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Donnerstag, 10. Januar 2008

Hysterie über die wissenschaftliche Erforschung von angeborenen Rasse-Unterschieden

Der Berliner Anthropologe Carsten Niemitz ist einer Wissenschafts-interessierten Öffentlichkeit bekannt geworden durch die ungewöhnliche These, der aufrechte Gang der afrikanischen Hominiden wäre vor allem dadurch evoluiert, daß sie im Wasser nach Nahrung gesucht hätten ("aquatic ape"). Diese These hat mancherlei Aufmerksamkeit gefunden und mir gefällt sie schon deshalb, weil sie ungewöhnlich ist. Aber als bewiesen wird man sie wohl noch lange nicht ansehen können.

Ich lese immer wieder gern den Rezensionsteil der angesehenen "Zeitschrift für Morphologie und Anthropologie", da hier immer wieder viele lesenswerte Bücher vorstellt werden nicht nur zur Wissenschaft selbst, sondern auch zur Geschichte der Anthropologie, der Völkerkunde und des Darwinismus. Die Einschätzungen dort kann man zumeist sehr gut für nachvollziehbar halten.

In einer der jüngsten Ausgaben findet sich dort jedoch eine Rezension von Niemitz über das Buch "Rasse, Evolution und Verhalten" des "umstrittenen" kanadischen Psychologen J. P. Rushton:

(Durch Draufklicken wird's größer - aber das Schriftbild leider nicht viel "schärfer" ...)

Ich finde diese Rezension hysterisch und allein Empfindsamkeiten in Richtung "political correctness" geschuldet. Offenbar hat Niemitz noch sehr wenig von all den Entwicklungen in der Human-Genom-Forschung zur Kenntnis genommen, über die unter anderem regelmäßig auf "Gene Expression" berichtet wird (oder auch hier auf "Studium generale"), wonach keineswegs mehr gesagt werden kann, daß das "Rasse"-Konzept ein unwissenschaftliches Konzept wäre. - Hat er jemals etwas von "Lewontin's Fehlschluß" gehört?

Jedenfalls kann man es sich keinesfalls so einfach wie hier Niemitz machen, mit einem Buch voller wissenschaftlicher Fakten zu angeborenen Rasse-Unterschieden. Vielleicht kann man die allzu nüchterne, typisch pragmatisch-anglo-amerikanische (?) Darstellungweise eines solchen "sensiblen" Themas kritisieren - was Niemitz vor allem tut. Aber deshalb zu glauben, die gebrachten wissenschaftlichen Fakten selbst bräuchte man gar nicht mehr beachten, kritisch behandeln, ist ganz und gar unwissenschaftlich.

Niemitz sagt ausdrücklich: "Die Anthropologie ist zu einem ganz erheblichen Teil ihrer Zielsetzung ein Fach, das die Erforschung der Unterschiede von Menschen verschiedener geografischer Herkunft zum Ziel hat." Und genau dies ist die Thematik des von ihm behandelten Buches. Doch dazu sagt Niemitz dann: "An einer umfassenden Forschung über Unterschiede zwischen Menschen verschiedener Herkunft ist Rushton nicht interessiert, sondern immer wieder an der Sexualität und Kriminalität der Afrikaner." - Was soll das heißen? Zunächst: Zu einer "umfassenden Forschung" gehören doch wohl die Themen "Sexualität" und "Kriminalität" dazu, wenn darüber statisch aussagekräftige Tatsachen und plausible Hypothesen zu ihrer Erklärung gebracht werden können - oder etwa nicht? Aber dieser Satz stimmt einfach auch inhaltlich gar nicht: Rushton behandelt nicht nur diese, sondern unzählige weitere Themen vergleichend bezüglich aller drei Großrassen der Menschheit (Europäer, Asiaten, Afrikaner). Bei den Afrikanern liegt keinesfalls ein Schwerpunkt in der Behandlung.

Achtung und Ehrfurcht vor Unterschieden und Andersartigkeit

Wenn sich Herr Niemitz von der "Andersartigkeit" anderer menschlicher Gruppen als seiner eigenen abgestoßen fühlt, dann sollte er sich - wie ich denke - einem anderen Fach zuwenden. Eine sachliche, vergleichende Betrachtung, die Achtung und Ehrfurcht vor den Unterschieden aufzeigen würde, ist doch dann gar nicht mehr möglich.

Oftmals hat man das Gefühl, daß Menschen, die beim naturwissenschaftlichen Thema "Rasse" und angeborenen, auch psychischen Rasse-Unterschieden "hysterisch" werden, gerade jene Einstellung vermissen lassen, die notwendig ist, um mit Unterschieden zwischen Menschen und Menschengruppen human umgehen zu können. Sie scheinen sich dazu unfähig zu fühlen. Sie glauben, der Mensch könne human nur in einer Welt sein, in der es keine angeborenen Gruppen- ("Rassen"-)Unterschiede oder in der es eine Nichtbeachtung derselben gibt. Wir wissen aber inzwischen, daß die Psyche des Menschen sie selbst zumeist ganz "unbeabsichtigt" und von Kindesbeinen an un- oder unterbewußt "mitbeachtet", "mitbewertet". Darauf sind wir in vielen Jahrtausenden von der Evolution ausgestattet worden. (Siehe frühere Beiträge auf St. gen..)

Ich halte es - so ungefähr mit der Philosophie Georg Friedrich Wilhelm Hegels - für das Humanum an sich, mit menschlichen Unterschieden human umgehen zu können. Dies werde ich um so humaner tun können, um so mehr ich über dieselben weiß, und um so humaner, um so mehr ich weiß, wie gut oder mangelhaft ich von seiten der Evolution dazu ausgestattet worden bin. Wenn ich mit "Voreingenommenheiten" an die Thematik herangehe, werde ich - zumindest in dieser Frage - wenig zum geistigen und moralischen Fortschritt der Menschheit beitragen.

Die Verbrechen der Nazis und der Kommunisten und vieler anderer sind nicht deshalb weniger verbrecherisch, weil es keine Rasseunterschiede (oder keine Klasseunterschiede) gibt. Wer dieses Kriterium braucht, um dieselben für verbrecherisch zu halten, der kann einem doch sehr leid tun, wie ich finde. Und der macht einem wenig Hoffnung darauf, daß manches diesbezüglich im 21. Jahrhundert anders sein wird als im 20..

Donnerstag, 25. Oktober 2007

James Watson - Ein Interview mit J. Philippe Rushton

Puh ... eigentlich sollte man aufhören damit, dauernd über den "Fall James Watson" zu posten. Aber man stößt immer wieder auf mitteilenswerte Nachrichten. Wie es scheint, setzt sich nämlich nach und nach, Schritt für Schritt eine ausgewogenere Berichterstattung über die Thematik durch, nachdem die erste Hysterie abgeflaut ist.

Mag dem sein wie auch immer. Selbst wenn es nur verschwindend geringe Beispiele für ausgewogene Berichterstattung sein sollten, so soll doch auf diese hingewiesen werden. Der amerikanische Radiosender NPR (National Public Radio) bringt beide Seiten zu Gehör in einer Sendung zum Thema "Rasse und Intelligenz - hängen sie miteinander zusammen?". Er bringt ein Interview mit J. Philippe Rushton (hier), einen Befürworter der These, daß es angeborene Gruppenunterschiede im Intelligenz-Quotienten gibt *) und ein Interview mit Bill Tucker (hier), einen Gegner dieser These.

J. Philppe Rushton

Tucker unterstellt den Forschungen von Rushton vornehmlich politische, nicht wissenschaftliche Motive, führt aus, daß es keine klare wissenschaftliche Defintion des Phänomens Rasse gibt, insbesondere da sich gegenwärtig die Menschen immer mehr vermischen würden. (Ein Argument, das wahrscheinlich viele heutige Humangenetiker in dieser Allgemeinheit nicht mehr unterschreiben würden, können, da man mit der Untersuchung nur kleiner, kurzer Gen-Abschnitte schon mit hoher Wahrscheinlichkeit die "Rasse" [den Herkunfts-Kontinent] des Trägers dieser Gene feststellen kann.)

Ebenso stellt Tucker infrage, daß es eine klare wissenschaftliche Definition von "Intelligenz" gibt. IQ-Tests würden nur ein sehr schmales Segment von kognitiven Fähigkeiten messen. Dieses letztere Argument kommt mir sehr gut vor. Allerdings wäre hinzuzufügen, daß manchmal kleine Segmente große Auswirkungen haben können für bestimmte Lebensbereiche wie beruflichen Erfolg, wirtschaftlichen Erfolg etc..

Beide Forscher gestehen zu, daß es Forschungen über die Korrelation von Gehirngröße und Intelligenz gibt, jüngst sogar in der Zeitschrift "Science" veröffentlicht. (St. gen. berichtete.) Tucker bringt ein besonders schwaches Argument vor beim Erörtern von statistischen Ergebnissen, wenn er einen Einzelfall herausgreift, nämlich das Gehirn von Albert Einstein, dessen absolute Größe offenbar leicht unterdurchschnittlich war. Die Korrelation ist ja sowieso nicht besonders groß zwischen Intelligenz und absoluter Gehirngröße, man sucht nach absoluten Maßen im Gehirn, die besser mit der Intelligenz korrelieren, insofern ist das Argument mit dem Gehirn Albert Einsteins gänzlich substanzlos.

J. Philippe Rushton ist übrigens nicht nur mit seiner Intelligenz-Forschungen bekannt geworden, sondern auch mit seiner genetischen Ähnlichkeits-Theorie. Aber das wäre einen eigenen Blog-Eintrag wert.

*) Leser dieses Blogs haben erfreulicherweise sein Buch schon hier bestellt - zur Nachahmung empfohlen!

Sonntag, 8. Juli 2007

Ein neuer Blick tief in die Geschichte? - Forscher diskutieren die Evolution des aschkenasischen IQ

Zu den Thesen von Charles Murray über die Evolution des hohen durchschnittlichen Intelligenz-Quotienten im aschkenasischen Judentum (siehe Stud. gen.) hat es einige Antworten (Leserbriefe) gegeben, von denen diejenigen der Humangenetiker Gregory Cochran und Henry Harpending und des IQ-Forschers J. P. Rushton als die wichtigsten und weiterführendsten erscheinen. (Commentary) Ich will nicht ältere Thesen von ihnen hier weitschweifig wiederholen, nur das Neue, das sie hier erwähnen, anführen. Zunächst Cochran/Harpending:
There are hints that the selective process that we believe we identified among the Ashkenazim also occurred among the Sephardim of Spain and Portugal, though to a lesser degree. Certainly the experience and achievements of Spanish and Portuguese Jews in London and Amsterdam were similar to those of the Ashkenazim. But Sephardim from other lands show no sign at all of IQ elevation; indeed, this is a serious social and political issue in Israel today.
Sie sagen also, daß es "Hinweise" gibt, daß es auch im sephardischen Judentum Selektion in Richtung auf höheren IQ gegeben habe, daß diese Selektion aber - wenn ich recht verstehe - durch mangelnde Heiratsschranken gegenüber sephardischen Gruppen, die nicht dieser Selektion unterworfen waren, keine so ausgeprägten Ergebnisse hervorbrachten wie im aschkenasischen Judentum.

Heiratsschranken, ethnische Abgrenzung

Das Spannende ist ja, daß es gerade kulturell und geographisch errichtete Heiratsschranken gewesen sein müssen, die die Evolution eines höheren, durchschnittlichen IQ im aschkenasischen Judentum seit 800 n. Ztr. bewirkten. (Nicht unbedingt "hart" erzwungene Heiratsschranken, sondern wahrscheinlich einfach nur in dem Sinne, daß man "diese Leute" , die noch nicht mal Deutsch [Jiddisch] reden können, eben nicht mehr heiratet ...) Hätten sich auch die aschkenasischen Juden weiterhin mit den sephardischen Juden im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit stark vermischt, hätte ihr durchschnittlich höherer IQ evolutiv wahrscheinlich nicht entstehen können.

Das zeigt, daß ethnische Abgrenzung sehr wohl auch heute noch - oder zumindest innerhalb der letzten 1200 Jahre - "Humanevolution" bewirken kann. Es muß sich das ja nicht nur auf den angeborenen Intelligenz-Quotienten beziehen. Es muß diesen aber auch nicht ausschließen. Humanevolution auf der Ebene der Gene ist einfach genetische Neuanpassung an geschichtlich sich neu herausbildende Lebens-Situationen, Lebensweisen von Gesellschaften, Religionsgemeinschaften, Völkern. Neuanpassung an neue Ernährungsgewohnheiten (Milchtrinken, Alkohol ...), an die Überlebens-Notwendigkeit, Gerüche unterscheiden zu können (besser ausgebildet bei afrikanischen Völkern), an die Überlebens-Notwendigkeit, mit der Malaria zu leben, die sich erst durch Urwald-Rodung in Afrika und im Mittelmeer-Raum ergeben hat. An die Überlebensnotwendigkeit, mit Phasen von Nahrungsmittelknappheit leben zu können (möglicherweise eine der Anpassungen, die heute Übergewichtigkeit, Diabetes und anderes bewirkt) und so vieles andere mehr.

Kindliche Psyche an ethnische Lebensweisen genetisch angepaßt?

Was noch am allerwenigsten in das Bewußtsein der Forscher getreten zu sein scheint, ist, daß auch die Evolution der Dauer von individuellen Lebensphasen (Säuglingsalter, Kindheit, Pubertät, Alter bei der Menopause) dem evolutiven Wandel unterliegt oder unterliegen könnte. Auch die Wahrscheinlichkeit zu Polygamie oder Monogamie in einer Gesellschaft könnte auf genetischer Ebene dem evolutiven Wandel unterliegen. Insofern könnte auch die kindliche Psyche in unterschiedlichen Völkern genetisch auf unterschiedliche soziale Lebensbedingungen angepaßt sein. Vieles spricht dafür, daß die kindliche Psyche europäischer Völker an stärker individuelle Betreuung durch die Eltern angepaßt ist ("K-Selektion") und vielleicht auch stärker an eine monogame Lebensweise des Elternhauses. (siehe frühere St. gen.-Beiträge 1, 2, 3) Denn Kinder sehen ein solches in Europa als "Idealform" an, geradezu so, als wäre ihnen dies angeboren. (St. gen.)

Mit all dem sollte nur deutlich werden, daß Humanevolution sich bei weitem nicht allein auf den Intelligenz-Quotienten beschränkt, sondern auf die ganze Spannweite des menschlichen, sozialen und physiologischen Lebens.

Ein neuer tiefer Blick in die Geschichte?

Die von Cochran und Harpending genannten "Hinweise" werden nun durch die Zuschrift von J. P. Rushton präzisiert. Er schreibt:
... Charles Murray is on safe ground in testing the Cochran-Hardy-Harpending hypothesis of high Jewish IQ by seeking evidence beyond the Ashkenazim in Europe and going back past the Middle Ages to antiquity. In a review of nearly 100 studies of South Asian/North African IQ, Richard Lynn has shown that although IQ scores of Sephardi Jews are lower on average than those of Ashkenazim, they are higher than those of the populations that surrounded them historically. Clearly we are dealing with something deeply rooted in the Jewish past.
Und Murray gibt in der Antwort darauf noch einmal weitere Präzisionen:
... The estimated Ashkenazi mean of 110 translates to a ratio of 11:10 in Europe and the United States. If non-Ashkenazi Jews with a mean of 100 were historically surrounded by a people with a mean of 91, the ratio would be identical. Since the IQ means of the non-Jewish populations of North African and Middle Eastern countries are estimated to be well below 100, the hypothesis is not implausible on its face.
Das wirft - wie mir scheint - spannende Fragen auf, die ich mir erst noch durch den Kopf gehen lassen muß: Ein neuer Blick tief in die Geschichte? Es könnte das etwa folgendes heißen: Der jüdische IQ evoluiert gar nicht als unabhängige Größe, sondern hat immer den ungefähr gleichen Abstand zu dem IQ der Völker, in denen sie gerade leben. Das könnte auch heißen, daß der Selektionsdruck auch auf den jüdischen IQ nachläßt, wenn dieser in dem Volk nachläßt, in dem sie gerade leben. Sollte es also ein umfangreicheres Aussterben von IQ-Eliten am Ende der Antike im Mittelmeer-Raum gegeben haben (was man für sehr plausibel halten könnte), könnte darauf auch das sephardische (romanisch-sprachige) Judentum reagiert haben, das möglicherweise zuvor einen höheren durchschnittlichen IQ gehabt haben könnte als heute.

Das würde dann auch heißen, daß der eigentliche Selektionsdruck auf den aschkenasischen IQ von dem IQ der umlebenden Deutschen ausging, eine Vermutung, die ich schon länger habe (natürlich auch, da es meinem Nationalstolz schmeichelt!).

Es lebe "irisch-schottische Weltverschwörung" ...

Eine eher humorvolle Zuschrift stammt übrigens von Eoghan Harris aus Dublin, Irland:
As an Irish Roman Catholic, I enjoyed Charles Murray’s excellent essay on Jewish accomplishment. Am I envious? Not really. After all, the Jews play a useful role in diverting wrath away from the Irish and Scots who have worked their way into so many powerful positions in American life, and have not been found out because of all the eyes fixed on the Jews.
Also, er fragt: Bin ich als Ire neidisch auf die Juden? Und er antwortet: Nein, nicht wirklich. Die Juden waren "gut" für die Iren und die Schotten in den USA, denn sie zogen alle öffentliche Wut auf sich, während sich die Iren und Schotten still und klamm-heimlich in so viele einflußreiche Positionen innerhalb des amerikanischen Lebens hinaufarbeiten konnten, ohne entdeckt zu werden - denn alle starrten auf die Juden. Womit man einen neuen Gefahrenherd ausgemacht hätte: die "irisch-schottische Weltverschwörung" ...

Montag, 7. Mai 2007

Amerikanische Konservative befürworten Evolutionstheorie

In den USA scheinen die Konservativen, einige von ihnen zumindest, ernsthafter über Evolutionstheorie und Evolutionäre Psychologie nachzudenken (New York Times, [ganze Seite]). Einer der Vordenker ist Larry Arnhart (Bild siehe links). Sein Buch heißt "Darwinian Conservatism". (Amazon)
... Some of these thinkers have gone one step further, arguing that Darwin’s scientific theories about the evolution of species can be applied to today’s patterns of human behavior, and that natural selection can provide support for many bedrock conservative ideas, like traditional social roles for men and women, free-market capitalism and governmental checks and balances.

“I do indeed believe conservatives need Charles Darwin,” said Larry Arnhart, a professor of political science at Northern Illinois University in DeKalb, who has spearheaded the cause. “The intellectual vitality of conservatism in the 21st century will depend on the success of conservatives in appealing to advances in the biology of human nature as confirming conservative thought.” (...)

The fledgling field of evolutionary psychology also spurred some conservatives to invoke Darwinism in the 1990s. In “The Moral Sense” (1993), followed by “The Marriage Problem: How Our Culture Has Weakened Families” (2002), James Q. Wilson used evolution to explain the genesis of morality and to support traditional family and sex roles. Conservative thinkers from Francis Fukuyama to Richard Pipes have drawn on evolutionary psychology to support ideas like a natural human desire for private property and a biological basis for morality. (...)

Mr. Arnhart, in his 2005 book, “Darwinian Conservatism,” tackled the issue of conservatism’s compatibility with evolutionary theory head on, saying Darwinists and conservatives share a similar view of human beings: they are imperfect; they have organized in male-dominated hierarchies; they have a natural instinct for accumulation and power; and their moral thought has evolved over time.

The institutions that successfully evolved to deal with this natural order were conservative ones, founded in sentiment, tradition and judgment, like limited government and a system of balances to curb unchecked power, he explains. Unlike leftists, who assume “a utopian vision of human nature” liberated from the constraints of biology, Mr. Arnhart says, conservatives assume that evolved social traditions have more wisdom than rationally planned reforms.

While Darwinism does not resolve specific policy debates, Mr. Arnhart said in an interview on Thursday, it can provide overarching guidelines. Policies that are in tune with human nature, for example, like a male military or traditional social and sex roles, he said, are more likely to succeed. He added that “moral sympathy for the suffering of fellow human beings” allows for aid to the poor, weak and ill. (...)

As for Mr. Derbyshire, he would not say whether he thought evolutionary theory was good or bad for conservatism; the only thing that mattered was whether it was true. And, he said, if that turns out to be “bad for conservatives, then so much the worse for conservatism.”
Als wären Autoren und Wissenschaftler wie Charles Murray, Sally Satel und Jon Entine keine Konservativen, ja, als hätte der Leiter der Wissenschafts-Redaktion der "New York Times", der größten ("liberalen") Tageszeitung der Welt, als hätten Steven Pinker, Richard Dawkins, Richard Lynn, Philippe Rushton und so viele andere nichts über ein konservatives Weltbild zu sagen, wenn sie darüber berichten, daß, wie und mit welchen Folgen und Implikationen angeborene Begabungen unterschiedlich auf Völker und Gesellschaften verteilt sind.

Den im Artikel erwähnten konservativen Publizist John Derbyshire kennt "Studium generale" schon aus einem anderen Diskussion-Zusammenhang. Dessen Diskussion über die wissenschaftlichen, politischen und lobby-kritischen Thesen des amerikanischen Konservativen Kevin MacDonald in der Zeitschrift "Jewcy" hatten wir schon an früherer Stelle ausführlicher referiert.

Samstag, 21. April 2007

Kinderbetreuung und Intelligenz-Evolution II

Das neueste Heft von "Geo" hat ein außerordentlich spannendes Titelthema: "Was ist eine gute Mutter?" (Geo) Die Einleitung macht schon gut deutlich, worauf der Inhalt dieses Artikels hinausläuft:

Gesellschaft: Was ist Mutterliebe?

Was für eine Frage! Mutterliebe - das ist die naturgewollte bedingungslose Hingabe ans Kind. So das Ideal, wie es hierzulande gern beschworen wird. Doch ein Blick auf andere Kulturen zeigt, dass es unterschiedliche Wege gibt, eine "gute Mutter" zu sein. Etwa jenen, das Kind früh der Gemeinschaft anzuvertrauen. Eine Erkenntnis, die Frauen in westlichen Ländern helfen kann, sich von der traditionellen Mutterrolle zu lösen. Und dennoch für das Glück des Kindes zu sorgen.

- Da wird sofort und unmittelbar deutlich, wie wichtig und aktuell unser Beitrag "Kinderbetreuung und Intelligenz-Evolution" war (Studium generale), ja wie wichtig es überhaupt ist, die Möglichkeit zur Kenntnis zu nehmen, daß aufgrund "jüngster Humanevolution" allein schon von der genetischen Veranlagung von Mutter und Kind her gesehen eine gute Mutter in jeder Kultur, in jedem Volk eine andere sein kann. (Über neue Erkenntnisse zu "jüngster Humanevolution" versucht "Studium generale" ja ständig zu berichten.) Es könnte sogar so sein, das die Häufigkeit bestimmter Verhaltenshormon-Gene in europäischen Völkern gut abgestimmt ist auf den emotionalen Gehalt der Muttersprachen, die in den jeweiligen Völkern gesprochen werden. Denn da wir wissen, daß Muttersprache sehr grundlegend Verhalten und Wahrnehmung prägt, somit einen Selektionsfaktor für Gene darstellt, wird damit auch deutlich, daß es nicht nur genetische, sondern auch kulturelle Unterschiede geben könnte, die außerordentlich bedeutsam sein könnten bei der Frage, was eine gute Mutter in einer bestimmten Kultur ist. Wenn sich in dieser Frage bekanntermaßen allein schon das französische und das deutsche Volk unterscheiden, wie groß müssen die Unterschiede dann erst zwischen weiter entfernt lebenden Völkern sein? Und müssen wir uns dann wirklich auch - und gerade - auf diesem Gebiet - "globalisieren"?

Es könnte sich durchaus künftig um das genaue Gegenteil handeln. Es könnte sich um Erkenntnisse handeln, die Frauen in den westlichen Ländern helfen, die "traditionelle Mutterrolle", die die westliche Kultur und ihre Intelligenz-Evolution wahrscheinlich erst hervorgebracht haben, noch bewußter und intensiver zu leben. Zumindest diese Möglichkeiten beim derzeitigen Kenntnisstand gar nicht mit in Rechnung zu stellen, muß künftig jedem Wissenschaftler, Journalisten und damit auch Politiker angekreidet werden. Denn der Wissensstand ist inzwischen einfach schon weiter. Und es handelt sich hier um sehr grundlegende Fragen der Gestaltung und Fortexistenz von Kulturen.

Dienstag, 10. April 2007

Kinderbetreuung und Intelligenz-Evolution

Es gibt ein Buch des "umstrittenen" Rasse-Forschers J. Philippe Rushton, das sich nennt "Rasse, Evolution und Verhalten". (Amazon) Nachdem wir durch die Humangenom-Forschung, durch die medizinische Forschung und durch die psycho-metrische Forschung erst der letzten wenigen Jahre wissen, daß sehr bedeutsame Rasse- und ethnische Unterschiede tatsächlich auf allen biologischen und psychischen Ebenen des Menschen existieren, nachdem wir wissen, daß Humanevolution über die letzten 200.000 Jahre hinweg IQ-Evolution gewesen ist von einem durchschnittlichen IQ von um die 60 (heutige Buschleute und australische Ureinwohner) zu einem durchschnittlichen IQ von 115 (aschkenasische Juden), nachdem also all das allmählich zum festen Bestandteil unseres Wissens wird, wird auch die These des Buches von J. Philippe Rushton nicht mehr nur eine beiläufige These in der Landschaft unseres Wissens bleiben, sondern im Gegenteil: diese These könnte/wird ganz zentrale Bedeutung in heutigen und künftigen politischen Debatten bekommen.

In dem Buch wird nämlich die These vertreten, daß IQ-Evolution einhergeht mit einer zunehmenden Verschiebung "elterlichen Investments" von einer sogenannten r- zu einer sogenannten K-Selektion. K-Selektion heißt kurzgefaßt, daß im Verlauf der Humanevolution das elterliche Investment immer stärker in Richtung auf qualitativ bessere Fürsorge für das einzelne Kind ging, auf eine gegenüber früheren Stufen noch mehr verlängerte Säugling-, Kleinkind-, Kind- und Jugendphase, also lauter evolutive "Trends", die es auch schon auf dem evolutionären Weg vom Schimpansen zum anatomisch modernen Jetztmenschen gegeben hat, der vor 200.000 Jahren in Afrika entstanden ist. Alle gegenwärtigen Zeichen in der Forschung deuten darauf hin, daß dieser Trend in den letzten 200.000 Jahren nicht aufgehört hat, sondern weitergegangen ist, daß also Rushton auf voller Linie bestätigt wird. Und zwar - was ganz besonders bedeutsam ist - auf genetischer Ebene. Denn die körperliche Entwicklung von Kindern und Heranwachsenden wird ja vornehmlich (nicht nur - aber vornehmlich) auf genetischer Ebene gesteuert. Und wenn diese in traditionellen Völkern der Südhalbkugel durchschnittlich schneller verläuft als in Völkern der Nordhalbkugel und auch jeweils mit dem lokal vorhandenen, durchschnittlichen (angeborenen) IQ korreliert, dann muß all das natürlich auch Schlußfolgerungen mit sich bringen, die sich darauf beziehen, wie man sich grundsätzlich gegenüber (eigenen) Kindern verhält oder verhalten will, wenn man sich und sein Handeln in den großen Ablauf der Human-Evolution hineinstellt - oder hineinstellen will.

Die Verschiebung von r- Richtung K-Selektion bezieht sich übrigens auch auf die Dauerhaftigkeit und Festigkeit von familiären Bindungen während des Erwachsenen-Alters und der Renten-Jahre. Man könnte also auch mutmaßen, daß Kinder verschiedener Völker genetisch, psychologisch verschieden angepaßt sind an verschiedene vorherrschende Familienstrukturen. Man könnte also - oder vielmehr sollte? - die These vertreten, daß frühe Krippenbetreuung und häufig wechselnde Partnerbeziehungen im späteren Leben ein Schritt Richtung r-Selektion ist, Richtung weniger individueller Betreuung des einzelnen Kindes durch wenige Betreuungspersonen, ein Schritt in Richtung weniger individueller Wertschätzung eines einzigen lebenslangen Lebenspartners und allem, was damit einhergeht.

Man könnte also die These vertreten, daß Kinder (vielleicht schon wir selbst?) durch ein solches Aufwachsen in familiären und außerfamiliären "Konstellationen", an die sie verhaltensgenetisch nicht angepaßt sind (waren), ungeeignet werden, die Anforderungen zu meistern, die in einer modernen (Wissens-)Gesellschaft an uns gestellt werden, die von Menschen mit - evolutiv gesehen - durchschnittlich hohem IQ hervorgebracht und (bisher) aufrecht erhalten worden ist und weiterentwickelt wird. Hohe Intelligenz scheint also, so die These dieses Beitrages - evolutiv gesehen - sehr direkt etwas damit zu tun zu haben, wie wir uns der Tatsache stellen, daß wir Kinder haben, und in welcher Weise wir Kinder haben (- wollen) (- und natürlich: ob).

Ich schreibe diesen Beitrag, weil das Fenster meines Arbeitszimmers hinunter auf einen Spielplatz schaut, und dort gerade sechs bis acht kleine "Wutzelzwerge" mit ihren - ja, verdammt: süßen - kurzen, wackeligen Beinen in der Sonne spielen, Vögel zwitschern in den Bäumen ... - "Krippenkinder", betreut von drei erwachsenen Personen.

- - - Man wunderte sich in den letzten Jahren öfter, daß es selbst zwischen zwei so ähnlichen Völkern wie den Franzosen und den Deutschen ganz tief kulturell eingegrabene Unterschiede in der Einstellung gegenüber Mutterschaft und Kinderbetreuung gegeben hat und immer noch geben würde, obwohl das doch auf rein bewußter Ebene niemandem mehr wichtig ist (oder überhaupt jemals war). Und in der Regel werden diese tief kulturell eingegrabenen Einstellungen, Mentalitäten von Menschen, die "Social Engineering" betreiben (oder was?) (Wikipedia) als etwas Veraltetes, Verkrustetes angesehen. Müssen wir uns nicht auch hier Europa öffnen, lautet die Frage, ja oft geradezu als "zwangsläufig" hingestellte Forderung. Uns den Franzosen angleichen, die in allem, was Kinderbetreuung (und Paarbeziehung?) betrifft so viel unkomplizierter sind als wir - offenbar? Warum diese merkwürdige Hast, diese Sucht, immer zu anderen Völkern zu schielen und dort alles besser zu finden als bei uns? Warum nicht auch einmal in Rechnung stellen, daß unsere Mentalitäten in Richtung K-Selektion, in Richtung auf individuelle Betreuung des einzelnen Kindes durch den einzelnen Elternteil über möglichst lange Zeiträume hinweg am angepaßtesten ist, was zukünftige Human-Evolution betrifft?

Auf all diesen Gebieten ist ungeheuer viel Diskussionbedarf vorhanden - in der Forschung selbst, klar - aber dann natürlich auch ziemlich dringend gesellschaftsweit. Aber der Bedarf an Diskussion, der hier besteht, ist ein Bedarf an Diskussion, die umfassend "informiert" ist - umfassend informiert über das, was wir über das, was "Menschsein" an sich bedeutet, eigentlich heute schon alles wissen.
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