Mittwoch, 10. Oktober 2007

Der Maler und Grafiker Heinrich Otto (1858 - 1923) - 2. Teil

Über die bedeutenden hessischen Maler der Zeit um 1900 wie Carl Bantzer oder Otto Ubbelohde sind schon ausführliche Monographien erschienen. Nicht so über ihren Freund, den wahrscheinlich ähnlich bedeutenden Maler und Grafiker Heinrich Otto, einem Bauernsohn aus dem Dorf Wernswig bei Homberg/Efze (1858 - 1923). (s. St. gen.)

Das Geburtshaus von Heinrich Otto in Wernswig
(ohne Angabe, ob das Gemälde von Otto selbst ist)

Es ist gar nicht so einfach, an brauchbare Literatur oder eine Werkübersicht für diesen Maler heranzukommen. (1 - 6, Wiki) Der aktuellste, beste und wichtigste Text ist wohl der von Dr. Ruth Stummann-Bowert (6), der 1997 in den "Willingshäuser Heften" erschienen ist anläßlich einer Ausstellung im Willingshäuser Malerstübchen mit 94 Exponaten. Der Begleitband bringt auch einige Abbildungen. Weitere kann man der genannten Literatur, insbesondere (1) entnehmen.


Heinrich Otto in geselliger Runde der Willingshäuser Maler,
insbesondere mit seinem Freund Carl Bantzer

Frau Stummann-Bowert schreibt: "Fast alles bis in die achziger Jahre hinein über Heinrich Ottos Persönlichkeit, seinen Werdegang und sein Werk Geschriebene geht zurück auf Carl Bantzers Würdigung in der Zeitschrift 'Hessenkunst' von 1920." (Aus dieser wurde im vorigen St. gen.-Beitrag zu H. O. schon zitiert.) "Erst der 125. Geburtstag brachte (...) mehrere Verkaufsausstellungen. (...) Für die Darstellung des Werks ergab sich ein schädlicher Nebeneffekt. Gemälde, Radierungen, Holzschnitte, Zeichnungen und Lithographien wechselten den Besitzer, ohne daß der Verbleib festgehalten worden wäre." (6, S. 9f)

Heinrich Otto gemalt von seinem Freund Carl Bantzer

Frau Stummann-Bowert berichtet, daß die Gemälde von Heinrich Otto bislang noch "niemals in einem Werkverzeichnis erfaßt" worden sind. Und im Zusammenhang der grafischen Arbeiten von Heinrich Otto berichtet sie über "Agnes Waldhausen (1878 - 1963), die zu den malenden Frauen in Willingshausen gehört hatte. Sie übereignete 1959 dem Marburger Universitätsmuseum für Kunst und Kulturgeschichte 161 Radierungen, 9 Lithographien und 11 Handzeichnungen" von Heinrich Otto. "Das ist zweifelsfrei der größte geschlossene Bestand an radierten Blättern, evtl. sogar das vollständige Werk. Die Sammlung Waldhausen ist inventarisiert, aber nicht ausgewertet." (6, S. 17)



Holzfäller in Wernswig, Februar 1919

Heinrich Otto lebte meistens in Düsseldorf. Ein zweites Schaffenszentrum ist die Künstlerkolonie Willingshausen, dessen Landschaft ihm, wie er selbst schrieb, ans Herz gewachsen war. Ein drittes sein Geburtsort Wernswig, an den er immer wieder zurückgekehrt ist, und wo er viele Werke geschaffen hat. Im folgenden soll noch ein weitergehender Überblick gegeben werden über sein Werk. Es werden in diesem Beitrag Werke gebracht, die ausdrücklich in Wernswig entstanden oder von denen man es vermuten könnte. Im nächsten Beitrag werden dann noch Werke gebracht, die in Willingshausen und andere, die im Rheinland entstanden sind.


Das folgende Landschaften in Wernswig, vornehmlich Frühling und Sommer,
mit Blick zum Knüllgebirge,
nach Homberg (erkennbar an dem Burgberg in der Bildmitte)
oder in Richtung Fritzlar



(So hat der Verfasser dieses Beitrages in seiner Jugendzeit auch noch während der Ernte sein Mittagessen auf dem Feld eingenommen, allerdings dann schon mit Treckern im Hintergrund. Nie schmeckt ein Essen besser.)


Verwendete Literatur:

1. Rauch, Christian (Hrsg.): Hessenkunst - Jahrbuch für Kunst- und Denkmalpflege in Hessen und im Rhein-Main-Gebiet. 14. Jahrgang mit Bildschmuck von Heinrich Otto. (24 Werke), Verlag Elwert, Marburg 1920
2. Bantzer, Carl: Hessens Land und Leute in der deutschen Malerei. Mit Kunstchronik von Willingshausen, Elwert-Verlag, Marburg 1935, 1939, 1950
3. Bantzer, Carl: Ein Leben in Briefen. Willingshausen 1998
4. 900 Jahre Wernswig - Dorfchronik. Homberg/Efze 1997
5. Becker, Abel: Geschichte des Kirchspiels Wernswig. Lometsch, Kassel 1936
6. Stummann-Bowert, Ruth: Heinrich Otto - Biographie. Zur Ausstellung, Vereinigung Malerstübchen Willingshausen e.V. 1997

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