/ Ergänzung 19.6.25: Inzwischen ist gut bestätigt, daß sich in die Cucuteni-Tripolje-Kultur sehr früh Genetik der Frühen Urindogermanen von der Mittleren Wolga eingemischt hat. /
Die Kultur erstreckte sich vom Ostrand der Karpaten bis zum südlichen Bug. Und insbesondere die englischsprachigen Wikipedia-Artikel über sie berichten schon sehr differenziert und ausführlich. Sie ging - wie die Bandkeramik - sowohl kulturell wie genetisch aus der Starcevo-Körös-Kultur des Balkans hervor. Sie hat wie die beiden anderen genannten ersten Bauernkulturen Europas ursprünglich mediterraner Herkunft vor allem Muttergottheiten (Fruchtbarkeitsgöttinnen) abgebildet in Figurinen. Sie entstand etwa zeitgleich wie die Bandkeramik, wies aber eine überraschend längere gesellschaftliche und kulturelle Stabilität auf. Auf Wikipedia heißt es:
Während der 2.750 Jahre ihres Bestehens war die Cucuteni-Trypillia-Kultur ziemlich stabil und statisch.
Throughout the 2,750 years of its existence, the Cucuteni-Trypillia culture was fairly stable and static.
/ 19.6.25: Und das, obwohl es zu der genannten Einmischung früher urindogermanischer Genetik von der Wolga gekommen war, die vermutlich auf kriegerische Weise zustande kam (s.u.a.: Stg21). /
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Abb. 5: Typische Stadtsiedlung der Cucuteni-Tripolye-Kultur in der Ukraine, um 4.000 v. Ztr.
Design: Kenny Arne Lang Antonsen (Herkunft: Wiki) |
Mit Bezug auf die hier im Blogartikel vor allem erörterte Studie (7) heißt es über diese Kultur auf Wikipedia (Wiki):
Eine ancient-DNA-Studie aus dem Jahr 2017 fand Hinweise auf genetischen Kontakt zwischen der Cucuteni-Trypillia-Kultur und Steppenpopulationen aus dem Osten bereits im Jahr 3600 v. Ztr., also lange vor dem Zustrom von Steppenvölkern nach Europa im Zusammenhang mit der Jamnaja-Kultur.
A 2017 ancient DNA study found evidence of genetic contact between the Cucuteni-Trypillia culture and steppe populations from the east from as early as 3600 BCE, well before the influx of steppe ancestry into Europe associated with the Yamnaya culture.
Davon war ja oben hinsichtlich von Dereijvka am Dnjepr schon die Rede. Über die soziale Komplexität der Cucuteni-Kultur ist zu erfahren (Wiki engl.):
Wie andere neolithische Gesellschaften kannte auch die Cucuteni-Trypillia-Kultur kaum Arbeitsteilung. Obwohl die Siedlungen dieser Kultur zeitweise zu den größten der damaligen Welt heranwuchsen (bis zu 15.000 Einwohner in den größten), gibt es keine Hinweise auf eine Arbeitsteilung. Jeder Haushalt hatte wahrscheinlich Mitglieder der Großfamilie, die auf den Feldern arbeiteten, in den Wäldern Wild jagten und Brennholz holten, am Fluss arbeiteten, um Lehm oder Fisch zu holen, und alle anderen Aufgaben erledigten, die zum Überleben notwendig waren. Entgegen der landläufigen Meinung verfügten die Menschen der Jungsteinzeit über einen beträchtlichen Überfluss an Nahrungsmitteln und anderen Ressourcen. (...) Das primitive Handelsnetz dieser Gesellschaft, das langsam komplexer geworden war, wurde durch das komplexere Handelsnetz der proto-indoeuropäischen Kultur ersetzt, die schließlich die Cucuteni-Trypillia-Kultur ablöste.
Like other Neolithic societies, the Cucuteni-Trypillia culture had almost no division of labor. Although this culture's settlements sometimes grew to become the largest on Earth at the time (up to 15,000 people in the largest), there is no evidence that has been discovered of labour specialisation. Every household probably had members of the extended family who would work in the fields to raise crops, go to the woods to hunt game and bring back firewood, work by the river to bring back clay or fish and all of the other duties that would be needed to survive. Contrary to popular belief, the Neolithic people experienced considerable abundance of food and other resources. (...) The primitive trade network of this society, that had been slowly growing more complex, was supplanted by the more complex trade network of the Proto-Indo-European culture that eventually replaced the Cucuteni-Trypillia culture.
Auch entwickelte sie womöglich noch komplexere gesellschaftliche Strukturen als die Bandkeramik. Denn sie bildete spätestens um 4.000 v. Ztr. in der Ukraine stadtartige Siedlungen aus, sogenannte "Megasite"'s. Eine solche komplexe Siedlungsweise wird - wie die Bandkeramik - die Hausmaus aufgewiesen haben. Und wenn um diese Zeit die osteuropäische Hausmaus schon in Varna zugange war, wird sie auch in diese Megasite's zugange gewesen sein.
4.700 v. Ztr. - Die ersten Indogermanen in Warna in Bulgarien
Und nun finden sich die ersten indogermanischen Gene in Warna in Bulgarien, diese Region gehört zum westlichen Teil der Cucuteni-Tripolje-Kultur (7):
Bei zwei direkt datierten Individuen aus Südosteuropa – einem (ANI163) aus dem Friedhof Varna I (4711–4550 v. Chr.) und einem (I2181) aus dem nahegelegenen Smjadovo (4550–4450 v. Chr.) – finden wir deutlich frühere Hinweise auf eine Abstammung aus der Steppe (Abbildung 1B,D). Diese Funde verschieben die ersten Hinweise auf eine Abstammung aus der Steppe so weit westlich in Europa um fast 2.000 Jahre zurück. Sie waren jedoch sporadisch, da es für andere Individuen der Kupferzeit (ca. 5.000–4.000 v. Chr.) vom Balkan keine Hinweise darauf gibt. Individuen aus der Bronzezeit (~3400–1100 v. Chr.) haben tatsächlich steppenbezogene Vorfahren (wir schätzen 30 %; KI: 26–35 %), wobei die höchsten Anteile bei den vier jüngsten Individuen aus der Balkanbronzezeit in unseren Daten (nach ~1700 v. Chr.) und die niedrigsten bei Individuen aus der früheren Bronzezeit (3400–2500 v. Chr.; Abbildung 1D) vorliegen.
In two directly dated individuals from southeastern Europe, one (ANI163) from the Varna I cemetery dated to 4711-4550 BCE and one (I2181) from nearby Smyadovo dated to 4550-4450 BCE, we find far earlier evidence of steppe-related ancestry (Figure 1B,D). These findings push back the first evidence of steppe-related ancestry this far West in Europe by almost 2,000 years, but it was sporadic as other Copper Age (~5000-4000 BCE) individuals from the Balkans have no evidence of it. Bronze Age (~3400-1100 BCE) individuals do have steppe-related ancestry (we estimate 30%; CI: 26-35%), with the highest proportions in the four latest Balkan Bronze Age individuals in our data (later than ~1700 BCE) and the least in earlier Bronze Age individuals (3400-2500 BCE; Figure 1D).
Schon in der Zusammenfassung der Studie (Abstract) hieß es am Anfang (7):
... steppe ancestry in individuals from the Varna I cemetery and associated with the Cucuteni-Trypillian archaeological complex, up to 2,000 years before the Steppe migration replaced much of northern Europe's population.
Über die genetische Herkunft der Indogermanen heißt es in dieser Studie wieder etwas genauer:
Steppe-related ancestry itself can be modeled as a mixture of EHG-related ancestry, and ancestry related to Upper Palaeolithic hunter-gatherers of the Caucasus (CHG) and the first farmers of northern Iran.
Also sowohl Jäger und Sammler, wie Bauern aus dem Kaukasus und dem nördlichen Iran sollen genetisch Einfluß genommen haben auf die nördlich lebenden osteuropäischen Jäger und Sammler bei der Ethnogenese der Indogermanen.
Jedenfalls: Wenn es 4.700 v. Ztr. schon Indogermanen in Varna gab, aber im Zwischenraum die Cucuteni-Tripolya-Kultur die bisherige (mediterrane) Genetik aufweist, dann müssen indogermanische Eroberer-Gruppen diesen Kulturraum umgangen haben bei ihrer Expansion nach Varna. Da wird man künftig sicher noch vieles Neue erfahren über die Wechselbeziehungen zwischen Indogermanen und Cucuteni-Tripolije-Kultur. Auch scheint der Zuwanderer-Anteil der Indogermanen in Varna im ersten Jahrtausend ihrer dortigen Anwesenheit nicht sehr hoch gewesen zu sein. Vielleicht findet man den dann auch andernorts erst noch später? Er stieg jedenfalls in Bulgarien erst in der Bronzezeit an, entweder also durch weiteren Zuzug oder durch größere Kinderzahlen der schon früh Zugewanderten.
Keine frühen Indogermanen in Anatolien
Die Forscher finden keine Hinweise darauf, daß die Indogermanen zu dieser frühen Zeit nach Anatolien eingedrungen wären, wodurch wiederum eine Theorie zum Ursprung der indogermanischen Sprachen wiederlegt ist (die "anatolische"). / 19.6.2025: Auch hierzu gibt es inzwischen andere Erkenntnisse: Die Genetik der Frühen Urindogermanen von der Mittleren Wolga hat sich als leichter Schleier vom Kaukasus aus über weite Teile Anatoliens ausgebreitet wie letztes Jahr bekannt wurde (siehe diverse Artikel hier auf dem Blog). / Dazu schreiben nun David Reich und Mitarbeiter (7):
Eine alternative Hypothese wäre, daß die Urheimat der proto-indoeuropäischen Sprachen im Kaukasus oder im Iran lagen. Nach diesem Szenario würde eine Westausbreitung zur Ausbreitung der anatolischen Sprachen geführt haben und eine nördliche Ausbreitung und Vermischung mit osteuropäischen Jägern und Sammlern wäre verantwortlich für die Formierung einer Bevölkerung, die eine "späte Proto-Indoeuropäische Sprache" gesprochen hätte, und die in Verbindung stehen würde mit der Jamnaja-Kultur.
An alternative hypothesis is that the ultimate homeland of Proto-Indo-European languages was in the Caucasus or in Iran. In this scenario, westward movement contributed to the dispersal of Anatolian languages, and northward movement and mixture with EHG was responsible for the formation of a “Late
Proto-Indo European”-speaking population associated with the Yamnaya Complex.
Das dürfte noch eine ziemlich kühne These sein, an der vieles Spekulation ist. Aber bei David Reich weiß man nie ... Meistens weiß er schon mehr als er sagt und schreibt. Auf welche Sprachstammbaum-Theorien diese Ausführungen sich beziehen (anatolische indogermanische Sprachen, die sich abspalteten vor den "späten Proto-Indoeuropäischen Sprachen"?), das müßte noch herausgesucht werden.
/ 19.6.25: All diese Fragen sind inzwischen geklärt, und zwar anders als hier im Jahr 2017 noch angenommen. /
3.100 v. Ztr. - 2.700 v. Ztr. - Die Kugelamphoren-Kultur war nicht indogermanisch
Die berühmte litauisch-US-amerikanische Archäologin Marija Gimbutas (1921-1994) (Wiki), die Begründerin der Kurgan-Hypothese zur Herkunft der Indogermanen (Wiki), die sich heute in sehr weitgehendem Maße als bestätigt erwiesen hat, hatte außerdem noch angenommen, daß die Schnurkeramiker aus ihrer Vorgängerkultur, der Kugelamphoren-Kultur (Wiki) (engl. Globular Amphora Complex), hervorgegangen wären. Diese Annahme wird durch die genetischen Daten nicht (!) bestätigt (7). Es finden sich bei den Angehörigen der Kugelamphoren-Kultur - wie sonst im europäischen Mittelneolithikum - erhöhte einheimische Genanteile vermischt mit mediterranen Genanteilen, aber keinerlei indogermanische Gene.
Es wird wohl keinen Archäologen der Geschichte geben, dessen Theorien alle zu 100 Prozent bestätigt wurden durch die weiteren Entwicklungen in der Forschung. Weder gilt das für den lachenden Herrn Gustaf Kossinna, der sich die Urheimat der Indogermanen bestimmt nicht an der Wolga vorgestellt hat. Noch auch gilt das für die ähnlich derzeit lachende Marija Gimbutas. Mich wundert sowieso, daß die deutschen Archäologen alle den Kossinna in ihren Ohren lachen hören. Warum schreiben sie keine Aufsätze mit dem Titel "Gimbuta's smile"? Das fände ich viel naheliegender. Ihre Kurgan-Theorie wurde im Wesentlichen erst nach 1945 vertreten und veröffentlicht und war schon viel dichter auch am heutigen Forschungsstand dran als ausgerechnet der olle Kossinna. Und auch Frau Gimbutas ging doch von Völkern aus. Aber manche Traumata der (Wissenschafts-)Geschichte wirken so stark nach, daß sie sich nur an einen Namen heften, mag er auch noch so alt sein. In diesem Fall an den Namen Gustaf Kossinna.
[27.11.17] Der Name Kossinna wird wohl tatsächlich im Unterbewußtsein aller deutschen Archäologen verbunden sein mit einer Gedanken-"Versuchung", die wohl alle von ihnen schon verspürt hatten, die sie aber alle sehr heftig unterdrückt hatten. Das wird der Grund für ihre derzeitige starke emotionale Reaktion sein. - Aber dennoch interessant, wie Frau Gimbutas auf ihre Vermutungen hinsichtlich der Kugelamphoren-Kultur gekommen ist, nämlich aufgrund von Tierbeigaben in Gräbern, die auch hier auf dem Blog schon Thema waren (11) und aufgrund von unterstellter Witwenverbrennung. Es sind nämlich - laut deutschem Wikipedia - viel mehr Männer- als Frauengräber bekannt aus der Kugelamphorenkultur. Und so lesen wir derzeit auf dem englischen Wikipedia (Wiki):
Die Mitbestattung von Tieren im Grab wird von Marija Gimbutas als ein eingeführtes kulturelles Element angesehen.
The inclusion of animals in the grave is seen as an intrusive cultural element by Marija Gimbutas. The practice of suttee, hypothesized by Gimbutas is also seen as a highly intrusive cultural element. The supporters of the Kurgan hypothesis point to these distinctive burial practices and state this may represent one of the earliest migrations of Indo-Europeans into Central Europe. In this context and given its area of occupation, this culture has been claimed as the underlying culture of a Germanic-Baltic-Slavic continuum.
Ich weiß nicht, ob es zu der Zeit von Gimbutas schon so gut bekannt war. Aber heute ist ja recht gut bekannt, daß sich die Benutzung von Rinderwagen ab 3.100 v. Ztr., also 300 Jahre vor Auftreten der Schnurkeramiker in der Trichterbecher- und in der zeitgleichen Kugelamphorenkultur ausbreitete, also in einer Region vom Schwarzen Meer bis nach Dänemark (11). Und mit dieser auch die Grablegung von Rinderwagen und ihrer nun also offenbar männlichen Lenker (11). Weiterhin dürfte es allerdings von Interesse sein zu fragen, ob nicht dennoch die sich darin spiegelnden veränderten sozialen Verhältnisse in irgendeinem Zusammenhang stehen mit Kulturentwicklungen rund um die Indogermanen, die ja immerhin schon 1500 Jahre früher die Königsherrschaft in Varna in Bulgarien angetreten hatten. Im Mittelpunkt der Betrachtung scheint hier stehen zu müssen die Endzeit der schon erwähnten großartigen Cucuteni-Kultur in der Ukraine, die im Untergang den nachfolgenden Völkern den Rinderwagen "geschenkt" hat wie es scheint. Auf Wikipedia ist zu lesen (Wiki):
Die späte Cucuteni-Kultur verfügte über Ochsenkarren mit Scheibenrädern. Die ältesten Hinweise auf den Gebrauch von Wagen stammen aus der Zeit vor 3500 v. Chr. In der West-Ukraine und Moldawien fand man Gefäße in Tiergestalt auf Schlittenkufen, die für das Durchstecken von Achsen mit Tonrädern durchlocht waren.
Und dann ist über den Untergang dieser großartigen Kultur zu erfahren (Wiki):
In his 1989 book "In Search of the Indo-Europeans", Irish-American archaeologist J. P. Mallory, summarising the three existing theories concerning the end of the Cucuteni-Trypillia culture, mentions that archaeological findings in the region indicate Kurgan (i.e. Yamna culture) settlements in the eastern part of the Cucuteni-Trypillia area, co-existing for some time with those of the Cucuteni-Trypillia. Artifacts from both cultures found within each of their respective archaeological settlement sites attest to an open trade in goods for a period, though he points out that the archaeological evidence clearly points to what he termed "a dark age," its population seeking refuge in every direction except east. He cites evidence of the refugees having used caves, islands and hilltops (abandoning in the process 600-700 settlements) to argue for the possibility of a gradual transformation rather than an armed onslaught bringing about cultural extinction. (...) The kurgans that replaced the traditional horizontal graves in the area now contain human remains of a fairly diversified skeletal type approximately ten centimetres taller on average than the previous population.
Vielleicht deuten sich hier jene Vermischungen an, die ja auch die Ancient-DNA-Daten nahelegen. Jedenfalls breitet sich in der Endphase der Cucuteni-Kultur die Benutzung von Rinderwagen bis nach Norddänemark aus und damit einhergehend offenbar Königsherrschaften. [Ende Einfügung 27.11.17] Eine noch viel neuere Ancient-DNA-Studie vom 10. November 2017 - allerdings nur aufgrund der mitochondrialen DNA - findet noch um 3.500 v. Ztr. in einer Höhle am Fluß Seret (9) Bauern nordwest-anatolisch-neolithischer Abstammung. Sie liegt 460 Kilometer südwestlich des heutigen Kiew (Wiki) (9):
Bauern vor und nach 4.500 v. Ztr. trugen die Haplogruppen W, HV*, H, T, K und diese werden ebenso in Individuen gefunden, die in der Verteba-Höhle 13 gefunden wurden. Unsere Daten weisen deshalb auf eine gemeinsame Herkunft mit den frühen europäischen Bauern hin.
Farmers before and after 6,500 yrBP in Europe had haplogroups W, HV*, H, T, K, and these are also found in individuals buried at Verteba Cave 13 (Table 5). Therefore, our data point to a common ancestry with early European farmers.
Aber die hier vor allem erörterte archäogenetische Studie aus dem Mai 2017 weist auf den Untergang der Cucuteni-Kultur 500 Jahre später hin (7):
Wir berichten von drei Jamnaja-Individuen (...) aus der Ukraine und Bulgarien und zeigen, daß während sie alle hohe Anteile von Steppen-Herkunft in sich tragen, eines aus Ozera in der Ukraine und eines aus Bulgarien nordwestanatolisch-neolithische Herkunftsanteile in sich trägt, die frühesten Hinweis auf eine solche Herkunft in Individuen, die mit der Jamnaja-Kultur in Verbindung gebracht werden können.
We report three Yamnaya individuals (...) from Ukraine and Bulgaria and show that while they all have high levels of steppe-related ancestry, one from Ozera in Ukraine and one from Bulgaria (I1917 and Bul4, both dated to ~3000 BCE) have NW Anatolian Neolithic-related admixture, the first evidence of such ancestry in Yamnaya-associated individuals (Figure 1B,D, Supplementary Data Table 2).
Das heißt, die Cucuteni-Kultur ging um 3.000 v. Ztr. unter, aber die ihr nachfolgenden Indogermanen vermischten sich mit Angehörigen derselben. Auf dem Balkan ergab sich dann für die Bronzezeit ab etwa 3.000 v. Ztr. 27 % genetischer Steppen-Anteil neben 67 % anatolisch-neolithischem Anteil und 5 % genetischem westeuropäischem Jäger-Sammler-Anteil (siehe gleich).
Prozentangaben zu den genetischen Herkunftsverhältnissen der untersuchten europäischen Völker
Hier sei noch eingefügt, was sich im tabellarischen Anhang an zusätzlichen interessanten Angaben findet, die man so nicht oder nicht so deutlich im Text hat finden können oder auf die man dort nicht fokussiert war beim Lesen (Supplementary Table 1 bis 5): In Motala in Mittelschweden um 6.000 v. Ztr. finden sich 49 % westeuropäische Jäger-Sammler-Gene (WHG) und 51 % osteuropäische Jäger-Sammler-Gene (EHG). Ein vielleicht besonders eindrucksvoller Sachverhalt drückt sich in Tabelle 1 in der folgenden kruden Aussage aus:
LBK_Austria has the same HG ancestry as LBK_EN (from Germany).
Damit ist zum Ausdruck gebracht - wenn ich das recht verstehe (man korrigiere mich, wenn ich falsch liegen) -, daß die Bandkeramische Kultur von ihrem Anfang bis zu ihrem Ende immer genau denselben genetischen Einheimischen-Anteil hatte. Sie lebten und sie starben mit derselben Genetik. Erst nach ihrem Untergang änderte sich in der genetischen Zusammensetzung etwas, nämlich in den regionalen Nachfolgekulturen, die auf die einheitliche mitteleuropäische Bandkeramik folgten, also gemeinsam mit der jeweils regionalen Veränderung ihrer Kultur. Die Bandkeramiker waren also nach ihrer Ethnogenese in Ungarn durch ihre ganze Geschichte hindurch streng endogam, haben nur untereinander geheiratet und es gab keine etwaigen "schleichenden", zusätzlichen Einheiraten von Einheimischen. Und das obwohl sich die Bandkeramik über ein riesiges Territorium erstreckte und dabei viele Berührungspunkte mit Einheimischen hatte. Auch in diesem Sachverhalt würde sich wieder ein starker Hinweis finden auf jene kulturellen Tendenzen, die man auch sonst in der Bandkeramik hindurchspürt, nämlich zu starker kultureller (und damit genetischer) Einheitlichkeit, zu starker Regelhaftigkeit über tausende von Kilometern hinweg. Eine Siedlung in der Ukraine und eine Siedlung an der Kanalküste gleichen sich wie ein Ei dem anderen, wie die Archäologen schon vor Jahrzehnten feststellten. Und so offenbar nun auch ihre Genetik (zumindest nachdem das Volk als solches als Gründerpopulation entstanden war und begonnen hatte demographisch zu expandieren).
Das schließt nicht aus, daß sie dennoch - untereinander - anthropologisch größere Vielfalt hatten als - etwa - die heutigen anthropologisch sehr einheitlichen Ostasiaten. (Für die aschkenasischen Juden beispielsweise ist ja genau derselbe Sachverhalt festgestellt worden. Bei ihrer Ethnogenese selbst zunächst sehr starke Vermischung mit europäischen Frauen, aber danach und seither durchgängig streng endogam, sogar gegenüber den sephardischen Juden.)
Die frühen Bauern des Peloponnes und die Minoer werden in den Tabellen beide zu 100 % herkunftsmäßig anatolisch-neolithisch gekennzeichnet. (Freilich war das eine andere anatolisch-neolithische Genetik als die der neolithischen Nordwestanatolier.) Sie haben sich aber außerdem nach dieser Angabe offensichtlich noch deutlich weniger mit etwaigen Einheimischen gemischt als die nordwestanatolischen Bauern und ihre Verwandten auf dem Balkan und in Mitteleuropa.
Das Mittelneolithikum im heutigen Deutschland ("Central_MN"), also die Nachfolgekulturen der Bandkeramik haben dann 18 % Anteil westlicher Jäger-Sammler-Gene (WHG) und die Kugelamphorenkultur hat davon sogar schon 25 % (WHG). Hier richtete sich also eine - wie auch immer geartete Selektion - gegen die einstmals zugewanderten anatolisch-neolithischen Gene.
Und dann beginnt die Ausbreitung der Yamnaya. Da ist zunächst eine Vučedol-Kultur (Wiki) im heutigen Kroatien an der Adriaküste in der Zeit zwischen 3.000 und 2.200 v. Ztr. genannt (die uns als solche im Text gar nicht aufgefallen war). Und bei dieser beträgt der genetische Yamnaya-Anteil ab also etwa 3.000 v. Ztr. 27 %, neben 67 % anatolisch-neolithischem Anteil und 5 % westeuropäischem Jäger-Sammler-Anteil. Hier konnte sich also der anatolisch-neolithische genetische Anteil recht gut halten. Ganz ähnliche Prozentanteile werden dann für die Bronzezeit des Balkans genannt.
In Mitteleuropa hingegen haben sich die Yamnaya ab 2.800 v. Ztr. deutlich stärker genetisch durchgesetzt als auf dem Balkan. Die Glockenbecher-Kultur in Deutschland hat 48 % Yamnaya-Anteil neben 37 % anatolisch-neolithischem Anteil und 15 % westlichem Jäger-Sammler-Anteil. Die Schnurkeramiker haben sogar 70 % Yamnaya-Anteil, neben 20 % anatolisch-neolithischem Anteil und 10 % westlichem Jäger-Sammler-Anteil. Man gewinnt fast den Eindruck, als ob bei den Ethnogenesen dieser mitteleuropäischen Kulturen der anatolisch-neolithische genetische Anteil anteilsmäßig stärker zurück gedrängt worden wäre als der westliche Jäger-Sammler-Anteil, denn letzterer hält sich ja in beiden Kulturen auf dem Anteil des Mittelneolithikums. Es entsteht der Eindruck, als ob in den kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Schnurkeramikern (oder in epidemischen Krankheiten) unverhältnismäßig mehr Menschen vorwiegend anatolisch-neolithischer Herkunft ums Leben gekommen wären als Menschen einheimischer europäischer Jäger-Sammler-Herkunft. Vielleicht waren letztere Gen-Anteile aber auch einfach nur genetisch besser an den mitteleuropäischen Raum angepaßt oder an die Kultur, die nun von den kulturell dominierenden Yamnaya ausgebildet wurde. (Übrigens unterscheiden sich die Tabellen untereinander etwas in den Prozentangaben - aber nicht wesentlich. Das hat Gründe, die wohl erst nach intensiverer Auseinandersetzung mit ihnen verständlich würden.) Soweit die Durchsicht des tabellarischen Anhangs.
Die Indogermanen kommen spät nach Lettland
Über Lettland heißt es in der Studie (7):
We find (Supplementary Data Table 3) that Mesolithic and Early Neolithic individuals (Latvia_HG) associated with the Kunda and Narva cultures have ancestry intermediate between WHG (~70%) and EHG (~30%), consistent with previous reports.
Auch hier ist der westeuropäische mesolithische Anteil überraschend hoch. Zwischenzeitlich, so wird dann ausgeführt, könnte es noch zu Verschiebungen in den Genanteilen in Lettland gekommen sein. Und irgendwann in der Endzeit der Schnurkeramik kamen die Indogermanen nach Lettland. Soweit ein Überblick über wichtige neue Einsichten dieser Studie. Ergänzt sei noch anhand einer weiteren Studie (10), daß unsere heutigen europäischen Hunde auf Hunde der Bandkeramiker zurückgehen, nicht auf Hunde indogermanischer Zuwanderer (10). Dabei hatte doch der führende Indogermanen-Archäologe David Anthony gerade erst einen riesigen Hype gemacht um einen indogermanischen Hundekult betrieben im Zusammenhang eines unterstellten Initiationsritus von Seiten jugendlicher männlicher Kriegerbünde (17). Wenn es ihn gegeben haben sollte (was auch sonst arg hypothetisch ist) (17), dann war ihnen jedenfalls offenbar egal, Hunde welcher Herkunft sie dafür nahmen.
Ausblick
Insbesondere sehenswert sind auch noch die schönen Grafiken im Anhang, die man hier in den Blogbeitrag herüber holen müßte, insbesondere die Hauptkomponenten-Analyse mit den eingetragenen neuen Ergebnissen. - Ganz richtig heißt es am Ende der Studie (7):
Diese Studie hat zwar die Genomgeschichte Südosteuropas vom Mesolithikum bis zur Bronzezeit aufgeklärt, doch die Prozesse, die diese Populationen mit den heute lebenden verbanden, sind weitgehend unbekannt. Ein wichtiger Schwerpunkt zukünftiger Forschung wird die Untersuchung von Populationen aus der Bronzezeit, der Eisenzeit, der Römerzeit und dem Mittelalter sein und sie mit heutigen Populationen vergleichen, um zu verstehen, wie diese Übergänge stattfanden.
While this study has clarified the genomic history of southeastern Europe from the Mesolithic to the Bronze Age, the processes that connected these populations to the ones living today remain largely unknown. An important direction for future research will be to sample populations from the Bronze Age, Iron Age, Roman, and Medieval periods and to compare them to present-day populations to understand how these transitions occurred.
Abschließend: Der deutlichere Bezug zum Titel und zur Einleitung geht im Verlauf der Ausführungen dieses Blogartikels verloren. Aber klar geht aus fast allen Ausführungen hervor, daß überall Völker die Geschichte machen über Migrationen und anteilmäßige Vermischungen, und daß sich überall dort, wo sich die Kultur ändert, in der Regel auch die zugrunde liegenden Gene ändern. Einmal stärker, einmal weniger stark. Dieser Zusammenhang ist unübersehbar. Nur in Ausnahmefällen wird Kultur von Menschen anderer Genetik angenommen als der Genetik jener Menschen, die diese Kultur hervorgebracht haben (Glockenbecher-Leute in Spanien zum Beispiel). Anhand solcher Angaben kann also jetzt zunehmend besser erforscht werden, welches Zusammenspiel es zwischen Genen und Kultur gibt (Gen-Kultur-Koevolution).
So darf man es etwa auch als auffällig erachten, daß um 5.700 v. Ztr. die Bandkeramik als völlig neue, sehr charakteristische und eigentümliche Kultur entstand, obwohl - wie schon angedeutet und in den beiden letzten Jahren gut erforscht - der genetische Einfluß der dort zuvor ansässigen einheimischen Bevölkerung dabei durchgehend nur 9 % betragen hat. Dennoch bestand das "Bedürfnis" dieser Menschen - oder sie sahen die Notwendigkeit -, eine ganz neue, eigenständige Kultur zu schaffen und zu leben - insbesondere in weilerartigen Langhäusern anstelle von Mauer an Mauer gebauten dörflichen Siedlung. Und ähnlich kann man sich jetzt auch Gedanken machen zur Entstehung aller anderen hier genannten Kulturen. Lange Jahrhunderte der genetischen und kulturellen Stabilität vor Ort wechseln oft abrupt mit der Zuwanderung neuer Gene und neuer Kultur. Neues entsteht offenbar vor allem dort, wo entweder die demographische und kulturelle Expansivkraft einer Kultur an ihre mehr oder weniger intern vorgegebenen Grenzen stößt und/oder wo äußerer Widerstand nicht mehr von ihr ohne weitere Veränderung zu überwinden ist. Natürlich stellt auch die Weiterentwicklung der Technologie einen wesentlichen Faktor dar, hier insbesondere das Rad, sowie die Domestizierung des Pferdes.
Alles in allem sind Titel und Einleitung deshalb doch berechtigt: Durch alle Ausführungen des vorliegenden Aufsatzes hindurch wird deutlich, daß es immer wieder Völker sind, die die Geschichte bestimmen, Völker, die lange oder kurz leben, Völker, die in gigantischer Weise expandieren und dann zur geschichtlichen Bedeutungslosigkeit zusammen brechen, während andere Völker auf ganz neue Weise expandieren und bis heute im wesentlichen in genetischer Kontinuität weiter leben.
Das Verstummen der Kossinna-Schule innerhalb der deutschen Archäologie nach 1945
Ein Blick in die Wissenschaftsgeschichte - Als Nachbemerkung
11.8.24: Der Verfasser dieser Zeilen hat sich zwischenzeitlich vergleichsweise umfangreich mit der Wissenschaftsgeschichte der "Kossinna-Schule" innerhalb der deutschen Archäologie beschäftigt. Als Vertreter, bzw. Repräsentanten dieser Schule vor 1945 sind namentlich zu nennen neben Gustaf Kossinna selbst seine Schüler Hans Reinerth (1900-1990) (Wiki), Rudolf Stampfuß (1904-1978) (Wiki) und - als der wissenschaftsnahe Förderer seit den frühen 1930er Jahren: Alfred Rosenberg (1893-1946) (Wiki). Archäologische Museen, deren Geschichte in engem Zusammenhang mit dieser Schule standen, waren das Klostermuseum Heiligengrabe in der Mark Brandenburg (Wiki, Prbl2019), das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Wiki), das Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen (Wiki), das Heimatmuseum in Hamborn und Duisburg am Niederrhein, das Freilichtmuseum Oerlinghausen (eröffnet 1936) (Wiki) und schließlich auch das Landesmuseum für Vorgeschichte in Bonn (Wiki) in Form seiner überstürzten "germanophilen" Neugestaltung im Jahr 1936.
Seit Anfang der 1970er Jahre ist die Geschichte dieser "Kossinna-Schule" wissenschaftlich aufgearbeitet worden. Es geschah und geschieht das aber bis heute so gut wie immer nur aus der Sicht ihrer vormaligen Gegner. Die Eigenwahrnehmung der Kossinna-Schule und ihrer Anliegen kam dabei bis heute selten in den Blick. Immerhin ist der Verwalter des umfangreichen Reinerth-Nachlasses im Pfahlbau-Museum in Unteruhldingen am Bodensee, Gunter Schöbel (geb. 1959) (Wiki), der dort seit 1990 als Museumsleiter auch in Nachfolge von Hans Reinerth wirkt, seit mehr als zwanzig Jahren um eine geschichtliche Aufarbeitung des Lebens und Wirkens seines Vorgängers bemüht. In seinen umfangreichen Arbeiten blitzt immer wieder einmal auch die Eigenwahrnehmung der Kossinna-Schule hindurch. In seinen jüngeren Arbeiten noch etwas deutlicher als in den älteren.
Vor allem wird sichtbar, daß dieses vollständige Vergessen auch etwas damit zu tun hat, daß all die vielen Archäologen, die vor 1945 ähnliche Ansichten wie die "engere" Kossinna-Schule vertreten haben, auch dann, wenn sie in Gegnerschaft zu ihrem Hauptvertreter Hans Reinerth standen, an diese ihre eigenen Haltungen und Sichtweisen vor 1945 möglichst wenig erinnert werden wollten und dadurch, daß ihnen das gelang, den Eindruck erweckten, als wären Hans Reinerth und einige seiner Schüler die "einzigen" gewesen, die das Denken der Kossinna-Schule in Deutschland bis 1945 vertreten hätten.
Hans Reinerth wurde also nach 1945 als "Sündenbock" genutzt, auf den man alle Schuld ablud, wonach dann in der deutschen Archäologie einfach getan wurde, als wäre nie etwas gewesen und man schlicht weiter arbeitete, nun ohne "anspruchsvollere" weltanschauliche Einbettung. Aus Sicht der "engeren Kossinna-Schule" um Hans Reinerth konnte das nur als ein heuchlerisches, zutiefst unaufrichtiges Verhalten angesehen werden: So gut wie alle deutschen Archäologen hatten sich vor 1945 zum Nationalsozialismus bekannt, viele auch zu seinen eher verschwommen neuheidnischen, religiösen Anliegen, nicht nur die engere Reinerth-Schule. So wie ja auch viele Abgeordnete des Deutschen Bundestages in der Zeit nach 1945 vor 1945 Mitglieder der NSDAP gewesen waren, und so wie auch die Ministerien nach 1945 voll waren mit ehemaligen Nationalsozialisten. Ja, man denke, sogar führende deutsche Intellektuelle nach 1945, sollen vor 1945 Nationalsozialisten gewesen sein (flüchteten sich aber mitunter in "Demenz" als das bekannt wurde) (Walter Jens etwa).
Daß in der deutschen Archäologie alle Archäologen nach 1945 erneut Lehrstühle besetzen durften, nur die "engere Kossinna-Schule" nicht, und daß sich nach 1945 an deutschen Hochschulen niemand mehr mit Gustaf Kossinna und seinen Sichtweisen identifizierte, führte dazu, daß diese Geistesströmung in einem unglaublich umfangreichen Maße in die Vergessenheit geradezu gestoßen worden ist.
Bei längerer Beschäftigung mit der Geschichte der Kossinna-Schule wird deutlich, daß diese Schule zwar während des Dritten Reiches äußerlich einen scheinbar einflußreichen Förderer besaß in Alfred Rosenberg, daß unterschwellig aber die Mehrheit der deutschen Archäologen unter dem Dach des "Ahnenerbes" von Heinrich Himmler außerordentlich scharf gegen diese Schule arbeitete (!). Es war das eine Auseinandersetzung von mehrheitlich "christlich" orientierten Archäologen einerseits, die sich unter das Dach des "Ahnenerbes" flüchtete. Das Wirken des "Ahnenerbes" war nämlich charakterisiert durch seine Hochwertung von Männerorden (sie mußten sich nur ein "ariosophisches" Kleid geben). Auf der anderen Seite standen die genuin und dezidierter neuheidnisch orientierten Archäologen der Kossinna-Schule, die in Ablehnung stand zu Männerorden und zu "Klerus" in jeder Form. So wie das Neuheidentum von den christlichen Kirchen auch sonst im "Kirchenkampf" während des Dritten Reiches scharf bekämpft worden ist, so fand dieser Kampf zwischen den deutschen Archäologen womöglich noch schärfer, noch erbitterter statt, wobei das für Außenstehende oft kaum sichtbar war.
Es war das ein unglaublich aufwühlendes Geschehen, innerhalb dessen es "mächtigeren Gruppierungen und besseren Netzwerken", die "hinter den Kulissen" wirkten (Schober), gelang, die Kossinna-Schule im engeren Sinne schon während des Dritten Reiches mehr oder weniger in die wissenschaftliche Isolation zu drängen, auch wenn das äußerlich kaum wahrnehmbar ist. Bezeichnend für den Geist dieser Gegnerschaft ist zum Beispiel, daß noch in der ersten, verbrämenden, wissenschaftsgeschichtlichen Darstellung dieses Geschehens die Rede sein konnte von den "Niederungen der Germanophilie", denen sich die christlich und zum Orient hin orientierten Archäologen hätten entgegensetzen müssen während des Dritten Reiches (siehe Bollmus 1970). Es sollte deutlich werden, was damit gesagt werden soll: Aus heutiger Sicht ist Freude am heidnischen Germanentum nicht gleich per se "Niederung". Im Jahr 1970 konnte das aber so von sich seriös anmutenden Archäologen formuliert werden. So stark und lang wirkten solche Emotionen damals nach.
Die nichtchristlich gesonnenen Archäologen hatten einfach - auch während des Dritten Reiches - "das falsche Gesangbuch" wie es der Archäologe Rudolf Stampfuß ausdrückte.
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| Abb. 6: Fröhliche Popularisierung vorgeschichtlicher Forschung - ein wesentliches Charakteristikum in der Gründerzeit des Faches Vor- und Frühgeschichte - Szenenbild aus dem Stummfilm "Lebendige Vorzeit" aus dem Jahr 1920 (aus Strobel 2003) |
Wie erschütternd das Verstummen der Kossinna-Schule der deutschen Archäologie nach 1945 erlebt werden kann, wird aber im Grunde erst deutlich, wenn man sich mit dem ungeheuer lebendigen wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen, ja, mit dem damit verbundenen kulturellen und religiösen Aufbruch beschäftigt, der ab den frühen 1920er von der Kossinna-Schule verkörpert worden ist (s. Abb. 6). Es waren das alles ursprünglich viele fröhliche Hobby-Archäologen, die einfach aus Begeisterung für die Sache die wissenschaftliche Entwicklung der Archäologie kräftig voran trieben, und denen es auch spielend gelang, in der Öffentlichkeit großes Interesse und große Aufmerksamkeit für ihre Forschungsergebnisse zu gewinnen.
Soweit nur als Ausblick auf ausführlichere Beiträge zur Geschichte der Kossinna-Schule, die wir schon länger in der Schubladen liegen haben.
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*) David Reich holt auf die Frage, wie die Archäologen auf die neuen Ergebnisse reagiert haben, in angemessener Weise weiter aus (1):
Ich denke, das ist eine gute Frage. Archäologen sind Wissenschaftler, sie sind stark daran interessiert zu probieren herauszubekommen, was sie über die Vergangenheit lernen können. Und ihre wissenschaftliche Gemeinschaft hat Naturwissenschaft wieder und wieder und wieder als einen Weg begrüßt, um etwas Neues über die Vergangenheit zu lernen. Was nun hier in der Archäologie passiert, das ist sehr ähnlich zu der C14-Revolution, als man mit dem Jahr 1949 (...) herausbekam, daß man Funde datieren kann (...) und daß dadurch eine absolute Chronologie für die Vergangenheit erstellt werden kann. Und dies widerlegte viele Annahmen über die Vergangenheit. Die ersten Steinmonumente stammen nicht aus dem Nahen Osten, aus Ägypten und Mesopotamien, sie traten vielmehr erstmals in Westeuropa auf und an Orten wie Stonehenge.
Nun, da nennt er - klugerweise - eher ein Ausnahmephänomen (das im übrigen mit Göbekli Tepe sogar ebenfalls als solches infrage gestellt werden kann). Aber auf die Regel kommt er ja dann auch schon im nächsten Satz zu sprechen:
Also alle Chronologien zeigen, daß alle Erfindungen aus dem Nahen Osten kamen und daß sich die Zeitspannen alle verändert haben. Die Archäologen haben diese neuen Techniken der Naturwissenschaft begrüßt wieder und wieder und begrüßen auch diese neue. Ich denke, es gibt hier in der Genetik eine besondere Sensibilität, denn wir reden hier über die Bewegung von Menschen und das hat politisch ziemlich starke Bedeutung erhalten in den Schwierigkeiten des 20. Jahrhunderts. Denn in den Anfängen der Archäologie gab es Menschen, die Gruppen - wie die Kultur der Schnurkeramik aus Osteuropa - zum Beispiel als die Begründer der indoeuropäischen Sprachen identifizierten. Sie breiteten sich über Osteuropa aus, es gab deutsche Archäologen, die behaupteten, daß die Völker, die in indoeuropäischen Sprachen wurzeln, sich in alle Richtungen ausbreiteten, daß ihr Heimatland Deutschland war oder in Nachbarländern. Und sie sprachen sie als das ursprüngliche Volk an und als nationales Ursprungsland von Deutschland und es wurde im Zweiten Weltkrieg benutzt als Teil der propagandistischen Rechtfertigung für die Ansprüche auf Land. Deshalb hat die archäologische und anthropologische Forschungsgemeinschaft nach dem Zweiten Weltkrieg darauf sehr stark reagiert. Sie argumentierten und pflückten - wie Wissenschaftler das so tun - die Argumente auseinander, die benutzt worden waren, um zu behaupten, daß das von Seiten der Schnurkeramiker Wanderbewegungen waren. Und sie zeigten die Probleme auf, die es mit dieser Argumentation gab. Und es wurde sehr unpopulär in der Archäologie - und das ist es dort immer noch vielerorts - Wanderbewegungen anzunehmen. Die Annahme ist, daß der Wandel und die Ausbreitung von Kulturen sich durch die Kommunikation von Ideen vollzogen hat und nicht durch die Wanderungen von Menschen (oder Völkern). Und die Genetik fand nun Beispiele wie die Schnurkeramiker-Expansion - auch wenn sie in umgekehrten Richtung verlief, nicht vom Westen nach Osten wie die Archäologen ursprünglich sagten, sondern von Osten nach Westen - die zeigen, daß Wanderbewegungen durchaus sehr wichtig waren in der menschlichen Geschichte ebenso wie Vermischung. Und ich denke, daß es sehr interessant ist, damit in Übereinstimmung zu kommen. Und im Zusammenhang mit den Veröffentlichungen, an denen ich beteiligt war, bei einer besonders, der Entdeckung dieser Hauptexpansion von der Steppe nach Mitteleuropa hinein, schrieb ein deutscher Archäologe an alle Mitverfasser dieser Veröffentlichung: "Das ist wie die 'Siedlungsarchäologie' von Gustaf Kossinna vom Beginn des 20. Jahrhunderts. Wir können bei einer solchen Wiederbelebung nicht mitmachen, auch wenn es nur eine kleine ist." Und die Archäologen begannen, von der Autorschaft der Veröffentlichung zurückzutreten. Deshalb mußten wir die Veröffentlichung umschreiben und dann machten sie alle wieder mit.
Lachen im Publikum.
Also das ist ein sehr sensibles Thema - und es ist angemessener Weise ein sensibles Thema. Es gibt da diese Frage in der Archäologie, die "Pots versus People"- ("Gefäße versus Völker"-)Debatte, die Frage, ob kultureller Wandel über die Weiterverbreitung von Ideen zustande kommt oder über Wanderbewegungen. Und wir können das zum ersten mal beantworten mit den genetischen Daten. Vorher hat man versucht das zu beantworten über die Schädelformen. Aber das war nicht sehr genau und es gab zu viele Probleme damit. Aber man kann das jetzt beantworten. Es ist eine beantwortbare Frage.
**) Als eine besonders merkwürdige Reaktion auf das Lachen des alten Kossinna da oben im Himmel - und gleichzeitig auf die Zuwanderungen nach Deutschland im Jahr 2015 - sind die Ausführungen des Archäologen Harald Meller (geb. 1960) (Wiki) im Vorwort zu einem Tagungsband zu einer im Oktober 2016 in Halle abgehaltenen Archäologen-Tagung zu diesem Thema anzusprechen (12). Der Sache nach akzeptiert er jetzt schon, daß der alte Gustaf Kossinna so Unrecht nicht gehabt haben wird. Nach dem reinen Sachreferat stellt er sich Migration in der Vorgeschichte dann aber folgendermaßen interpretierend vor (12):
"In beiden Fällen - Migration und Ankunft von Migranten - handelt es sich um historische Ereignisse, die sich auf den regelmäßigen Ablauf des täglichen Lebens - vor allem in seßhaften Gesellschaften - auswirken, ...."
... das wird durchaus so vermutet werden dürfen, ja .... Die:
"... aber gleichzeitig zur erfolgreichen Entwicklung der Gemeinschaft beitragen, bzw. für diese notwendig sind."
Wir versuchen, ganz ruhig zu bleiben und diese Sätze so gelassen und emotionslos wie nur möglich einzuordnen. Man wird wohl doch in aller Zurückhaltung sagen dürfen, daß dies eine recht kühne Behauptung ist. Woher weiß Harald Meller von dieser "Notwendigkeit"? Das ist ja ein durchaus interessanter und erörterbarer Geschichtsbegriff. Aber ein solcher müßte doch einmal sehr ausführlich erörtert werden, bevor man ihn so glattweg unterstellen könnte. Was aber doch noch viel wesentlicher ist: Es wird doch wohl sehr infrage gestellt werden dürfen, ob alle Zeitgenossen in der Vorgeschichte von einer solchen "Notwendigkeit" gar so sehr überzeugt gewesen sind wie Harald Meller das heute ist und unterstellt. Harald Meller setzt diese Überzeugung aber rundum voraus, wenn er weiter schreibt (12):
"Es ist daher zu erwarten, daß die vor- und frühgeschichtlichen Gesellschaften über Strategien verfügten, die sowohl die Mobilität als auch die Aufnahme von Personen und Gruppen regelten und traumatische Begegnungen verhinderten."
Das ist also eine ganz neue Form, mit Kossinna'schen Geschichtsbildern umzugehen. Man ahnt schon wieder recht deutlich, wie sich die Gesichtszüge des alten Kossinna droben im Himmel zuckend zusammen ziehen. So als ob er reinen Zitronensaft zu probieren gekriegt hätte.
Nehmen wird doch - zum Beispiel - die neolithischen Bauern der Trichterbecherkultur. Wie haben diese die Schnurkeramiker begrüßt? Das wird gewiß alles künftig noch genauer erforscht werden. Einstweilen kennen wir nur das Grab der schnurkeramischen Familien von Eulau (Wiki) an der Saale in Sachsen-Anhalt, fünf Kilometer nördlich von Naumburg, wo Familienmitglieder bäuerliche Pfeilspitzen im Hinterkopf hatten und gemeinsam bestattet wurden, also aller Wahrscheinlichkeit nach gemeinsam zu Tode kamen in einem Massaker. Die Pfeilspitzen stammten von Bauern, die 60 Kilometer weiter nördlich im Harz lebten. Um diesen Befund den Meller'schen Gedanken zuzuordnen: Da waren wohl einige Einheimische von der Weltgeschichte doch noch nicht so ganz ausreichend in den "Strategien" geschult worden, "traumatische Begegnungen" zu verhindern. Von Meller selbst stammt eine wissenschaftliche Veröffentlichung über diese Funde.
Nun, zu all dem könnte wohl noch unendlich viel gesagt werden. Aber das soll hier nicht gar zu sehr ausgewalzt und ausgerechnet gegen Harald Meller verwendet werden. Es wird hier auch nur der Vollständigkeit halber eingefügt. Sonst macht Harald Meller nämlich schon seit vielen Jahren viel beachtete und ganz hervorragende wissenschaftliche Arbeit. So viele grundlegend neue archäologische Erkenntnisse kamen in den letzten Jahren immer wieder gerade aus Sachsen-Anhalt. Und Meller ist doch offensichtlich einer der ersten Archäologen, der umfangreich Knochenfunde zur Auswertung den Genetik-Laboren zur Verfügung gestellt hat. Er war offenbar nur zeitweise ein wenig entsetzt über die Ergebnisse*). Und er versucht sie nun hier ein wenig gar zu einseitig harmonisierend zu interpretieren, vielleicht beeinflußt durch die politische Zeitstimmung, die ihn in diesen Jahren umgibt. Irgendwann wird sich das Pendel der Interpretationen der geschichtlichen Daten wohl wieder auf ein vernünftiges Mittelmaß einpendeln, das nicht gar zu pauschal heute in Mitteleuropa verinnerlichte Strategien vorgeschichtlichen Bevölkerungen zuspricht.
Wobei sogar etwas gar zu sehr harmonisierend übersehen wird, daß wir es auch heute oft mit traumatisierten Menschen zu tun haben, die andere Weltteile aufsuchen. Aber auch die Behauptung, daß solche traumatisierten Menschen aus anderen Weltteilen "notwendigerweise" die Entwicklung von Gesellschaften an ihren Ankunftsorten voran bringen, dürfte auch aus rein wissenschaftlicher Perspektive - und gerade auch vor dem Hintergrund der neuen Ancient-DNA-Ergebnisse - in ihrer pauschalen Art als außerordentlich kritikwürdig zurückzuweisen sein. Selbst unabhängig von der Ancient-DNA-Forschung können doch schließlich haufenweise Migrationen in der Geschichte angeführt werden, durch die die gesellschaftliche Entwicklung vor Ort um Jahrhunderte, wenn nicht um ganze Jahrtausende zurück geworfen worden ist, durch die ganze Völker und Weltteile versklavt worden sind, ausgerottet worden sind, durch die kulturelle Vielfalt vernichtet worden ist, durch die ganze Hochkulturen untergegangen sind und so weiter und so fort. Viele naturwissenschaftliche Erkenntnisse des Aristoteles (etwa auf dem Gebiet der Meeresbiologie) sind erst in den letzten Jahren als solche wieder entdeckt worden, weil es zwischen ihm und uns - zwischen 375 und 500 n. Ztr. - krasse Migrationen gab, die eine Hochkultur zerstörten. Und diese Ausführungen nur, um zu diesem Thema auch nur das Allerwenigste gesagt zu haben.
Ergänzung 5.7.2020: Schon im Jahr 2018 ist ein Buch von Harald Meller erschienen, in dem auf die Erkenntnisse der Archäogenetik deutlich gelassener reagiert wird. Es heißt da (21, S. 172): "Die Ur- und Frühgeschichte hatte sich nur zu bereitwillig für die pseudowissenschaftlichen Zwecke des Nationalsozialismus einspannen lassen. Sie suchte eifrig, (...) die Überlegenheit der "nordischen Rasse" zu demonstrieren. (...) Da überrascht es nicht, daß sich die westdeutsche Archäologie nach dem Zweiten Weltkrieg in dieser Hinsicht äußerst zurückhaltend zeigte - und mit allem Völkischen auch den Begriff Volk entsorgte. (...) Seither beschränken sich Archäologen darauf, 'Kulturen' und 'Kulturgruppen' am Werk zu sehen. (...) Wen überrascht es angesichts solch nüchterner Terminologien, daß sich bei den Menschen nur schwer Interesse für die eigene Geschichte wecken läßt?" In diesen wenigen Worten ist eigentlich zur Thematik alles gesagt, was gesagt werden muß. Und in ihnen steckt vermutlich noch mehr drin, als sich die beiden Verfasser bei der Formulierung dieser Worte bewußt gewesen sein werden. Jedenfalls treffen sie den Nagel - sozusagen - mehr als hundert Prozent auf den Kopf. Und Gustav Kossinna? Nun, er wird schon wieder mit etwas entspannteren Gesichtszügen auf uns Nachgeborene schauen ..........
***) Ergänzt 12.7.2019: Dessen Volk vermutlich 30.000 Jahre alt ist (19, 20).
****) / Erwachsenen-Rohmilch-Verdauung vor 12.000 Jahren im Rhonetal /
Auch zur Herkunft, Entstehung und Ausbreitung der angeborenen
Erwachsenen-Rohmilch-Verdauung, für die sich Humangenetiker seit
Jahrzehnten so stark interessieren, gibt es neue, allerdings noch nicht
sehr stark abgesicherte Erkenntnisse:
The approximately 12,000 year old WHG individual Iboussieres-25
appears to carry the derived allele at the SNP rs4988235 that is
strongly associated with lactase persistence in present-day Northern
Europeans. Four reads at this SNP all carry the derived allele, although
we caution that this is a C>T SNP in a non-UDG treated sample and so
might be affected by deamination, and two reads at neighboring SNPs do
not support the persistence haplotype, at least in a homozygous state
(Supplementary Figure S2.3). The observation of this allele, long before
domestication and dairying, would be surprising, but might be
consistent with observation of lactase persistence in early Neolithic
populations in Iberia and Sweden - observations that were themselves
surprising based on the absence of persistence in large samples of
Anatolian Neolithic and LBK individuals. One possibility is that the
allele was widely distributed at low frequencies before being strongly
selected in the Bronze Age, perhaps due to the spread of dairying.
Erwachsenen-Rohmilch-Verdauung könnte also schon bei
westeuropäischen Jäger-Sammlern um 10.000 v. Ztr. im Rhone-Tal westlich
der Alpen vorgelegen haben. Und deshalb überraschend früh auch bei den
Trichterbecherleuten, den ersten Bauern in Skandinavien. Daß es die
Trichterbecherleute bei ihrer Milchviehhaltung brauchten, ist
nachvollziehbar, aber wozu brauchten die dieses Gen vor 12.000 Jahren im
Rhone-Tal? Das ist in der Studie nicht weiter behandelt, aber es kann
gefragt werden: Haben die sich etwa von ihren Frauen auch noch im
Erwachsenenalter "stillen" lassen? Eine solche Möglichkeit könnte ja
auch einmal völkerkundlich aufgearbeitet werden. Erinnert man sich doch
daran, daß Frauen auf Papua Neuguinea auch kleine Schweinchen, die im
Haushalt leben, stillen. Und immerhin ist ja ein solches Geschehen unter
Erwachsenen - als "Caritas Romana" - in der europäischen
Kunstgeschichte, auch in der christlichen immer wieder einmal
thematisiert worden (Wiki).
Und 1903 wurde von einem Carl Buttenstedt regelmäßiges Trinken an den
Brüsten der Ehefrau sogar zur Empfängnisverhütung vorgeschlagen (Wiki). Na, wenn das keine Idee ist.