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Samstag, 15. Februar 2020

"Wie evoluiert die Intelligenz?" (Ein Vortrag)

Ostasiaten - Indogermanen - Aschkenasische Juden - Gemeinsamkeiten in der Ethnogenese?

Das Kernargument dieses Vortrages erfolgt ab Minute 39:29. Ansonsten enthält diese Aufnahme (Livestream) einen bunten Blumenstrauß von Einzelthemen rund um das Gesamtthema "Humanevolution und Menschheitsgeschichte".



Der Livestream verfolgt ausdrücklich nicht stringent einen einzigen Gedankengang von vorne bis hinten. Sondern spontan werden zwischendurch auch ausgewählte Zuschauerfragen beantwortet, unter anderem solche von Seiten des Youtubers RuStAG Netzwerk 2.0 (Yt), der unter anderem Zweifel an der Out-of-Africa vorbrachte. Ganz grob gliedert sich der Vortrag in die folgenden drei Teile.

1. Teil


(1:07) - - - Eine Zuschrift weist mich hin auf das Buch "At Our Wits' End - Why We're Becoming Less Intelligent and What It Means for the Future"*) von Edward Dutton und Michael A. Woodley of Menie (2), und daß dieses sich auf Oswald Spengler's Kulturzyklen beziehen würde. Ich weise hin auf den Gedanken von der potentiellen Unsterblichkeit von Völkern und Kulturen. 

 (5:20) - - - Wiederholt behandele ich die Fragwürdigkeit, sich heute überhaupt in der Öffentlichkeit - sei es wie auch immer - zu positionieren. Einen Videokanal zu betreiben, kann leicht zu einem zweischneidigen Schwert werden in Zeiten, in denen nur noch emotionale Reflexe vorherrschen. 

(6:00) - - - Anläßlich einer Frage von RustAG behandele ich einige aktuellere Themen zur Evolution der Vormenschen und des Menschen in Afrika zwischen der Zeit vor 4,5 Millionen Jahren und vor 300.000 Jahren, sowie danach später.

2. Teil 


(17:40) - - - Rückkehr zum einleitenden Thema: Aktuelle Debatten über den Rückgang der Intelligenz in modernen Wissensgesellschaften, bzw. in früheren Hochkulturen: Volkmar Weiß, Edward Dutton, Michael A. Woodley of Menie, Eckart Knaul. Hinweis auch auf David Becker, sowie auf Facebook-Gruppe "DNA-Genealogie auf Deutsch". Francis Galton. 

(25:45) - - - Man kann mit Videos leicht provozieren. 

(32:29) - - - Kernthese: Hat der höhere IQ auf der Nordhalbkugel etwas damit zu tun, daß sowohl Ostasiaten wie Indogermanen wie aschkenasische Juden bei ihrer Ethnogenese im Neolithikum bzw. im Mittelalter hervorgegangen sind aus einer Fünfzig-zu-Fünfzig-Vermischung von zuvor über viele Jahrtausende hinweg getrennt evoluierten Herkunftsgruppen (3)? Ich erwähne hier die Tschuktschen, meine aber die Ultschen, ein kleines Fischervolk im Norden von Korea am Amur-Fluß (4).

3. Teil


(40:01) - - - Neuer Kommentar zu meinem Video über die Satanisten. Wie ist eigentlich die Verantwortlichkeit von Politikern für ihr Tun zu bewerten, die von Geburt in Folterkellern dressiert worden sind? Das Thema ritueller Mißbrauch ist übrigens auch schon in der Bundesregierung angekommen. 

(47:11) - - - Im abschließenden Teil Hinweise auf die Inhalte einiger neuer Artikel auf meinem Internetblog "Studium generale" ( studgendeutsch.blogspot.com ). 

 (54:23) - - - Zur Herkunftsgruppe der "Ancient North Eurasien" (5), die 23.000 v. Ztr. in Sibirien lebte und von denen Herkunftsanteile sowohl bei den amerikanischen Ureinwohnern, bei asiatischen Völkern und uns Europäern (über die osteuropäischen Jäger und Sammler) fortexistieren. Für die eiszeitlichen Völkergruppen ist das Bild noch nicht so übersichtlich und widerspruchslos wie für das Neolithikum und später.

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*) "At Our Wits' End" wäre auf Deutsch ungefähr zu übersetzen mit "Am Ende sind wir mit unserem Latein".  

Anhang


Im Chat war während des Livestreams nach den Slawen gefragt worden. Hier ein Beitrag zu ihnen, den ich im Oktober 2019 auf Facebook veröffentlicht habe:  In einem Artikel in der "Welt" von 2017 (6) wird der Inhalt eines damals neu erschienenen Buches über die Entstehung der Slawen referiert. Kompakt und klar: Die Suche nach der sogenannten "Urheimat" der Slawen ist - so wird ausgeführt - erfolglos geblieben - etwas, was ich schon immer erwartet hatte. Und so ziemlich dieselbe Sichtweise, die sich jetzt in der Forschung durchsetzt und die hier hervorragend zusammen gefaßt wird, konnte man immer schon haben, insbesondere seit man das 1996 erschienene Buch "Germanen - Slawen" von Professor Helmut Schröcke (1922-2018) (7) lesen hat können. Slawen sind also vermutlich einfach Nachkommen von Menschen, die östlich der Elbe schon seit der Bronzezeit gelebt haben, und deren Vorfahren neue Völker zu- und abwandern gesehen haben, während sie selbst - als Restteile von Völkern oder deren Unterschichten - in mitunter dünn besiedelten Räumen zurück geblieben sind.

Viel deutet darauf hin, daß Osteuropa die Quelle des europäischen Sklavenhandels (von Wikingern, Juden und anderen) mit dem arabischen Raum darstellte, und daß der Volksname "Slawe" in Zusammenhang mit dem Namen "Sklave" entstanden ist oder doch von den Zeitgenossen davon abgeleitet wurde.  Schon das ostgermanische Königtum der Antike beruhte - nach Tacitus - auf Sklavenbesitz, der in Westgermanien nicht so ausgeprägt vorhanden war. Diese Sklaven bewohnten - vermutlich - die archäologisch als "Grubenhäuser" erfaßten Gebäude, in denen sich oft Webstühle fanden, und die sich westlich der Elbe nicht fanden (7).

Aus diesen Unterschichten gingen nach der Zu- und Abwanderung großer Völker wie der Germanen oder Hunnen jene einheimischen Völkerschaften hervor, die dann im Früh- und Hochmittelalter von den Deutschen christianisiert und germanisiert wurden.   Somit könnte gemutmaßt werden, daß sich die slawischen Sprachen herausbildeten mit und nach der Ausbreitung der Schnurkeramiker aus dem Substrat der vorhergehenden Kugelamphorenkultur. Aber eine solche Vermutung ist noch hochgradig spekulativ.
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  1. Bading, Ingo: Wie evoluiert die Intelligenz? Live übertragen am 15.02.2020, https://youtu.be/WmKpAvLsp3I
  2. Edward Dutton und Michael A. Woodley: At Our Wits' End - Why We're Becoming Less Intelligent and What It Means for the Future. 2019 
  3. Bading, Ingo: Im Jangtse-Delta - Dort entstand ein großes, begabtes Volk, 23.9.2019, https://studgendeutsch.blogspot.com/2019/09/im-jangtse-delta-dort-entstand-ein.html
  4. https://studgendeutsch.blogspot.com/2017/02/8000-jahre-lange-genetische-kontinuitat.html
  5. https://en.wikipedia.org/wiki/Ancient_North_Eurasian 
  6. Seewald, Berthold: Urheimat Slawen, 12.11.2017, https://www.welt.de/geschichte/article170502875/Die-schwierige-Suche-nach-der-Urheimat-der-Slawen.html
  7. Schröcke, Helmut: Germanen - Slawen. Vor- und Frühgeschichte des ostgermanischen Raumes. 1996

Sonntag, 1. Juli 2018

"Söhne der Sonne" - Die Indogermanen Asiens

Inhaltsübersicht zum Video-Vortrag:

00:00:00 - Einleitung: Die genetische Geschichte Europas ist in den Grundzügen schon gut verstanden. Wie aber sieht es aus mit der genetischen Geschichte Asiens, hier vor allem Asiens westlich und nördlich von China?

00:03:45 - Ethnische Rückzugsräume, Rand- und Reliktbevölkerungen haben in der Weltgeschichte mehrfach große weitere Bedeutung bekommen - sowohl in Europa wie in Asien. Beispiele dafür: Blätterhöhle in Westfalen, Schweriner See, östlicher Ostseeraum noch lange nach der Neolithisierung, Baikalsee-Fischer noch lange nach der Indogermanisierung als Vorfahren der Turkvölker.

00:09:35 - Man findet im deutschsprachigen Raum keine Berichterstattung über den derzeitigen recht faszinierenden Forschungsstand zur genetischen Geschichte Asiens, also der Archäogenetik, Ancient-DNA-Forschung (1-3). Deshalb mache ich darüber dieses Video, obwohl ein solcher Vortrag von kompetenterer, fachwissenschaftlicher Seite gehalten werden sollte. Immerhin behandelt der Kanal "RuStAG Netzwerk 2.0" (nicht "Virulent National"!)  schon die (inzwischen etwas veraltete) Haplotypen-Genetik.

00:13:26 - Erst West-, dann Ostwanderung der Schnurkeramiker als Shintashta- und Andronowo-Kultur bis an die Grenzen Chinas. Damit ergeben sich zwei genetisch unterschiedliche Phasen der Geschichte der indogermanischen Völker des Steppenraumes, einmal die ursprüngliche Yamnaya-Kultur (3.300 v. Ztr.) mit nur geringen genetischen Anteilen anatolisch-neolithischer Herkunft (und daraus hervorgehend die Afanasievo-Kultur) und ab 2.100 v. Ztr. die Shintaschta-Kultur der Ukraine und die Andronovo-Kultur Sibiriens als Nachkommen der Schnurkeramiker Mitteleuropas.

00:26:30 - Die erste europäische Zuwanderung nach Indien, ebenso wie die Hethiter in Anatolien weisen bislang zwar beide kaukasische, aber beide keine spezifisch indogermanische Herkunft auf.

Als Beispiele: Tocharer und Sogder

00:31:19 - Um Anteilnahme für die indogermanische Völkerwelt zu wecken, werden aus ihrer reichen kulturellen Vielfalt exemplarisch die 36 tocharischen Königreiche entlang der Seidenstraße (ab 2.000 v. Ztr.) und das Königreich der Sogder in Samarkand vorgestellt, sowie der Fernhandel der Sogder mit Kamel-Karawanen weit in das Tang-zeitliche China hinein, wo diese einerseits als "Exoten" vielfältige Darstellungen in der chinesischen Kunst gefunden haben und andererseits auch hohe Regierungsbeamte werden konnten.

00:34:45 - Die hunderte von zentralasiatischen Wüstenmumien am Westrand Chinas gewähren die aller faszinierendsten Einblicke womöglich auch in unsere eigene mitteleuropäische Bronzezeit, da der Erhaltungszustand ihrer Körper, ihrer Tätowierungen, ihrer Kleidung, ihres Schmucks, ihrer hölzernen Grabausstattungen so hervorragend ist wie nirgends sonst. (Aktualisierung 7.1.25: Inzwischen ist geklärt, daß diese Wüstenmumien zunächst vor allem einheimische westsibirische Genetik in sich getragen haben, keine europäische oder indogermanische.)

00:54:45 - Restvölker in Rückzugsräumen der Weltgeschichte können - aus diesen Rückzugsräumen heraus und nach erneuten genetischen und kulturellen Neuanpassungen - ganze neue Zeitepochen der Weltgeschichte einläuten und dominieren. Dies wird am Beispiel der Hunnen/Turkvölker/Mongolen aufgezeigt, deren Vorfahren einst von allen Seiten von Indogermanen umgeben und "umzingelt" waren, die dennoch ihre genetische, sprachliche und kulturelle Eigenart erhalten haben und mehrere tausend Jahre später selbst das Ruder der weltgeschichtlichen Entwicklung Asiens in die Hand genommen haben, nämlich in der Spätantike und mit dem Untergang von hunderten indogermanischer Königreiche, Fürstentümer, Stämme und Völker in Asien.

01:08:33 - In den neuesten Studien schälen sich immer mehr "Geister"-Völker des Kaukasus-Raumes als wichtige Vorfahren der genetischen Geschichte sowohl einerseits 1. Indiens als andererseits 2. Anatoliens und schließlich 3. der Indogermanen heraus.

01:13:00 - Die genetische Geschichte der Skythen zwischen Ungarn und dem Altai-Gebirge. Es wird auf die genetische Einmischung von Hunnen, bzw. Turkvölkernn in die unterschiedlichen Stämme und Konföderationen des großen Völkerstammes der skythischen Völker hingewiesen. Die Skythen in Ungarn weisen gar keine hunnischen Einmischungen auf, während nördlich des Tianshan die skythischen Reitervölker (Saken) schon bis zur Hälfte hunnischer Abstammung sein konnten. Im Zusammenhang mit diesen skythischen Mischvölkern entstanden dann fast rein hunnische, turksprachliche Völker wie die Xiongnu der Mongolei, die seit der Spätantike in Asien den Lauf der Weltgeschichte bestimmten.

Der Kaukasus als Angelpunkt der Völkergeschichte

Nachträgliche Ergänzungen (3./4.7.18):

Es dürfte so sein, daß die Kura-Araxes-Kultur im Gebiet des Kaukasus und des östlichen Anatolien eine große Rolle spielte bei der Ausbreitung der kaukasisch-neolithischen Genetik nach Anatolien. Es deutet sich ein Bild an, daß es parallel zur gewaltigen anatolisch-neolithischen Ausbreitung bis hoch nach Skandinavien eine parallele iranisch-neolithische Ausbreitung gegeben hat, ausgehend von jenem Bauernvolk des Zagros-Gebirges im Westiran, das die berühmte Hassuna- und Samara-Keramik hervorgebracht hat. Es breitete sich bis an die Südhänge des Kaukasus aus (vielleicht auch nach Sumer … … ?), begann im Südkaukasus ab 6.500 v. Ztr. zum ersten mal in der Menschheitsgeschichte mit Weinbau.

Im heutigen Nordirak brachte ... "es" (?) dann bald die ersten urbanen Zentren hervor (wie zeitgleich die anatolisch-neolithische Cucuteni-Tripolje-Kultur in der Ukraine, wobei aber beide zu Anfang noch keine Berührung mit den Indogermanen gehabt hatten, erst später).

Vordringend über den Hauptkamm des Kaukasus kamen die iranisch-neolithischen Bauern im Bereich der Vorfahren der Indogermanen in der Steppe (der "osteuropäischen Jäger und Sammler", die schon Keramik hatten) schon sehr früh nicht mehr weiter (im Gegensatz zu dem gleichzeitigen Geschehen in Europa, wo sich das anatolische Neolithikum ja bis nach Skandinavien ausgebreitet hat). Vielmehr kam es hier im Steppenraum - trotz der außergewöhnlich guten Schwarzerde-Böden, an die die Neolithisierung in Deutschland sehr stark gebunden war, zur Ethnogenese der Indogermanen, aber auch zu Einmischungen von osteuropäischen, bzw. auch westsibirischen Jäger-Sammler-Genen bei den sich bildenden Völkern und Kulturen im iranischen Raum.

Aber Richtung Osten (Indien) und Westen (Anatolien) hat sich die kaukasisch-neolithische Genetik noch lange später durchgesetzt, in Anatolien insbesondere ab der Kupferzeit parallel zur Kura-Araxes-Kultur, für die Ausläufer und Verwandte bis nach Syrien und Palästina hin genannt werden (s. Wikipedia). Zur ethnischen Herkunft der Kura-Araxes-Kultur gibt es derzeit noch mehrere Theorien (s. Wikipedia). Man ist sich hier vergleichbar unsicher wie man sich zuvor - beispielsweise - unsicher war bei der Kugelamphoren-Kultur (die jetzt aber als nicht-indogermanisch erwiesen ist). Manche halten indogermanische Einflüsse bei der Kura-Araxes-Kultur für denkbar, andere gar nicht. Also in diesem Bereich der Forschung ist alles noch einmal sehr spannend und werden - sicher schon in den nächsten Jahren - abschließendere Erkenntnisse präsentiert werden.

Die Turan-Region als Angelpunkt der Völkergeschichte

In der neuen David Reich-Studie (10-13) vom März 2018 werden unter anderem

"132 Individuen aus dem Iran und dem südlichen Teil von Zentralasien (heute Turkmenistan, Usbekistan und Tajikistan"

sequenziert und ausgewertet. Diese historische Gruppierung wird in der Studie "Iran/Turan" genannt. Die Turan-Region (Wiki) ist eine legendäre Region in der Geschichte des Iran, insbesondere in der Zeit Zarathustras (Lebenszeit irgendwann zwischen 1800 und 600 v. Chr.), sowie des sich auf ihn zurück führenden Zoroastrismus (Wiki). Sie spielt auch eine große Rolle in der Geschichte der Turkvölker. In dieser Studie liest man:

"Im östlichen Iran und Turan entdeckten wir ebenso Herkunftsanteile von westsibirischen Jägern und Sammlern, was zeigt, daß diese im Turan schon auftraten vor der Ausbreitung der (indogermanischen) Jamnaja-Herdenhalter aus der Steppe (Steppe_Early/Middle Bronze Age = Steppe_Frühe und Mittlere Bronzezeit):"
"In (...) eastern Iran and Turan we also detect admixture related to West_Siberian_Hunter_Gatherer, proving that North Eurasian admixture impacted Turan well before the spread of Yamnaya-related Steppe pastoralists (Steppe_EMBA)."

Diese als "westsibirische Jäger und Sammler" bezeichnete Gruppierung ist - soweit man sehen kann -  jene Gruppierung, die auch am Baikalsee lebte, sprich, die die Vorfahren der Turkvölker bildete (und die auch denen auch die Wüstenmumien der Taklamakan angehörten) (Ergänzung 7.1.25). Womöglich erstreckte sich ihre ursprüngliche Verbreitung also ähnlich weit wie die der west- und osteuropäischen Jäger und Sammler, also vielleicht sogar auch ursprünglich bis in den Ostiran (?) hinein. In der Studie werden sie jedenfalls auch als Träger der keineswegs unbedeutenden Kelteminar-Kultur in Kasachstan angesprochen, am Ufer des Kaspischen Meeres (auf die hier auf dem Blog schon hingewiesen wurde als östliche Nachbar-Kultur der Ursprungsregion der Indogermanen, die neben eindrucksvollem Häuserbau - vermutlich - auch schon Hirse-Anbau kannte). Jedenfalls ist von ihnen schon Genetik in den Ostiran gelangt, bevor noch später auch indogermanische Steppengenetik dort hin gelangt ist. Auch hierbei dürfte man es wieder mit einem sehr bemerkenswerten Befund zu tun haben. Ab 2.300 v. Ztr. findet sich in Baktrien/Turan/Ostiran dann:

"... frühe iranische Bauernherkunft (60% in Baktrien und in der Margiana) mit einem kleineren Anteil von anatolischer  Bauernherkunft (21 %) und westsibirischer Jäger-Sammler-Herkunft (13 %)."
"... early Iranian agriculturalist-related ancestry (~60% in the BMAC) with smaller components of Anatolian agriculturalist-related ancestry (~21%) and West_Siberian_HG-related ancestry (~13%)".

Bei "BMAC" handelt es sich um den "Bactria Margiana Archaeological Complex", also um eine Völkergruppe in Baktrien und in der Margiana, grob gesprochen im Westteil der Seidenstraße und in der nördlich angrenzenden kasachischen Steppe (zu ihr siehe auch spätere Beiträge hier auf dem Blog). Hier lag also ebenfalls eine bemerkenswerte genetische Zusammensetzung vor. Zum Beispiel stellt sich die Frage: Wie gelangte die anatolisch-neolithische Genetik so früh so weit nach Osten? Aber zu dieser Zeit findet sich immer noch keine Yamnaya-Herkunft daselbst vor. Erst ab 2.000 v. Ztr. kommt indogermanische Genetik nach Baktrien, und zwar - natürlich! - in der jüngeren Schnurkeramik- bzw. Shintashta-Version.

Mit dieser neuen David Reich-Studie ist nun auch festgestellt, daß die Schnurkeramik/Shintashta-Leute, die um 2000 v. Ztr. als Andronovo-Kultur das Gebiet nördlich des Tianshan besiedelte, womöglich schon während der Zuwanderung zu 8 % mit einheimischer westsibirischer Jäger-Sammler-Genetik vermischte und sich dadurch von ihren westlichen indogermanischen Verwandten unterschied. Damit kann man nun überblicken, daß der bronzezeitliche genetische Turkvolk-Anteil (mit dem wir hier die westsibirische Herkunftskomponente gleichsetzen) bei den Indogermanen nördlich des Tianshan in der Eisenzeit bei der Ethnogenese der östlichen Skythen dann zu bis zu 50 % anwachsen konnte.

Aber auch bei westlichen Verwandten gab es schon früh einige Ausnahmen von größerer Turkvolk- oder sogar ostasiatischer Genetik, also schon in der Bronzezeit.

Ähnlich scheint auch die Industal-Zivilisation nach dieser neuen Studie von Menschen mit einer größeren Vielfalt an Herkünften getragen worden zu sein. Es gibt da fast reine Südinder (Drawiden) neben Menschen fast rein anderer Herkunft und "Mischlinge" zwischen beiden. So offenbar auch schon bei den Shintashta-Leuten in der Ukraine ab 2.000 v. Ztr.. Und solche Verhältnisse dürfen dann gerne auch schon für die Indogermanen in den Oasen-Reichen des Tarim-Beckens angenommen werden.

Um 1600 v. Ztr. kommt in die Steppe sogar ein deutlicherer iranisch-neolithischer genetischer Anteil hinzu, ja zum Teil auch bis zu 25 % ostasiatische Herkunft. Es wird allmählich erkennbar, wie komplex hier der Austausch von Menschen und Völkern war, er ging also offenbar nirgendwo nur einseitig in eine Richtung.

Offenbar waren die indogermanischen Völker und Reiche Asiens also früher als bisher gedacht sozusagen "multikulturell". Und die Verhältnisse, die man ab 600 v. Ztr. im Tarim-Becken vorfindet, können schon tausend Jahre früher viel weiter westlich vom Tarim-Becken ebenfalls gefunden werden.

Die eisenzeitliche Genetik der Skythen und Sarmaten hat sich - nach dieser Studie - schon ab 1500 v. Ztr. in Teilen der Turan-Region gebildet. Und daraus läßt sich auch die feststellbare indogermanische Zuwanderung nach Südindien zeitlich genauer eingrenzen, denn sie wird vermutlich vor der dortigen Ethnogenese der Skythen/Sarmaten ab 1500 v. Ztr. gelegen haben, da diese noch keine ostasiatische Genetik mit nach Indien brachte (11):

"Es ist möglich, daß es noch nicht genetisch untersuchte archäologische Völker in Zentralasien ohne nennenswerte ostasiatische Herkunftsanteile gibt, die sich in der Folge nach Südasien ausgebreitet haben. Jedenfalls rührt mindestens einige, wenn nicht die gesamte Herkunft der Herdenhalter der Steppe in Südasien von südwärtsgerichteten Bewegungen im 2. Jahrtausend v. Ztr.."
"It is possible that there were unsampled groups in Central Asia with negligible East Asian admixture that could have migrated later to South Asia. However, at least some (possibly all) of the Steppe pastoralist ancestry in South Asia owes its origins to southward pulses in the 2nd millennium BCE."

Ergänzung 8.11.2020:  

2020 - Die Herkunftsanteile der Turkvölker erhalten eine differenziertere Betrachtung

Aufgrund einer neuen archäogenetischen Studie zum Thema (14, 15), die zurückblicken läßt auf die hier behandelte von 2018, wird im Vergleich deutlich, daß diese ältere noch gar nicht jene Unterscheidung zwischen der nordostasiatischen Genetik in der östlichen Mongolei und der westsibirischen Genetik der westlichen Mongolei vornimmt, die dann in der Studie von 2020 vorgenommen wird. Es war da etwa die Rede von der ... (3)

... südlichen sibirischen Jäger-Sammler-Herkunft, die den stärksten beobachteten Genfluß aufwies in die Kultur der Zentralen Saka. Diese ostasiatische Beimischung ... 
... southern Siberian hunter-gatherer ancestry with the strongest gene flow observed into the Central Sakas. This East Asian admixture ...

Die hier deutlich werdende mangelnde Unterscheidung und Differenzierung zwischen beiden Herkunftsgruppen geht auch aus den graphischen Darstellungen der Herkunftsanteile der unterschiedlichen skythischen Völker und ihrer Nachfolge-Kulturen hervor (Abb. 1): Xiongnu und Hunnen haben nach dieser Darstellung - scheinbar - rein westsibirische Genetik, während sie in Wirklichkeit - nach der neuen Studie - nur nordostasiatische Genetik aufweisen. Beide werden also in der Studie von 2018 in einen Topf geworfen. - Zum Verständnis: Oben rechts in der Grafik aus Abbildung 1 symbolisieren: A, Andronovo-Kultur; B, Neolithic European (Europe_EN); C, Baikal hunter-gatherers; D, Neolithic Iranian (Iran_N).

Abb. 1: orange/braun: osteuropäische Jäger/Sammler, rot: iranisch-neolithische Herkunft, hellblau: anatolisch-neolithische Herkunft, hellgrün: westsibirische Jäger-Sammler-Herkunft (Baikal), bzw. (später, bei Xiongnu und Hunnen) nordostasiatische Herkunft (aus: 3)

Nach der Studie von 2018 weisen die Skythen Ungarns in etwa die Genetik der zweiten Welle der indogermanischen Ausbreitung auf, also der Andronowo-Kultur, allerdings mit einer verstärkten anatolisch-neolithischen Herkunftskomponente (3). In alle sequenzierten skythischen Völker am Tianshan hat sich zu der Genetik der zweiten Welle der indogermanischen Ausbreitung aber (hellgrüne) westsibirische Jäger-Sammler-Genetik - zu 20 bis 40 % - eingemischt (3) (Abb. 1). Dies gilt auch für die "Westlichen Xiongnu" (s. 14, 15), wo ein Fehlen der anatolisch-neolithischen Herkunft allerdings auch auf Herkunft von der ersten Welle der indogermanischen Ausbreitung (in Verbindung mit der Afanasijevo-Kultur) hindeuten könnte (s. Abb. 1).  Über die Skythen hieß es 2018 dementsprechend (3, S. 2):

Wir stellen fest, daß ungarische Skythen vergleichsweise hohe europäische Bauern-Herkunft aufweisen und keine Zeichen eines Genzuflusses von innerasiatischen Gruppen aufweisen. Umgekehrt zeigen die innerasiatischen Saken vergleichsweise hohe südsibirische Jäger-Sammler-Herkunft auf, am meisten in den Zentralen Saken. (...) Die Zunahme der iranisch-neolithischen Herkunft bei den Tianshan-Saken ist beträchtlich, wenn man sie mit der bei den Zentralen Saken vergleicht; die Tagar zeigen höhere Anteile osteuropäischer Jäger-Sammler-Herkunft auf, verglichen mit allen anderen Skythen. (...) Zusammen genommen unterstützen unsere Daten den jüngst aufgrund mitochondrialer DNA-Untersuchungen vermuteten Genfluß zwischen unterschiedlichen skythischen Gruppen nicht, sondern legen eine Vermischung von spätbronzezeitlichen Herdenhalter-Völkern mit verschiedenen örtlichen Völkerschaften nahe. (...) Unsere Daten zeigen, daß äußerlich kulturell ähnliche Skythen genetisch sehr strukturierte Gruppen innerhalb der eurasischen Steppen repräsentieren.
We find that Hungarian Scythians had relatively increased European farmer ancestry (Extended Data Fig. 3) and show no signs of gene flow from Inner Asian groups. Conversely, Inner Asian Sakas show relatively increased southern Siberian hunter-gatherer ancestry with the strongest gene flow observed into the Central Sakas. (...) The increase in Neolithic Iranian ancestry in the Tian Shan Sakas is significant when compared to Central Sakas; the Tagar display increased eastern hunter-gatherer (EHG) ancestry compared to all other Scythians. (...) Taken together, our data do not support the recent mtDNA-based claim of extensive gene flow between the different Scythian groups, but instead indicate admixture between populations of Late Bronze Age herder descent and various local groups, consistent with the multiple origins model (model 3 described above). Our data show that the culturally similar Scythians represented genetically structured groups within the Eurasian steppes.

Die einheitliche Kultur der Skythen zwischen Ungarn und dem Tianshan-Gebirge beruht also auf der indogermanischen Herkunftskomponente der zweiten Ausbreitungsbewegung der Indogermanen in der Mittleren Bronzezeit. Unterschiede innerhalb der Teilstämme der Skythen ergeben sich aufgrund unterschiedlicher Vermischungen mit regional einheimischen Bevölkerungen, im Westen mit verstärkter anatolisch-neolithischer Genetik, im Osten insbesondere mit westsibirischer Genetik (zu geringeren Teilen auch mit iranisch-neolithischer BMAC-Genetik aus der Marghiana in Turkmenistan). Bei den Tagar auch mit osteuropäischer Jäger-Sammler-Herkunft. In der Studie von 2018 wird dann der außer-genetische Forschungsstand zur Geschichte der Turkvölker folgendermaßen umrissen (3):

Es gibt gute Argumente dafür, daß Elemente turkischer Sprachen zurest bei den Xiongnu-Nomaden festzustellen sind. (...) Im allgemeinen wird angenommen, daß sich die Hunnen Richtung Westen ausgebreitet haben und dabei die türkischen Sprachen über ganz Zentralasien ausgebreitet haben auf Kosten der (vorher dort vorherrschenden) iranischen Sprachen.
Original: Turkic language elements arguably first emerged among the Xiongnu nomads. (...) It is commonly believed that the Huns spread westward, disseminating Turkic languages throughout Central Asia at the cost of Iranian languages.

Es bleibt also festzuhalten, daß die Hunnen turksprachig waren. Auf Wikipedia steht dazu interessanterweise (Wiki):

Die Turksprachen haben viele Lehnwörter aus den iranischen Sprachen, vor allem dem Sogdischen sowie dem Persischen, übernommen. Das Sogdische war die weit verbreitete dominante Sprache in Zentralasien und entlang der Seidenstraße nach China, bevor sie durch später eindringende Turksprachen ersetzt wurde. Umgekehrt wurden auch die iranischen Sprachen, auch das Neupersische, von den Turksprachen beeinflußt. Einige Lehnwörter wurden auch aus den chinesischen Sprachen übernommen. So zeigen die Turksprachen frühen Sprachkontakt mit sinitischen (chinesischen) Sprachen auf, bevor die Westwanderung einsetzte.

Und (Wiki):

Die ältesten türkischen Schriftzeugnisse sind die Runeninschriften des Orchon-Jenissei-Gebietes sowie die Turaninschriften. Diese stammen überwiegend aus dem 8. Jahrhundert. Die Schrift, in der die Orchon-Texte überliefert sind, weist äußere Ähnlichkeiten mit den germanischen Runen auf (ohne jedoch mit diesen verwandt zu sein), so daß auch sie als Runenschrift bezeichnet wird.

Und (Wiki):

Nach Josef Matuz reichte die Urheimat der Turkvölker im Norden über den Baikalsee hinaus ins heutige Sibirien hinein, im Westen sei sie von Altai und Sajangebirge, im Osten von den Bergen des Tian Shan und im Süden vom Altungebirge im heutigen Xinjiang umgrenzt gewesen. (...) Unstrittig ist jedoch, daß die Xiongnu teilweise Vorläufer der heutigen Turksprachen benutzten bzw. daß zumindest die herrschende Schicht in dieser Föderation turksprachig war und ein anderer Teil altmongolische und tungusische Sprachen verwendete. So werden sie denn auch überwiegend als „turko-mongolisch“ beschrieben und bezeichnet.

Diese Feststellungen scheinen nun durch die Archäogenetik untermauert, ergänzt und bestätigt zu werden. Es wird auch über die Völker der Wusun (Wiki) und Kangju (Wiki) im Siebenstromland die Angabe gemacht, daß sie einen höheren Anteil iranisch-neolithischer Genetik als die übrigen östlichen Skythen hatten, deshalb heißt es über sie (3, S. 3): 

Wir vermuten deshalb, daß die Wusu-n und Kangju-Gruppen Nachfahren jener bronzezeitlichen Herdenhalter waren, die im Austausch mit der Zivilisation des "Baktrien-Marghiana-Archäologischen Komplexes"  im südlichen Usbekistan und im östlichen Turkmenistan standen.
We therefore suspect that the Wusun and Kangju groups are descendants of Bronze Age pastoralists that interacted with the civilization of the Bactria-Margiana archaeological complex in southern Uzbekistan and eastern Turkmenistan.

Und (3):

So untermauern unsere Ergebnisse die Vermutung, daß das Verschwinden der innerasiatischen Skythen und Sakaen vor zweitausend Jahren mit der Ausbreitung der Xiongnu Richtung Westen zusammen fällt. Diese Invasion der Xiongnu führte ebenso zur Vertreibung isolierter verbliebener Gruppen - die in Beziehung standen zu spätbronzezeitlichen Herdenhaltern - die auf der Südostseite des Tianshan-Gebirges verblieben waren. (...) Wir finden Hinweise darauf, daß Elite-Soldaten, die in Verbindung standen mit dem türkischen Khaghanat Ostasiaten genetisch näher stehen als die vorhergehenden Hunnen des Tianshan-Gebirges. (...) Diese Ergebnisse legen nahe, daß türkische kulturelle Gewohnheiten durch eine ostasiatische Eliten-Minderheit in den Nomaden-Völkern der zentralen Steppe eingeführt wurden, was eine kleine, feststellbare Zunahme von ostasiatischer Herkunft mit sich brachte.
As such our results support the contention that the disappearance of the Inner Asian Scythians and Sakas around two thousand years ago was a cultural transition that coincided with the westward migration of the Xiongnu. This Xiongnu invasion also led to the displacement of isolated remnant groups - related to Late Bronze Age pastoralists - that had remained on the south-eastern side of the Tian Shan mountains. (...) We find evidence that elite soldiers associated with the Turkic Khaganate are genetically closer to East Asians than are the preceding Huns of the Tian Shan mountains. We also find that one Turkic Khaganate-period nomad was a genetic outlier with pronounced European ancestries, indicating the presence of ongoing contact with Europe. (...) Additionally, we analysed ten culturally unaffiliated Medieval-period nomads, most of whom showed pronounced East Asian ancestry, albeit in very different proportions. (...) These results suggest that Turkic cultural customs were imposed by an East Asian minority elite onto central steppe nomad populations, resulting in a small detectable increase in East Asian ancestry.

Dabei wird - wohlgemerkt - noch nicht unterschieden zwischen der nordostasiatischen Herkunftskomponente, von der hier vornehmlich die Rede ist und der - in der Mongolei damals weitgehend aussterbenden - westsibirischen Herkunftskomponente (14, 15). Weiterhin heißt es (3): 

Die weite Verbreitung von Turksprachen vom nordwestlichen China, der Mongolei und Sibirien im Osten bis in die Türkei und Bulgarien im Westen setzt großräumige Ausbreitungsbewegungen aus der Urheimat in der Mongolei seit ungefähr 2000 Jahren voraus. Die Verzweigung innerhalb der Turksprachen setzt mehrere Ausbreitungswellen voraus. (...) Die ostasiatische Ausbreitungsbewegung, die mit den Xiongnu beginnt, stimmt gut mit der Hypothese zusammen, daß als Hauptsprache der Xiongnu-Gruppen eine frühe Turksprache gesprochen wurde. Spätere Ausbreitungen von Ostasiaten Richtung Westen finden eine gute sprachliche Entsprechung in dem Einfluß des Mongolischen auf Turksprachen und auf das Iranische in dem letzten Jahrtausend.
The wide distribution of the Turkic languages from Northwest China, Mongolia and Siberia in the east to Turkey and Bulgaria in the west implies large-scale migrations out of the homeland in Mongolia since about 2,000 years ago. The diversification within the Turkic languages suggests that several waves of migration occurred and, on the basis of the effect of local languages, gradual assimilation to local populations had previously been assumed. The East Asian migration starting with the Xiongnu accords well with the hypothesis that early Turkic was the major language of Xiongnu groups. Further migrations of East Asians westwards find a good linguistic correlate in the influence of Mongolian on Turkic and Iranian in the last millennium.

Wie gesagt, verliert sich nach den Ergebnissen der Studie von 2020 die westsibirische Herkunftskomponente nach dem Ende des Großreiches der Xiongnu im Großraum der Mongolei. In den nachfolgenden Turkvölkern scheint sie ebensowenig mehr vorhanden zu sein wie die vorherigen indogermanischen Herkunftsanteile. Aber an ihre Stelle tritt - zu 5 % (bei den Khitan [Wiki]) bis 45 % (bei den Uiguren) - Genetik der Sarmaten und Alanen.

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  1. Allentoft et. al. 2015 (Eske Willerslev): Population genomics of bronze age Eurasia. Nature Magazine 
  2. Damgaard et. al. 2018 (Eske Willerslev): The first herders and the impact of early Bronze Age steppe expansions into Asia. Science Magazine, 9. Mai 2018
  3. Damgaard et. al. 2018 (Eske Willerslev): 137 ancient human genomes from across the Eurasian steppes. Nature Magazine, 9. Mai 2018
  4. Bading, Ingo: Die Frühbronzezeit in den Fürstentümern der Seidenstraße. 4. November 2007, http://studgendeutsch.blogspot.com/2007/11/die-vor-wenigen-wochen-erffnete.html 
  5. Bading, Ingo: Aufsatzreihe zu den Sogdern und Tocharern, 2007, http://studgendeutsch.blogspot.com/search/label/Sogder
  6. Bading, Ingo: Neue Forschungen zur Entstehung der Indogermanen. Wie entstanden die modernen europäischen Völker? - Ancient-DNA-Forscher David Reich berichtet über den aktuellen Forschungsstand. 2. Juli 2017, http://studgendeutsch.blogspot.com/2017/07/neue-forschungen-zur-entstehung-der.html
  7. Bading, Ingo: Aufsätze zur Indoeuropäer-Frage, 2007-2017, http://studgendeutsch.blogspot.com/search/label/Indoeurop%C3%A4er
  8. Bading, Ingo: Aktuellste schriftliche Blogbeiträge seit 2018 immer auf: https://plus.google.com/+IngoBading [Google Plus-Dienst ist inzwischen - 2019 - eingestellt]
  9. London, Jack: Ein Sohn der Sonne. http://gutenberg.spiegel.de/buch/ein-sohn-der-sonne-10086/1
  10. Wade, Lizzie: Ancient DNA untangles South Asian roots. In: Science, 20 Apr 2018: Vol. 360, Issue 6386, pp. 252 DOI: 10.1126/science.360.6386.252, http://science.sciencemag.org/content/360/6386/252.full
  11. Vagheesh M Narasimhan et. al. (inkl. David Reich): The Genomic Formation of South and Central Asia. bioRxiv 292581; doi: https://doi.org/10.1101/292581 This article is a preprint and has not been peer-reviewed, 31.3.2018, https://www.biorxiv.org/content/early/2018/03/31/292581
  12. Khan, Razib: The Maturation Of The South Asian Genetic Landscape. Gene Expression, 31.3.2018, https://www.gnxp.com/WordPress/2018/03/31/the-maturation-of-the-south-asian-genetic-landscape/
  13. Rohan Venkataramakrishnan: Aryan migration: the Indus Valley civilisation is key to all South Asian populations. Scroll.in, Apr 02, 2018, https://scroll.in/article/874102/aryan-migration-everything-you-need-to-know-about-the-new-study-on-indian-genetics 
  14. A Dynamic 6,000-Year Genetic History of Eurasia’s Eastern Steppe. Choongwon Jeong, Ke Wang, Shevan Wilkin, Myagmar Erdene, Jessica Hendy, Christina Warinner. Cell, Open Access, Published:November 05, 2020, DOI:https://doi.org/10.1016/j.cell.2020.10.015, https://www.cell.com/cell/fulltext/S0092-8674(20)31321-0.
  15. Bading, Ingo: Turkvölker, Indogermanen, Sarmaten und Hunnen - Zwischen Mongolei und Kaukasus  Die Geschichte der Völker in der Mongolei und rund um das Altai-Gebirge, 7. November 2020, http://studgendeutsch.blogspot.com/2020/11/turkvolker-indogermanen-sarmaten-und.html.

Freitag, 18. Mai 2018

Indogermanen - Zwei neue ancient-DNA-Studien erschienen


Inhaltsangabe des Videovortrages: Soeben sind zwei neue Studien aus der ancient-DNA-Forschung erschienen über 45 spätneolithische Skelette aus dem Kaukasus, der genetisch iranisch-anatolisch-neolithischen Maikop- und der genetisch ähnlich aufgestellten Kura-Araxes-Kultur (1), außerdem aus dem Ural aus der Botai-Kultur, genetisch einem einheimisch-westsibierischen Turkvolk (2) (vor und um 3.000 v. Ztr.). Aus der ersten Studie ist über Menschen zu erfahren, die zur indogermanischen Samara-Kultur der Steppe nördlich des Kaukasus gehörten, zu erfahren (1):

"Das genetische Profil der spätneolithischen Individuen in der Steppe zeigt eine gleichmäßige Mischung von osteuropäischen Jägern und Sammlern mit Jägern und Sammlern aus dem Kaukasus. Das deutet auf eine effektive kulturelle und genetische Grenze zwischen den zeitgenössischen spätneolithischen Bevölkerungen im Nordkaukasus, besonders zwischen Steppe und Kaukasus.
Denn zu jener Zeit hatten die Bauern des Kaukasus schon wieder ein genetisches Profil, das von dem der vorherigen kaukasischen Jäger und Sammler abwich. Weiter:
Aufgrund der zeitlichen Begrenzung unserer Datengrundlage können wir gegenwärtig nicht sagen, ob diese Herkunft beruht auf einem bestehenden natürlichen genetischen Gradienten, der von den osteuropäischen Jäger-Sammlern weit im Norden bis zu den Jäger-Sammlern im Kaukasus und im Iran im Süden verläuft oder ob sie die Folge ist von Bauern mit iranischer bäuerlicher oder Jäger-Sammler-Herkunft, die die Steppen-Zone erreicht haben unabhängig von und vor einem Einströmen anatolisch-neolithischer bäuerlicher Herkunft."
Original: "The ancestry profile in Eneolithic steppe individuals shows an even mixture of EHG and CHG ancestry, which argues for an effective cultural and genetic border between the contemporaneous Eneolithic populations in the North Caucasus, notably Steppe and Caucasus. Due to the temporal limitations of our dataset, we currently cannot determine whether this ancestry is stemming from an existing natural genetic gradient running from EHG far to the north to CHG/Iran in the south or whether this is the result of farmers with Iranian farmer/CHG-related ancestry reaching the steppe zone independent of and prior to a stream of Anatolian farmer-like ancestry, where they mixed with local hunter-gatherers that carried only EHG ancestry."

Im weiteren wird erörtert, ob durch die großartige Kugelamphoren-Kultur Osteuropas anatolisch-neolithische Herkunftsanteile auch bis zu den Bevölkerungen nördlich des Kaukasus gelangt sein könnten, wo sie in der Bronzezeit feststellbar sind.

Im Video wird außerdem noch über einige grundlegendere Unterschiede zwischen Natur- und Geisteswissenschaft gesprochen. Das Gutachter-Verfahren in der Naturwissenschaft. Die Sokal-Affäre. Stephen Jay Gould's "getrennte Magisteria". Kardinal Schönborn's "Katechesen über Evolution und Schöpfung". Es wird auch über das Felsenbein, englisch "petrous bone", gesprochen, in dem sich aufgrund der Härte des Knochens am meisten genetisches Material über die Jahrtausende hin erhalten kann.

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  1. The genetic prehistory of the Greater Caucasus. By Chuan-Chao Wang (...) Ron Pinhasi, Andrej B. Belinskiy, David Reich, Svend Hansen, Johannes Krause, Wolfgang Haak. Auf: bioRxiv 322347; 16. Mai 2018, doi: https://doi.org/10.1101/322347, https://www.biorxiv.org/content/early/2018/05/16/322347
  2. Characterizing the genetic history of admixture across inner Eurasia. By Choongwon Jeong, (...) Wolfgang Haak, David Reich, Johannes Krause bioRxiv 327122; 23. Mai 2018, doi: https://doi.org/10.1101/327122, https://www.biorxiv.org/content/early/2018/05/23/327122

Sonntag, 22. Juli 2007

Eine "Stimme des Himmels" - Sumi Jo, die große Koloratur-Sopranistin aus Südkorea



Dies ist ein ganz unglaubliches Video. Die Sopranistin Sumi Jo, geb. 1962 in Seoul, Südkorea, ist heute eine der bedeutendsten Koloratur-Sopranistinnen weltweit. Es heißt, eine solche Stimme wie die ihre gibt es nur ein oder zwei mal in einer Generation. In diesem Film ist man live dabei, wie diese Sopranistin von Herbert von Karajan im Jahr 1987 (oder 1986?) entdeckt wurde.

Es ist alles "wie im Film" - aber real: Da kommt ein schüchternes Mädchen zum Vorsingen zu ihm, eine Arie von Bach hat sie vorbereitet. Nachdem sie damit durch sind, fragt Karajan, was sie zu Ostern nächstes Jahr vor hat. Und sie sagt, sie weiß es noch nicht, vielleicht singt sie in Seoul "Rigoletto" oder "Königin der Nacht". Und Karajan antwortet: "Das glaube ich nicht! Das ist zu beängstigend. Sie müssen wissen, das geht wie ein Maschinengewehr ..." Er meint die schnelle Aufeinanderfolge der hohen Töne. Aber sie sagt, doch sie könne die "Königin der Nacht" singen, es würde auch schon aufgenommen. Karajan sagt, sie solle es ihm vorsingen. (Die Königin der Nacht ist ja offenbar "das" Probestück für jeden Koloratur-Sopran.) Und sie antwortet überrascht: Was, jetzt? Da hat aber der Pianist schon angefangen zu spielen und sie soll prompt einsetzen ...

- Ein Jahr später singt sie für Herbert von Karajan auf dem berühmtesten Musikfestival der Welt zu Ostern in Salzburg. Und eine große Sopranistinnen-Karriere beginnt. Herbert von Karajan nannte sie eine "Stimme des Himmels". - Ich bin fasziniert von diesem Video. Wie unkompliziert das abläuft bei Musikern, Künstlern: Herrlich. Das ist Leben. So muß Leben sein. So allein.

Hier noch eine exaktere Wiedergabe dieses Gespräches (Sumi Jo ist übrigens zusammen mit der heute ebenfalls bekannten italienischen Opernsängerin Cecilia Bartoli zum Vorsingen gekommen):
Während der Bach-Arie unterbricht Karajan sie bei einem hohen Ton und sagt: "Das muß ein bißchen härter gesungen werden." Und er winkt ab: "Wenn es falsch ist, macht das gar nichts, wir können es immer korrigieren." Sie singt es noch einmal und Karajan sagt: "Nun war es gut. Nun war der 'Angriff' gut. Es ist als würde etwas explodieren." Und auf ihr nickendes Zustimmen sagt er: "Sie sind sehr intelligent. Nein, nein, wirklich, Sie haben einen Sinn dafür. Man muß es Ihnen nur sagen." - "Noch einmal." Danach freut sich Karajan und sagt irgend etwas Zustimmendes wie: "Sehr gut ..." (- nicht richtig verständlich.) Und dann: "Nun kommen wir zu ... (?). Was sie jetzt lernen müssen, anfangen müssen zu lernen, ist der ebenmäßige Fluß der Musik. Und das ist hier die allerwichtigste Sache. ..."

Und dann überlegt er und fragt: "Was machen Sie zu Ostern nächstes Jahr?" - "Nächstes Jahr? Ostern? Nichts so Besonderes." - "Sie gehen nach Seoul?" - "Ich werde die 'Königin der Nacht' singen oder 'Rigoletto'." - Karajan hat nicht richtig verstanden: "Sie singen was?" - "'Königin der Nacht'." - "Sie singen die 'Königin der Nacht'?" - "Ja." - "Das ist nicht wahr! Nein, das ist nicht wahr." - "Ich liebe es auch nicht ... Es ist zu schwierig." - "Wirklich? Ja, haben Sie es schon gesungen? Oder werden Sie es singen?" - "Ich werde es singen. Ich kann es. Ja, ich habe eine Aufnahme zu machen mit Philipps." - "Wer ist der Dirigent?" - "Ich weiß es nicht. Ich weiß gar nichts." - Karajan ... nimmt die Bach-Noten vom Tisch und bedeckt damit sein Gesicht: "Nein, weil: ich kann nicht wirklich sagen, warum. Denn es ist eine Sache, die ist hart zu machen. Wenn es eingeübt ist, dann ist es wirklich wie ein Maschinengewehr. Rrrrtatatata. Beängstigend!" - Sie blickt nur zu Boden. - "So, was mache ich nun mit Ihnen?" - Er streift sich mit der Hand über den Kopf und sagt: "Eines Tages, da werden Sie aber für mich singen!" Und nach einigem Zögern: "Ok, warum singen Sie es eigentlich nicht für mich?" - Sie lächelt.

Da erklingen schon Klaviertöne. Sie schüttelt den Kopf. Karajan gibt schon den Einsatz. Sie: "Jetzt?" - Und jetzt kommt die schönste Szene: Sie verdreht die Augen in dem Sinne: Das geht doch nicht. Und dann singt sie auch schon los. Zwischendurch unterbricht sie sich, lacht: "Ich hab doch gar keine Noten!" - Aber Karajan blickt sie voll an und hört ihr gespannt zu. Sie singt weiter.

Und dann, als sie durch ist, ruft Karajan irgend etwas Erstauntes. - Und sie immer noch ganz aus dem Häuschen: "Das ist doch unmöglich!" Alle lachen. Karajan schüttelt den Kopf: "Ich kann es immer noch nicht glauben." Sie sagt: "Am Abend, da kann ich singen." Karajan winkt beschwichtigend ab und sagt: "Sie müssen wissen: Ich höre immer das, was ich hören will." Sie wirft noch irgend etwas ein. Doch Karajan darauf: "Nein, das ist gut. Natürlich ist es eine andere Sache (am Abend). Aber wie Sie es singen ist es rein (sauber) wie nur irgendwas." Und: "Wo werden Sie es aufnehmen?" (Antwort unverständlich.) "Sie können es singen. Da gibt es keinen Zweifel. Aber es muß durchgearbeitet werden. Ich weiß, was es heißt: Sonntag Abend ist die erste Probe. Und dann singen Sie. Unten ist das Orchester, das niemals Piano spielt. In einem durch Mezzoforte. Und der Dirigent gibt Ihnen Zeichen, daß er Sie nicht hört auf der Bühne, Sie sollen lauter singen. ... Und dann singen Sie es Dienstag und Donnerstag und am Samstag und das bißchen von Ihrer Stimme haben Sie verloren." - Sie: "Vielen Dank für Ihre Ratschläge ..." - Er: "Warum schauen Sie so traurig?" - Sie: "Ich bin nicht traurig." Und dann endet - leider - das Video.
Youtube hat noch einige weitere schöne Aufnahmen von Sumi Jo:

Hier singt sie die "Königin der Nacht" und wird ein kleiner Überblick über die "Legende" dieser Sängerinnen-Karriere gegeben,


hier singt sie den "Frühlingsstimmen" -Walzer von Johann Strauß,
Die Lerche in blaue Höh' entschwebt,
der Tauwind weht so lau;
sein wonniger milder Hauch belebt
und küsst das Feld, die Au.
Der Frühling in holder Pracht erwacht, – ah, ah, ah –
alle Pein zu End' mag sein,
alles Leid, entfloh'n ist es weit!

Schmerz wird milder, frohe Bilder,
Glaub' an Glück kehrt zurück;
Sonnenschein – ah – dringt nun ein, – ah –
alles lacht, ach, ach, erwacht!
Sonnenschein …

Die Lerche in blaue Höh' entschwebt, …

hier "Wiener Blut" von demselben
Ich spür' es,
das Wiener Blut.
Wiener Blut,
Wiener Blut!
Eig'ner Saft,
Voller Kraft,
Voller Glut,
Du erhebst,
Du belebst
Unser'n Mut!
Wiener Blut!
Wiener Blut!
Was die Stadt
Schönes hat,
In dir ruht!
Wiener Blut,
Heisse Flut!
Allerort
Gilt das Wort:
Wiener Blut!


und hier erzählt sie ein bißchen, wie sie sich auf einen Auftritt vorbereitet.


Und hier gibt es ein sehr interessantes 25-minütiges Interview aus dem Jahr 2005 mit Sumi Jo im "New York Public Radio", in der sie einiges über ihr Leben und ihren Beruf erzählt. Auch über die Oper des nächsten Abends "La Sonambula" ("Die Schlafwandlerin"), eine Oper des Italieners Vincenzo Bellini (1801 - 1835).

Also so: Wenn man mal im Leben nicht mehr weiter weiß, ... dann kommt - mitunter - eine "Stimme von Himmel". Und die sagt einem dann wieder, wozu dieses Universum, dieses Leben, diese Welt gut ist. Möglicherweise nur allein um der Musik des Lebens willen. Damit Leben und Kunst, Kunst und Leben miteinander verschmelzen.

Dienstag, 17. Juli 2007

Frohe Kindheit in Norwegen


"Bading the Movie" heißt dieses Video. Offenbar heißt "Bading" auf Norwegisch "Baden".

So jedenfalls müssen Kinder aufwachsen!
Hilft auch gegen Asthma. (Berliner Morgenpost)
Eine Studie mit rund 40 000 Kindern hat bestätigt, dass Kinder von Landwirten weniger anfällig für Asthma und Allergien sind als Stadtkinder. Nur acht Prozent der Bauernkinder in Baden-Württemberg leiden an Asthmasymptomen. Bei Kindern ohne Kontakt zu einem Bauernhof sind es zwölf Prozent. Von den Kindern, die manchmal auf Höfen spielen, leiden zehn Prozent an Asthma.

Ähnliche Unterschiede stellten die Forscher offenbar bei Heuschnupfen und Neurodermitis fest.

Dienstag, 10. Juli 2007

Verbrechen unter Putin's Regierung


Verbrechen, die in diesem Video (Youtube) dargestellt sind, passieren in jenem Land, das unter der Regierung von Wladimir Putin steht, den westliche Politiker anlächeln, mit dem sie Hände schütteln, für den sie gute Worte haben.

Man ist nicht jemand, der gerne auf solche Video's hinweist. Es ist aus der "New York Times" vom Oktober letzten Jahres.

Man hat kein Verständnis für Frau Merkel und ihre gesamte Regierung, daß ihr überhaupt noch persönliche Begegnungen mit diesem Herrn Putin angenehm sind.

Charles Lindbergh's berühmteste Rede in De Moines am 11. September 1941 - Originalaufnahme

Dies ist die Originalaufnahme der wohl berühmtesten Antikriegs-Rede von Charles Lindbergh, in der er - unter anderem - auch seine umstrittendsten Worte sagte:

"... Unter die drei Gruppen, die die Haupt-Agitatoren für den Kriegseintritt bilden, zähle ich nur die, die wesentlich sind für die Kriegspartei. Wenn eine von diesen Gruppen - die Briten, die amerikanischen Juden oder die Roosevelt-Regierung - damit aufhören würden, für den Kriegseintritt zu agitieren, so glaube ich, daß es wenig Gefahr gäbe, daß die Vereinigten Staaten in diesen Krieg hineingezogen würden."
Charles Lindbergh war der Meinung, daß die Briten und die amerikanischen Juden in der Frage des Kriegseintrittes der Vereinigten Staaten mehr an die Interessen ihrer eigenen Völker (in Europa) als an die Interessen der Vereinigten Staaten denken würden. Mehr dazu in früheren Beiträgen. (Studium generale - und Stichwortsuche "Lindbergh")

Zur Evolution des menschlichen Glaubens an personale Gottheiten


Dieses Video ist eins sehr spannendes, denn es macht auf die These eines Buches aufmerksam, zu dem die berühmte Schimpansen-Forscherin Jane Goodall eine Einleitung geschrieben hat. (1) Der Film zeigt anschaulich, welche Rolle das Alpha-Männchen in der Schimpansen-Gruppe und für die Schimpansen-Gruppe spielt. Wie es seine Autorität durchsetzt und wie alle Gruppenmitglieder, insbesondere die Weibchen Schutz bei ihm suchen. Wie auch das Alpha-Männchen Verantwortung übernimmt für die Gruppe. Und dafür den Handkuß entgegennimmt, geradzu wie der Papst oder ein regierender Fürst oder ein "Pascha".

Die These ist, daß sich in der Evolution die menschliche Vorstellung von einem "Höheren Wesen", von einem personalen Gott aus dieser Verehrung gegenüber dem Alpha-Männchen entwickelt hat.

Eine natürlich außerordentlich plausible These, die auch manche Gemeinsamkeit mit derjenigen der Primatologin Barbara J. King zur Evolution menschlicher Religiosität hat. (siehe frühere Beiträge)

Insbesondere bei Gewittern scheint das Alpha-Männchen seine eigene Gruppe gegenüber einer gefährlichen "höheren Macht", einem noch höheren Wesen als ihm selbst zu verteidigen, wie die Bilder anschaulich zeigen.
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1. Glass, Jay D.: The Power of Faith - Mother Nature's Gift. With an introduction by Jane Goodall.

Montag, 2. Juli 2007

"Wat is'n Dampfmaschin?" - Pädagogik im Sinne "feministischer Steinzeit"

Ergänzung zum Beitrag "Feministische Steinzeit" (s. Stud. gen.).

Physikunterricht
Die Berichterstattung in der "Zeit" ist schon komisch*). In dem einen Artikel (siehe Stud. gen.) tut man so, als hätte man von Tuten und Blasen keine Ahnung, wenn es um die Biologie des Menschen und seiner Geschlechts-Unterschiede geht. In einem begleitenden Artikel werden diese dann isoliert für sich referiert (Zeit). Wäre es nicht klüger gewesen, die beiden Autoren hätten sich mal für einen Nachmittag zusammen gesetzt und einen gemeinsamen Artikel geschrieben? Aber was diese Dinge betrifft, scheint die "Zeit" auch "Steinzeit"-Pädagogik zu bevorzugen nach dem Motto von Lehrer Bömmel aus Heinrich Spoerls "Feuerzangenbowle":
"... Aha, heute krieje mer de Dampfmaschin. Also, wat is en Dampfmaschin? Da stelle mer uns janz dumm. Und da sage mer so: En Dampfmaschin, dat is ene jroße schwarze Raum, der hat hinten un vorn e Loch. Dat eine Loch, dat is de Feuerung. Und dat andere Loch, dat krieje mer später. ..."
Ein hübsches Kinder-Video gibts auch (Zeit), in denen interviewte Kinder ein bischen zögerlich und schüchtern aber dennoch ihr tiefschürfendes Wissen zur Geschlechterpsychologie preisgeben. - Apropos "Dampfmaschin" ...





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*) Ergänzung (25.5.2017): Zehn Jahre später schon und mit weiter anhaltender Medienmanipulation haben wir dafür kürzere Worte, um verständlich zu machen, worum es hier geht: um bewusste Verdummung und Verblödung durch die Lügen-Presse als Ausfluss abartiger elitärer satanistisch-monotheistischer Ideologien und damit einhergehender krimineller, kultischer Praktiken.

Sonntag, 1. Juli 2007

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