Freitag, 29. Mai 2026

Krasse IQ-Unterschiede zwischen den Völkern Westeurasiens - Zwischen 6000 und 2000 v. Ztr.

In den Völkern Westeurasiens standen tausende von Genorten in den letzten 8000 Jahren unter gerichteter Selektion
Ergänzendes zum letzten Blogartikel

Vorbemerkung: Ach, Ihr armen deutschen Archäologen. Jetzt müßt Ihr irgendwann auch noch "The Bell Curve" (Wiki) lesen oder Richard Lynn lesen (gnxp2006), um zu verstehen, was für Prozesse Ihr da schon seit vielen Jahrzehnten erforscht. Ihr werdet irgendwann auch noch zu Evolutionären Anthropologen umschulen müssen. Keiner von euch wollte das, gewiß nicht. Nein. Aber jetzt könnt ihr dem bald gar nicht mehr ausweichen. Dieser Blog möchte euch herzliches Beileid wünschen anläßlich des Untergangs so vieler Weltbilder, die ihr gerade miterlebt. Nun, es gibt einen Trost: Das Gerücht vom Absterben veralteter Weltbilder spricht sich manchmal nur verzweifelt "Schnecken-haft" herum. Im Zeitlupen-Tempo. Insofern sind solche Beileidwünsche sicherlich noch etwas verfrüht. Womöglich wißt ihr noch gar nicht, wer gestorben ist. Womöglich wißt ihr noch gar nicht, welch große Trauerzeit auf euch zukommt ... 

Abb. 1: Angeborene Eigenschaften verschaltet an nur einem einem Genort - Gerichtete Selektion zwischen 8000 vor heute und heute (aus 1)

Jedenfalls: Während der Durchschnittsmensch - und damit auch der Durchschnitts-Archäologe - aufgrund der öffentlich-rechtlichen Desinformation mehrheitlich immer noch der diffusen Meinung anhängt, Intelligenz und Schulerfolg wären vornehmlich abhängig von Umwelteinflüssen und Lern-Anstrengungen, ist innerhalb der Wissenschaft längst klar, daß die Intelligenz-Unterschiede zwischen den Menschen zu 80 % erblich sind und - - - daß sie in den letzten 10.000 Jahren eine erhebliche evolutionäre Entwicklung durchlaufen haben - zusammen mit unglaublich vielen anderen angeborenen Eigenschaften. Und daß sie deshalb auch sehr deutlich unterschiedlich auf Völker verteilt sind oder sein können, sowohl in der Geschichte wie in der Gegenwart.

Wenn damit keine Weltbilder zusammen krachen - - - womit, bitteschön, sollen sie denn dann noch zusammen krachen?

Die neueste und sehr revolutionäre "Nature"-Studie zu diesem Thema (1) haben wir schon behandelt anhand eines Interviews von David Reich (Stg26), sowie anhand einer Parallel-Studie von Davide Piffer (Stg26a). Im vorliegenden Beitrag blicken wir noch einmal in den Text selbst der Reich-Studie hinein, sowie in ihre Abbildungen (Abb. 1 bis 3) und und lassen am Ende noch einige Zitate der Wissenschaftsberichterstattung über diese Studie auf uns wirken. In der Studie heißt es unter der Zwischenüberschrift "Hundreds of cases of directional selection" (1):

Wir fanden Hinweise auf 479 unabhängige Loci (410 unter Ausschluß der HLA-Region). (...) Die tatsächliche Zahl der unter Selektion stehenden Loci dürfte wahrscheinlich weitaus höher liegen. (...) Wir identifizierten 7.689 Nicht-HLA-Loci, was auf mehr als 3.800 unabhängige Selektionsereignisse hindeutet. (...) Downsampling-Analysen zeigten, daß weitere Erhöhungen der Zahl der auszuwertenden Archäogenome die Anzahl der detektierten Loci voraussichtlich weiter erhöhen werden, wobei Menschen, die vor mehr als 8.000 Jahren lebten, den größten zusätzlichen Nutzen bringen (werden Extended Data 1d,e).
We found evidence of 479 independent loci (410 excluding the HLA region). (...) The actual number of loci under selection is likely to be much larger. Using a threshold of |X| > 3.61 (FDR = 50%), we identified 7,689 non-HLA loci, implying more than 3,800 independent episodes of selection. (...) Downsampling analyses showed that further increases in sample size are expected to increase the number
of detected loci further, with people living more than 8,000 years ago providing the most added power (Extended Data Fig. 1d,e).

Gehen wir die angeborenen Eigenschaften in der Reihenfolge durch, in der sie als Grafiken in der Studie präsentiert werden (siehe hier Abb. 1 bis 3). 

Zunächst werden 36 angeborene Eigenschaften behandelt, die nur an einem einzigen Genort verschaltet sind, der schon für sich genommen erhebliche phänotypische Auswirkungen hat (Abb. 1 und 2). (Hierbei handelt es sich also nicht um "Small-Effect"-Gene, sondern um Gene mit erheblicher Auswirkung. Es handelt sich um "monogen" verschaltete Eigenschaften.)

In Abbildung 1a sehen wir, daß es Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) (Wiki) vor 2000 v. Ztr. in Westeurasien gar nicht gab und ihre Häufigkeit dann stetig bis heute angestiegen ist. In Abbildung 1c sehen wir, daß glattes Haar und die Neigung zu Glatzenbildung in den letzten 4000 Jahren deutlich zugenommen hat (oder soll das bedeuten: daß sie deutlich zurück gegangen ist?). Die Tuberkulose-Wahrscheinlichkeit lag bei den Jamnaja ab 3.300 v. Ztr. sehr hoch und erreichte bis 2000 v. Ztr. in Westeurasien - also seit und nach ihrer Ausbreitung - ihren Höhepunkt. Wir erwähnen hier nicht alles in den Abbildungen Präsentierte. Das kann der Leser sich das ja selbst vervollständigen durch eigene Durchsicht. 

Verschiedene Genorte, die mit heller Haut- und Haarfarbe in Verbindung stehen, waren bei der anatolisch-neolithischen Herkunft und bei der Jamnaja-Herkunft vergleichsweise häufig und ihre Häufigkeiten sind in den Völkern Westeurasiens dann seit der Vermischung der beiden Vorfahrengruppen miteinander bis heute stetig weiter gestiegen (Abb. 1 j-q).

Abb. 2: Angeborene Eigenschaften verschaltet an nur einem einem Genort - Gerichtete Selektion zwischen 8000 vor heute und heute (aus 1)

In Abb. 2 s und t finden sich die gerichteten Selektionstrends von zwei weiteren Erbvarianten für Zöliakie dargestellt.

In Abb. 3 werden dann angeborene Eigenschaften behandelt, die an viele Genorten mit Small-Effekt-Genen verschaltet sind, für die also ein "polygenic Score" erstellt werden muß. Im nächsten Zitat werden wir noch hören, daß insbesondere psychische angeborene Eigenschaften polygenetisch verschaltet sind.

Oben links ist der Rückgang der Häufigkeit von dunkler Hautfarbe in Westeurasien dargestellt, dann der Rückgang von Fettleibigkeit. In der zweiten Reihe ist dargestellt der Rückgang einer erblichen Variante der Schizophrenie. Von der waren die anatolisch-neolithischen Bauern schon recht gut durch Selektion "kuriert", aber die europäischen Jäger und Sammler und die Jamnaja noch nicht. Für die Interpretation dieses Sachverhaltes gibt es sicherlich sehr, sehr unterschiedliche Ansätze. Im Text der Studie wird in diesem Zusammenhang noch mal das Prinzip des "polygenic Score" recht treffend erklärt (1):

Wir stellen eine negative polygenetische Selektion fest gegen Allele, die heute mit Psychosen wie der bipolaren Störung (γ = −0,63 ± 0,13) und der Schizophrenie (γ = −0,74 ± 0,12; Abb. 4) assoziiert sind. (...) Psychische Eigenschaften weisen qualitativ andere genetische Architekturen auf als Merkmale des Blut-, Immun- und Entzündungssystems; sie zeichnen sich durch eine höhere Zahl modulierender Genorte aus, die zugleich durchschnittlich jeweils für sich genommen geringere Auswirkungen auf den Phänotyp haben.
We detected negative polygenic selection against alleles associated  today with psychoses such as bipolar disorder (γ =%−0.63 ± 0.13) and  schizophrenia (γ =%−0.74 ± 0.12; Fig.4). (...) Brain traits have qualitatively  different genetic architectures from blood–immune–inflammatory  traits, with a higher proportion of sites modulating them and smaller effect sizes on average per allele.

In der untersten Reihe ist die Gehgeschwindigkeit dargestellt, die bei den europäischen Jägern und Sammlern deutlich geringer war als bei Bauern und Steppenhirten. Wenn wir das recht in Erinnerung haben, steht dieses angeborene Merkmal in Zusammenhang mit der Intelligenz. Die angeborene Intelligenz folgt dann. Das ist ja schon im letzten Blogartikel behandelt worden. Dann folgen noch die Selektionstrends für "polygenic Scores" für Haushaltseinkommen und Bildungshöhe ("years of schooling"), die beide einen Zusammenhang mit der Intelligenz aufweisen. Im Text der Studie heißt es dazu (1):

Schließlich beobachteten wir Selektionssignale für Allelkombinationen, die heute mit drei korrelierten Verhaltensmerkmalen assoziiert sind: Ergebnisse in Intelligenztests (zunehmendes γ = 0,74 ± 0,12), Haushaltseinkommen (zunehmendes γ = 1,12 ± 0,12) und Zahl der Schuljahre (zunehmendes γ = 0,63 ± 0,13). Diese Signale sind allesamt hochgradig polygen; wir müßten 449 bis 1.056 Loci eliminieren, damit die Signale nicht mehr signifikant wären (Extended Data, Fig. 10). Die Signale werden maßgeblich durch Selektion aus der Zeit vor etwa 2.000 Jahren bestimmt, woraufhin γ gegen null tendiert (Extended Data, Fig. 9).
We finally observed signals of selection for combinations of alleles that today are associated with three correlated behavioural traits: scores on intelligence tests (increasing γ = 0.74 ± 0.12), household income (increasing γ = 1.12 ± 0.12) and years of schooling (increasing γ = 0.63 ± 0.13). These signals are all highly polygenic, and we have to drop 449–1,056 loci for the signals to become non-significant (Extended Data Fig. 10). The signals are largely driven by selection before approximately 2,000 years )*, after which γ tends towards zero (Extended Data Fig. 9).

Der letzte Satz geht über sehr entscheidende Schwankungen in der Evolution der angeborenen Intelligenz viel zu schnell hinweg. Ansonsten werden ausgesprochene Intelligenzforscher (wie David Becker oder Heiner Rindermann in Deutschland) noch allerhand mehr dazu sagen können, warum die drei Kurven dennoch nicht völlig identisch sind. Das sind, soweit wir sehen, Detailfragen, denen wir an dieser Stelle erst einmal nicht weiter nachgehen wollen. (David Becker [Fb] hat sich auf Facebook zu dieser Nature-Studie offenbar gar nicht geäußert, zumindest nicht in den letzten Monaten ...) Weiter heißt es dazu (1):

Bei der Interpretation von Signalen polygener Adaption sind gewisse Vorbehalte angebracht – insbesondere in Hinsicht auf die drei genetisch korrelierten Merkmale: Ergebnisse in Intelligenztests, Haushaltseinkommen und Schuljahre. Diese Merkmale sind lediglich für moderne Gesellschaften relevant und wären in schriftlosen Gesellschaften - also während des weitaus größten Teils des Zeitraums, in dem Selektion wirksam war - gar nicht messbar gewesen.
There are caveats when interpreting signals of polygenic adaptation, especially for the three genetically correlated traits of scores on intel￾ligence tests, household income and years of schooling. These traits are only relevant to modern societies and would have been unmeasurable in preliterate societies over the vast majority of the period during which selection acted.

Uns ist nicht klar, was die Autoren bei diesem Satz reitet. Diese Merkmale sind sehr wohl in allen bekannten Gesellschaften weltweit relevant - auch in ihrem Unterschied zum Beispiel zu den Neandertalern und so weiter. Es ist manchmal ein bisschen merkwürdig, auf was für ein banales Niveau sich Wissenschaftler herablassen können, nur um ja nicht zu sehr irgendwelche ideologischen Scheuklappen infrage zu stellen. Wozu gibt es die "Social-Brain"-Theorie von Robin Dunbar und unzähligen anderen, wenn Gehirngröße und damit korrelierte Intelligenz nicht über den gesamten Stammbaum der Tiere "relevant" wäre und damit natürlich auch für menschliche "schriftlose" Kulturen.

Abb. 3: Angeborene Eigenschaften mit gerichteter Selektion zwischen 8000 vor heute und heute (aus 1)

Soweit uns bekannt, gibt es im übrigen auch Intelligenztests für Menschen ohne Lesefähigkeit. Für die Buschleute in Südafrika ist ja auch eine durchschnittliche angeborene Intelligenz festgestellt worden (z.B. ausgewertet von Richard Lynn [gnxp2006]). Es wird an vielen Stellen deutlich, daß David Reich und Mitarbeiter bewußt oder unbewußt so tun, als bräuchten sie sich mit der modernen Intelligenzforschung gar nicht weiter zu beschäftigen und als wäre es wissenschaftlich seriös, unter Nichtbeachtung derselben solche Aussagen zu tätigen. Weiter heißt es (1):

Die Interpretationsschwierigkeiten werden dadurch noch verstärkt, daß jene Allele, die die Häufigkeit von Merkmalen im Zusammenhang mit Typ-2-Diabetes senken, in hohem Maße mit jenen korreliert sind, die zu höheren Werten bei den Merkmalen Schuljahre, Haushaltseinkommen und Intelligenz beitragen (Extended Data Fig. 13). Schließlich gibt es Hinweise darauf, daß sich diese Selektionsdrücke im Laufe der Zeit gewandelt haben57 – so etwa in Island im vergangenen Jahrhundert, wo eine signifikante Selektion zugunsten einer Verringerung des Prädiktors „Schuljahre“ stattfand; ein Trend, der im Gegensatz zu der von uns festgestellten langfristigen Zunahme steht.
The difficulty of interpretation is enhanced by the fact that the alleles driving down the frequency of type 2 diabetes-related traits are highly correlated to those contributing to the increased scores for years of schooling, household income and intelligence (Extended Data Fig. 13). Finally, there is evidence of change in these selection pressures over time57, for example, in Iceland in the past century in which there was significant selection to decrease the predictor of years of schooling, opposite to the long-term increase that we detected.

Letzterer Umstand ist hochgradig relevant. 

Nun noch ein Blick in die Wissenschaftsberichterstattung. Im "Science Magazine" wird David Reich zitiert mit den Worten (ScMa26):

„Dies ist die bedeutendste Arbeit, an der ich seit zehn Jahren beteiligt war. … Sie löst endlich das Versprechen alter DNA ein, über die (menschliche) Biologie ebenso viel aussagen zu können wie über die (menschliche) Geschichte.“

Und (ScMa26):

"Das Genom ist voller Signale", sagt Reich. Er beobachtet "eine Phase ungewöhnlich intensiver … und gleichzeitig schwankender natürlicher Selektion - die Häufigkeit von Varianten steigt sprunghaft an und sinkt dann wieder."

Und der Hauptautor Ali Akbari wird zitiert mit den Worten (ScMa26):

"Das (menschliche) Genom stand in den letzten 10.000 Jahren unter enormem Selektionsdruck. Unsere Lebensweise hat sich grundlegend verändert, und das spiegelt sich in unserem Genom wider, das versucht, sich anzupassen."

Nun, es handelt sich sicherlich um ein Wechselspiel, nicht nur die Kultur wirkt auf die Gene zurück, sondern die Gene wirken auch auf die Kultur zurück.

Gen-Kultur-Koevolution

Das wird schon seit Jahrzehnten unter dem Stichwort "Gen-Kultur-Koevolution" behandelt. Edward O. Wilson und Charles Lumbsden hatten schon 1981 und 1983 in ihren Büchern "Genes, Mind and Culture - The Coevolutionary Process" und "Promethean Fire - Reflections on the Origin of Mind" (letzteres ist auch auf Deutsch erschienen) eine solche Gen-Kultur-Koevolution erörtert. Sie hatten dabei die Möglichkeit erörtert, daß sich wesentliche neue Erbvarianten innerhalb von tausend Jahren innerhalb eines Volkes durchsetzen könnten. Genau diese bislang nur theoretisch formulierte Hypothese wird nun doch offensichtlich durch die Archäogenetik in der Empirie bestätigt. (Sie wurde übrigens auch schon bestätigt zum Beispiel durch den IQ-Unterschied zwischen aschkenasischen und sephardischen Juden, da die aschkenasischen Juden ja nur 1000 Jahre alt sind.) Im "Science Magazine" wird dann aber erneut die irrtümliche Aussage getätigt (ScMa26):

Frühere Studien zur menschlichen Evolution, die sich größtenteils auf die Analyse der DNA moderner Menschen stützten, kamen zu dem Schluß, daß unsere Genome in den letzten Zehntausenden von Jahren relativ stabil waren. Das liegt daran, daß moderne Bevölkerungsgruppen wie Westeuropäer, Afrikaner und Ostasiaten eine beträchtliche genetische Ähnlichkeit aufweisen, was darauf hindeutet, daß seit der Trennung der Menschen auf diesen Kontinenten nicht viel Evolution stattgefunden hat.

Daß hier nur Bezug genommen wird auf einige wenige, ausgewählte Studien, während hier offensichtlich ein großer Teil der Forschung der letzten 25 Jahre ignoriert wird, darauf hatten wir schon im letzten Blogartikel hingewiesen. Allein die immensen IQ-Unterschiede zwischen den Völkern in der heutigen Zeit sind ein Hinweis darauf, daß diese grundsätzlich auch schon innerhalb der letzten 10.000 Jahre vorgelegen haben müssen. Das letzte Zitat ist also eine krasse Irreführung. Seit 2018 liegt ja auch der polygenetische "Score" für Intelligenz vor, so daß auch anhand dessen aufgezeigt werden kann (und sicherlich aufgezeigt worden ist und wird), daß - zum Beispiel - Ostasiaten durchschnittlich eine höhere durchschnittliche Intelligenz aufweisen als Europäer (und so weiter). (Dazu unten gleich mehr.) Es wird auch eine, ein wenig naive Frage angeführt wie die folgende (ScMa26):

"Diese Studie ist das Ergebnis fast zehnjähriger intensiver Arbeit, aber sie kratzt erst an der Oberfläche", sagt die Harvard-Evolutionsbiologin Annabel Perry, eine weitere Co-Autorin. "Im Neolithikum gab es noch keine Hochschulbildung, also welches Merkmal veränderte sich tatsächlich? Dies ist eine Aufforderung an die Forschung, diese Zusammenhänge genauer zu untersuchen."

Offensichtlich ist eine solche Naivität gesund für eine Karriere an der Elite-Universität Harvard. Das ist eine Aussage, die mal eben so viele Jahrzehnte IQ-Forschung völlig ignoriert. Da möge sie mal weiter an der Oberflächen kratzen an der Harvard University, bloß keinen Spaten mitnehmen und tiefer graben ...

Es gibt schon weitere, neue Studien .... 

Es war aber auch noch folgender Hinweis gegeben (ScMa26):

Reich hofft, daß zukünftige Forschungen diese Fragen in anderen Teilen der Welt untersuchen werden. Mehrere kürzlich veröffentlichte Preprints - darunter einer von einigen der Autoren der Nature-Studie - deuten darauf hin, daß ähnliche Dynamiken auch in anderen Populationen wirkten.

Eine hier genannte Studie schaut sich die Intelligenz-Unterschiede zwischen Europäern und Asiaten an (Biorxiv4/26), stellt also die Frage, die wir oben schon stellten. Ebenso gibt es eine weitere Völker-vergleichende Studie (Biorxiv1/26).  Abschließend heißt es (ScMa26):

Auch in anderen Zeiträumen könnten rasche evolutionäre Veränderungen stattgefunden haben, die jedoch nicht untersucht wurden oder werden können. „Der spannendste Zeitraum dürfte die Zeit zwischen 1.800.000 und 300.000 Jahren vor unserer Zeit sein, als sich das Gehirn der Homininen verdreifachte und der moderne Mensch entstand“, sagt er (David Reich). „Uns fehlen diese Daten.“

Ganz richtig stellt David Reich die spannenden Fragen (TheBrief):

„Inwieweit werden wir ähnliche Muster in Ostasien sehen oder in Ostafrika oder bei den Ureinwohnern Mesoamerikas und der zentralen Anden?“

Die wissenschaftliche Revolution, die im Jahr 2000 begann, unter anderem mit dem Aufsatz von Charles Murray "Deeper into the Brain", diese Revolution wird jetzt, 26 Jahre später, offenbar Mainstream-Forschung.

_________

  1. Akbari A, Perry A, Barton AR, Kariminejad M, Gazal S, Li Z, Zeng Y, Mittnik A, Patterson N, Mah M, Zhou X, Price AL, Lander ES, Pinhasi R, Rohland N, Mallick S, Reich D (2026) Ancient DNA reveals pervasive directional selection across West Eurasia. Nature, 15.4.2026 (Nature2026(pdf

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