Sonntag, 6. Mai 2007

Eltern sollten sich nicht auf Diskussionen einlassen

Nach dem Jahrzehnte lang empfohlenen Erziehungsrat "Laßt uns diskutieren!" wird offenbar angesichts der steigenden Schwierigkeiten in der Kinderpsychiatrie neuerdings auch auf den gegenteiligen Erziehungsratschlag zurückgegriffen (Berliner Morgenpost) (Hervorhebungen durch mich):

Aggressive Kinder brauchen klare Regeln
Eltern sollten sich nicht auf Diskussionen einlassen

Auf aggressives Verhalten ihrer Kinder sollten Eltern ruhig, bestimmt und mit klaren Regeln reagieren. Auf keinen Fall sollten sie sich auf Diskussionen einlassen oder selbst zu viel reden, warnt die Vorsitzende des Berufsverbandes für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Christa Schaff. Wenn Eltern die Situation sofort mit Ermahnungen oder Sanktionen in den Griff bekommen wollten, erreichten sie oft das Gegenteil, nämlich eine Eskalation der Wut im Kind.

Viel besser sei es, sich zunächst zu trennen, also das Kind in sein Zimmer zu schicken, zu einem Boxsack oder in eine eigens dafür eingerichtete "Wutecke" in der Wohnung. "Wenn sich dann alle wieder beruhigt haben, sollte darüber geredet werden und jeder aus seiner Sicht die Situation und sein Erleben schildern", rät die Expertin. Um Aggressionsanfällen vorzubeugen und das Kind nicht zu überfordern, sollten Aufforderungen immer klar formuliert werden: "Achten Sie darauf, dass Ihr Kind Ihnen dabei aufmerksam zuhört. Kündigen Sie nur Konsequenzen an, die Sie einhalten."

Eltern sollten als Vorbild fungieren und das Gespräch mit Sohn oder Tochter suchen. Sie sollten dem Nachwuchs dabei helfen, mit Konflikten umzugehen und ihm Lösungsmöglichkeiten aufzeigen. "Verstärken Sie gewünschtes Verhalten, ermuntern und loben Sie das Kind", so die Psychiaterin. Anhaltendes aggressives Verhalten sei immer ein Alarmsignal. Dann sollte ein Kinder- und Jugendpsychiater aufgesucht werden, der klären könne, ob eventuell eine Wahrnehmungs-, eine Angst- oder eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung vorliege. AP Mehr im Internet:

www.kinderpsychiater-im-netz.de

Wie deutlich wird, soll also auf das Sprechen (und Erörtern) mit den Kinder keineswegs verzichtet werden - nur in der unmittelbar spannungsgeladenen Situation wird es als nicht sinnvoll angesehen.

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