Natürlich ist der Fund heute überall in der Presse: die neue Mammutzahn-Figurine aus der Höhle am Hohen Fels in der Schwäbischen Alp (BdW, Spektrum). Dennoch aber sei er auch auch hier noch einmal dokumentiert (1-3) (s. a. Wiki).
Unsere Vorfahren. Sie waren an Fleisch und Beute interessiert - auch in ihrer Kunst. Man sehe sich dazu die Höhlenmalereien in Frankreich und Spanien an. Und bei Menschen waren sie auch - oder sogar vor allem - an den primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen interessiert, also offenbar von der Geschlechtlichkeit des Menschen "überwältigt". Das ist auch noch in den ersten Ackerbauern-Gesellschaften im Vorderen Orient und in Europa und in deren Kunst sichtbar.
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| Abb. 1: Körperschmuck aus Nordafrika, 110.000 Jahre alt |
Aber Körperschmuck ist nach allem, was wir bisher wissen, noch älter. Schon vor einigen Wochen wurde der Fund dieser neu entdeckten Teile einer Kette veröffentlicht, die jüngst in Nordafrika gefunden worden sind und 110.000 Jahre alt sein sollen.
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| Abb. 2: Aus Frankreich |
Auch dieser Fund ist der Forschung schon länger bekannt und stammt aus Frankreich.
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| Abb. 3: Die neue Venus vom Hohen Fels |
Hier nun die neue "Venus" vom Hohen Fels in der Schwäbischen Alp.
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| Abb. 4: Die neue Venus vom Hohen Fels |
Ergänzung 30.6.2019: Heute, zehn Jahre später, wissen wir sehr viel besser, daß es ganz richtig nicht ist, wie oben geschehen, so ganz undifferenziert von "unseren Vorfahren" in Bezug auf die Eiszeitjäger der Kultur des "Gravettien" zu sprechen. Über die Ancient-DNA-Forschung haben wir inzwischen besser verstanden, wie viel genetische Veränderung es seither noch in Europa gegeben hat, und daß das Volk der Eiszeit- und Mammutjäger des Gravettien längst als ausgestorben gelten muß. So wie die Neandertaler, so wie der ersten Ackerbauern Europas und so weiter. In nächster Zeit wird es sicher genetische Tests geben, die jedem von uns nicht nur - wie bisher - ihren individuellen Anteil Neandertaler-Gene im Genom anzeigen, sondern auch ihren individuellen Anteil Gravettien-Gene und so weiter.
Die eindrucksvolle Darstellung von "kräftigen" Körpern und auch von Geschlechtlichkeit findet man heute am ehesten noch in ursprünglicher Kunst in Afrika. Und so wird erahnbar, daß auch die Eiszeitjäger Europas im äußeren Erscheinungsbild (Haut- und Haarfarbe) noch viel afrikanisches genetisches Erbe in sich trugen.
Ergänzung 21.1.2026: Die Kultur des Aurignacien war genetisch grob gesprochen geprägt von heutiger Papua-Genetik (Stg2021). Vielleicht kann über diese Venus vom Hohen Fels aus der Zeit vor 35.000 Jahren Ähnliches gesagt werden wie es über das traditionelle Kunstschaffen in Papua Neuguinea gesagt worden ist (KunstFilm2015):
... Die meisten Geräte sind komplett dekoriert - etwa mit einem abstrahiert kopulierenden Paar auf einer Schale ... eine endlose Zunge geht nahtlos in einen Penis über ... Frauenfiguren mit gespreizten Beinen, die im Spagat ihre Vulva zeigen ... Hiesige Betrachter empfinden diese Arbeiten oft als abweisend, aggressiv oder dämonisch - aber sollen sie so wirken? Ethnologen haben emsig Sozialstrukturen und Weltbilder dieser Völker ergründet, doch zu ihrem überbordenden Formenreichtum können sie wenig sagen.
Literatur:
- Conrad, Nicholas J.: A female figurine from the basal Aurignacian of Hohle Fels Cave in southwestern Germany. In: Nature Volume 459, pages 248–252 (14 May 2009), https://www.nature.com/articles/nature07995
- Mellars, Paul: Origins of the female image. In: Nature, April 2009, https://www.nature.com/articles/459176a.pdf
- https://de.wikipedia.org/wiki/Venus_vom_Hohlefels
- Bading, Ingo: 10.000 Jahre lang lebte ein großes Volk in Europa Das Volk der west- und mitteleuropäischen mesolithischen Fischer, Jäger und Sammler, 14.4.2019, https://studgendeutsch.blogspot.com/2019/04/10000-jahre-lang-lebte-ein-groes-volk.html




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