Dienstag, 20. November 2007

Die Atheisten in Deutschland sind stark "Männer-lastig"

Die Giordano Bruno-Stiftung veröffentlicht die Ergebnisse einer Umfrage unter ihren Förderkreis-Mitgliedern (pdf.). Solchartige Umfragen werden es künftig verstärkt sein, die auch Menschen wie Religionswissenschaftler Michael Blume interessieren könnten, da man manche der Umfrage-Ergebnisse zu "anderen" (von ihm ausgewerteten) Religionsstatistiken und ihren evolutionspsychologischen Erklärungen in Beziehung setzen kann. So schon gleich zum Anfang (S. 3) dieses Ergebnis:
"Die Giordano Bruno Stiftung ist stark Männer lastig. Nur knapp 13 % der Mitglieder im Förderkreis sind Frauen."
Ich habe den starken Verdacht, daß diese Ungleichgewichtigkeit sehr leicht und zügig verringert werden könnte, wenn sich die Stiftung weniger atheistisch und stärker pantheistisch positionieren würde. Letzteres wäre ja die naheliegendste Alternative, die auch Richard Dawkins oder Karlheinz Deschner sehen. Auch Michael Schmidt-Salomon hat eine solche Positionierung in jüngeren Äußerungen keineswegs ausgeschlossen. Auch stärkere Positionierung in Richtung "Verantwortungs-Ethik" statt bloßer "hedonistischer Ethik" dürfte übrigens in diese Richtung wirken. So möchte man es zumindest aus den evolutionspsychologischen Interpretationen von Michael Blume ableiten.

83 % der Förderkreis-Mitglieder, die an der Umfrage mitmachten, wünschen sich eine "Zurückdrängung des gesellschaftlichen Einflusses der Religionen". (S. 11) Die Umfrage hat auch zum Ergebnis, daß künftig "lokale Gruppen" aufgebaut werden sollen, da sich in diesen viele Mitglieder engagieren wollen. (Auch dies könnte/wird übrigens die Frauenquote heben, da "Netzwerk"-Bildung für Frauen in vieler Beziehung noch wichtiger ist als für Männer.)

Die Frage "Natürliche Evolution oder religiöse Schöpfungslehre" steht für die Mitglieder übrigens im Zentrum der Definition dessen, was unter säkularem Humanismus heute zu verstehen ist (für 80 % der Antwortenden). Auch "Diesseitsorientierung (Es gibt kein Jenseits)" (S. 20)

Ich halte die von der Giordano Bruno Stiftung vertretene Menschengruppe derzeit für die wichtigste und zukunftsweisende gesellschaftliche Gruppierung in Deutschland, auch wenn sie sich derzeit bezüglich der Notwendigkeit gesellschaftspolitischer Reformen - jenseits der engeren Religionsproblematik - noch sehr schwammig und unklar positioniert. Das müßte aus der Sicht eines weiterzuentwickelnden "darwinischen Konservatismus" nicht nötig sein.

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