Sonntag, 24. Juni 2007

Tief verwurzelter "eliminatorischer" Antisemitismus der Deutschen?

Der jüdische Historiker Saul Friedländer erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. (Welt) Er fragt nach eigenem Selbstverständnis mit Leopold von Ranke, "wie es eigentlich gewesen", wie der Mord an den europäischen Juden hatte zustande kommen können:

... Friedländer verabscheut den Hang einiger seiner Kollegen, die Vergangenheit im Nachhinein voraussehen zu können und die deutsch-jüdische Geschichte so zu erzählen, als seien die Deportationen nach Auschwitz, Majdanek und Birkenau, die Hekatomben von Toten, zwangsläufig gewesen. Nichts hält er von der These des tiefverwurzelten "eliminatorischen" Antisemitismus der Deutschen, wie sie Daniel Goldhagen unter großem Jubel seines Publikums vertritt.

Friedländer sieht Holocaust als Entwicklungsprozess

Ohne diese "ganz besessene antisemitische Persönlichkeit an der Spitze des NS-Regimes" wäre es nicht zur Vernichtung der Juden gekommen. "Der Brandstifter war Hitler", erklärt Friedländer und fügt in seinem ruhigen und daher besonders nachwirkenden Stil hinzu, "aber wenn da nicht sehr viel trockenes Gestrüpp gewesen wäre, hätte sich das Feuer nicht so rasch über ganz Europa ausbreiten können."

Den Holocaust betrachtet er als Entwicklungsprozess, der mit gewünschten, doch improvisierten Gewalttaten begann und zu einer Systematisierung der Vernichtung führte. Anders als Götz Aly, der in Gier und Bereicherungstrieb die Wurzel der Shoah erblickt, sieht er in dem jahrhundertealten christlichen Judenhass den Nährboden für den rabiaten Antisemitismus der Nationalsozialisten, die unter den stummen, meist teilnahmslosen Blicken des Volkes grausamst zu Werke gingen. ...

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