Donnerstag, 25. März 2021

Die Somalier - Sie kam um 800 n. Ztr. nach Südafrika

Sie kamen früher dort an als die Bantu-Völker 

Aus dem Haar eines Mannes, der vor 200 Jahren an der Südküste Afrikas lebte, sind Gene gewonnen und sequenziert worden. Sie weisen zu einem Drittel ostafrikanische genetische Herkunft auf (Abb. 1: Hellblau), zu zwei Dritteln San-Buschleute-Herkunft (Abb. 1: Braun). Der Mann wird als der "Vaalkrans-Mann"bezeichnet (1).

Abb. 1: Herkunftskomponenten in südafrikanischen und ostafrikanischen Völkern heute (links) und bis vor 2000 Jahren (rechts) - Braun=San-Buschleute-Komponente, Hellblau=Somali-Herkunftsomponente, Grün=Bantu-Herkunftskomponente, Lila=Kung-Buschleute-Herkunftskomponente (nordwestliche Buschleute)

Eine etwas größere, solche ostafrikanische Herkunftskomponente war auch schon bei dem sogenannten "Kasteelberg-Mann" gefunden worden, der um 800 n. Ztr. an der Südwestküste von Südafrika als Herden-Halter lebte (1) (Abb. 1). Im heutigen Südafrika findet sich diese Herkunftskomponente zu kleineren Anteilen immer noch bei dem Volk der Nama und einigen anderen (Abb. 1).

Diese ostafrikanische Herkunftskomponente hat sich bis heute bei den Somaliern (Wiki) in Somalia am unvermischtesten gehalten (Abb. 1). Die Somali sind auch heute noch Herdenhalter und halten Kamele, Ziegen, Schafe und Rinder. Mit dieser ostafrikanischen Herkunftskomponente ist auch die Fähigkeit verbunden, als Erwachsener rohe Milch verdauen zu können.

Die Kung!-Buschleute (Wiki), bzw. Juǀʼhoan (Wiki) leben im nordwestlichen Südafrika (Lila in Abb. 1). Zu einigen ihrer Stämme gelangte die ostafrikanische Herkunftskomponente bis heute so gut wie nicht. Ihre Herkunfts-Komponente (Lila) wird in Abbildung 1 durch die Farbgebung sehr deutlich von der der San-Buschleute-Herkunftskomponente unterschieden. Beide Gruppen weisen aber - im Vergleich zu den anderen Herkunftskomponenten - genetisch doch weitaus mehr Übereinstimmung auf als in dieser Grafik zur Darstellung kommt. Ebenso gibt es kulturell viele Ähnlichkeiten.

Insgesamt gesehen, kann gesagt werden: Bislang dachte man, wenn man an "Schwarz-Afrika" dachte, fast immer nur an die große Völkergruppe der Bantu-Völker, ihre Entstehung und ihre Ausbreitung. Es scheint aber doch Sinn zu machen, an die große ostafrikanische Völkergruppe der Somali ganz ebenso zu denken.

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  1. Later Stone Age human hair from Vaalkrans Shelter, Cape Floristic Region of South Africa, reveals genetic affinity to Khoe groups Alexandra Coutinho Helena Malmström Hanna Edlund Christopher S. Henshilwood Karen L. van Niekerk Marlize Lombard Carina M. Schlebusch Mattias Jakobsson. American Journal of Physical Anthropology, First published: 04 February 2021 https://doi.org/10.1002/ajpa.24236

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