte er damit das Vortäuschen eines Friedenswillens, um den Krieg zwischen England und Deutschland zu verlängern.

"Überlagernde Geheimdienst-Operationen" (ergänzt am 14.10.2009)

Von überlagernden Geheimdienst-Operationen weiß auch Alexander von Bülow in seinem Buch "Im Auftrag des Staates" manches Beispiel zu geben. Das heißt, vielen Beteiligten wird nur ein beschränktes Ziel der Operation genannt (das "need-to-know"-Prinzip). Und erst im Nachhinein - oder während der Operation - erfahren sie, daß ihre eigene Operation durch eine zweite überlagert ist, deren Ziele über die zuvor genannten Ziele hinausgehen. So wurden - offenbar - die Twintower schon vor dem Anschlag von 9/11 zur Sprengung vorbereitet von der Firma "Controlled Demolition" unter der "beschränkten" Vorgabe, daß im Fall eines Anschlages Nachbargebäude sollten geschützt werden können. Und diese Operation wurde dann durch eine zweite Operation - nämlich die Flugzeug-Entführungen - überlagert. Jeder der Beteiligten mußte nur das wissen, was zur Ausführung seiner Aufgabe wichtig war. Und so scheint es auch bei dem verheerenden Bombenanschlag von 1995 in Oklahoma City gewesen zu sein, der damals entscheidend zur Wiederwahl von Bill Clinton beitrug. Und so war es offenbar auch in vielen Fällen beim linksextremistischen Terrorismus in Deutschland und Italien der 1970er Jahre und dem dabei von Geheimdiensten bis heute geschickt ausgenutzten "Wissensgefälle" zwischen allen näher und ferner Beteiligten.

Das, was Churchill (Eden, Vansittart etc.) also ab einem bestimmten Zeitpunkt mit dem unter anderen Vorgaben vorbereiteten "Mummenschanz" bezweckten, ging weit über die zuvor Dalton bekannten Zwecke hinaus. Und daß Dalton auf die "Zielerweiterung" erschreckt, schockiert reagierte, machte Menschen vom Schlage eines Vansittart gar nichts aus, während Churchill offenbar doch noch "außer Fassung" geraten konnte darüber, daß jemand nicht so simpel schien mitspielen zu wollen wie er selbst.

Die überlagernde Operation hatte schlicht zum Ziel die Ausweitung des bisher bloß europäischen Krieges zu einem Weltkrieg, also den Kriegseintritt der Sowjetunion gegen Deutschland.


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Hier noch eine vollständige deutsche Übersetzung des Briefes:

"Lieber Minister,
ich habe lange nachgedacht, nachdem wir gestern die Angelegenheit mit dem Premier-Minister erörtert haben, und ich fühle, daß ich Ihnen meine Bedenken mitteilen muß, bevor wir weitere Aktionen unternehmen.
Leepers Feststellung vom Samstag kam der Sache ziemlich nahe, und seine Schlußfolgerung, daß wir wahrscheinlich den Krieg in Europa nicht gewinnen können, wohl aber einen Weltkrieg, wurde wohl schon seit ein, zwei Monaten unter die Leute gebracht.
Doch was Winston jetzt vorschlägt, ist ein wirklich schreckliches Ding, und ich bin nicht sicher, ob mein Gewissen es mir erlauben wird, mich daran zu beteiligen.
Ich habe immer daran festgehalten, daß in diesem Krieg body-line bowling mit den Hunnen gerechtfertigt ist, und daß die Herren HHHH Operation, als wir sie übernommen haben, das Ziel hatte, diese Funktion zu erfüllen, aber ich glaube nicht, daß wir es moralisch rechtfertigen können, daß wir sie dazu benutzen, um das vorgeschlagene Ergebnis zu erzielen.
Ich spüre, daß wir uns erneut zu einer Unterredung treffen müssen, um zu diskutieren, wohin wir diese Sache bringen werden, und ich würde gerne Ihre Auffassung in Erfahrung bringen. Darf ich für nächsten Sonnabend wieder ein gemeinsames Auto vorschlagen?
Immer der Ihrige,
H.D."
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