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Sonntag, 21. Oktober 2007

Menschliche kulturelle Vielfalt in Gefahr

Die kulturelle Vielfalt der Menschheit nimmt drastisch ab, weil die Sprachen vieler kleiner Völker und Volksstämme aussterben und mit ihnen ein einzigartiger, nie mehr zu konstruierender Blick auf die Welt, bzw. Wissen über die Welt. ("National Geographic")
The research has revealed five hotspots where languages are vanishing most rapidly: eastern Siberia, northern Australia, central South America, Oklahoma, and the U.S. Pacific Northwest.
Bildunterschrift in "National Geographic": Among the world's disappearing tongues is northern Australia's Magati Ke—still spoken by "Old Man" Patrick Nanudjul (far left), who is in his 70s.

Dienstag, 10. Juli 2007

Verbrechen unter Putin's Regierung


Verbrechen, die in diesem Video (Youtube) dargestellt sind, passieren in jenem Land, das unter der Regierung von Wladimir Putin steht, den westliche Politiker anlächeln, mit dem sie Hände schütteln, für den sie gute Worte haben.

Man ist nicht jemand, der gerne auf solche Video's hinweist. Es ist aus der "New York Times" vom Oktober letzten Jahres.

Man hat kein Verständnis für Frau Merkel und ihre gesamte Regierung, daß ihr überhaupt noch persönliche Begegnungen mit diesem Herrn Putin angenehm sind.

Mittwoch, 14. Februar 2007

Saddam Hussein - ist er wichtig?

In der neueste Ausgabe der Zeitschrift der "Gesellschaft für bedrohte Völker" (1/2007) schreiben Udo Fahlbusch und Tilman Zülch einen Nachruf auf Saddam Hussein mit folgendem Titel: "Opfer hätten mehr Aufmerksamkeit verdient". Einige Auszüge:

1987 "verurteilte das Bonner Landgericht die Gesellschaft für bedrohte Völker zu zwei Mal 500.000 DM für eine etwaige Wiederholung der Behauptung, die Firmen Pilot Plant und Karl Kolb hätten durch ihre Beteiligung an dem Aufbau der Giftgasindustrie Mitschuld an der Vernichtung der kurdischen Dorfbewohner. Erst das Kölner Landgericht hob dieses Urteil wieder auf, nachdem wir die gleichlautende Behauptung der 'Jerusalem Post' publiziert hatten. (...)

Es scheint, als hätte die Vollstreckung des Todesurteils viel mehr Aufsehen erregt, als das Schicksal der etwa 500.000 Kurden, die seit dem Machtantritt Saddam Husseins ums Leben gekommen sind. (...)

Saddam Hussein wurde hingerichtet. Die Intervention 2003 jener Staaten, die seine Verbrechen Jahre und Jahrzehnte hingenommen haben und durch Waffenlieferungen ermöglichten, hat das Morden im Irak nicht beendet. (...)

Auch wir haben die Exekution des Kriegsverbrechers Saddam Hussein verurteil, denn auch Diktatoren sind letztlich Menschen. Aber wir hätten uns mehr Öffentlichkeit und von manchem auch mehr Mitgefühl für Saddams Opfer und eine deutliche Verurteilung seiner Verbrechen in jenen 30 Jahren (1968 - 2003) gewünscht. Hier könnte man Joschka Fischer zitierten, der 1980 in seinem Buch 'Von Grüner Kraft und Herrlichkeit' selbstkritisch schrieb: 'Die Linke hat immer dann zu Völkermord geschwiegen, wenn die Opfer keine Linken waren, und sie waren meistens keine Linken'. Zu den Opfern von Völkermord zählte Fischer damals schon die irakischen Kurden. Später, während seiner Regierungszeit, vergaß er die Tschetschenen, als Rußlands Präsident Putin deren Hauptstadt Grosny dem Erdboden gleichmachte."

Kein Krimi - Realität, in Deutschland

Da man sich in früheren Jahren viel mit Tschetschenien beschäftigt hat, und nachdem sich niemand sonst in Deutschland für objektive und regelmäßige Berichterstattung und Beurteilung der Verhältnisse in Tschetschenien eingesetzt hat außer der "Gesellschaft für bedrohte Völker" in Göttingen, ist man Mitglied dieser Gesellschaft geworden. Ihr Prinzip lautet: "Auf keinem Auge blind." Immer wieder stechen die Stellungnahmen von Tilman Zülch, ihrem Gründer und langjährigen Vorsitzenden, zu politischen Ereignissen in dieser Welt deutlich heraus aus sonstigen politischen, angeblich ach so "kritischen" Kommentaren. Die Arbeit der GfbV wird von der deutschen Öffentlichkeit fast gar nicht - oder viel zu wenig - zur Kenntnis genommen.

Nun entdeckt man gerade das neue Netztagebuch von Sarah Reinke, der Mitarbeiterin der GfbV, die seit Jahren für die Tschetschenien-Arbeit der GfbV zuständig ist. Man hat lange nichts mehr von Tschetschenien gehört - hier steht alles wieder direkt neben einem, was dort alltäglich geschieht: eine Häßlichkeit nach der anderen in ununterbrochener Reihenfolge. Und in Deutschland haben die deutschen Behörden für diese verfolgten Menschen oftmals nicht das geringste Verständnis. Wenn man sich die pausenlose und ständige Gleichgültigkeit des Westens über die Zustände in Tschetschenien klar macht, versteht man viel, wenn nicht alles über den eigentlichen moralischen Zustand unserer, angeblich so "humanen" Welt.

Müssen hier Auszüge gebracht werden? Die bekannte tschetschenische Menschenrechts-Arbeiterin Lipkan Basajewa wird noch diesen Monat aus Hamburg nach Tschetschenien zurückkehren - also in den Herrschaftsbereich jenes Machthabers, unter dem gerade erst die russische Journalistin Anna Politowskaja wegen ihrer kritischen Berichterstattung über Tschetschenien ermordet wurde. Fast möchte man eine solche Rückkehr "Wahnsinn" nennen. Auf diesem Netztagebuch wird darüber in "Echtzeit" berichtet.

Andere Fälle von in aller tiefstem Maße gedemütigten, mißhandelten Menschen und Familien, die jede Form menschlicher Gewalt und Grausamkeit erlebt haben, werden geschildert, Menschen, die kein selbstverständliches Gastrecht in Deutschland genießen. Das Blut erstarrt einem in den Adern. Die Geschichte wird deutsche Politiker von heute anders beurteilen als die heutige deutsche Öffentlichkeit. Sie wird sie - unter anderem - daran messen, wie sie sich gegenüber dem Schicksal des tschetschenischen Volkes verhalten haben. Das Urteil kann nur gnadenlos vernichtend ausfallen genauso gnadenlos, wie sie sich gnadenlos gleichgültig gegenüber Menschenschicksalen verhalten, um "gut Freund" zu sein mit jemanden wie - - - Putin.
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