Mittwoch, 20. Juni 2007

Ist die Evolution zielgerichtet? - Und findet sie häufiger im Universum statt?

Der Heidelberger Astrophysiker Peter Ulmschneider hatte einem schon früher auffallen können, etwa durch philosophisch zu Ende gedachte Leserbriefe in Wissenschafts-Zeitschriften.

Abb.: Auf Deutsch erschienen 2013
Sein englischsprachiges Buch über intelligentes Leben im Universum hat er nun deutlich aktualisiert, so dass es fast Lehrbuch-Charakter hat (Rezension in "Spektr. d. Wiss." 2007). In diesem Buch - wie auch in einem auf deutsche Sprache erschienenen aus dem Jahr 2013 (2, S. 146f) - vertritt Ulmschneider die neuen Gedanken über Konvergente Evolution, die der britische Paläontologe Simon Conway Morris in die Diskussion gebracht hat. Der Name des Letzteren wird in der hier zu zitierenden Rezension aus dem Jahr 2007 leider nicht genannt. In ihr heißt es über Peter Ulmschneider:
... Er glaubt nicht nur mit dem Biochemiker Christian de Duve
- sowie übrigens auch mit Peter Ward und Donald Brownlee (s. ihr Buch "Einsame Erde") -,
dass die Entstehung des Lebens ein wahrscheinliches Ereignis sei, sondern im Gegensatz zu prominenten Evolutionstheoretikern wie Ernst Mayr oder Steven Jay Gould auch, dass die Evolution eine Richtung habe. Ein Beleg dafür sei die so genannte Konvergenz: Lebewesen gänzlich verschiedener Abstammung entwickeln höchst ähnliche Merkmale. Beispiele sind die Augen von Säugetieren und Tintenfischen sowie die hohe Intelligenz bei Rabenvögeln und Primaten. Vor allem der Weg zur Intelligenz sei fast unausweichlich, auch auf anderen erdähnlichen Planeten. Dieser Meinung wird vermutlich nicht jeder Evolutionstheoretiker beipflichten.
Richard Dawkins ist in seinem Buch "The Ancestor's Tale" zu ähnlichen Ansichten gelangt. Weiter ist in der Rezension von 2007 zu erfahren:
Ulmschneider glaubt fest an die Existenz außerirdischen Lebens.
Das ist in eine ungeklärte Frage. Viele Forscher und offenbar auch der Rezensent halten das für immer unwahrscheinlicher. Seit dem man das schon etwas ältere Buch des sehr lesenswerten deutschen Paläontologen Heinrich K. Erben zu diesem Thema gelesen hat, kann man sich durchaus auch zu diesen Skeptikern zählen.

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  1. Reinhard Breuer: Exobiologie - Fürsorgliche Superzivilisationen. Warum haben uns die Außerirdischen noch nicht besucht? Um uns vor dem Kulturschock zu bewahren! In: Spektrum der Wissenschaft, 25.5.2007
  2. Ulmschneider, Peter: Vom Urknall zum modernen Menschen. Die Entwicklung der Welt in zehn Schritten. Springer-Verlag, Heidelberg 2014 

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