Posts mit dem Label GBS werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label GBS werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 5. März 2008

Giordano Bruno-Denkmal in der Mitte Berlins

Der Potsdamer Platz liegt im Zentrum Berlins und ihm wird traditionell eine große Bedeutung zugesprochen. Seit der Wiedervereinigung ist er mit moderner Architektur neu aufgebaut worden. Dabei bildete er zeitweise die größte Baustelle Europas. Man muß nicht unbedingt mit der dort heute gebotenen Architektur etwas anfangen können. Ob der neue Platz irgendwie "individuell" geworden ist oder ob er wieder nur das "Dutzend-Gesicht" von hunderten von modernen Großstadt-Plätzen heute auf dem Erdball zeigt, kann hier dahingestellt bleiben. Nachdem der "Rausch der Neuheit" vergangen sein wird, wird sich, wie man vermuten kann, allmählich auch diesbezüglich sehr bald eine Mehrheitsmeinung in der Bevölkerung herausbilden. Und wenn es in einigen Jahrzehnten um Abbruchgenehmigungen gehen wird, werden die "berühmten" Architekten wieder der Tatsache hinterhertrauern, daß man ihre Gebäude nicht unter Denkmalschutz stellt - was ein gültigeres Kriterium dafür wäre, daß es sich um eher "überzeitliche" Architektur handelt.

Am 2. März ist nun auf diesem Platz ein Giordano Bruno-Denkmal enthüllt worden. Über die Ästhetik der kopfüber dargestellten Giordano Bruno-Statue neben einer Rolltreppe wird man sicherlich ebenfalls geteilter Meinung sein dürfen. Das Denkmal soll nicht nur an das Leiden eines einzelnen Denkers, sondern an das aller religiös Verfolgten erinnern.

"Heldenverehrung" im Sinne des 19. Jahrhunderts wird hier bestimmt nicht betrieben. Was man nicht will, wird deutlich. Was man will, nicht wirklich ... Eine neue Art "Jesus-Kult"? Anbetung des Leidens einer - nun auf wissenschaftlich-philosophischem Wege - die Menschheit "erlösenden" Kreatur? Es kann sich einem auch die Frage stellen, warum ein solches Denkmal vertieft stehen muß und warum eine Statue, die an einen solchen Feuergeist wie Giordano Bruno erinnern will, ein Dach über dem Kopf tragen muß. Erinnerung an seinen Kerker?

Und warum gerade Berlin?

Ein sicherlich beabsichtigter Symbolgehalt eines solchen Denkmals ist also nicht übersehbar. Er wird insbesondere durch seine Nähe zu dem nur wenige hundert Meter entfernten Holocaust-Mahnmal, zum Bundeskanzleramt (wo auch oft "leidende" Mienen aufgesetzt werden und man gerne mal - sinnbildlich gesprochen - "Kopf steht"), zum Reichstagsgebäude und zum Brandenburger Tor unterstrichen. Sowie zu zahlreichen sonstigen bedeutungsvolleren "Institutionen" und Erinnerungsstätten im Zentrum der deutschen - und früheren preußischen - Hauptstadt.

Aber: Giordano Bruno in Berlin? Ausgerechnet in Berlin? Ist er dort nicht immer noch "irgendwie" ein Fremdkörper? Giordano Bruno weilte, bevor er in die Kerker der römischen Inquistition geriet, in Deutschland, an den damals protestantischen Universitäten Marburg, Wittenberg, Prag, Helmstedt und Frankfurt am Main. Nicht jedoch in dem damals noch ganz unbedeutenden Berlin. Wären da nicht jene genannten Orte zur Aufstellung eines solchen Denkmales viel naheliegender gewesen? Und besonders in Wittenberg, der Kernstadt des Protestantismus weltweit, jener Stadt, die mit dem "Intercity" nur eine halbe Stunde vor der preußisch-protestantischen Stadt Berlin gelegen ist? (Stud. gen.) Hätte man dort ein Giordano-Bruno-Denkmal aufgestellt, hätte man zugleich bewußt gemacht, daß die europäische Aufklärung gar nicht möglich war ohne die vormalige Reformation.

Hat man sich denn gar nicht klar gemacht, daß gerade auf kulturellem Gebiet Deutschland nicht dadurch geprägt ist, daß es - wie etwa Frankreich - eine einzelne, besondere Hauptstadt hat, sondern viele kleinere kulturelle Zentren? So würde man es doch als bedeutende Aufwertung jeder einzelnen dieser "kleineren" genannten Städte empfinden, wenn in diesen daran erinnert würde, daß hier Giordano Bruno, einer der bedeutensten Denker der europäischen Geschichte auf seinem schweren Lebensweg Zuflucht gefunden hatte - und sei es auch nur für einige Monate. Es kostet Mühe, sich einen solchen Feuerkopf selbst heute noch in einer unserer modernen Städte vorzustellen. Feuerköpfe passen hier irgendwie gar nicht mehr hin. Und schon gar nicht in akademische Zirkel ...

Aus Anlaß der Denkmal-Enthüllung wurde aber auch eine ganz nützliche Internet-Seite eingerichtet, der man mancherlei Auskünfte entnehmen kann: www.bruno-denkmal.de.

Nützliche Auskünfte über Giordano Bruno

Giordano Bruno ist ja nicht eine Geistesgröße, die uns Heutigen noch besonders leicht zugänglich wäre. Seine Werke lesen sich nicht einfach. Sie sind aus einem ganz anderen Zeitgeist heraus entstanden, auch aus einem ganz anderen akademischen Zeitgeist. Zudem sind sie original in Italienisch und Latein erschienen und Standard-Übersetzungen ins Deutsche haben sich bis heute nicht durchgesetzt. Man erfährt auf der angegebenen Seite, daß der Meiner-Verlag eine Gesamtausgabe in deutscher Sprache vorbereitet.

Der Lebensweg von Giordano Bruno wird dort ebenfalls skizziert, sowie seine Hauptwerke genannt. Auch wird eine offenbar gut ausgewählte Liste von jüngst erschienener Literatur über Giordano Bruno geboten. Erstaunlich viele Neuerscheinungen in den letzten zehn Jahren.

Die auf der Seite gebrachten Zitate aus den Werken Bruno's sind nicht alle selbsterklärend. Aber auch in ihnen wird besonders deutlich, wie sehr Giordano Bruno Zeit seines Lebens damit beschäftigt war - und offenbar damit beschäftigt sein mußte -, sich zunächst einmal nur die bombastische ("barocke") Dummheit seiner Zeitgenossen vom Leibe zu halten. Schön auch ein gebrachtes Zitat des deutschen Philosophen Georg Friedrich Wilhelm Hegel über Bruno:
... seine Philosophie zeugt von einem eigentümlichen, überlebendigen und sehr originellen Geist. Der Inhalt seiner allgemeinen Gedanken ist die Begeisterung für die schon erwähnte Lebendigkeit der Natur, Göttlichkeit, Gegenwart der Vernunft in der Natur.

Viele Phrasen und Urteile in den Werken Hegels wird man sich als entstanden vorstellen müssen in den langen philosophischen Gesprächen mit seinem Freund Friedrich Hölderlin, der selbst von allen Deutschen sicherlich noch am ehesten als ein Geistesverwandter Giordano Bruno's angesprochen werden kann. (Jedenfalls gewiß nicht Hegel selbst ...)

Auch ein Zitat von Friedrich Nietzsche ist schön - Giordano Bruno hat auch Gedichte geschrieben, die er unter dem Titel "Heroische Leidenschaften" herausgebracht hat:
Mein lieber Herr Doktor, diese Gedichte von Giordano Bruno sind ein Geschenk, für welches ich Ihnen von ganzem Herzen dankbar bin. Ich habe mir erlaubt, sie mir zuzueignen, wie als ob ich sie gemacht hätte und für mich - und sie als stärkende Tropfen „eingenommen“. Ja. wenn Sie wüssten, wie selten noch etwas Stärkendes von außen zu mir kommt!
- - - Merkwürdig überhaupt: Die Giordano Bruno-Stiftung, die maßgeblich an der Errichtung dieses Denkmales beteiligt war, "verwaltet" ein breites geistesgeschichtliches europäisches Erbe, für das sich außer ihr kaum noch eine andere gesellschaftliche Gruppierung heute in größerem Umfang und fokussierterer Weise verantwortlich fühlen würde. Und doch könnte es sich dabei um zentralste Bestandteile der abendländischen Kultur handeln. Beispielsweise die Werke eines Hegel, eines Nietzsche waren von Anliegen erfüllt, von Anliegen, deren gesellschaftliche Verwirklichung auch heute noch aussteht.

Freitag, 1. Februar 2008

Kinderbücher zum Schutz vor monotheistischer Beeinflussung?

Warum es ein Kinderbuch geben muß, um Kinder vor schlechter religiöser Beeinflussung zu schützen und zu bewahren, die es ja tatsächlich gibt - aber bestimmt nicht in atheistischen Familien -, das ist einem nicht ganz klar. Ein solches Kinderbuch werden sich doch monotheistisch-religiös eingestellte Familien sowieso nicht kaufen.

Michael Schmidt-Salomon von der Giordano Bruno-Stiftung jedenfalls meint, ein solches Buch müsse es geben und hat es herausgebracht: "Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel". Schon der Titel klingt nicht gerade, ähm ...

Nun will das Bundesfamilienministerium dieses Buch als jugendgefährdend indizieren lassen. Nachdem man sich im Netz einen Eindruck von dem Inhalt dieses Buches verschaffen kann (Süddeutsche Zeitung), weiß man allerdings allerhand Literatur, mit denen sich das Bundesfamilienministerium zunächst einmal eher beschäftigen sollte, bevor es sich gerade einem solchen Buch zuwendet ...

Jedoch teilt man die Bedenken des Bundesfamilienministeriums. Als Kinderbuch muß man dieses Buch nicht für geeignet erachten. Man kann religiöse Menschen nicht einfach nur als Fanatiker darstellen, auch nicht monotheistisch-religiöse Menschen. Das kann man - auch von ministerieller Seite aus - kritisieren. Aber ob man es deshalb gleich schon verbieten muß? Hat Frau von der Leyen wirklich nichts Besseres zu tun?

Für Erwachsene zumindest kann man das Buch ganz lustig finden. Man möchte doch durchaus auch einmal Bischöfe nackt sehen! ;-) (Obwohl, wenn man's recht bedenkt ...)

Natürlich will Michael Schmidt-Salomon provozieren. Das kann man Ok finden. Aber muß man das gerade mit Kinderbüchern tun?

Samstag, 29. September 2007

Richard Dawkins und Giordano Bruno treffen sich auf der Buchmesse in Frankfurt am Main

Für Religionskritiker und kirchenfreie Religiöse in Deutschland wird die Verleihung des Deschner-Preises an Richard Dawkins am 12. Oktober in Frankfurt eines der wichtigsten Ereignisse in diesem Jahr und zumal auf der Buchmesse sein. (Deschner-Preis.de) Sie findet statt in der Aula der Universität Frankfurt auf dem Campus Bockenheim, Einlaß - freier Eintritt - ab 18.30 Uhr, Beginn 19 Uhr.

Hier der Programmablauf:

Filmeinspielung:
„Heidenspaß statt Höllenqual: Eine kurze Geschichte der gbs“ (Ricarda Hinz)

Begrüßung (Dr. Carsten Frerk)

Preisbegründung:
Warum die Giordano Bruno Stiftung Richard Dawkins mit dem Deschner-Preis auszeichnet (Dr. Michael Schmidt-Salomon)

Filmeinspielung:
"Aufklärung ist Ärgernis: Deschners Aphorismen" (Ricarda Hinz)

Gedanken zur Vergabe des Deschner-Preises (Dr. Karlheinz Deschner)

Filmeinspielung:
Richard Dawkins: "The Root of all Evil"

Laudatio auf den Preisträger Richard Dawkins (Prof. Dr. Franz M. Wuketits)

Feierliche Übergabe des Deschner-Preises durch Herbert Steffen und Dr. Ernst Salcher (Vorstand der Giordano Bruno Stiftung)

Dankesrede
(Prof. Dr. Richard Dawkins)

Schlussmoderation (Dr. Carsten Frerk)

Outro: Always look on the bright side of life (Monty Python)

***

Ende des Festakts ca. 20:30 Uhr

Danach: Ausklang im Foyer

Für mich stehen fast nur hochinteressante Redner auf dem Programm. Michael Schmidt-Salomon hat, wie mehrmals hier auf dem Blog ausgesprochen, in den letzten Fernseh-Sendungen mit ihm einen ganz hervorragenden Eindruck gemacht, äußerst kluge Gedanken geäußert und - nach meinem Gefühl - sehr weise und auch gelassen, ausgewogen und heiter argumentiert. Über Karlheinz Deschner, den Verfasser der "Kriminalgeschichte des Christentums" muß unter Kennern gar nichts mehr gesagt werden. Und dennoch wird es von großem Interesse sein zu hören, was er aktuell zu den Debatten rund um Richard Dawkins' "Gotteswahn"-Buch zu sagen hat.

Dann aber wird außerdem der Wiener Soziobiologe Franz Wuketits sprechen, ebenfalls ein Verfasser vieler hochinteressanter Bücher über Soziobiologie, sowie Biologie und Evolution allgemein. Daß es von großem Interesse sein könnte, einmal Richard Dawkins "live" zu erleben, braucht wohl ebenfalls kaum noch betont zu werden.

Man könnte also jedem nur dringlichst empfehlen, an dieser Veranstaltung teil zu nehmen, so es möglich ist, und zumal wenn man es für plausibel halten könnte, daß der angekündigte "freie Eintritt" bei einem so großen Andrang wie er erwartet werden kann, irgendein Sinn zugesprochen werden kann. (Die Aula ist - wenn mir das recht in Erinnerung ist - so groß nicht. Und schon seit Monaten verspricht die GBS "Sitzplatzreseverierung" für Förderer und Journalisten.)

Montag, 13. August 2007

Giordano Bruno auf dem Vormarsch - in der Schweiz und anderswo

In dem neuesten Rundbrief der Giordano Bruno-Stiftung vom 2. 8. (GBS) wird auf die große Resonanz der Sendung "Sternstunde Philosophie" in der Schweiz hingewiesen, die dort - inzwischen wiederholt (zehnmal!) - im Fernsehen ausgestrahlt worden ist. "Studium generale" hatte ja ebenfalls schon vor Monaten auf diese eindrucksvolle Sendung hingewiesen. (St. gen.)
Starke Medienpräsenz der GBS in der Schweiz
Zahl der Föderkreismitglieder steigt auf über 600

Die Zahl der Freunde und Förderer der Giordano Bruno Stiftung ist mittlerweile auf über 600 angestiegen. In den letzten Wochen kamen insbesondere aus der Schweiz viele neue Mitglieder hinzu. Grund dafür ist wohl die momentan außergewöhnlich starke Medienpräsenz der GBS in der Schweiz. So wurde die Sendung "Sternstunde Philosophie" mit Michael Schmidt-Salomon im Schweizer Fernsehen insgesamt zehnmal ausgestrahlt, zudem brachte das Schweizer Radio vor kurzem ein etwa 30minütiges Interview mit dem GBS-Vorstandssprecher, das zurzeit auch im Internet nachgehört werden kann. Wie stark die Resonanz auf diese und ähnliche Sendungen in der Schweiz war, lässt sich u.a. daran ablesen, dass das im Auftrag der GBS geschriebene "Manifest des evolutionären Humanismus" seit einiger Zeit unter den Top Ten der offiziellen Bestsellerliste des Schweizer Buchhandels aufgeführt wird.

Link: Ethik ohne Gott? DRS2-Interview mit Michael Schmidt-Salomon
In dieser neuen Radio-Sendung hört man wohl so ziemlich zum ersten mal, daß Michael Schmidt-Salomon auch von einer "mystischen Verbindung mit der Welt" zu sprechen weiß, die er auch selbst glaubt, erleben zu können. Er spricht also tatsächlich von erfahrbarer Religiosität oder zumindest von individuell erfahrbarer sinnvoller philosophischer Deutung unserer Existenz. Der häufige Vorwurf, naturalistisches Denken führe unweigerlich zu Areligiosität, zu "Entzauberung" und vielem anderen mehr, erweist sich also einmal aufs Neue als ganz und gar unwahr. Anders als jetzt MSS kann man wohl auch als Sprecher einer "Giordano-Bruno-Stiftung" nicht auftreten, denn der Philospoph und Naturforscher Giordano Bruno war bestimmt kein "entzauberter" Atheist, sondern sprach von der Ehrfurcht vor diesem riesigen Weltall und von der Verbundenheit der menschlichen Seele mit demselben. Ein Buchtitel von ihm spricht von den "heroischen Leidenschaften" ...

MSS spricht nun sehr richtig auch von der "herrschaftsstabilisierenden Funktion" von monotheistischer Religiosität, um dessentwillen sie leidenschaftlich kritisiert werden muß. - "Welche philosophische Antwort auf die Sinnfrage ist für Sie die wichtigste?", wird MSS von der Moderatorin gefragt. Er antwortet - noch recht schlicht aber überzeugend - mit den Worten "Sinn und Sinnlichkeit". Zufällig sind dies die Worte des deutschen Titels des Lieblingsfilmes manches Verehrers der britischen Schauspielerin Emma Thompson und der britischen Schriftstellerin Jane Austen. Ihr Roman "Sense and Sensibility" muß aber ins Deutsche besser übersetzt werden mit Worten wie "Verstand und Gefühl" oder auch "Schicklichkeit und Empfindsamkeit". Im weiteren spricht MSS von Epikur. Die Stoa ist doch aber auch nicht zu verachten?

Die "Poesie der Wissenschaft"

Und dann spricht MSS von der "Poesie der Wissenschaft". Die Erkenntnisse der Wissenschaft sind viel phantastischer als alles, was traditionelle Religiosität vermitteln kann. MSS spricht sehr gut und überzeugend darüber: "Gefühl des Verbundenseins mit diesem Kosmos", "Geschmack für das Unendliche". "Wie unendlich gigantisch ist das Universum ..." Diese Fakten, so MSS, sollten nicht "mittels religiöser Heilserzählungen verdrängt werden". - Es ist gut, daß es jemanden gibt, der diese schlichten Dinge ausspricht. Warum ist MSS da immer noch so ein einsamer Rufer in der Wüste?

Hier auch noch einmal der Verweis zu der Sendung "Sternstunde Philosophie", die man sich auch auf den Rechner herunterladen kann. Die neue Radio-Sendung jedoch kann man für noch wichtiger halten, da MSS in dieser in seinen philosophischen Deutungen weiter geht und konkreter wird. Da kann man dann auch bald eine Mitgliedschaft in der Giordano Bruno-Stiftung für sinnvoll halten.

Sonntag, 27. Mai 2007

„Christliche Ethik ist nicht mehr gegenwartstauglich“

Vom neuen "Spiegel" scheint noch nichts freigeschaltet zu sein, aber das Titelthema mutet schon ganz spannend an:
- "Eine neue Generation von Wissenschaftlern will die Welt vom Glauben befreien"

- "Der französische Philosoph Michel Onfray über Glaube, Lügen und Gewalt"

- "Wie deutsche Atheisten Einfluss auf die Gesellschaft nehmen wollen"
Diese Aufsätze scheinen das gleiche zu behandeln wie der jüngste Tagesspiegel: Die Deutschen Michael Schmidt-Salomon und Eckart Voland an der Seite von Richard Dawkins auf dem Weg zu einer neuen Ethik :
... Kurz darauf legte ... der britische Evolutionsbiologe Richard Dawkins nach und startete mit seinem Buch „The God Delusion“ („Der Gotteswahn“, ab September in deutscher Übersetzung bei Ullstein) einen Generalangriff auf den Glauben: Wer im heutigen, wissenschaftlichen Zeitalter noch an Gott glaube, so Dawkins, der leide unter einer Art psychotischem Wahn. Für den Hardliner Dawkins ist Religion nichts weiter als ein „Virus des Geistes“, gegen die es allerdings eine Medizin gibt: Wissenschaft und Aufklärung. (...)

„Wir sind in der Hinsicht zwar gemäßigter“, sagt Michael Schmidt-Salomon, Autor eines „Manifests des evolutionären Humanismus“ (Alibri 2006). (...) „Aber auch hier könnte sich die Sache mehr und mehr zuspitzen, die Fronten sich radikalisieren.“ (...)

„Christliche Ethik ist nicht mehr gegenwartstauglich“, davon ist auch der Biophilosoph Eckart Voland von der Universität Gießen überzeugt. „Der moderne, aufgeklärte Staat ist viel weiter als das Alte und Neue Testament.“ Und so schwebt den Brights eine neue Ethik aus dem Geiste der Wissenschaft vor, die der christlichen Moral teilweise diametral entgegengesetzt ist. (...)

Und das könne nicht nur zu einer humaneren Welt führen, sondern auch zu einem Gefühl, dieses Leben – unser einziges – als unendlich kostbar zu empfinden, wie Dawkins meint: „Wenn wir eine Sekunde davon vergeuden oder uns beschweren, dass es dämlich, öde oder langweilig ist – ist das nicht
ein Anschlag auf all jene, denen niemals die Möglichkeit zu leben gegeben wurde?“
Diese Gedanken schlagen einen erst einmal vor den Kopf - so wenig ist man sie gewohnt ... Aber wer wollte an ihrer Richtigkeit zweifeln?
_______

(Ergänzung: Der "Fischblog" interessiert sich auch für die Thematik. Und darauf beziehen sich die Kommentare zu diesem Beitrag.)
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Beliebte Posts (*darunter finden sich leider selten neuere Beiträge*)

Registriert unter Wissenschafts-Blogs

bloggerei.de - deutsches Blogverzeichnis

Haftungsausschluß

Urheber- und Kennzeichenrecht

1. Der Autor ist bestrebt, in allen Publikationen die Urheberrechte der verwendeten Bilder, Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte zu beachten, von ihm selbst erstellte Bilder, Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte zu nutzen oder auf lizenzfreie Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte zurückzugreifen.

2. Keine Abmahnung ohne sich vorher mit mir in Verbindung zu setzen.

Wenn der Inhalt oder die Aufmachung meiner Seiten gegen fremde Rechte Dritter oder gesetzliche Bestimmungen verstößt, so wünschen wir eine entsprechende Nachricht ohne Kostennote. Wir werden die entsprechenden Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte sofort löschen, falls zu Recht beanstandet.