Dienstag, 13. März 2007

Von der Schönheit des menschlichen Körpers

Natürlich spielt Nacktheit eine "unübersehbare" Rolle in der menschlichen Kultur, im menschlichen Zusammenleben und in der menschlichen Kunst. - "Natürlich"? - Parallel zum Niedergang des Christentums haben sich während des 20. Jahrhunderts viele Menschen über einen neuen gesellschaftlichen Umgang mit Nacktheit Gedanken gemacht. Am intensivsten geschah dies wohl während der 1920er Jahre. Aber auch vorher und später.

Wahlloses, schrankenloses, grenzenloses - zumeist allein mediales - Zurschau-Stellen von Nacktheit, wie man es heute vielerorts für opportun und richtig hält, muß ja nicht der einzige und der sinnvollste Weg einer Kultur im Umgang mit Nacktheit sein. In der Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts findet man dazu mancherlei Alternativen.

Im Netz findet sich ein erster, recht brauchbarer Überblick zur Vielfalt der Freikörperkultur-Magazine in Deutschland während des 20. Jahrhunderts. Diese Vielfalt ist erstaunlich und überraschend. Etwa 40 Magazine allein für Deutschland und Österreich. Sie nennen sich "Blätter freier Menschen", "Lichtfreunde", "Die Schönheit". Oder auch: "Lebensfreude", "Sonnenfreude". "Geist und Schönheit". Oder: "Die Freude". "Humana - Monatsschrift für freies und menschenwürdiges Leben".

Wie eine Kultur mit der berauschenden Schönheit menschlicher Körper umgeht, ist wohl sehr entscheidend für viele weitere Aspekte einer solchen Kultur. Während sich die wissenschaftliche Unterscheidung zwischen Wahr und Falsch inzwischen weitgehend gegenüber der früheren mosaischen Unterscheidung zwischen Wahr und Falsch durchgesetzt hat (s. Jan Assmann), wäre noch zu klären, ob eine etwaige mosaische (oder christliche) Unterscheidung zwischen Schön und Häßlich von der weit verbreiteten Wahllosigkeit in diesen Dingen heute als wirklich überwunden angesehen werden kann. Oder ob der heutige Umgang damit nicht einfach nur das seitenverkehrte Spiegelbild vergangener, wahllosler christlicher Unterscheidungen zwischen Schön und Häßlich ist.












































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