Dienstag, 3. April 2007

Der jüdische Beitrag zur Weltkultur - aus Sicht der Humanevolution

Der bekannte amerikanische Politologe Charles Murray hat nun auch einen Aufsatz zur Evolution des hohen aschkenasischen Intelligenz-Quotienten veröffentlicht. (Commentary Magazine) Vorherige Autoren zum Thema waren: Kevin MacDonald, Gregory Cochran, Henry Harpending und Steven Pinker. Auch der NYT-Journalist Nicholas Wade ist zu nennen. Weitere Autoren - wie etwa Jon Entine - haben sich angekündigt. Der Aufsatz von Murray beruht auf einem Vortrag, der im Januar auf einer Konferenz in Israel gehalten wurde. Das erste Drittel dieses Aufsatzes schätze ich sehr, da es aus eigenen Forschungen schöpft ("Human Accomplishment" [2003]) und vieles noch eindrucksvoller aufzeigt, als es zuvor schon aufgezeigt worden war.


Etwas im Widerspruch zu den inhaltlichen Aussagen dieses ersten Drittels scheinen mir die beiden weiteren Drittel seines Aufsatzes zu stehen. Und diesen Eindruck haben auch viele Kommentatoren bei "Gene Expression" (besonders dort Gregory Cochran). Während Murray im ersten Drittel deutlicher als jemals zuvor den markanten Sprung aufzeigt betreffend des Beitrages des aschkenasischen Judentums nach 1800 zur Weltkultur (im Vergleich zu vorherigen Epochen), sind die Spekulationen in den weiteren zwei Dritteln seines Aufsatzes eigentlich eher dazu geeignet, den Eindruck, den man von diesem markanten Sprung erhalten hatte, wieder zu verwischen. Allerdings ist es natürlich auch ein dringendes Anliegen zu klären, wie sich eigentlich die heutigen unterschiedlichen angeborenen Begabungsverteilungen in den Völkern der Welt seit der Antike heraus entwickelt haben. Aber viel mehr als Spekulation bietet Murray dazu nicht an. Doch auch Spekulation ist gut, regt sie doch oft neue empirische Forschungen an. (Um so mehr oft, als um so "ärgerlicher" solche Spekulationen empfunden werden ... ;-) )

Schwach werden die Spekulationen Murray's insbesondere dort, wo er das Verfassen des Alten Testamentes durch die Juden schon als ein Zeugnis überdurchschnittlicher IQ-Entwicklung dieses Volkes ansieht, wo er doch weiß, daß andere Völker vergleichbare Kulturleistungen erbracht haben, ohne überdurchschnittliche Intelligenz aufzuweisen. Wenn man schon über den durchschnittlichen IQ im Griechenland des Homers und im klassichen Griechenland nichts wissen kann, so nehme man etwa die deutsche Klassik um 1800, die naturwissenschaftlichen Forschungen Westeuropas nach 1500 überhaupt usw. usf.. Letztere wurden von Völkern erbracht, deren durchschnittlicher IQ heute bei 100 liegt. Und das wird sich in den letzten 200 Jahren nicht allzu drastisch geändert haben. Nun, deshalb scheint mir das erste Drittel des Aufsatzes von Murray doch noch Wesentlicheres getroffen zu haben.
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Ergänzung 4.4.: Im Verlauf der Diskussion dieses Aufsatzes auf "Gene Expression" wird neben anderem, was auch schon früher diskutiert wurde und ungeklärt ist, an Gregory Cochran die Frage gerichtet, die ich mir auch schon gestellt habe:


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