Posts mit dem Label Edward O. Wilson werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Edward O. Wilson werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 23. November 2013

"Im ruhigen Ton der klassischen griechischen Tragödie ..."

In der antik-griechischen Kultur galt der Mord an Wehrlosen noch nicht per se als moralisch minderwertig

Woher kommt eigentlich der Gedanke, daß jenseits der Notwehr der Mord an anderen Menschen etwas per se moralisch Minderwertiges ist? Insbesondere auch der Mord an Mitgliedern anderer Ethnien und Religionsgesmeinschaften? Und insbesondere auch in Kriegszeiten? Dieser Gedanke ist weltgeschichtlich ein erstaunlich junger Gedanke. Er findet sich nicht nur nicht im blutrünstigen Alten Testament (und auch an vielen Stellen nicht im Neuen Testament), er findet sich auch nicht in der klassischen griechischen Kultur. Edward O. Wilson bringt in seinem neuesten Buch "Die soziale Eroberung der Erde" dafür ein eindrucksvolles, ja, ein geradezu erschütterndes Beispiel. Wie eine Kultur von - Philosophen, deren Gesandte quasi philosophisch argumentieren, eine benachbarte Stadt fast der gleichen Kultur grausam niedermetzelt und ausrottet. Wilson (1, S. 84f):

Thukydides berichtet, die Athener hätten das unabhängige Volk von Melos aufgefordert, im Peloponnesischen Krieg das Bündnis mit Sparta aufzukündigen und sich dem Attischen Seebund anzuschließen. Gesandte beider Städte diskutierten die Frage. Die Athener erklärten: "Doch das Mögliche der Überlegene durchsetzt, der Schwache hinnimmt." Die Melier erwiderten, sie würden sich niemals verskalven lassen und überließen sich der Gerechtigkeit der Götter. Daraufhin die Athener: "Wir glauben nämlich, vermutungsweise, daß das Göttliche, ganz gewiß aber, daß das Menschenwesen allezeit nach dem Zwang seiner Natur, soweit es Macht hat, herrscht. Wir haben dies Gesetz weder gegeben noch ein vorgegebenes zuerst befolgt, als gültig überkamen wir es, und zu ewiger Geltung werden wir es hinterlassen, und wenn wir uns daran halten, so wissen wir, daß auch ihr und jeder, der zu selben Macht wie wir gelangt, ebenso handeln würde. Vor den Göttern brauchen wir also darum nach der Wahrscheinlichkeit keinen Nachteil zu befürchten." Als die Melier sich weiterhin weigerten, rückten bald die attischen Streitkräfte an, um Melos gewaltsam zu erobern. Im ruhigen Ton der klassischen griechischen Tragödie berichtet Thukydides: "Die Athener richteten alle erwachsenen Melier hin, soweit sie in ihre Hand fielen, die Frauen und Kinder verkauften sie in die Sklaverei. Den Ort gründeten sie selbst neu, indem sie später 500 attische Bürger dort ansiedelten."

Was für ein Wahnsinn. So sagen wir aus heutiger Sicht. Ein wenig scheint den philosophisch gebildeten Athenern ihr Handeln auch der Rechtfertigung bedürftig zu sein. Ein wenig. Wenn es dann aber zum Handeln kommt, wird nicht mehr gezaudert und gezögert. Könnte man sich Sokrates unter den Soldaten der Athener vorstellen? Hat sich Sokrates über so etwas Gedanken gemacht?

Dieser kurze Bericht wirft einmal neu die Frage auf: Wo also stammt unsere heutige Moral der "Humanitas" eigentlich her? Wenn wir sie noch nicht einmal finden in der als über weite Strecken vorbildlich zu erachtenden, kulturell hochstehenden antik-griechischen Kultur? Gab es dafür Ansätze in der antiken Mittelmeerkultur? Ist wirklich die Bergpredigt des Neuen Testaments - und damit eine Geistestradition, die sicherlich auf wichtige Bestandteile des Buddhismus in Indien zurückgeht - der wesentlichste Ausgangspunkt gewesen für diese "Humanitas"?

Daß sich diese "Humanitas" dann mit Hilfe des Christentums erst auf merkwürdigen weltgeschichtlichen Umwegen Geltung verschafft - bis heute -, braucht ja nicht weiter erörtert zu werden. Es ging damit eine Heuchelei einher, die geradezu grenzenlos ist.

Aber schon im 18. Jahrhundert wurden wohl Soldaten, die Kriegsgefangene oder sonstige wehrlose Bevölkerung einfach niedermetzelten und mißhandelten, als minderwertig erachtet. Da bildete sich ein neuer Ethos der Ritterlichkeit und des "anständigen Soldaten" heraus. Ohne Frage. Ein Ethos, gegen den dann insbesondere im Zwanzigsten Jahrhundert in geradezu lächerlich umfangreicher Weise wieder verstoßen worden ist. Es stammt wohl aus dem Ethos des christlichen Ritters, des Schützers der Witwen und Waisen, des Rächers der Enterbten. Insgesamt scheint dabei doch der Geist des Christentums, der nicht der Geist des Alten Testaments ist, einen nicht unwesentlichen Zivilisationsbeitrag geleistet zu haben.

Aber den Einzelheiten wird bei Gelegenheit noch einmal genauer nachzugehen sein.

Abb 1: Krieger im Zweikampf, angefeuert von Athena und Hermes. Rotfigurige Vasenmalerei, um 530 v.C. Amphore im Louvre, Paris

Einerseits wäre zu sagen, daß es in der Zeit vor dem mörderischen Peloponnesischen Krieg durchaus Kräfte und Tendenzen gab, die diese Selbstzerfleischung der antik-griechischen Kultur als eine Gefahr sahen. So haben die Spartaner beispielsweise über viele Jahrzehnte hinweg ihre militärische Überlegenheit allen anderen grieichischen Stadtstaaten, ja, noch nicht einmal Persien gegenüber ausgespielt. Sie wurden diesbezüglich nicht zu "überschwenglich", wohl nicht zuletzt auch aus der Ahnung heraus, daß das langfristig keine guten Folgen haben könnte für das innergriechische politische Gleichgewicht. Und so verhielt sich auch der Stadtstaat Athen über lange Zeit hinweg.

Erst der Sieg der Athener bei Marathon und im Krieg gegen die Perser, die Verwirklichung der attischen Demokratie, der Aufschwung in Kunst, Dichtung und Philosophie in Athen bewirkten jene "Überschwenglichkeit" Athens auch auf politischem Gebiet, die das politische Gleichgewicht der Kultur der griechischen Stadtstaaten so nachhaltig aus dem Gleichgewicht brachten.

Einhegung menschlicher Gewalttätigkeit nach dem Dreißigjährigen Krieg

Doch erklärt das nicht das grundlegendere Problem, daß Mord an Kriegsgefangenen per se nicht als moralisch minderwertig erachtet worden ist. Die antik-griechische Kultur - wie überhaupt viele vormittelalterliche Kulturen in Europa und im Vorderen Orient -, so wird man womöglich mutmaßen können, lebten noch aus einem Geist seelischen Reichtums und seelischer Überschwänglichkeit heraus, bei dem es auf eine ausgerottete Stadt mehr oder weniger nicht ankam. Wobei auch der Erschütterung über den Untergang einer solchen Stadt oder eines ganzen Reiches, Volkes (siehe die "Ilias", siehe die Tragödie "Die Perser", oder siehe den "Sterbenden Gallier" etc.) ja keineswegs unbeachtet blieb. Sondern sogar Antrieb wurde zu weltgeschichtlich bedeutsamstem kulturellem Schaffen.

Aber zur Herausbildung der spezifisch modernen Humanitas wird beigetragen haben, daß die christlichen, abendländischen Völker und Kulturen aus einem solchen seelischen Reichtum, einer solchen seelischen Überschwänglichkeit, Überfluß heraus nicht mehr lebten. Und daß womöglich aus dieser allgemeinen seelischen Armut heraus das Bedürfnis als dringender empfunden worden ist- zumal etwa nach Ereignissen wie dem Dreißigjährigen Krieg - wenigstens im menschlichen Verhaltensbereich des Mordens und Tötens, des Völkermordes einem solchen disharmonischen Unfrieden nach und nach mehr Einhalt zu gebieten, diesen Verhaltensbereich "einzuhegen", "einzugrenzen", zu "zivilisieren". 

__________________________________________
  1. Wilson, Edward O.: Die soziale Eroberung der Erde: Eine biologische Geschichte des Menschen. C. H. Beck 2013
  2. Pinker, Steven: Gewalt. Eine neue Geschichte der Menschheit. Fischer, Frankfurt am Main 2011

Sonntag, 17. Mai 2009

Joachim Bauer hat recht (II): Wie Altruismus evoluiert

Die neue Wissenschaft der Soziogenetik (Sociogenomics)

Zu den spannendsten Ausführungen in dem neuen Buch "The Superorganism" von Bert Hölldobler und Edward O. Wilson (2009) gehören fraglos Unterkapitel in Kapitel 4, die sich mit der neuen Wissenschaft der "Sociogenomics" beschäftigen. Sie ist entstanden aus der vollständigen Sequenzierung des Genoms der Honigbiene und dem Vergleich dieses Genoms mit den inzwischen vollständig sequenzierten Genomen so vieler anderer Arten im Artenstammbaum, seien es nun solitär oder eusozial lebender Arten. Und es geht nun unter anderem darum, "jene Gene zu identifizieren, die die Arbeitsteilung hervorrufen" (bei sozialen Insekten) (S. 75), die also den hochgradigen Altruismus erzeugen, der gerade (auch) bei ihnen beobachtet werden kann.

Das Suchen nach den Genen, die Arbeitsteilung hervorrufen

Hölldobler und Wilson schreiben (- unter anderem unter Berufung auf eine spannende PNAS-Studie aus dem Jahr 2006 zu Honigbienen) (in eigener Übersetzung):
Ein Prinzip, das aus der genetischen Analyse sozialer Insekten hervorscheint, wenn auch bisher nur schwach, ist, daß viel des Kolonieverhaltens von Genen hervorgerufen wird, die von solitärem Verhalten her konserviert sind und in ihrer Ablesung modifiziert wurden, um einen sozialen Phänotyp hervorzubringen. Mit anderen Worten: es mag nur relativ wenige wirklich neue "soziale Gene" geben.
"Bloß in der Ablesung modifiziert." Diese Sätze machen einmal aufs Neue auf den Paradigmenwechsel aufmerksam, in dem wir derzeit stehen. In jedem Fall erhält durch solche Erkenntnisse das bisherige, in vielen Teilen noch recht "schlichte" Theoriegebäude, Paradigma, das Bild, das die Soziobiologie von der Evolution des Altruismus entwirft, erheblich mehr Farbe, Tiefenschärfe und Detailgenauigkeit.

Die Soziobiologie sieht langsam "alt" aus

Die Vergleiche der Genome von allein und in Kolonien lebenden Arten werden Wesentliches über die Evolution von Altruismus zu Tage bringen, daran kann kein Zweifel bestehen. - Hölldobler und Wilson schreiben weiter:
Dieses Prinzip könnte, wenn es wahr ist, erklären, warum Honigbienen mit etwa einer Millionen Nervenzellen und hochkomplexem Verhalten in ihrer Zahl vergleichbare Gene haben wie die dezidiert solitär lebende Fruchtfliege Drosophila melanogaster, die nur etwa ein Viertel so viele Nervenzellen besitzt und ein viel einfacheres Erwachsenenverhalten aufweist.
Und in der Anmerkung dazu:
Das gleiche Mißverhältnis besteht zwischen Drosophila und dem Fadenwurm Caenorhabditis elegans; der letztere hat ein vergleichbar komplexes Genom aber nur 302 Nervenzellen.
Ist hier tatsächlich das Bild von einem konservativen sogenannten "egoistischen Gen" das richtige, das als leitendes Prinzip der Evolution genannt werden kann oder muß? Oder muß nicht viel eher, um der Wahrheit wenigstens näher zu kommen, von der "egoistischen SNP" geredet werden, der "egoistischen Steuerungs-Sequenz" eines Gens? Aber verliert damit das Bild vom angeblich "egoistischen Gen" nicht schrittweise jeden Sinngehalt? Oder wäre es nicht noch richtiger, von der "egoistischen Mutation" zu reden?

Jedenfalls: Wie kann ein ganzes Gen für sich genommen etwas so ganz und gar Unterschiedliches wie solitäre und eusoziale Lebensweise hervorbringen? Genau solche Fragen waren es, die auch Joachim Bauer bewegten, als er das "Das kooperative Gen" schrieb.

Die Ebene der Gen-Ablesung

Der abstrakte Begriff "Gen", mit dem die Soziobiologen bisher arbeiteten, bekommt also allmählich wirklich Farbe und Anschaulichkeit, sehr viel Farbe und Anschaulichkeit, sogar: "Zustände", nämlich Ablese-Zustände. Und das muß sicherlich so allerhand Modifizierungen, Präzisierungen im bisherigen Denken der Soziobiologie mit sich bringen.

Die Ausführungen und Beispiele, die Hölldobler und Wilson auf den weiteren Seiten bringen, sind da schon voll der Implikationen. Sie behandeln das "Wanderer-" bzw. "Seßhaften-"Gen der solitär lebenden Fruchtfliegen ("for"), das in gleicher Weise an-, bzw. abgeschalten wird während der Kastenbildung der Honigbienen, nämlich dann, wenn sie vom Nestleben zum Sammler-Leben übergehen. Sie behandeln ein Tag-Nacht-Rhythmus-Gen, das bei der solitär lebenden Drosophila erforscht worden ist, und das ebenfalls nur bei jenen Honigbienen-Kasten angeschalten wird, die außerhalb des Bienenstockes arbeiten und leben. Das Gen selbst haben beide Arten. Sie behandeln jene Gruppe von Genen, die abgeschalten werden müssen - aber bei jeder sozial lebenden Insektenart offenbar genetisch ganz unterschiedlich verschaltet -, wenn die Flügelbildung unterdrückt werden soll. Letzteres ist ja ebenfalls eine wichtige Voraussetzung zur Kastenbildung und damit zu Arbeitsteilung und Altruismus bei sozialen Insekten.

Im Prinzp genauso wie bei Volvox

Wie kann man all diese Gene "soziale Gene" nennen, wo sie doch ganz ebenso für solitäre Lebensweisen gebraucht werden? Und wo ist es nun eigentlich, das Gen - "für" Altruismus? Werden wir hier noch etwas finden, das besser zum traditionellen Denken der Soziobiologie paßt? Schon vor zwei Jahren berichtete "Studium generale" über "das" (angebliche) "Altruismus-Gen" der Grünalge Volvox (Stud. gen.). Und Hölldobler und Wilson hätten gut auf die damals behandelte Studie ebenfalls eingehen und sie unter ihre Beispiele aufnehmen können. Denn da ist exakt das gleiche zu beobachten. Ein Gen, das solitär lebende Zellen (genannt Eudorina) zur Abschaltung der Chlorophyll-Produktion benutzen, reicht aus, um das Kolonieverhalten der Körperzellen von Volvox hervorzurufen.

Altruismus, so könnte man allgemeiner sagen, heißt also einfach, den Ablesezustand von Genen zu ändern, die jeweils auch schon weniger altruistische Organismen, Tiere, Menschen besitzen. - Ablesezustände von Genen lassen sich auch sehr bewußt im Menschenleben ändern - sagen wir: durch Veränderung des hormonellen Zustandes eines Menschen.
_____________

Anmerkung: Dieser Artikel wurde überarbeitet und ergänzt am 31.5.2009.

Sonntag, 31. August 2008

Stand die monogame Lebensweise an der stammesgeschichtlichen Wurzel allen komplex-sozialen Lebens auf der Erde?

Eine Monogamie-These für Säugetiere und staatenbildende Insekten?

Ursprünglich im November 2007 stellten wir auf „Studium generale“ die Frage, ob Monogamie an der Wurzel aller Intelligenz-Evolution auf der Erde steht (5, 6). Diese Frage hatte sich, so berichteten wir, aus den Forschungen des britischen Soziobiologen Robin Dunbar ergeben, über die er selbst im „Science Magazine“ im September berichtet hatte (Science, 7.9.2007). Dunbar ist schon seit Jahrzehnten einer der wichtigsten und innovativsten Vertreter der „Social Brain-Hypothese“, Verfasser des sehr differenziert argumentierenden Buches „Klatsch und Tratsch“.

Dunbar hatte schon vor Jahren festgestellt (das ist das Thema von „Klatsch und Tratsch“), dass die (zur Körpergröße relative) Gehirngröße einer Primatenart korreliert mit der Größe der Gruppe, in der diese Primatenart lebt, weil die Größe der Gruppe Anforderungen an Kommunikation stellt. (Die lang andauernden und offenbar notwendigen Sitzungen „sozialen Fellkraulens“ bei Primaten wurden, so die bestechende These Dunbar’s, bei der Gehirnevolution des Menschen zunehmend durch das gesprochene Worte ersetzt – allerdings bis heute nicht ganz vollständig …).

Abb. 1: Stammbaum der Gattungen der Ameisen, Bienen und Wespen (der eusozialen Hautflügler = Hymenoptera ).
Jeder unabhängige evlutionäre Ursprung von Eusozialität wird durch die unterschiedliche Farbgebung einer Abstammungsgruppe gekennzeichnet. Schwarze Linien: monogame Arten; gepunktete rote Linien: Arten mit fakultativer, mäßiger Vielmännerei (>1 aber <2 br="" m="" nbsp="" nnchen="">durchgezogene rote Linien: Arten mit hoher Vielmännerei (> 2 Männchen) 

Und dieser Zusammenhang zwischen Gruppengröße, Gehirngröße und Differenzierungsgrad der Kommunikationsfähigkeit gilt nun offenbar von Schimpansen über Zwischenstufen des Homo erectus bis hinauf zum Homo sapiens sapiens, dessen durch seine Gehirngröße natürlicherweise vorgegebene Gruppengröße nach der bei den Primaten insgesamt festgestellten Korrelations-Kurve ungefähr 150 beträgt („Dunbar’s Zahl“). Bei menschlichen Jägern und Sammlern und auch noch bei den Hutterern teilen sich die Gruppen in der Regel, wenn sie eine absolute Zahl von 150 erreicht haben, weil die menschliche Psyche nicht dazu ausgestattet zu sein scheint, dauerhaft in größeren Gruppen zu leben. Diese Zahl findet sich deshalb auch sonst sehr häufig in menschlichen, sozialen Zusammenhängen, wie Dunbar und andere in immer neuen Forschungen aufzeigen konnten und in immer wieder neuen Ansätzen aufzeigen.

„Dunbar’s Zahl“


Nun hatte Dunbar in den letzten Jahren seine Forschungen ausgeweitet auf Nicht-Primaten, um auch dort Bestätigungen für die social brain-Hypothese zu finden. Dies erfolgte aufgrund der Kritik anderer Forscher an der Allgemeingültigkeit seiner These. Und tatsächlich fand Dunbar bei Nicht-Primaten diese Korrelation nicht – zu seiner Überraschung. Und sicherlich zunächst auch zu seiner unerwarteten Enttäuschung. Aber schließlich fand er noch etwas viel Überraschenderes, das sich dann bei näherem Hinsehen auch als plausibel erweist: Über so große, vielfältige und weitläufige, von Dunbar untersuchte Stammbaum-Linien von Nicht-Primaten hinweg wie den Fleischfressern (Carnivoren), den Paarhufern, den Fledermäusen und den Vögel stellte er überall eine Korrelation fest zwischen der Gehirngröße einer Art und der Strenge der jeweiligen monogamen Lebensweise derselben. Umso polygamer um so vergleichsweise kleiner die (zur Körpergröße relative) Gehirngröße derselben!

Plausibel ist ein solches Ergebnis deshalb, weil es nahe legt, dass die Primaten zur Lösung von Problemen des Zusammenlebens in Gruppen Gehirn-Potentiale nutzten und weiter evoluierten, die zunächst zur Lösung von Problemen im Zusammenleben von monogamen Paaren evoluiert worden waren.

Dunbar’s Monogamie-These (2007)


Läge dieses Forschungsergebnis auf den ersten Blick nicht so quer zu allen vorherrschenden „nicht-konservativen“, „liberalen“ Lebensanschauungen und gesellschaftlicher Moral von heute, so wäre doch über dieses Forschungsergebnis sicherlich häufiger berichtet worden, als das bislang geschehen ist. Da die Evolution selbst das „Hohelied der Treue“, der ehelichen, viel ernster zu nehmen scheint, als das in unserer heutigen Gesellschaft noch üblich ist, tut sich eine Wissenschafts-Berichterstattung, die gerne spöttelt, „entzaubert“ und „desillusioniert“ schwer mit Forschungsergebnissen, die von vornherein zu „verzaubern“ geeignet sind. (Denn "natürlich" ist Monogamie nur eine Illusion …)

Da könnte plötzlich erkennbar werden - einmal auf’s Neue - wie wichtig derzeit und künftig das von der „Templeton Foundation“ angeregte und erneut intensivierte interdisziplinäre Gespräch zwischen Naturwissenschaft und - - - Theologie ... sein könnte. Denn wer sollte sich heute noch so stark für die Aufrechterhaltung monogamer Lebensweise interessieren (nun sogar als evolutionäre Wurzel aller Intelligenz-Evolution und Sozial-Evolution), wenn nicht die - - - Theologen? Wer hätte das übrigens gedacht. Daß die Evolutionsforschung theologische Grundannahmen bestätigt!? (Nun, Michael Blume und andere haben dafür ja auch schon andernorts mancherlei Hinweise gefunden.)

Hochzeiten für christliche Darwinisten


Einmal erneut jedenfalls ein Hinweis darauf, wie sehr heute tatsächlich Theologen die Wissenschaft und die Wissenschafts-Berichterstattung befruchten könnten. Wenn man nicht im letzten Monat auf dem Workshop der „Templeton Foundation“ in Frankfurt gewesen wäre siehe frühere Beiträge), hätte man das gar nicht (mehr) für möglich halten wollen. Denn man kannte keine Theologen, die sich bis ins Detail hinein mit modernster naturwissenschaftlicher Forschung beschäftigen. (Und letzteres ist notwendig, wenn man als Theologe wirklich mitreden will.)

Denn zumindest Theologen und christlichen Darwinisten wie man sie bei der „Templeton Foundation“ antrifft (wenn schon sonst niemandem), müssen solche hier referierten Forschungsergebnisse doch wichtig vorkommen. Und Theologen müssten doch eigentlich auch eher geneigt und befähigt sein, solche Forschungsergebnisse in größere Zusammenhänge einzuordnen.

In bisher nur periphere Forschungs-Diskussionen wurden nämlich in dieser Woche wieder einmal neu gewonnene Erkenntnisse eingeordnet, als – nur ein halbes Jahr nach den oben erwähnten Forschungsergebnissen von Robin Dunbar - wiederum neue Forschungen einer Gruppe um den britischen Biologen William O. H. Hughes veröffentlicht worden sind (Science, 30.5.2008) (1) (s. a. Abb. 1). Es handelt sich um Erkenntnisse, die sich unübersehbar passgenau einordnen in das, was schon Robin Dunbar letzten Herbst in derselben Zeitschrift veröffentlichte. Aber niemand erwähnt diesen auffälligen Sachverhalt, niemandem scheint dies aufzufallen – noch nicht einmal die Forscher um Hughes selbst, die die neuen Ergebnisse zutage gebracht haben.

Teilweise noch schläfrige, atheistische Wissenschaft und Wissenschafts-Berichterstattung


Auch Forscher selbst sind – gerade bei heutigen, weiter gefassten interdisziplinären Forschungen – auf gute Wissenschafts-Berichterstattung angewiesen. Dies wird hier einmal aufs Neue deutlich. Und auf theologische „Beratung“ vielleicht auch …, damit nicht heute der Atheismus so wie vor 200 Jahren der philosophische Idealismus zum „Forschungshemmnis“ wird.

Durch die Wissenschafts-Presse dieser Woche (2 – 4) geistern die neuen Forschungsergebnisse von Hughes und Koautoren „nur“ als eine Widerlegung einer vor einigen Jahren von Seiten des Soziobiologen Edward O. Wilson ausgesprochenen Vermutung zur Evolution des Altruismus bei sozialen Insekten. Die Insektenforscher Edward O. Wilson (Harvard) und Bert Hölldobler (Würzburg) hatten - schließlich auch in Zusammenarbeit mit dem Religions-Soziobiologen David Sloan Wilson - Zweifel daran geäußert, dass die lange – und gerade von Edward O. Wilson selbst seit 1975 - favorisierte und popularisierte Theorie vom Verwandten-Altruismus allein oder vorwiegend den Altruismus sozialer Insekten erklären kann. Sie glaubten deshalb neuerdings, nicht nur für Insekten, sondern auch für Menschen verstärkt Theorien zur „Gruppenselektion“ heranziehen zu müssen, um die hohen Grade von dort vorherrschendem Altruismus vollständig erklären zu können.

Doch scheinen auch sie es sich wiederum etwas zu einfach gemacht zu haben. Und sie rechneten dabei vielleicht auch nicht mit der Einfachheit und Schlichtheit, mit der die Evolution selbst arbeitet, und wie es schon bei Dunbar’s Monogamie-These vom September 2007 deutlich geworden war.

Denn die Gruppenselektions-Hypothese bezüglich der Evolution des Altruismus bei sozialen Insekten scheinen nun die Forscher um Hughes auf ziemlich einfache und gründliche Weise entkräftet zu haben. Dass aber die Forscher dabei noch ganz neue, spannende Zusammenhänge aufdeckten, das wurde bislang nirgends erwähnt.

Nicht Gruppenselektion, sondern Monogamie bewirkt Altruismus


Von Forschungen über die relativen Gehirngrößen unterschiedlicher Insekten-Arten und das Zuordnen derselben zu Gruppengrößen – wie es Robin Dunbar für so viele andere Zweige des Artenstammbaumes schon getätigt hat – ist dem Autor dieser Zeilen bis heute nichts bekannt geworden. Bei den Insekten scheinen auch nicht einzelne, individuelle Gehirne „intelligent“ zu sein (im Sinne von Lernen durch Versuch und Irrtum), sondern die eher starren Verhaltensprogramme selbst, die wahrscheinlich viel starrer allein durch die Gene gesteuert werden.

Ob sich die „social brain“-Hypothese also an Insektenstaaten wird bestätigen können, muß einstweilen dahingestellt bleiben. Aber – und das ist das Erstaunliche – es lässt sich ein Zusammenhang aufzeigen, nämlich dass monogame Lebensweise an der evolutionären Wurzel der Evolution komplexer sozialer Gruppen bei soziallebenden Insekten steht. Und genau diesen Zusammenhang haben die Forscher rund um Hughes anhand von Stammbaum-Analysen und -Vergleichen von mehreren hundert Insektenarten aufgezeigt.

Erst wenn Insekten bei ihrer Evolution sozialer Systeme sterile Arbeiterkasten evoluiert haben, so Hughes und Mitarbeiter, kann es sich die Evolution erlauben, die Königin einer solchen Insektenart polygam leben zu lassen. Vorher nicht. Polygame Lebensweise ist also nach ihren Ergebnissen bei der Evolution sozialen Verhaltens der Insekten immer eine abgeleitete evolutionäre Form, an der stammesgeschichtlichen Wurzel steht über den gesamten Insektenstammbaum hinweg immer monogame Lebensweise als die ursprüngliche evolutive Form.

Abb. 2: Tiefe, lebenslange Verbundenheit bis in den Tod: Der Grabstein eines
Ehepaares in Athen, um 345 v. Ztr. - Thraseas und Euandria (Wiki)


Hughes’ Monogamie-These (2008)


Und das legt nahe, dass der Verwandten-Altruismus, der insbesondere durch Monogamie stabilisiert wird, auch bei komplexer sozial lebenden Insekten und auch wenn sie in abgeleiteter Form polygam leben, immer noch die evolutionäre Wurzel des Altruismus bildet. Was zunächst in auffälligerem Gegensatz zu der neuen These von Edward O. Wilson stehen würde. Aber wohlgemerkt, nur die evolutionäre Wurzel ...

Monogamie nun also als evolutionäre Wurzel der Evolution von Insektenstaaten!? Das hatte doch Dunbar gerade erst für die Evolution komplexer sozialer Gruppen bei den Primaten aufgezeigt. Welch eine neue, offenbar erstaunlich tief reichende evolutionäre Konvergenz. (Siehe dazu der hier auf dem Blog schon oft erwähnte Simon Conway Morris.)

Monogame Lebensweise, so zeigen Hughes und Koautoren auf, schuf bei den Insekten die evolutionäre Voraussetzung für die Evolution eusozialer Sozialsysteme, also solcher, in denen Tiere lebenslang bei der Jungenaufzucht anderen Tieren helfen, ohne selbst Nachkommen zu haben. Das ist ja – aus Sicht der Evolution – die stärkste Ausprägung von Altruismus: auf Nachkommen zu verzichten, um dafür anderen bei der Aufzucht von Nachkommen zu helfen.

Evolutionäre Konvergenzen zwischen Primaten und - - - Insekten


Man kann also nun zusammenfassend sagen: Während die Primaten die durch monogame Lebensweise (bei Nichtprimaten-Vorgänger-Linien) evoluierten Gehirnkapazitäten weiter evoluierten, um Probleme des psychischen Zusammenlebens in größeren sozialen Gruppen zu lösen (Dunbar), evoluierten die eusozialen Insektenarten die durch monogame Lebensweise evoluierten Altruismus-Potentiale ihrer nicht-eusozialen Vorgängerlinien im Stammbaum ebenfalls weiter zur Lösung der Probleme des Zusammenlebens in größeren sozialen Gruppen (Hughes).

Bei eusozialen Insekten ist es also evolutionär gesehen einfach der Mechanismus des Verwandten-Altruismus, der - ursprünglich zumindest - die Altruismus-Potentiale bereitstellt. Bei Primaten ist es zusätzlich noch der Mechanismus der „sozial brain“-(Intelligenz-)Evolution. Aber auch bei letzterem Mechanismus kommt es stark an auf die Unterscheidung bekannt/fremd in sozialen Beziehungen, was an „Dunbar’s Zahl“ erkennbar wird.

Hier könnten sich also weitreichende evolutionäre Konvergenzen andeuten, die letztlich auch weiterfragen lassen in Richtung komplex-arbeitsteiliger menschlicher Gesellschaften. Man glaubt zu ahnen, dass hier beide Mechanismen – jene, die große Primaten-Sozietäten ermöglichen, und jene, die arbeitsteilige Insektenstaaten ermöglichen – zusammen laufen und zugleich wirksam sind. Wie genau, das wird noch zu entschlüsseln sein …

Lovejoy’s Monogamie-These (1970er Jahre)


Und da sollte sich – aus der evolutionären Grundlagen-Forschung heraus – kein neues Vertrauen in die Sinnhaftigkeit (der Wiederbelebung) menschlicher Religiosität ergeben, die eine sozialpsychologische Stabilisierung menschlicher Monogamie ermöglicht, wie wir inzwischen (unter anderem von Michael Blume) wissen? Und die nicht nur in monotheistischen Religionen, sondern auch schon bei vormonotheistischen Religionen (sowohl im indoeuropäischen wie sicherlich auch im ostasiatischen Bereich) wie auch bei nachmonotheistischer Religiosität ähnliche Wirkungen gehabt haben wird oder haben kann?

Monogamie also nun als jener Form menschlichen Zusammenlebens, fast über alle Zweige des Arten-Stammbaumes hinweg die Evolution von komplexer-sozialem Leben und Intelligenz ermöglichte?

Und noch eine Frage drängt sich auf: Auf der Südhalbkugel leben die ursprünglicheren Jäger-Sammler-Völker, auch die Bantu-Völker in Afrika, noch in größeren Häufigkeiten polygam als in den Gesellschaften auf der Nordhalbkugel. Ist es vielleicht ein Fehler, wenn man aus dieser Tatsache ableitet, dass der erste Homo sapiens sapiens vor 200.000 Jahren polygam gelebt hat? Auch das könnte – wie bei den Insekten – nur eine evolutionär „abgeleitete“ Lebensform sein. - Wird man aufgrund all dieser Sachverhalte sich erneut Lovejoy’s Monogamie-These der Intelligenz-Evolution beim Menschen ansehen müssen, die in den 1970er Jahren einiges Aufsehen erregt hatte?

Allerhand Stoff jedenfalls für weiteres Nachdenken und Forschen.

- Übrigens erkennt Hughes laut „New Scientist“ (2) an, dass Edward O. Wilson noch nicht vollständig widerlegt ist. Der dort gebrachte Einwand von Wilson gegenüber Hughes scheint zwar nicht besonders überzeugend. Aber es bleibt in gegenseitiger Anregung und Kritik sicherlich noch genug Arbeit zu tun übrig, um alle Ursachen und Bedingungen der Evolution des Altruismus bei sozialen Insekten zu verstehen und damit der Evolution von Altruismus (Intelligenz und arbeitsteiligen Gesellschaften) überhaupt.


(ursprünglich veröffentlicht 5.6.2008)


Abb. 3: Peter Paul Rubens - Selbstportrait mit Frau und Sohn, 1639

_________________________________

Literatur:

  1. W. O. H. Hughes, B. P. Oldroyd, M. Beekman, F. L. W. Ratnieks (2008). Ancestral Monogamy Shows Kin Selection Is Key to the Evolution of Eusociality Science, 320 (5880), 1213-1216 DOI: 10.1126/science.1156108
  2. Fanelli, Daniele: Altruism needs selfish genes to evolve after all. In: New Scientist, 30.5.2008
  3. Jessl, Malte: Soziale Familienplanung. Spektrum direkt, 3.6.2006
  4. Klärner, Diemut: Soziale Insekten – Vom Nutzen königlicher Polygamie. In: FAZ.net, 5.6.2008
  5. Bading, Ingo: Ist die monogame Bindung der Kern aller Intelligenz-Evolution auf der Erde? Eine unerwartete - aber womöglich grundlegende - neue Erkenntnis des britischen Anthropologen Robin Dunbar, Studium generale, 15. November 2007, studgendeutsch.blogspot.de/2008/08/ist-die-monogame-bindung-der-kern-aller.html 
  6. Bading, Ingo: Das menschliche Gehirn ist evoluiert, "um zu lieben". Studium generale, 16. November 2007, http://studgendeutsch.blogspot.de/2007/11/das-menschliche-gehirn-ist-evoluiert-um.html
  7. Boomsma, Jacobus J.: Kin Selection versus Sexual Selection - Why the Ends Do Not Meet. In: Current Biology, Volume 17, Issue 16, 21 August 2007, Pages R673-R683 Available online 20 August 2007. https://doi.org/10.1016/j.cub.2007.06.033, http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0960982207015709

Donnerstag, 10. Januar 2008

Gruppenselektion und Edward O. Wilson - "Die erste große wissenschaftliche These des 21. Jahrhunderts"?

"Superorganismen"

Manchmal beschleicht einen wirklich die Angst, daß es derzeit oder künftig langweiliger werden könnte auf naturwissenschaftlichem Gebiet als es in den letzten fünf oder acht Jahrzehnten dort gewesen ist. Aber dann gibt es wieder Meldungen, die einen von einer solchen Sorge befreien: Das nächste Buch des 78-jährigen berühmten Soziobiologen Edward O. Wilson, das er soeben beendet hat, wird den Titel tragen: "Superorganisms" (Times, Dienekes, Eurekalert). - Und eine Kontroverse darüber mit Richard Dawkins ist schon ausgebrochen (New Scientist 1, 2).

Die Hauptthese des neuen Buches von Edward O. Wilson, vor allem zunächst festgemacht an staatenbildenden Insekten und erstmals zusammen mit seinem deutschen Freund und Kollegen Bert Hölldobler (Würzburg) vor einigen Jahren veröffentlicht: "Kin selection may play a part within the colony. But group selection is the far more potent evolutionary force." Oder, wie es bei Eurekalert heißt: "Kin selection is, he writes, “not wrong” but incomplete."

Der Journalist Bryan Appleyard schreibt zu dem neuen Buch in der britischen Times: "Knowing him, it may well turn out to be the first great scientific statement of the 21st century." Ich würde als die erste große wissenschaftliche "Feststellung" des 21. Jahrhunderts schon alles das bezeichnen, was mit "Lewontin's Fehlschluß" bezeichnet worden ist, also den Fehlschluß, daß Rassen in naturwissenschaftlichem Sinne bei Menschen nicht existieren würden. Aber diese neue These von Wilson wird diese erstgenannte Feststellung inhaltlich wesentlich erweitern und konkretisieren: Auch Human-Evolution war und wird künftig sein (könnte sein) vor allem: Gruppenselektion, also Evolution durch geographische, kulturelle und genetische Seperation von Gruppen voneinander.
“It will be a reexamination of the forces of social evolution - what kind of changes are brought about by higher social organisation in insects and humans. We’ve done the insects now and I’m going into the humans, consulting and studying and building a new picture of the origins of social behaviour in humans.” What has him really excited is that he doesn’t know what he'll find. There are two possibilities - either human social behaviour evolves in much the same way as insects or human culture “has entirely changed the way evolution works”. Either way, the crucial point for Wilson is that group selection may offer us a way out of our deepest problem.

“If inter-group conflict turns out to be a powerful force in human evolution, as Darwin thought it was, then perhaps it would make it easier for the leaders of people on the edge of violence to step back and say, ‘Let’s try the other way, let’s try understanding why we feel this way’. We are bedevilled as a species by hair-trigger aggressive tendencies.”
Zukünftige Humanevolution: genetische Vereinheitlichung?

Was Wilson allerdings für die Zukunft prognostiziert, halte ich für äußerst zweifelhaft, bzw. spekulativ. Er sagt, es wird eine evolutive (genetische) "Vereinheitlichung" der Menschheit geben "von Stockholm bis Lagos". - Wir haben doch gerade erst herausbekommen, daß es gerade nicht "Vereinheitlichung", sondern Vielfalt war, die die Evolution des Menschen noch in den letzten Jahrtausenden und Jahrhunderten bestimmt - aber natürlich auch Evolution überhaupt ist von Vielfalt bestimmt. Wilson selbst ist, was nichtmenschlichen Artenreichtum betrifft, einer der bedeutendsten und wichtigsten Verteidiger derselben. Aber bezüglich des zukünftigen Menschen scheint er die genetische (und damit verbundene kulturelle) Gruppenvielfalt, die er in seiner genetisch-kulturellen Verflechtung als einer der ersten zusammen mit Charles Lumbsden schon vor Jahrzehnten erforscht hat, derzeit nicht für erhaltenswert und die evolutiven Möglichkeiten bereichernd anzusehen. Das kann man sehr inkonsequent nennen.

Wilson geht von Gruppenselektion zurück zu Individualselektion, wenn er über die Zukunft der Menschheit nachdenkt:
Interbreeding between previously separated populations will produce new gene combinations so, although we will be more homogenised on average, we will also be more varied.
Hm! Sicherlich könnte er damit auch einen weiteren Aspekt künftiger Humanevolution benannt haben. Aber ob es der einzige Aspekt künftiger Humanevolution bleiben wird, wie er es anklingen läßt? Natürlich hat Humanevolution immer wieder auch Vereinheitlichung mit sich gebracht. Aber eben andererseits auch immer wieder neue Entstehung von Vielfalt dadurch, daß der Mensch sich wieder mehr auf seinen eigenen lokalen Bereich beschränkte (- ganz früher: beschränken mußte).

Und da soll es künftig viel weniger Gruppenvielfalt geben als heute? Obwohl wir doch gerade die kulturelle (Gruppen-)Vielfalt des Menschen hier auf dieser Erde, seine Sprachvielfalt usw. als einen unersetzlichen, erhaltenswerten Wert ansehen, genauso wie die natürliche Artenvielfalt? Wilson sollte doch eigentlich wissen, daß Evolution noch nie und nirgends allein aufgrund des Prinzipes "Vereinheitlichung", aufgrund des Prinzipes "Monokultur" gearbeitet hat.

Freitag, 2. November 2007

Hayek, Wilson und Wilson (Edward O. und David Sloan) über Gruppenselektion und Altruismus

Die neueste Ausgabe des "New Scientist" bringt einen Artikel von einem sehr prominenten Autoren-Paar: David Sloan Wilson und Edward O. Wilson, Titel: "Evolution - Survival of the selfless". (New Scientist) - Leider kostenpflichtig! Auf der Suche nach seinem etwaigen Inhalt stieß ich auf einen weiteren - oder den gleichen? - Artikel desselben Autoren-Paares "Rethinking the Theoretical Foundation of Sociobiology" (pdf.). In der Zusammenfassung heißt es:
Multilevel selection needs to become the theoretical foundation of sociobiology, despite the widespread rejection of group selection since the 1960s.
Oder:
Group selection has become both theoretically plausible and empirically well supported.
Edward O. Wilson hatte schon vor einigen Jahren (zusammen mit Bert Hölldobler) daraufhingewiesen, daß man den Altruismus in Insektenstaaten nach den neuesten empirischen Ergebnissen nicht mehr durchgängig widerspruchsfrei mit Verwandten-Altruismus erklären kann, und daß höchstwahrscheinlich das Konzept der Gruppen-Selektion hinzugezogen werden muß. Hier scheint er sich nun mit dem langjährigen prominentesten Vertreter der Gruppen-Selektion zusammen getan zu haben, um das Konzept neu zu diskutieren.

Zufälligerweise finde ich dabei auch eine Rezension aus dem Jahr 2000 zum Buch "Unto others" von David Sloan Wilson mit dem Titel: “Was Hayek Right About Group Selection After All?” Review Essay of Unto Others. (pdf.) Da Religionswissenschaftler Michael Blume ein so großer Fan von Friedrich von Hayek ist, denke ich, wird es ihn freuen zu erfahren, daß auch schon andere Evolutionspsychologen auf Hayek aufmerksam geworden sind.

Um es zu wiederholen: Für mich - ebenso wie für David Sloan Wilson und seinen Freund Kevin MacDonald - zählen die Geschichte des aschkenasischen Judentums in den letzten tausend Jahren ebenso wie die Geschichte anderer religiöser und ethnischer Gruppierungen weltweit zu den besten Beispielen für Gruppenselektion und dabei auch für die (Weiter-)Evolution von Religiosität.

Wahrscheinlich ordnet sich überhaupt jede Form von neu entdeckter "lokaler Humanevolution" in dieses Konzept von Gruppenselektion ein. Sicherlich ist auch in jeder Menschengruppe die Neigung zu Altruismus in etwas anderer Weise evoluiert. So sind Menschen, die von ihrer Veranlagung her eher zu "Kollektivismus" neigen, in anderer Weise altruistisch, als Menschen, die eher zu "Individualismus" neigen. So kann auch zum Beispiel schon schlicht gesagt werden, daß intelligentere Menschen in bestimmten Umwelten auf andere Weise (oft effizientere Weise) altruistisch sein können, als weniger intelligente Menschen. Das erhöht aber nicht den "Wert" ihres Altruismus, macht sie also nicht irgendwie "auserwählt" oder zur "Herrenrasse", sondern erhöht nur ihre Verantwortung ...

Es muß völlig neu über die ethische Beurteilung menschlichen Handelns nachgedacht werden, dabei insbesondere darüber, ob jemand, der weniger effizient altruistisch handeln kann, deshalb per se weniger altruistisch ist. Ich glaube nicht, daß man zu einem solchen Ergebnis kommen wird. Das marxistische Paradigma des "Jedem nach seinen Bedürfnissen und jeder nach seinen Fähigkeiten" muß völlig neu durchdacht werden.

Dienstag, 30. Oktober 2007

James Watson: Richard Dawkins, Edward O. Wilson und PZ Myers auf seiner Seite

In einem Artikel des Guardian finden sich einige Stellungnahmen von bekannten Wissenschaftlern zu James Watson. Die wichtigste ist die von Richard Dawkins, der ja schon in seinem vorletzten Buch "Ancestor's Tale" (im Kapitel "A Grasshopper's Tale") zur Frage der unterschiedlichen Genetik von Menschen-Gruppen Stellung genommen hatte:
'What is ethically wrong is the hounding, by what can only be described as an illiberal and intolerant "thought police", of one of the most distinguished scientists of our time, out of the Science Museum, and maybe out of the laboratory that he has devoted much of his life to, building up a world-class reputation,' said Richard Dawkins, who been due to conduct a public interview with Watson this week in Oxford.
Übersetzt:
"Was ethisch falsch ist, ist das Hinaus-Hetzen aus dem Science Museum und vielleicht aus dem Institut, dem er einen großen Teil seines Lebens gewidmet hat, um dessen Weltklasse-Reputation aufzubauen, ein Hetzen, das nur als illiberale und intolerante 'Gedanken-Polizei' bezeichnet werden kann gegenüber einem der ausgezeichnetsten Wissenschaftler unserer Zeit."
Die zweitwichtigste Stellungnahme für mich ist die von Edward O. Wilson, wie Dawkins einer der Gründerväter der Soziobiologie:
'We have become firm friends. Today we are the two grand old men of biology in America and get on really well. I certainly don't see him as a Caligula figure any more. I have come to see him as a very intelligent, straight, honest individual. Of course, he would never get a job as a diplomat in the State Department. He is just too outspoken. But one thing I am absolutely sure of is that he is not a racist. I am shocked at what has happened to him.'
Übersetzt:
"Ich bin absolut sicher, daß er kein Rassist ist. Ich bin schockiert über das, was ihm geschehen ist."
Außerdem wird der Oxforder Neurologe Colin Blakemore zitiert:
'Defining intelligence is complex and there are many forms of intelligence, not all of which are captured by IQ tests. In any case, it would be as unethical to organise society around some numerical indicator of difference as it would to do so on the basis of skin colour.'
Wenn man genau hinhört, bestreitet Blakemore keineswegs, daß jene Intelligenz, die mit IQ-Tests gemessen wird, vererbt wird und deshalb auch in unterschiedlichen Gruppen in unterschiedlicher Häufigkeit vererbt werden kann. Ganz richtig sagt er nur, daß diese Intelligenz nicht die einzige vererbbare Eigenschaft des Menschen ist, die ihn zum Menschen macht. In jedem Fall aber erachtet er es als unethisch, eine Gesellschaft allein um den IQ-Wert von Menschen herum zu organisieren. Alles Aussagen, denen man zustimmen kann. Auch Watson, Dawkins und Wilson werden denselben sofort zustimmen. Und weiterhin sagt Blakemore:
'Jim Watson is well known for being provocative and politically incorrect. But it would be a sad world if such a distinguished scientist was silenced because of his more unpalatable views.'
Übersetzt:
"Jim Watson ist bekannt für seine provokative und politische Unkorrektheit. Aber es wäre eine traurige Welt, wenn solch einem ausgezeichneten Wissenschaftler der Mund verboten würde, nur weil er ein paar unschmackhafte Gedanken äußert."
Also auch er steht auf der Seite von James Watson und macht die Hetze nicht mit.

Craig Venter allerdings wird mit den Worten zitiert:
'There is no basis in scientific fact or in the human gene code for the notion that skin colour will be predictive of intelligence.'
Ich halte diese Aussage für wissenschaftlich nicht absolut korrekt. Richard Dawkins ist in seinem Buch korrekter. Er sagt - der Sache nach -, daß die Kenntnis der Hautfarbe die Wahrscheinlichkeit eines richtigen Urteils über die Intelligenz eines Menschen erhöhen könnte.

Man kann diesen Blogeintrag auch ansehen als Antwort auf eine Frage von Steve Sailer ( auf seinem Blog: 1, 2), welcher bekannte Wissenschaftler sich öffentlich auf die Seite eines der bedeutendsten Wissenschaftler unserer Zeit stellen würde in dieser Sache: Richard Dawkins, Edward O. Wilson und Colin Blakemore haben dies getan. Mehr kann man nicht verlagen. Wenn die Journalisten diesen Leuten nicht zuhören, ist das ihre Sache - aber nicht mehr die Sache dieser Wissenschaftler.

Der Artikel benennt auch den Menschen, der offenbar verantwortlich ist für die öffentliche Hetze gegen James Watson:
(...) Thus it was left to Simon Kelner, editor of the Independent, to take Watson's claims and to run them as its lead story on Wednesday, under the banner: 'Africans are less intelligent that Westerners, says DNA pioneer'. In this way, Watson's fate was sealed.
Wie kann es sein, daß ein Journalist über das Schicksal eines der bedeutendsten Wissenschaftler unserer Zeit bestimmen kann?

Zusatz: Auch PZ Myers verteidigt das Recht von James Watson, derartiges zu äußern, ohne deshalb entlassen zu werden.

Sonntag, 17. Juni 2007

Stammesorientierte Religiosität

Michael Blume wirft eine neue Thematik auf, die mich auch sehr interessiert: stammesorientierte Religiosität. (Religionswissenschaft) Viele Anzeichen in der modernen Humangenetik deuten darauf hin, daß sich die meiste Zeit in der menschlichen Evolution Ethnizität und Religiosität sehr stark überschnitten haben, gemeinsam evoluiert sind. Noch in den letzten tausend Jahren hat genau dieser Umstand offenbar den heute höchsten, durchschnittlichen Intelligenz-Quotienten eines Volkes weltweit, nämlich des aschkenasischen Judentums hervorgebracht.

Die eigentlichen "großen" Weltreligionen, die diese enge Verflechtung von Religiosität und Ethnizität aufgehoben haben, sind ja weltgeschichtlich gesehen nicht besonders alt. Und sie sind meist selbst aus einer stammesorientierten Religiosität hervorgegangen. So das Christentum und der Islam aus der - auch heute oft noch sehr stark stammesorientierten - jüdischen Religion. Es muß also eine solche Aufgabe von stammesbezogener Religiosität durch Annahme, Bekehrung zu Weltreligionen nicht das letzte Wort der Weltgeschichte und der Humanevolution gewesen sein.

Gerade in Zeiten "globaler" Krisen beginnen sich Menschen häufig wieder auf das Naheliegendere, Lokale, Heimatliche zu besinnen und es durchaus auch religiös oder quasi-religiös zu werten. So lautet etwa auch der Vorschlag von Martin Walser in seinem Text "Ich vertraue" von 1998, dem ich sehr viel abgewinnen kann.

Das "smaragdene Halsband Indiens"

Immer mehr Hinweise sammeln sich dafür an, daß Humanevolution insbesondere in Stämmen und Völkern stattfindet und durch sie. Und bekanntermaßen "arbeitet" Evolution - nicht nur in Bezug auf den Menschen - am besten mit Vielfalt - offenbar auch auf Gruppen-Ebene. Was diese Themen betrifft, geschieht derzeit in der Humangenetik und Soziobiologie sehr viel. Und auch in anderen Forschungsbereichen. Hier liegt ja für "Studium generale" derzeit auch ein Schwerpunkt. Denn es ist abzusehen, daß man da für die nächsten Jahre und Jahrzehnte noch manche rasanteren Fortschritte erwarten kann, die zu größeren Umbrüchen in unserem Denken und Handeln führen können. Der bekannte Sprachforscher Steven Pinker sprach ja diesbezüglich von der "gefährlichsten Idee der nächsten zehn Jahre".

Der Humangenetiker Armand Leroi führte vor einigen Jahren in einem vielbeachteten und -diskutierten NYT-Artikel zu der Thematik, daß Evolution in Rassen und Völkern unterschiedlich abgelaufen sein könnte, ein wunderschönes Zitat aus der "Indian Times" an, das gesprochen hatte von dem "smaragdenen Halsband Indiens". Dieses Wort bezieht sich auf all die menschheitsgeschichtlich uralten Volksgruppen und Minderheiten, die in Indien leben und die auch den Kernbesiedlungsraum Indiens umgeben. Es bezog sich vor allem auch auf die weit draußen im Indischen Ozean gelegenenen Andamanen-Inseln, deren Bewohner noch heute sehr direkte und isoliert bis heute lebende Nachfahren der ersten aus Afrika ausgewanderten Menschengruppen zu sein scheinen. (Nach den neueren genetischen Forschungen.)

Armand Leroi legt also den Schwerpunkt der Argumentation darauf, die kulturelle und biologische Vielfalt der menschlichen Rassen, Völker und Stämme als einen unersetzlichen Wert der Menschheit anzusehen - und nicht in erster Linie als eine Gefahrenquelle, die Kriege und Völkermorde hervorrufen kann. Wahrscheinlich wird dies die richtige Herangehensweise an all diese Fragen sein, die im 20. Jahrhundert zu so unendlich viel unheilvollem, politischen Mißbrauch und Leid geführt haben.

Montag, 11. Juni 2007

Vom Umweltschutz zum Menschenschutz

Der bekannte amerikanische Biologe und Soziobiologe Edward O. Wilson hat um effektiverer Erfolge auf dem Gebiet des Umweltschutzes eine Zusammenarbeit gefordert zwischen Atheisten und bibelgläubigen Menschen und hat dafür mit seinem letzten Buch geworben. Der deutsche Philosoph Jürgen Habermas hat wegen der Pathologien moderner Gesellschaften eine Revitalisierung des Religiösen gefordert. So wie die Umweltschützer sehen, daß die moderne Gesellschaft Ressourcen verbraucht, die sie nicht geschaffen und nicht wiederherstellen kann, so sehen ganz genauso Menschen wie Jürgen Habermas und viele andere, daß die moderne Gesellschaft moralische, religiöse, humane Ressourcen verbraucht, die sie nicht geschaffen hat und aus sich selbst heraus nicht wiederherstellen kann. Nun gibt es in Deutschland - ähnlich wie auf dem Gebiet des Umweltschutzes in den USA - auf dem Gebiet des von Jürgen Habermas geforderten "Menschenschutzes" einen Zwiespalt zwischen Atheisten und Bibelgläubigen.

Und man könnte sich überlegen, ob man nicht auch auf diesem Gebiet wie Edward O. Wilson auf dem Gebiet des Umweltschutzes versuchen sollte, vermittelnde Positionen zu formulieren. Gibt es gemeinsame Grundlagen zwischen Atheisten und Bibelgläubigen was Menschenschutz betrifft? Ehrfurcht vor dem Leben, vor der "sublimen Großartigkeit der wirklichen Welt" (Richard Dawkins) haben - so darf angenommen werden - Anhänger beider Denkrichtungen.

Ich möchte nun noch einen Schritt weiter gehen. Auf diesen Gedanken hat mich das neue Buch der Primatologin Barbara King gebracht. Ist nicht auch Atheisten und Bibelgläubigen gemeinsam, was sie sagt: daß Empathie und das Sich-Zugehörig-Fühlen zu den nächsten Mitmenschen, zu den Gemeinschaften, in denen man lebt, die Grundlage aller Humanität (Atheisten), bzw. aller Religiosität (religiöse Menschen) ist?

Sollte es nicht möglich sein, von einer solchen Ausgangsposition aus schlüssige gemeinschaftliche Forderungen in Hinsicht auf einen umfassenden Menschenschutz, in Hinsicht auf einen umfassenden Schutz des Weiterbestandes humaner menschlicher Beziehungen in einer Gesellschaft aufzustellen und abzuleiten?

Aber so lange allgemeine Floskeln aufgestellt werden, nützt es nichts. Der "5. Familienbericht der Bundesrepublik Deutschland" argumentierte genau auf der soeben skizzierten Linie. Er sagte, moderne Gesellschaften verbrauchen in ihrer "strukturellen Rücksichtslosigkeit gegen Familien" Ressourcen - in diesem Falle den Willen, die Fähigkeit und die Möglichkeit, Nachkommen aufzuziehen - , die sie aus sich selbst heraus nicht wiederherstellen, nicht neu erzeugen können.

Dieser Menschenschutz, der Schutz humaner familiärer Beziehungen zwischen Menschen muß oberstes Ziel aller staatlichen Bemühungen nicht sein, sondern erst wieder: werden. (Denn er ist es doch ganz offensichtlich nicht.) Es sollten nicht nur Klimagipfel, Umweltschutz-Gipfel stattfinden. Es sollten auch Menschenschutz-Gipfel stattfinden. Und diese müssen per se auch Familienschutz-Gipfel sein.

Samstag, 10. Februar 2007

Ameisenforscher Bert Hölldobler

Der Würzburger Ameisenforscher Bert Hölldobler, der Zeit seines Lebens sehr eng mit dem Begründer der Soziobiologie, dem Ameisenforscher Edward O. Wilson zusammen gearbeitet hat, hat offenbar viele Neuerkenntnisse gewonnen in den letzten Jahren und ist - mit 70 Jahren! - von Würzburg, wohin er erst vor einigen Jahren aus den USA heimgekehrt war, wieder zurück in die USA gegangen.
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Beliebte Posts (*darunter finden sich leider selten neuere Beiträge*)

Registriert unter Wissenschafts-Blogs

bloggerei.de - deutsches Blogverzeichnis

Haftungsausschluß

Urheber- und Kennzeichenrecht

1. Der Autor ist bestrebt, in allen Publikationen die Urheberrechte der verwendeten Bilder, Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte zu beachten, von ihm selbst erstellte Bilder, Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte zu nutzen oder auf lizenzfreie Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte zurückzugreifen.

2. Keine Abmahnung ohne sich vorher mit mir in Verbindung zu setzen.

Wenn der Inhalt oder die Aufmachung meiner Seiten gegen fremde Rechte Dritter oder gesetzliche Bestimmungen verstößt, so wünschen wir eine entsprechende Nachricht ohne Kostennote. Wir werden die entsprechenden Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte sofort löschen, falls zu Recht beanstandet.