Donnerstag, 15. Februar 2018

Altruismus und Tierstaaten - In welchen Erdepochen evoluierten sie in der jeweiligen Tiergruppe?

Datierungen anhand der Fossilgeschichte und der Genomvergleiche

Wenn man sich mit den Details der Monogamie-These von Jacobus Boomsma beschäftigt wie sie aus der Erforschung der sozialen Insekten hervorgegangen ist und in den letzten zehn Jahren auf zahlreichen Gebieten Bestätigung erfahren hat (siehe früherer Blogbeitrag), beginnt man sich auch für die konkreten Erdepochen zu interessieren, in denen die sozialen Insekten evoluiert sind, bzw. in denen altruistisches Verhalten ganz allgemein evoluiert ist. Das wird anhand von Fossilien und molekularer Uhr in ganz eigenen Forschungsbereichen erforscht. Und man braucht - natürlich - eine ganze Weile, bis man sich in einen solchen einigermaßen befriedigend eingearbeitet hat. Auch ist das Bild, das die Forschungen auf diesem Gebiet ergeben, noch keineswegs lückenlos und überall in sich widerspruchsfrei und eindeutig.

Im folgenden sollen einmal überblicksartig ein paar Einblicke gegeben werden dahin gehend, in welchen Erdepochen eigentlich altruistisches Verhalten bei Insekten, Säugetieren und Vögeln evoluiert ist. Womöglich kann dieser vorliegende Blogartikel künftig noch inhaltlich überarbeitet und ergänzt werden. Der Schwerpunkt liegt im folgenden zunächst auf den Insekten.

Die Insekten gehörten zu den frühesten Eroberern des Landes und der Luft. Sie entstanden im Späten Silur vor etwa 420 Millionen Jahren (1, S. 1). Das Leben im Meer wies zu jener Zeit schon viel Ähnlichkeit auf mit dem heutigen Leben im Meer. Es gab schon Knochenfische und Korallen. Aber das Leben an Land (auf den beiden Superkontinenten Laurussia und Gondwana) stellte sich noch völlig anders da als heute: Außer Insekten gab es nur noch skorpionähnliche Spinnen und einige sehr einfache Landpflanzen. Diese einfachen Landpflanzen standen den heutigen Bärlapp-Arten nahe ("Cooksonia") (s. a. Wiki). Also schon lange bevor Amphibien, Reptilien und Säugetieren auf der Erde entstanden und sich entfalteten, gab es auf ihr Insekten. Sie gehören also zu den ursprünglichsten Tiergruppen auf dem Land und in der Luft.

Auch waren sie von den zahlreichen Aussterbe-Ereignissen - insgesamt gesehen - weniger betroffen als andere Tiergruppen. Zumindest auf der Ebene von "Ordnungen" haben sie nur wenige solcher zu Aussterbe-Ereignisse zu verzeichnen. Dagegen sind viele moderne Insekten-Ordnungen schon vor 250 Millionen Jahre entstanden. Viele heutige Insekten-Familien sind vor 110 Millionen Jahren entstanden (1). Zum Vergleich: Die modernen Ordnungen der Säugetiere sind deutlich jünger, nämlich weniger als 65 Millionen Jahre alt. Die Insekten entwickelten das Fliegen außerdem hunderte von Millionen Jahren vor den Pterosauriern und den Vögeln (1). 




Abb. 1: Der Artenstammbaum der Ameisen im Verlauf der Erdepochen
Herkunft: (Ameisen-Wiki)

So "fremd" uns deshalb auch die Insekten als Tiere sein mögen. Man hat es bei ihnen mit einer außerordentlich interessanten und erfolgreichen Tiergruppe zu tun. Die Bauplan-Evolution der Insekten weist insgesamt - wie eben dargestellt - viel mehr Stasis ("Stillstand") in ihrer evolutionären Geschichte auf als jene bei den Wirbeltieren, wo es im Vergleich dazu noch viel mehr Umwälzungen und Neuerungen gegeben hat. Doch in ihrem Verhalten haben sie noch viele Weiterentwicklungen erfahren und erwiesen sie sich erstaunlich anpassungsfähig.


Abb. 2: Evolution der Insekten in der Kreidezeit, als die Blütenpflanzen dominant wurden (aus: 14)

In der Grafik einer neuen Studie (14) (Abb. 2) wird schön heraus gearbeitet, welche Veränderungen sich in der Insekten-Evolution ergeben haben dadurch, daß die Blütenpflanzen (die Angiospermen) in der Hochzeit der Dinosaurier, in der Mittleren Kreidezeit zu den dominierenden Landpflanzen auf der Erde wurden und in dieser Hinsicht die Nacktsamer (Nadelbäume, Gymnospermen) abgelöst haben. In dem Zusammenhang gibt es auch viele Theorien, daß die Blütenpflanzen erst im Wechselspiel mit Insekten zu jenen Blütenpflanzen evoluierten, die sie heute sind. Allerdings sind auch viele Insektenarten, die an Nacktsamer angepaßt waren, heute ausgestorben. Einige von ihnen haben mit ihren Anpassungen an Nacktsamer auch überlebt bis heute. (Schließlich gibt es ja heute immer noch Nadelbäume.) Vielen Insektenarten gelang die Neuanpassung von Gymnospermen zu Angiospermen. Und schließlich sind viele Insektenarten ganz neu evoluiert mit den Blütenpflanzen.

Moderne Formen von Altruismus evoluierten während der Hochzeit der Dinosaurier und nach ihrem Aussterben


Nach heutigem Forschungsstand ganz grob zeitlich parallel zu einem der vielleicht wichtigsten evolutionären Umbrüche in der Geschichte der Wirbeltiere, nämlich zu der Entwicklung der Säugetiere, der Vögel und der Blütenpflanzen in der Kreidezeit vollzog sich nun auch - in der Hochzeit der Dinosaurier - bei den Insekten der bislang bedeutendste und letzte große evolutionäre Umbruch: der Übergang zahlreicher Insekten-Arten von solitärer Lebensweise zur Bildung gemeinschaftlicher Nester mit "Helfern am Nest" und von dort weiter zur Staatenbildung. Das heißt zum "Superorganismus" mit einer Trennung von "Keimbahn" und "Soma" wie in jedem vielzelligen Organismus aufgrund einer der erstaunlichsten Formen von Altruismus im Tierreich: Der Ausbildung von spezialisierten, auch im Körperbau gegenüber der Königin unterschiedlichen "Kasten".

Diese  Kasten sind emsig - und oft ausgesprochen intelligent - tätig in "Säuglingsheimen", "Kitas", "Schulen", im Pilz-Anbau (Ackerbau), als Soldaten in der Kriegsführung und Verteidigung, als Sammler von Nahrung und in vielfältigen anderen Tätigkeiten - zum Wohl und Gedeihen des Staates, dem sie angehören und vor allem: unter dauerhaftem Verzicht auf das Leben eigener Geschlechtlichkeit und Fortpflanzung.

Im Fossilbericht gibt es zwar Hinweise, daß Termiten schon im Jura Staaten gebildet haben. Diese Arten scheinen jedoch alle ausgestorben zu sein. Die heutigen Termiten auf der Südhalbkugel haben sich erst vor 30 Millionen Jahren von Afrika aus ausgebreitet (siehe unten).

Man darf womöglich sagen, daß alle modernen Formen von Altruismus im Tierreich, die in der Soziobiologie so umfangreich erforscht werden (und vor ihr in der Klassischen Verhaltensforschung), und die auf Seiten des Menschen so viel Bewunderung hervorrufen - abgesehen von vielleicht den Termiten -, sich im wesentlichen im "Schatten" der Dinosaurier sowie nach ihrem Aussterben entwickelt und entfaltet haben.

Abb. 3: Stammbaum der Körbchensammler-Bienen (Wiki) mit repräsentativen Fossilien einer Vielfalt von tertiären Lagerstätten basierend auf der Analyse von 51 morphologisch erwachsenen externen und internen Skelettmerkmalen. Schwarze Linien: nicht-eusoziale (solitäre oder kommunale) Arten; gelbe primitive eusoziale Linien (die z. B. keine morphologisch spezialisierte Arbeiter-Kaste aufweisen); rote fortgeschrittene eusoziale Linien. Fossilien, die morphologisch Arbeiter darstellen, sind mit grün gekennzeichnet. Die meisten fossilen Gattungen sind nicht monotypisch (z. B. hat Genus B fünf Arten, Genus C vier Arten)

Vor 110 Millionen Jahren, in der Hochzeit der Dinosaurier, kam es also, wie gesagt zur Arten-Entfaltung sowohl der Vielfalt der Blütenpflanzen wie der auf sie bezogenen Insekten, insbesondere auch der Ameisen (Abb. 1). Die älteste bekannte fossile Ameise ist 130 Millionen Jahre alt (Ameisen-Wiki). Zur evolutionären Geschichte der Ameisen können derzeit etwa 250 fossile Ameisen erforscht werden, die sich im Bernstein erhalten haben (Ameisen-Wiki). Die älteste bekannte fossile eusoziale Biene stammt aus der Späten Kreide, ihr Alter wird auf 92 bis 75 Millionen Jahren datiert. Aufgrund der Evolutionsgeschichte der Blütenpflanzen kann die Evolution eusozialer Bienen auf die Mittlere Kreide vor 110 Millionen Jahren zurück datiert werden, aufgrund weiterer Überlegungen sogar auf die Frühe Kreidezeit vor 120 oder 130 Millionen Jahren (Wiki) (Hervorhebungen nicht im Original):
Heutige Bienen sind auf Blütenpflanzen, die Bedecktsamer (Angiospermen), angewiesen, die in der Erdgeschichte in der frühen Kreidezeit auftauchten und seit der späten Kreidezeit die Nacktsamer und Gefäßsporenpflanzen verdrängten. Blütenpflanzen aus der Zeit vor etwa 110 Millionen Jahren weisen bereits Merkmale auf, die auf eine Bestäubung durch Bienen schließen lassen, der Ursprung der Bienen liegt damit wahrscheinlich schon vor Mitte der Kreidezeit. Möglicherweise waren diese Pflanzen aber schon früher verbreitet, lassen sich durch die geringeren Mengen produzierten Pollens nicht nachweisen. Die heutigen ursprünglichsten Blütenpflanzen werden von Käfern bestäubt, es liegt daher nahe, diese auch als Bestäuber der ersten kreidezeitlichen Blütenpflanzen zu vermuten. Im weiteren Verlauf der Stammesgeschichte haben sich aber Bienen und Blütenpflanzen gemeinschaftlich entwickelt und gegenseitig gefördert: Indem Bienen die Pollen von Pflanze zu Pflanze weiter trugen, verbesserten sie deren Fortpflanzungschancen. Die Pflanzen begannen sich darauf einzustellen und entwickelten süße Säfte, um die Tiere an sich zu binden. Mit der Zeit passten sich beide, Bienen und Blütenpflanzen, immer besser aneinander an (Ko-Evolution): die Pflanzen entwickelten ihre heutigen Blütenformen mit tiefen Nektarkelchen und Staubfäden, die Bienen ihre langen Rüssel, um gut an den Nektar heranzukommen, und ihr speziell an den Pollentransport angepasstes Haarkleid. Ob Bienen sich ursprünglich von Pollen windbestäubter Pflanzen ernährten, ist ungewiss, aber schon mehrfach vermutet worden. Die älteste fossile Biene ist als Cretotrigona prisca bezeichnet und wurde - eingebettet in Bernstein - im amerikanischen Staat New Jersey gefunden. Der Fund ist auf ein Alter von ca. 75 bis 92 Millionen Jahren datiert. Bemerkenswert ist, daß das Tier in eine Tribus (Meliponini) eingegliedert werden kann, die ausschließlich staatenbildende Arten enthält, was auf eine sehr frühe Abspaltung der entsprechenden Teilgruppe schließen lässt. Ursprünglich wurde sie sogar in einer noch lebenden Gattung beschrieben.
Zur entscheidenden Entfaltung der Artenvielfalt kam es sowohl bei den Ameisen wie bei den soziallebenden Bienen vor 45 bis 40 Millionen Jahren im sogenannten "Eozän" (1, S. 1; 2-5). Die Artenvielfalt der soziallebenden Bienen war im Eozän in Europa viel größer als heute. Heute besteht nur noch 2 % der früheren Artenvielfalt fort (4), ein Trend, der analog wäre, so schreibt der Forscher Michael Engel zur Evolution der Hominiden. Eine kühne aber interessante These.

Abb. 4: Stammbaum der Gattungen der eusozialen Hautflügler (Hymenoptera - Ameisen, Bienen und Wespen).
Jeder unabhängige Ursprung von Eusozialität wird durch die unterschiedliche Farbgebung einer Abstammungsgruppe gekennzeichnet. Schwarze Linien: monogame Arten;
gepunktete rote Linien: Arten mit fakultativer, mäßiger Vielmännerei (>1 aber <2 br="" m="" nbsp="" nnchen="">durchgezogene rote Linien: Arten mit hoher Vielmännerei (> 2 Männchen) 
Vor 65 Millionen Jahren starben mit den Dinosauriern nicht nur viele Blütenpflanzen aus, sondern auch Bienenarten, die von diesen lebten (Spiegel 2013).

Wie sich die Evolution der modernen Formen der Vögel - Entenvögel, Sperlingsvögel und Singvögel - vor und nach dem Aussterben der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren (dem so genannten K/T-Umbruch) gestaltet, scheint in der Forschung noch umstritten zu sein (Mayr 2013). Ein Fossil, das den Entenvögeln nahe steht, ist 68 bis 66 Millionen Jahre alt (Wiki). Klar ist, daß sich die eigentliche Artenentfaltung der Vögel - bei den Singvögeln von Australien aus - mehrere zehn Millionen Jahre nach dem K/T-Umbruch vollzogen hat.

Die Termiten - Ausbreitung vor 30 Millionen Jahren


Die Termiten (Wikiengl.) leben in allen wärmeren Erdregionen (bis hinauf nach Südfrankreich). Sie stammen von Tieren ab, die am ehesten den heutigen Kakerlaken, also Tieren wie der "Gemeinen Küchenschabe" ähnelten. Alle heutigen Termiten-Arten bilden - ohne Ausnahme - Staaten, bei denen die Tiere unterschiedlichen Kasten angehören und sich morphologisch unterscheiden. In einer der neuesten Studien über die Evolution der Höheren Termiten heißt es (13):
The termite fossil record dates back to 140 Ma (Engel et al. 2007), but a recent molecular analysis of 66 termite species placed the origin of Termitidae at only 54 Ma (Bourguignon et al. 2015). For this reason, the origin of Termitidae is believed to postdate the breakup of Pangaea and Gondwana.
Also es sind Insektenstaaten der Termiten - oder Vorläufer derselben - als Fossilien schon im Erdzeitalter des Jura nachgewiesen (vor 200 bis 150 Millionen Jahren). Aber die heutige Verbreitung der Termiten auf der Südhalbkugel begann nach diesem neuesten Forschungsstand erst vor 30 Millionen Jahre und zwar - so diese neue Studie - aus Afrika heraus ("Out of Africa") nach Südamerika und nach Indien (s. Abb. 5). Da sich die Kontinente damals schon lange getrennt hatten, können sich die Termiten nur über Treibholz ausgebreitet haben. Vor 15 Millionen Jahren haben sich die Termiten von Südamerika aus nach Südasien und Australien ausgebreitet, zugleich kam es auch zu Rückwanderungen von Indien aus nach Afrika (Abb. 5).

Abb. 5: Ausbreitung der Höheren Termiten über die Erde (aus: 13)

Nachdem sich die Termiten ausgebreitet hatten, konnten auf den Kontinenten jeweils auch mehrere Säugetier-Arten entstehen, die auf den Verzehr von Termiten und Ameisen spezialisiert waren oder sind. Der genaue zeitliche Abgleich zwischen dem Auftreten dieser Tierarten und der jeweiligen staatenbildende Insekten muß natürlich auch widerspruchsfrei erklärt werden.

Vorlauf im Jura


Aber wie gesagt, die frühesten staatenbildenden Termitenarten scheinen schon im Jura gelebt zu haben, danach aber ausgestorben zu sein. Im Jura herrschten auf der Erde Nadelbäume und Nacktsamer vor, es war die Zeit der ersten Blüte der Dinosaurier und des Archäopterix. Die Entstehung der Säugetiere hatte damals zwar schon einen langen Vorlauf in Übergangsphasen von den Reptilien ausgehend (Wiki). Unauffällig und abseits lebten wohl vor allem eierlegende Säugetiere schon im Jura. Zu diesen zeitlich parallel scheinen jedenfalls die Termiten die für die damalige Zeit vermutlich fortgeschrittenste soziale Lebensweise ausgebildet zu haben (Wiki):
The oldest unambiguous termite fossils date to the early Cretaceous, but given the diversity of Cretaceous termites and early fossil records showing mutualism between microorganisms and these insects, they likely originated earlier in the Jurassic or Triassic. Further evidence of a Jurassic origin is the assumption that the extinct Fruitafossor consumed termites, judging from its morphological similarity to modern termite-eating mammals.
Also schon im Jura finden sich auch Termiten-fressende Reptilien. Man möchte das Sozialleben der Termiten übrigens aus menschlicher und männlicher Sicht - bei aller weiter fortbestehenden Fremdheit - das "sympathischste" aller staatenbildenden Insekten nennen. Denn Königin und König leben nach ihrem Hochzeitsflug lebenslang zusammen, das heißt, die Königin ersetzt nicht ein lebendes Männchen durch eine Samenbank wie das bei den anderen staatenbildenden Insekten der Fall ist. Und auch in den Arbeiterkasten kommen Tiere beider Geschlechter zum Zuge. Da wird also nicht gegen männliche Tiere "diskriminiert" wie das sonst unter den staatenbildenden Insekten der Fall ist. Für unsere vormenschlichen Vorfahren in Afrika übrigens waren Termiten immer Leckerbissen. Schon für Schimpansen handelt es sich ja um eine eiweißreiche Delikatesse.

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  1. Grimaldi, David; Engel, Michael S.: Evolution of the Insects. Cambridge University Press, Cambridge 2005 (755 S.), 2014, 2018 (Amazon)
  2. Engel, Michael S., Grimaldi, David A., Krishna, Kumar: Primitive termites from the Early Cretaceous of Asia (Isoptera). In: Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde. Serie B: 371, 2007, S. 1-32, https://www.researchgate.net/publication/237508583_Primitive_termites_from_the_Early_Cretaceous_of_Asia_Isoptera
  3. Vrsanansky, P.: Cockroach as the Earliest Eusocial Animal. In: Acta Geologica Sinica - English Edition. 84, 2010, S. 793-808, http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1755-6724.2010.00261.x/abstract;jsessionid=097B2D841BD4C35E39F74E529DF07414.f02t01
  4. Vrsanky, P.; Aristov, D. (2014). "Termites (Isoptera) from the Jurassic/Cretaceous boundary: Evidence for the longevity of their earliest genera". European Journal of Entomology. 111 (1): 137-141, http://www.eje.cz/artkey/eje-201401-0014_termites_isoptera_from_the_jurassic_cretaceous_boundary_evidence_for_the_longevity_of_their_earliest_genera.php
  5. Donat Agosti, David Grimaldi, James M. Carpenter: Oldest known ant fossils discovered. Nature 391, 447 (29 January 1998) doi:10.1038/35051, Published online: 29 January 1998, https://www.nature.com/articles/35051
  6. Grimaldi, D.; Agosti, D.: A formicine in New Jersey Cretaceous amber (Hymenoptera: Formicidae) and early evolution of the ants. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America 97, 2999, S. 13678-13683, http://www.antwiki.org/wiki/images/a/a0/Grimald_%26_Agosti_2000.pdf
  7. Michael S. Engel: Monophyly and Extensive Extinction of Advanced Eusocial Bees: Insights from an Unexpected Eocene Diversity. PNAS Vol. 98, No. 4 (Feb. 13, 2001), pp. 1661-1664, http://www.pnas.org/content/98/4/1661.full.pdf
  8. Ohl, M.; Engel, Michael S.: Die Fossilgeschichte der Bienen und ihrer nächsten Verwandten (Hymenoptera: Apoidea). In: Denisia 20, Neue Serie 66 (2007): 687-700, https://www.zobodat.at/stable/pdf/DENISIA_0020_0687-0700.pdf
  9. Mayr, Gerald: The age of the crown group of passerine birds and its evolutionary significance - molecular calibrations versus the fossil record. Pages 7-13, Received 05 Dec 2012, Accepted 08 Jan 2013, Published online: 12 Feb 2013, http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/14772000.2013.765521
  10. Rehan SM, Leys R, Schwarz MP: First Evidence for a Massive Extinction Event Affecting Bees Close to the K-T Boundary. PLoS ONE 2013, 8(10): e76683. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0076683, http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0076683
  11. kbl: Forscher enträtseln prähistorisches Bienensterben - Zeitgleich mit Dinosauriern und vielen Pflanzen starben vor 65 Millionen Jahren auch Holzbienen fast vollständig aus. Spiegel, 24.10.2013, http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/kreide-tertiaer-grenze-bienen-starben-gleichzeitig-mit-dinosauriern-a-929559.html
  12. LaPolla, J. S. and D. E. Greenwalt: Fossil Ants (Hymenoptera: Formicidae) of the Middle Eocene Kishenehn Formation. Sociobiology. 62, 2015, S. 163-174. doi:10.13102/sociobiology.v62i2.163-174, http://periodicos.uefs.br/ojs/index.php/sociobiology/article/view/717/671
  13. Thomas Bourguignon Nathan Lo Jan Šobotník Simon Y.W. Ho Naeem Iqbal Eric Coissac Maria Lee Martin M. Jendryka David Sillam-Dussès Barbora Křížková: Mitochondrial Phylogenomics Resolves the Global Spread of Higher Termites, Ecosystem Engineers of the Tropics. Molecular Biology and Evolution, Volume 34, Issue 3, 1 March 2017, Pages 589–597, https://doi.org/10.1093/molbev/msw253, Published: 25 December 2016, https://academic.oup.com/mbe/article-abstract/34/3/589/2739698?redirectedFrom=fulltext
  14. David Peris RicardoPérez-de la Fuente, Enrique Peñalver, Xavier Delclòs, Eduardo Barrón, Conrad C. Labandeira: False Blister Beetles and the Expansion of Gymnosperm-Insect Pollination Modes before Angiosperm Dominance. In: Current Biology Volume 27, Issue 6, 20 March 2017, Pages 897-904, https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0960982217301458

Freitag, 9. Februar 2018

Meine DNA-Verwandten

Neue Erkenntnis- und Handlungsmöglichkeiten 
- Und der Aufruf: "Sequenziert Eure Gene! Der Preis kann kein Hinderungsgrund mehr sein."

Soeben ist eine interessante neue Studie veröffentlicht worden (1), die aus dem berühmten isländischen Genomprojekt "deCODE genetics" (Wiki), begründet von Kári Stefánsson (geb. 1949) (Wiki), hervorgegangen ist. Dieses haben wir hier auf dem Blog schon häufiger behandelt, weil es sich bei ihm seit mehr als zehn Jahren zumindest rein wissenschaftlich um das wichtigste Genomprojekt auf der Erde handeln dürfte.

Und diese neue Studie nun (1) ermutigt mich dazu, meine eigenen neuesten Erfahrungen mit Gensequenzierung und Stammbaumforschung der letzten Wochen zu referieren. Denn wir alle können jetzt bald Forschungen wie "deCODE genetics" machen. Bei meinen eigenen Forschungen ist mir nämlich genau dasselbe gerade erst bewußt geworden, was nun mit dieser neuen Studie so schön aufgezeigt wird. Nämlich daß man mit genügend Daten von genetischen Verwandten in der Gegenwart das Genom eines Vorfahren, der vor über hundert Jahren gelebt hat, rekonstruieren kann! Ich finde das sehr begeisternd. In uns selbst können wir "Archäologie" betreiben und brauchen nur die Puzzelteile, die ein jeweiliger Vorfahre in Form von Genabschnitten in uns hinterlassen hat, mit den Puzzelteilen zusammen setzen, die ein anderer entfernter genetischer Verwandter von diesem Vorfahren vererbt bekommen hat. Ich zeige unten wie leicht das ist.

Und genau das tut auch diese neue isländische Studie (1). Und sie wirft darum Licht auf die Möglichkeiten, die in dem isländischen Genomprojekt beschlossen liegen, und darauf, daß uns allen dieselben Möglichkeiten offen stehen, um so mehr Menschen ihre Gene sequenzieren lassen und die gewonnenen Daten mit anderen teilen, und um so mehr sie das auch mit Familien-Stammbaumforschung verbinden. Also um so mehr wir alle das gleiche machen, was das isländische Genomprojekt tut. Ich hoffe, daß es dafür bald Open Source-Internetseiten gibt. (Denn zum Beispiel auf "My Heritage" muß man zum dafür nötigen vollständigen gegenseitigen Vergleichen von Stammbäumen und Genomen etwa 100 Euro jährlich zahlen. Das muß doch mit Open Source-Programmen viel kostengünstiger möglich sein.)

Jedenfalls im folgenden mein Aufsatz wie er von mir schon geschrieben war, bevor ich gerade die neue isländische Studie (1) entdeckte. Auch mein bisheriger Entwurf war schon mit Erkenntnissen aus einer spannenden Studie eingeleitet worden, die aus dem isländischen Genomprojekt schon vor zehn Jahren, 2008, hervorgegangen war (2), und die ich schon damals hier auf dem Blog behandelt hatte (3).

Abb. 1: Beispiel von meiner Profilseite auf MyHeritage. Hier werden gemeinsame Chromosomen-Abschnitte aufgezeigt, die ich mit einem meiner DNA-Verwandten (Andreas T.) teile. Zugleich erfahre ich, daß wir beide den Familiennamen Bading unter unseren Vorfahren haben und unserer beider Vorfahren aus Dörfern aus dem Umland der Stadt Brandenburg an der Havel stammen. (Mehr Erläuterungen im Text)


Nach einer isländischen Studie aus dem Jahr 2008 (2) hatten auf Island über die Jahrhunderte hinweg Ehen zwischen Cousins und Cousinen dritten und vierten Grades mit einem Verwandtschaftgrad (r) zwischen 0.0625 und 0.0039, also mit 6,25 % bis 0,39 % gemeinsamen Genen, die höchste Nachkommenzahl. Man kann also davon ausgehen, daß dieser Verwandtschaftsgrad zwischen Ehepartnern nicht der ungünstigste sein wird. Die Ehepartner auf Island, die diese Ehen eingegangen sind, haben in der Regel von dieser ihrer Verwandtschaft aufgrund von Herkunft und gemeinsamen Genen gar nichts gewußt, sie haben sich also un-, bzw. unterbewußt gegenseitig nach diesem Verwandtschaftsgrad ausgesucht.

Besitzt man nun dieses Vorwissen und hat man seine Gene sequenzieren lassen, kann man sich auf den jeweiligen Internetseiten (zum Beispiel "23andme", "MyHeritage") die dort angezeigten "DNA-Verwandten" ("DNA-Relatives"), "DNA-Matches" genauer anschauen. Das hatte ich bisher noch nie gemacht, da ich mir den durch (2) aufgezeigten Zusammenhang noch nicht genügend bewußt gemacht hatte, bzw. nicht gemerkt hatte, daß die Angabe von 6 % gemeinsamer Gene ja einem solchen Verwandtschaftsgrad entspricht! "DNA-Verwandte", bzw. "DNA-Matches" sind auf diesen Internetseiten Menschen, die beim jeweiligen Sequenzierungs-Anbieter ebenfalls ihre Gene haben sequenzieren lassen, und von denen einem nun aufgrund rein statistischer Auswertung angezeigt wird, wie viele Gene man mit ihnen gemeinsam hat. 

Ich finde dort zunächst - oh Wunder - daß ich mit meiner eigenen Mutter 47,7 % meiner Gene teile. Das ist natürlich meine nächste DNA-Verwandte, die sich ihre Gene in den letzten Monaten hat sequenzieren lassen. (Aber man frage mich jetzt bitte nicht, warum nicht genau 50 %.) Außerdem finde ich, daß schon zwei meiner Vettern ebenfalls ihre Gene hatten sequenzieren lassen und mir als solche Vettern 1. Grades dort angezeigt werden.

Aber die nächstnahe Verwandtschaft über diese engeren Verwandten hinaus ist ja nun - wie an der isländischen Studie von 2008 (2) abzulesen - auch interessant. Und nicht nur hinsichtlich von Heiratsmarkt ....

1. Fall: Rudd Evansky


Auf 23andme wird mir diesbezüglich nun zunächst ein Mensch angezeigt mit Namen "Rudd Evansky" (Name leicht verändert), mit dem ich 0,97 % meiner Gene teile, also fast 1 %. Das entspricht einem Verwandtschaftsgrad r von grob 0,01. Und das ist ja nicht wenig. Man kann es erstaunlich finden, daß sich unter den vielen Kunden dieser Firma - vor allem in den USA - einigermaßen willkürlich (?) eine so hohe genetische Verwandtschaft mit mir hier in Deutschland findet. Dieser Verwandtschaftsgrad fällt jedenfalls bestens in den Bereich evolutionär günstiger Heiratspartner für mich. Wir teilen aber weder die mütterliche mitochondriale noch die väterliche Y-chromosomale Haplogruppe. Ich schrieb ihm:
It is interesting that we have a share of nearly 1 % of DNA in common. Do you like to talk about that? May be it would be interesting to know something about your forebears. I am from Germany.
Es wird angezeigt (ähnlich wie in Abb. 1), daß wir gemeinsame Genabschnitte haben auf den Chromosomen 8, 11, 12, 13 und 17. Und wenn man allmählich mitbekommt, aufgrund welcher Zusammenhänge solche Gemeinsamkeiten zustande kommen können (siehe nächster Fall), muß ich ja fast annehmen, daß wir gemeinsame Vorfahren haben. Aber welche? Leider hat er mir noch nicht geantwortet.

2. Fall: Sylvia I. aus Ontario, Kanada


Bei der nächsten angezeigten DNA-Verwandten habe ich das inzwischen schon klären können, da sie dankenswerter Weise gleich geantwortet hat. Es ist dies die etwa 80-jährige Sylvia I. aus Ontario in Kanada. Ich sah sie schon seit über einem Jahr als DNA-Verwandte auf 23andme angezeigt. Aber wie gesagt, war mir bisher gar nicht klar, welche Bedeutungen man diesem Umstand zusprechen kann. Sie gab an, daß ihre Vorfahren aus Großbritannien stammen, daß es aber auch Verbindungen mit Deutschland gab. Sie hat auch ihren Stammbaum verfügbar gemacht. Das wird - wie etwa auf Facebook - freigeschaltet für jene, für die sie es freischalten möchte, deshalb denke ich, daß ich hier auch den Link dazu einstellen kann (MyHeritage). 

Als Länder, in denen ihre Vorfahren gelebt haben, nannte sie schon auf ihrem 23andme-Profil England, Schottland und Irland. Unter den Familiennamen, die sie schon dort als jene benannte, , die in ihrem Stammbaum vorkommen, finden sich lauter britische, die mir ansonsten unbekannt sind. Aber ich entdecke einen Familiennamen, den wir in unseren Stammbäumen gemeinsam haben. Und zwar ist dies der Familienname Morley. Mütterlicherseits stamme ich zurück in der Mitte des 19. Jahrhunderts nämlich unter anderem ab von einer Engländerin namens Morley, die auf Neuseeland geboren wurde und als junges Mädchen nach Deutschland gekommen war und dort einen Deutschen mit Familiennamen von Samson-Himmelstjerna geheiratet hatte. Es war dies der Leibarzt des Fürsten Pleß in Pleß in Oberschlesien. Dort ist noch meine eigene Großmutter 1910 geboren worden (weil ihre Mutter sich von ihrem Vater hatte entbinden lassen). Von dieser Morley-Vorfahrin habe ich und haben alle meine Verwandten über die mütterliche Seite auch unsere Mitochondrien! Zum Glück hat einer meiner Onkel den Stammbaum schon seit Jahren sehr intensiv bearbeitet (MyHeritage), wo ich dann feststellen kann: Sylvia I. und ich stammen beide von dem jungen Ehepaar Morley-Locker aus Leeds in England ab, dem 1858 in Sneulou Mautra, Neuseeland die älteste Tochter Alice geboren wurde. Diese heiratete später einen Hadgkinson. Und von diesen beiden stammt Sylvia I. ab. Hadgkinson war im auswärtigen diplomatischen Dienst in Deutschland tätig, deshalb ist einer seiner Söhne in Deutschland geboren worden. 1864 wurde dem genannten jungen Ehepaar in Otahuhu, Auckland auf Neuseeland eine zweite Tochter geboren. Und bei ihr handelt es sich um meine Vorfahrin Mary Morley, spätere verheiratete von Samson Himmelstjerna, die Urgroßmutter meiner Mutter. Ich schrieb deshalb an meine neu entdeckte Verwandte Sylvia in Kanada:
It is interesting to know that we share 0,68 % of our genes. I am from Germany, but my mothers great-grandmother has been a woman from England with family name Morley. Her father has been William Henry Morley (1834-1917), born in Leeds, died in Quito, Ecuador. He had a lot of children (10) together with Elizabeth Morley, born Locker. His eldest daughter was Alice Hadgkinson (geb. Morley), born in Sneulou Mautra, New Zealand 1858. Maybe this is one of your great-grandmothers? It would be interesting to exchange some thoughts about that. 
Und Sylvia I. hat wie gesagt sehr schnell und außerordentlich interessiert geantwortet. Sie berichtet noch von einigen Details ihrer eigenen Familiengeschichte, die sie zwischenzeitlich herausbekommen hatte über ihren Urgroßvater Hadgkinson, den britischen Diplomaten in Deutschland. Und sie erzählt, daß man sich in ihrer Familie einer entfernten deutschen Verwandtschaft bewußt gewesen ist. Nun, vielleicht kann man sich künftig einmal gegenseitig besuchen. Aber nun halte man sich einmal fest, was man alles herausbekommen kann, wenn man sich einigermaßen sicher ist, daß man gemeinsame Vorfahren hat. Unsere gemeinsamen Gene liegen nämlich auf Chromosom 16 und 17. Und das ist die Erkenntnis, die mir bei dieser Gelegenheit zum ersten bewußt wird: Man kann also sagen, daß unsere gemeinsamen Vorfahren, die Eheleute Morley/Locker (der Ehemann war britischer Forschungsreisender) auch diese Gene auf Chromosom 16 und 17 hatten. Jetzt müßte man nur noch schauen, welche Gene das sind und man wüßte schon wieder einiges mehr auch über diese Vorfahren. Und man merkt dabei: Um so mehr Menschen mitmachen würden bei diesen DNA-Tests, um so mehr könnte man auch über die Gene ganz entfernter Vorfahren heraus bekommen! Ist das nicht verrückt?!

3. Fall: Andreas T. aus Deutschland


Die nächste auf 23andme angezeigte DNA-Verwandte wäre zur Zeit eine Abigail A. (vermutlich aus den USA), mit der ich 0,44 % gemeinsame Gene habe. Ich habe sie angeschrieben aber noch keine Antwort erhalten. Auf MyHeritage ist es dann weiterhin ein Andreas T. aus Deutschland, mit dem ich 0,4 % der Gene teile (Abb. 1). Ihm habe ich geschrieben anhand jener Daten, die auf MyHeritage für DNA-Verwandte zur Verfügung gestellt sind, wenn jemand dort auch schon seinen Stammbaum eingestellt hat (wie es hier der Fall ist):
Hallo Herr T.,
alle Ihrer acht Urgroßeltern wurden in der Stadt Brandenburg an der Havel geboren oder ihrem näheren Umfeld. Ihre Großmutter war eine Martha Helene Bading (1893-1960), geboren in Kade bei Genthin. Ich selbst (geb. 1966) stamme aus einer Familie Bading in Bahnitz an der Havel, 18 Kilometer nördlich von Kade. Fast all meine Vorfahren väterlicherseits stammen aus den Dörfern grob zwischen Bahnitz und Zollchow im Elb-Havel-Winkel. 
Und nun teilen wir außerdem 0,4 % unserer Gene auf unseren Chromosomen 2, 8 und 12. Ob man heraus bekommen kann, worauf diese Gemeinsamkeit beruht?
Mein Vater war Ahnen- und Ortsfamilienbuch-Forscher, der auch mit anderen Familienforschern der Region in Kontakt stand. Und mir klingt in den Ohren als ob die Familiennamen Giese und Kabelitz, die in Ihrem Stammbaum vorkommen, ihm keine Unbekannten waren. In Bensdorf und Kirchmöser haben wir auch Vorfahren (vor allem Familienname Parey).
Es wäre nun interessant zu erfahren, ob unsere genetischen Gemeinsamkeiten erklärt werden können aufgrund direkt nachweisbarer Verwandtschaft oder einfach aufgrund des Herstammens aus derselben Region, in der es auf dem Lande vermutlich über Jahrhunderte hinweg wenig genetischen Zufluß von außen gegeben hat, wodurch es viele Heiraten zwischen weit entfernten Verwandten gegeben haben könnte, wodurch sich dann bei uns so viele gemeinsame Chromosomen-Abschnitte "angereichert" haben können.
Ich bin jedenfalls gerade überrascht und fasziniert von den Möglichkeiten der Gensequenzierung und ihrer Kombination mit Stammbaum-Forschung. Auch über den mütterlichen Stammbaum (in Österreich) habe ich da in den letzten Tagen schon interessante Entdeckungen gemacht. Da stellte sich ein gemeinsamer Genanteil von 0,4 % als Folge direkter genetischer Verwandtschaft heraus.
Vielleicht haben Sie Lust, sich darüber auszutauschen.
Auf eine etwaige Antwort bin ich schon sehr gespannt. - Da etwa die Hälfte der angezeigten DNA-Verwandten auch Fotos von sich hoch geladen haben, kann man übrigens auch desweiteren mit einigem Erstaunen feststellen, daß 0,3 % gemeinsame Gene doch auch einen sehr unterschiedlichen Phänotyp mit sich bringen kann. Ich als Mensch vorwiegend nordeuropäischer Herkunft finde unter ihnen zum Beispiel auch eine sehr mediterran aussehende Frau aus Portugal, die - nach MyHeritage - 0,3 % ihrer Gene mit mir teilt. Da darf man gespannt sein auf die weiteren Erfahrungen, die man bezüglich solcher Dinge noch mit seinen DNA-Verwandten machen kann.

Ein neuer Heiratsmarkt? - Nutzen für die Partnerwahl


Alle diese Zusammenhänge werden zur Zeit noch nicht unter "Genetic Matchmaking" (Wiki, engl.) behandelt, auch offenbar nicht von Firmen, die DNA-Tests zur Partnerfindung anbieten (soweit das zumindest meine bisherige Recherche ergibt). Aber wenn erst einmal viele Menschen ihre Gene sequenziert haben werden und wenn sie ihre Daten auf Open-Source-Internetseiten geteilt haben werden, wird man gerne unter ihnen auch nach Heiratspartnern suchen können. ;) Jedenfalls habe ich damit wieder einmal mich sehr faszinierende Möglichkeiten der "Consumer Genetics" entdeckt, sprich der modernen "Mitmach-Genetik". Es gab übrigens schon mehrere frühere Beiträge hier auf dem Blog zur Auseinandersetzung mit meinem persönlichen Genom-Daten (siehe: "Meine Gene" Teil 1Teil 2 und Teil 3).


Abschließend ein Aufruf 


Als Schlußfolgerung dieser Ausführungen habe ich heute auch noch eine Rundmail an alle mir persönlich bekannten Menschen geschrieben. Womöglich macht es Sinn, ihre wesentlichsten Inhalte auch noch einmal hier einzustellen:
Btr.: Liebe Leute, laßt Eure Gene sequenzieren, insbesondere die älteren und ältesten unter Euch!
Bitte entschuldige es jeder, wenn er unaufgefordert diese Email bekommt. Ich hoffe, daß Ihr derselben trotzdem etwas entnehmen könnt, das für Euch interessant ist. Ich selbst habe meine Gene vor einem Jahr bei der Firma 23andme für 150 Euro sequenzieren lassen, die Gene drei weiterer enger Familienmitglieder habe ich in den letzten Wochen für je 70 Euro bei MyHeritage.com sequenzieren lassen. Ich glaube, bei solchen Preisen muß nun niemand mehr warten mit der Gensequenzierung, daß sie noch günstiger wird.
Auf dem Internetblog "TheDNAGeek" wird auch ganz aktuell ein Überblick gegeben über den gegenwärtigen Preiswettkampf zwischen den wichtigsten Firmen diesbezüglich (TheDNAGeek, 8.2.2018). Wie man dort sehen kann, liegt man also mit MyHeritage nicht schlecht. Außerdem ist bei MyHeritage auch gleich die Stammbaum-Forschung möglich (bei 23andme nicht). Und außerdem kann man die Rohdaten auf Promethase oder dem deutschen OpenSNP (Bastian Greshake) hochladen und hat dann auch den dazugehörigen Gesundheitsreport. Alles Dinge, die inzwischen leicht und routiniert zu machen sind. (Ach, übrigens, für diese Werbung werde ich nicht bezahlt. Trotzdem könnten sich MyHeritage oder 23andme gerne dafür erkenntlich zeigen! :-) )
Um so mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, um so mehr versteht man, daß um so mehr mitmachen, wir alle auch um so mehr herausbekommen, nicht nur über uns selbst, sondern auch über unsere Vorfahren. Und zusätzlich kann die Gensequenzierung einem auch die besten Heiratspartner liefern (s.o.). Und ich glaube, wenn man sich mit diesen "DNA-Verwandten" beschäftigt und mit ihnen in Austausch kommt, was über 23andme und MyHeritage nun außerordentlich erleichtert ist, kann man auch sonst viel über Genetik und Verhaltensgenetik von einzelnen Menschen, Familien und größeren Bevölkerungen lernen.
Ich hoffe, daß es für solche hervorragenden Internetseiten wie MyHeritage bald Open-Source-Angebote gibt. Denn es wird immer deutlicher: Um so mehr mitmachen, um so mehr haben alle etwas davon, um so mehr kann jeder einzelne lernen.
Insbesondere möchte ich die älteren Menschen unter den Empfängern bitten, möglichst bald Eure Gene sequenzieren zu lassen. Eure Kinder und Nachkommen - oder die Kinder von Euren genetischen Verwandten - also wir alle - werden es Euch danken. In späteren Zeiten wird einmal jemand Euer - möglichst gut ausgefülltes - Profil auf MyHeritage oder 23andme finden und Dinge über Euch herausbekommen, die ihr SELBST noch nicht wußtet. (Weil die Forschung dann mehr über Eure Gene weiß als sie es heute weiß.)
Die jüngeren unter Euch sollten ihre Eltern und älteren Verwandten bitten und auffordern und ihnen helfen dabei, ihre Gene sequenzieren zu lassen. Vermutlich werdet Ihr oder Eure Nachkommen oder die Nachkommen Eurer Verwandten es später bereuen, wenn es nicht rechtzeitig geschehen ist.
Unsere Gene sind neben dem kulturellen Erbe, das wir an unsere Kinder weiter geben, der größte Schatz, den wir haben. Wir sollten ihn mehr ehren als das bislang geschehen ist und auch geschehen konnte.
Noch eine Zusatzbemerkung für Menschen, in deren Familien nachweisbar Hochbegabungen vorgekommen sind. Bei ihnen könnte es noch einmal doppelt so viel Sinn machen, ihre Gene sequenzieren zu lassen. Vielleicht wollen wir ja gerade über solche Hochbegabungen besonders viel lernen. Ich glaube jedenfalls, daß es einer Gesellschaft gut täte, über solche Hochbegabungen mehr zu lernen.
Das glaubte auch schon der Bruder von Charles Darwin, Francis Galton, als er sein berühmtes Buch "Hereditary Genius" schrieb, das ins Deutsche von einem Sozialdemokraten übersetzt wurde schon in der Zeit vor 1914. Und das glaubte auch die Ehefrau von Erich Honecker, als sie den Intelligenzforscher Volkmar Weiß mit Hochbegabtenforschung und der Erforschung der Vererbung von Hochbegabungen beauftragte (da es in der DDR aufgrund der Fluchtbewegungen in den Westen insbesondere an Hochbegabungen fehlte). Ich vermute, daß Volkmar Weiß diesen Ausführungen aus vollstem Herzen zustimmen wird. Er leitet ja das Zentralregister der Ortsfamilienbücher in Leipzig, das auch die Erforschung von Familienstammbäumen erleichtern soll.
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  1. Anuradha Jagadeesan, Ellen D. Gunnarsdóttir, S. Sunna Ebenesersdóttir, Valdis B. Guðmundsdóttir, Elisabet Linda Thordardottir et al.: Reconstructing an African haploid genome from the 18th century. Nature Genetics, 50/2018, 15. Januar 2018, pp199-205, doi:10.1038/s41588-017-0031-6, https://www.nature.com/articles/s41588-017-0031-6. https://www.researchgate.net/publication/322507343_Reconstructing_an_African_haploid_genome_from_the_18th_century
  2. Helgason A, Pálsson S, Guðbjartsson DF, Stefánsson K, Kristjánsson T (2008) An association between the kinship and fertility of human couples. Science 319(5864):813–816
  3. Bading, Ingo: Genetische Verwandtschaft - ein wichtiger Faktor auch auf Gruppenebene? Studium generale, 30. August 2008, http://studgendeutsch.blogspot.de/2008/08/genetische-verwandtschaft-ein-wichtiger.html

Montag, 8. Januar 2018

Lebenslange Hingabe an einen einzigen andersgeschlechtlichen Artgenossen - Voraussetzung für Hauptschritte der Evolution

"Lifetime Commitment", bzw. Monogamie in ihrer Bedeutung für die Evolution sozialer und kognitiver Komplexität 


Eine Tour d'horizon zur Monogamie-
These von Jacobus Boomsma (2007)

Seit 1995 spricht die Evolutionsforschung von den "großen Übergängen" in der Evolution, von den "Major Transitions", den "Hauptschritten" der Evolution. Zu diesen werden gezählt (unter anderem) (n. Wiki): 1. die Entstehung der ersten Biozelle aus komplexen Biomolekülen, 2. die Entstehung von Einzellern mit Zellkern aus Einzellern ohne Zellkern (Eukaryoten aus Prokaryoten), 3. die Entstehung der Geschlechtlichkeit zwischen Einzellern, 4. die Entstehung von Mehrzellern aus Einzellern, 5. die Entstehung von Tierkolonien mit kinderlosen Helfer-Tieren ("Eusozialität", Insektenstaaten) und 6. die Entstehung menschlicher Gesellschaften aus Primaten-Gruppen.

Seit 2007 gab es nun eine Entwicklung in der Wissenschaft, die in der Öffentlichkeit noch kaum wahrgenommen worden ist, ja, kaum über engere Fachgrenzen hinaus kommuniziert worden ist. Es wurde eine einheitliche Theorie für mindestens zwei der beiden letzten Hauptschritte der Evolution formuliert (1). Es handelt sich um eine Theorie, deren Bezug zu menschlichem, gesellschaftlichen Leben sofort ins Auge fällt, ja zu Lebensentscheidungen jedes einzelnen Menschen: die Monogamie-These (Wiki). Sie wurde aufgestellt von dem niederländischen Soziobiologen und Insektenforscher Jacobus Jan "Koos" Boomsma (geb. 1951) (WikiAnt-Wiki, Google Scholar). (Sein für deutsche Ohren ungewöhnlich klingender Nachname wird auf den friesischen Kulturraum zurückgehen.) Boomsma formulierte seine Monogamie-These zunächst für den eben genannten Hauptschritt 5 2007 (1) und zusätzlich für den Hauptschritt 4 2009 (2-5).




In der Forschung wird nicht ausgeschlossen, daß ein so grundlegendes Prinzip wie genetische Einheitlichkeit der Nachkommen aufgrund von lebenslanger monogamer Hingabe an einen einzigen andersgeschlechtlichen Artgenossen auf Seiten des Elternpaares auch noch auf weitere der genannten Hauptschritte der Evolution Anwendung finden kann (6-10). So wird etwa formuliert (6; eigene Übersetzung):
Die Komplexitäts-Zunahme von einfachen sich vervielfältigenden Molekülen zu komplexen Tier-Gesellschaften beinhaltet etwa acht große Hauptschritte in der Evolution. Fast alle diese Hauptschritte erforderten eine Lösung des Problems der Kooperation, die es unabhängigen, sich vervielfältigenden Einheiten erlaubt, sich als eine Gruppe kooperativ zu vermehren.
So könnte womöglich der genannte Hauptschritt 1 beschrieben werden als lebenslange Hingabe einer bestimmten Kombination von Biomolekülen an eine sie umgebende selektiv permeable Zellmembran. Der genannte Hauptschritt 2 kann beschrieben werden als lebenslange Hingabe eines Zellkerns an eine ihn umgebende Zelle (Endosymbiose [Wiki]). Im genannten Hauptschritt 3 bilden sich dann die Grundgesetze der lebenslangen ausschließlichen Hingabe eines Individuums an ein anderes - im Spannungsverhältnis zu anderen Optionen der Lebensgestaltung - heraus. Diese anderen Optionen stellen verschiedene Lebensweisen nicht lebenslänglich-ausschließlicher Hingabe an nur einen einzigen andersgeschlechtlichen Artgenossen dar. Indem solche Optionen in der Evolution eingeführt wurden, entstanden offensichtlich neue Freiheitsgrade in der Lebensgestaltung, die bis heute vorhanden geblieben sind in der Evolution, und auf die jeweils erneut reagiert werden mußte, wenn trotz dieser Freiheitsgrade evolutiver Fortschritt erreicht werden sollte.

Auch von weiteren großen Schritten der Evolution, die bislang nicht explizit unter die hier aufgeführten Hauptschritte gezählt werden, fand man 2007 und später, daß sie in einem diese fördernden Zusammenspiel mit dem Prinzip Monogamie stehen (6-10). Alle diese Erkenntnisse kommen auffallenderweise durch Artenvergleich über weite Strecken des Stammbaums des Lebens hinweg zustande. Diese waren so in früheren Jahrzehnten nicht möglich, da Voraussetzung dafür erst der rein quantitative Fortschritt in der empirischen Forschung war, also schlicht das quantitative Anwachsen des Wissens über die Arten und die verwandtschaftlichen Beziehungen zueinander. Es kann hier vermutlich gesprochen werden von einem "Umschlag von Quantität" (des Wissens) "in Qualität", und zwar in Form einer neuen zusammenfassenden Theorie: der Monogamie-These.

Aufgezeigt wurde dieses Zusammenspiel bislang vor allem für die Übergänge zu sozialer Komplexität bei Vögeln (6), Säugetieren (7), bzw. Mehrzellern allgemein (der genannte Hauptschritt 4) (8), bzw. für Übergänge zu kognitiver Komplexität bei Vögeln und Säugetieren (9, 10). (Siehe auch hinführende deutschsprachige Aufsätze darüber: [11, 12].) Angesichts der großen Erklärungskraft des Prinzips Monogamie für so viele Hauptschritte und auch weniger große Schritte der Evolution ist natürlich klar, daß sich zunehmend mehr Forscher beginnen zu fragen, einerseits in welchem Verhältnis das Prinzip Monogamie zu anderen bedingenden Faktoren steht (13-15), sowie ob und wie dieses Prinzip auch für den letzten Hauptschritt der Evolution, für die Evolution des Menschen irgend eine Rolle gespielt haben könnte oder spielen würde. Und wenn ja, wie (z.B.: 16, 17).

Es ist geplant, darauf in weiteren Blogbeiträgen noch ausführlicher zurück zu kommen. (Bei dem vorliegenden Blogbeitrag kann es sich nur um einen einleitenden, hinführenden handeln, was schon anhand der Fülle der hier zu behandelten Literatur deutlich werden dürfte, wobei nur einige der wichtigsten Arbeiten genannt worden sind [1-17].)

Zunächst sei zu der zuletzt aufgeworfenen Problematik (Monogamie und Humanevolution) nur angedeutet, daß es ja außer Frage steht, daß das Lebensprinzip Monogamie in menschlichen Großgesellschaften der letzten Jahrtausende - insbesondere auf der Nordhalbkugel - eine wesentliche Rolle gespielt hat und daß es dort auch vielfältige religiöse und philosophische Deutungen, bzw. Bedeutungsaufladungen erfahren hat. Man könnte hier an vieles erinnern. Nicht zuletzt an die große kulturelle Bedeutung, die der Jungfräulichkeit in vielen menschlichen Kulturen zugesprochen wird. Man könnte daran erinnern, daß im indogermanischen Sprachraum Eheschließung als "hohe Zeit" - Hochzeit - bezeichnet wird. Man könnte sich als Mann daran erinnern, wie man immer wieder vor dem Rätsel steht, warum für Mädchen und Frauen ausgerechnet weiße Brautkleider eine so große Bedeutung haben, sowie noch so vieles andere, was sich um solche kulturellen Erscheinungen herum gruppiert.

Man könnte auch erinnern an die religiösen Vorstellungen der "Heiligen Hochzeit" (Wiki), bzw. der "Mystischen Hochzeit" (Wiki). Diese hatten beide offensichtlich nicht nur im christlich-jüdischen Kulturraum und der ihm zugehörigen Weltepoche Bedeutung, sondern sind vielmehr von der letzteren Weltepoche vermutlich nur aufgegriffen und weiter geführt worden, da ältere kulturelle Wurzeln aus vorhergehenden Weltepochen ja dafür aufzeigbar sind.

Hauptschritte der Evolution


Doch zunächst zurück zur Evolutionsforschung auf wesentlich grundlegenderer Ebene. Zunächst - 2007 - war die Monogamie-These von Jacobus Boomsma in Widerspruch zum damals ganz neuen und überraschenden, zum Teil öffentlichkeitswirksamen Vertreten der Gruppenselektions-Theorie von Edward O. Wilson formuliert worden. Boomsma's Monogamie-These hatte deshalb im großen "Krieg der Soziobiologie" der letzten zehn Jahre Bedeutung, womöglich sogar die zentrale, wenn genauer hingeschaut wird. Es hätte also schon längst Grund geben können, daß sich derselben viel weitere Kreise der Wissenschaft und der an Wissenschaft interessierten Öffentlichkeit zuwenden würden als bislang geschehen. Da das so mit so merkwürdiger Verzögerung zu geschehen scheint, empfinden wir es um so dringlicher, endlich wenigstens hier auf dem Blog die gründlichere Auseinandersetzung zu suchen.

Es war der Krieg zwischen den Anhängern der Gruppenselektions-Theorie rund um den bekannten "Grand Old Man" der Evolutionsbiologie, Edward O. Wilson, auf der einen Seite und den Anhängern der Verwandtenselektions-Theorie rund um - der Sache nach - Jacobus Jan Boomsma auf der anderen Seite. Dieser Krieg ist für den, der sich in die Forschungsliteratur einwühlt (und das haben wir inzwischen endlich getan [1-17]), im Grunde längst entschieden. Mag der alte Edward O. Wilson noch so brillant und kenntnisreich seine neue Theorie verteidigen (13): Hier scheint er auf seine alten Tage doch einmal eklatanter falsch gelegen zu haben und auf den Holzweg geraten zu sein. Auch das kann geschehen. (Daß das Urteil einiger Fachkollegen dazu allzu vernichtend ausgefallen ist, zum Beispiel dasjenige von Richard Dawkins, sei hier nur im Vorübergehen erwähnt.) Aber ob es nun noch einmal einen öffentlichen und offiziellen Friedenschluß geben wird zwischen beiden Kriegsparteien? Wann hätte es einen solchen je gegeben in der Wissenschaftsgeschichte? All diese Fragen sind im Grunde ganz zweitrangig, seit Edward O. Wilson "höchstpersönlich" - bislang offenbar kaum beachtet - längst eine zumindest halbherzige Friedenserklärung abgegeben hat. Und zwar schon 2014, vor drei Jahren (13). Da war nämlich aus seiner Feder zu lesen, daß es sich bei der Monogamie-These von Jacobus Boomsma längst schon nicht mehr nur um eine "These" handeln würde. Vielmehr sei von einem "Monogamie-Prinzip" zu sprechen (13).

Das war ohne Frage der Ritterschlag für Boomsma's Theorie. Wenn sie eines solchen von einem "Abweichler" noch bedurft hätte, der zwischenzeitlich auf den Holzweg geraten war und bis heute nicht so recht eingestehen will, daß er dorthin geraten war. Wilson hätte der von ihm vorgeschlagenen Begriffsveränderung (von "These" zu "Prinzip") mehr Wert verliehen, wenn er nicht nur diese Begriffsänderung vorgeschlagen hätte, sondern auch das Denken, das mit diesem Begriff verbunden ist, breiter erörtern, weiterführen und popularisieren würde. Leider hat auch er das bislang unseres Wissens nicht getan. Und da es ein Wilson nicht tut, glauben auch so viele andere es offenbar nicht tun zu müssen.

Zur Einführung - Zwei Video's


Man kann sich in die Forschungsliteratur einwühlen (1-17). Aber zunächst bietet sich sicherlich als einfachster Zugang zu dem neuen Denken von Boomsma - zumindest für alle des Englischen mächtige Leser - ein Vortrag desselben im Internet an aus dem Mai 2016 (18). Dieser Vortrag wurde, wenn man es recht versteht, im Fachbereich Evolutionäre Medizin an der Staatsuniversität von Arizona in Phönix, Arizona gehalten. Mit Hilfe dieses Vortrages kann man sich einen sehr unmittelbaren Eindruck verschaffen über das, was hier wohl so einigermaßen vorliegt, nämlich durchaus ein neues Denken, das zwar nur das traditionelle Denken von William D. Hamilton zu Ende denkt, das man aber wohl doch - aufgrund der Breite seiner empirischen Basis inzwischen - als einen Paradigmenwechsel im soziobiologischen Denken und vor allem auch der künftigen Wahrnehmung desselben wird bezeichnen müssen.

In diesem Vortrag wird deutlich, wie betont sachlich, aber zugleich stringent und konsequent der Soziobiologe Boomsma über das "lifetime commitment", also über die lebenslange, ausschließliche Hingabe, bzw. Selbstverpflichtung jener monogamen Lebensform denkt, die nach seiner Theorie und nach dem derzeitigen Stand der empirischen Forschung die "großen Übergänge" in der Evolution ("major transitions") ermöglicht hat, nämlich:
  1. von fakultativer zu nicht mehr zu ändernder (irreversibler, "obligatorischer") Mehrzelligkeit, 
  2. zu lebenslang sterilen, morphologisch unterschiedlichen Kasten bei sozialen Insekten,
  3. zu komplexeren, sozialen Gruppen bei Vögeln und 
  4. zu komplexeren sozialen Gruppen bei Säugetieren.
Der ursprüngliche Ausgangspunkt und Maßstab für Boomsma sind ohne Frage die von ihm mit viel Recht mit großem Respekt betrachteten und untersuchten sozialen Insekten. Denn bei ihnen ist dieses "lifetime commitment", ist diese lebenslange monogame Hingabe und Selbstverpflichtung vielleicht am eindrucksvollsten ausgebildet. Übrigens werden die Grundgedanken von Boomsma auch noch einmal in einem kürzeren Video erklärt (19). Es handelt sich um ein Video, in dem Boomsma auch selbst kurz wertvolle Ausführungen zu seinen Grundgedanken machen kann, und in dem seine Theorie - allerdings für nichtdeutsche Hörer sicherlich in etwas zu schnellem Sprachduktus - von einer begeisterten, jungen Studentin erklärt wird.



Warum aber waren gerade die sozialen Insekten der Ausgangspunkt für die Monogamie-These? Einerseits waren sie es, die Edward O. Wilson 2005 veranlaßt hatten, einen Paradigmenwechsel in Bezug auch auf die Erklärung menschlicher Gesellschaften anzukündigen, nämlich in Richtung auf die grundlegende Theorie der Gruppenselektion (20). Aber mehr noch: Soziale Insekten sind dem Menschen was das Beeindruckende der von Boomsma heraus gestellten lebenslangen Hingabe und Selbstverpflichtung betrifft, am zugänglichsten. Denn als einzelne Individuen innerhalb einer großen Kolonie, einem Staat stehen sie der menschlichen Lebensweise näher als - etwa - der obligat mehrzellige Organismus dies tut. (Obwohl man ja auch da schon früher viele Vergleiche angestellt hatte, Analogien versucht hatte aufzuzeigen. Da wird dann Krebs etwa als egoistisches Verhalten der Krebszellen beschrieben in einer sich ansonsten perfekt altruistisch verhaltenden arbeitsteiligen "Gesellschaft", nämlich unserem mehrzelligen Körper.)

Aber die Zugänglichkeit für das Verständnis gilt auch nach einer anderer Richtung. Die sozialen Insekten leben das von Boomsma in den Vordergrund gestellte Prinzip lebenslanger Hingabe und Selbstverpflichtung stringenter und konsequenter noch als Vögel oder Säugetiere. Und dies tun insbesondere - so lernt man bei Boomsma (siehe zweites Video): die Termiten. Schon bei den anderen sozialen Insekten findet sich wieder - nach Boomsma - eine Art "Degenerationserscheinung" wieder. Denn dort wurde die Rolle der Männchen in hier vorliegenden lebenslang monogamen Lebensformen auf die Erscheinung von "Samenbank" auf sich fortpflanzenden Königinnen reduziert (!). (Samenbanken übrigens, so Boomsma, von einer technischen Brillanz, die menschlicher Erfindergeist noch lange nicht erreicht hat.)

Ganz am Ende seines Vortrages im ersten Video (18) gibt Boomsma aber dann auch den Grund an, warum Menschen in der Inkonsequenz des Lebens von lebenslanger Selbstverpflichtung und Hingabe eher Vögeln und Säugetieren nahe stehen als den sozialen Insekten. Da spricht er nämlich von "menschlichen Selbstverpflichtungs-Analogien" ("human commitment analogies") auf der persönlichen Handlungsebene ebenso wie auf der Handlungsebene von Vergemeinschaftungen. Beide Handlungsebenen gibt es ja so interessanterweise auch bei den sozialen Insekten. Boomsma spricht von Verträgen zwischen Ehepartnern, Firmen und Staaten und davon, daß diese alle auch "Kündigungs-Optionen" mit einschließen (18, 53'10):
Mögliche Konflikte bleiben immer bestehen. Deshalb haben wir Menschen die Kündigungs-Klauseln. Und weil wir Menschen und zivilisierte Nationen sind, sollten individuelle Rechte und persönliche Freiheiten jederzeit Schutz genießen und aufrecht erhalten bleiben. Das ist auch der Grund, weshalb wir uns all das (zuvor Gesagte) vor Augen geführt haben (warum wir es erforschen): In einer Ameisen- oder Termiten-Kolonie gibt es keine individuellen Rechte. Noch gibt es solche für die Zellen meines (mehrzelligen) Körpers. Das ist ein zentraler Unterschied, der uns Menschen von allem anderen (was den Namen Leben trägt) unterscheidet. 
Diese Worte kann man gerne auch wie eine Binsenwahrheit auffassen. Was Boomsma hier aber als Forderung formuliert, ist natürlich als eines der vielen großen Wunder der Evolution noch so gut wie gar nicht verstanden worden, geschweige denn auch nur in Augenschein genommen worden. Denn es ist ja noch in gar keiner Weise geklärt, wie der Mensch, bzw. die Humanevolution hoch komplexe, arbeitsteilige Gesellschaften haben ausbilden können - übrigens über viele Jahrhunderte und Jahrtausende stabil -, deren Komplexität denen mehrzelliger Organismen oder sozialer Insekten-Staaten nicht nachstehen und wie es uns als Menschen dennoch überhaupt nur möglich ist zu sagen oder zu fordern:
Individuelle Rechte und persönliche Freiheiten sollten jederzeit Schutz genießen.
Warum sind wir denn keine Ameisen oder Termiten? Und warum wollen wir uns auch nicht so behandeln lassen? Es ist ja sofort erkennbar: Es ist dies ein Kernbestandteil der Würde des Menschen, des Menschlichen an sich. Und es ist ja auch klar, gegen "wen" die hier genannte Forderung gerichtet ist. Gegen Totalitarismen aller Art (seien es nun eheliche, religiöse oder gesellschaftliche - und natürlich nicht nur gegen die äußerlich gut bekannten Totalitarismen, sondern natürlich mehr noch gegen die subtilen bis sehr subtilen, die an der Untergrabung unserer Freiheit und sogar unserer gesellschaftlichen Existenz arbeiten). Aber vor dem Hintergrund der Evolution ist es ja doch als großes Wunder zu bezeichnen, daß diese Forderung aufgestellt werden kann, obwohl bei obligater Mehrzelligkeit und bei den Insektenstaaten diese individuellen Rechte und persönlichen Freiheiten eben den einzelnen nicht gewährt werden, es sei denn auf Kosten des Todes eines mehrzelligen Organismus oder eines Insektenstaates.

Wenn wir die Frage nach dem oben genannten Wunder stellen, stehen wir ohne Zweifel dicht an jener nicht nur naturwissenschaftlichen, sondern auch philosophischen Frage danach, wie in der Evolution und in der Menschengeschichte "Fortschritt im Bewußtwerden und Bewußtsein von Freiheit" möglich war und weiter sein wird. Vor diesem Fragehorizont erhält die soziobiologische Erforschung sozialen Verhaltens auf allen evolutionären Stufen erst ihre große Bedeutung. Und auf diesen Umstand zumindest andeutend hinzuweisen, scheint auch Boomsma in seinem Vortrag (18) wichtig zu sein.

Ein "Fortschritt im Bewußtwerden von Freiheit"


Vom philosophischen Standpunkt aus müssen die hier geschilderten Erkenntnisfortschritte in der Evolutionforschung überraschen. Wie kommt es, daß plötzlich Monogamie an der Wurzel allen komplex-sozialen Lebens steht? Wie kann das philosophisch zugeordnet werden? Unter sicherlich zahlreichen anderen philosophischen Entwürfen liegt dazu seit fast hundert Jahren ein evolutionär-philosophischer Entwurf vor aus der Tradition des deutschen naturwissenschaftsnahen, philosophischen Denkens am Anfang des 20. Jahrhunderts (21-25). Nach diesem Entwurf war es ein unbewußtes Drängen bei der Weltall-Entstehung und bei der Entstehung und Entwicklung von Leben hier auf der Erde, bewußtes menschliches Leben in diesem Weltall hervorzubringen, das sich in freier Wahl zur lebenslangen Bewußtseins-Einheit mit dem unbewußt Göttlichen entscheidet, das das ganze Weltall durchringt, zum lebenslangen, nicht mehr unterbrochenen Erleben dieses Göttlichen, zum Leben im Göttlichen, zum Leben in der Gottheit. Dieses Ziel menschlichen Lebens wird von diesem philosophischen Entwurf als menschliche Vollkommenheit bezeichnet und gedeutet. Da das Erleben des Göttlichen aber nur in Freiheit möglich ist, da sein Wesen Spontaneität ist, es also nicht vor allem oder allein aufgrund von Absichten, Zwang und Instinkten erlebt werden kann, mußte die Evolution einen sehr komplexen, diffizilen Weg beschreiten, um solche Form von Freiheit möglich zu machen. So wird in diesem philosophischen Entwurf - und im Einklang mit einer philosophischen Tradition, die auf Georg Friedrich Wilhelm Hegel und Friedrich Hölderlin zurück geht - Evolution und Humanevolution als Fortschritt im Bewußtwerden und Bewußtsein von Freiheit beschrieben. Die Möglichkeit der freien, bewußten Vereinigung des Menschen mit dem unbewußt Göttlichen wird als Ziel der Evolution beschrieben. Diese Sinndeutung des menschlichen Lebens ist schon von Friedrich Hölderlin vorweg genommen worden mehr als hundert Jahre zuvor. Er sagt (in "Über die Verfahrensweise des poetischen Geistes") (zit. n. 25):
Der Mensch sucht also ... seine Bestimmung zu erreichen, welche darin besteht, daß er sich als Einheit in Göttlichem ... enthalten, wie umgekehrt, das Göttliche ..., in sich, als Einheit enthalten erkenne. Denn dies ist allein in heiliger, göttlicher Empfindung möglich, ....
Und es wird zugleich gesagt, daß neben dieser lebenslangen "Wahlverschmelzung" der einzelnen Menschenseele mit dem unbewußt Göttlichen die körperlich-seelische "Wahlverschmelzung" des einzelnen Menschen mit einem einzigen, geliebten Mitmenschen in "Einehe", also in Monogamie - zugleich als Abbild und Ausdruck dieser Wahlverschmelzung mit dem Göttlichen - "Hochziel" menschlich-moralischen Wollens sein könne (21, 22).

Es wird von der Unsterblichkeitssehnsucht der sterblichen menschlichen Seele gesprochen, die in der Evolution erstmals entstanden sei, als die (nach August Weismann) potentiell unsterblichen Einzeller ihre körperliche Unsterblichkeit aufgegeben haben, um über die Mehrzelligkeit auf den langen Wegen der Evolution ein bewußtes menschliches Leben zu erreichen, das diese Aufgabe, bzw. diesen Verlust der körperlichen Unsterblichkeit überwinden kann, indem sie seelisch unsterblich wird (22). In freier Wahl.

Die Ameise und das Pfauenrad


Nach dieser Philosophie ist also das Prinzip "lebenslange Hingabe und Selbstverpflichtung", lebenslange, freie Wahl ("Wahlverschmelzung") ein sehr grundlegendes Prinzip menschlichen Lebens (21, 22). Und in diesem Sinne paßt dieses Grundprinzip menschlichen Lebens sowohl philosophisch wie rein naturiwssenschaftlich hervorragend zu der Erkenntnis von Jacobus Boomsma, daß "lebenslange Selbstverpflichtung", lebenslange freie Wahl das entscheidende Prinzip sei, das die Evolution weiterer Komplexität vom Einzeller ausgehend überhaupt erst ermöglichte. Daß dieses grundlegende Prinzip nicht nur Ziel der Evolution war, sondern diese Evolution von einem der ersten wesentlichen Schritte an zugleich überhaupt erst ermöglichte. Diese letztere Erkenntnis war auch von Seiten der Philosophie - soweit uns bekannt - bislang noch nie formuliert worden. Sie wäre also eine klare Erweiterung und Ergänzung des genannten philosophischen Entwurfs (21-25).

Als solche paßt sie erstens nahtlos zu diesem Entwurf, steht ihm also in nahtloser Widerspruchslosigkeit gegenüber. Als solche bestätigt sie zweitens diesen Entwurf in zentralen Bereichen von naturwissenschaftlicher Seite aus, von denen man bislang - sozusagen - hätte denken können, es könne sich auch mehr oder weniger um willkürliche rein philosophische Postulate handeln. Und als solche ergänzt sie drittens außerdem noch diesen philosophischen Entwurf für den philosophischen Bereich selbst in bedeutender Weise. Es können also nun anhand der naturwissenschaftlichen Forschung selbst auch zentrale Gedanken dieses philosophischen Entwurfs neu durchdacht werden. Sie können anhand der Naturgeschichte in Einzelheiten illustriert werden, erläutert werden. Damit wird das Verständnis, die Nachvollziehbarkeit und Plausibilität, ja, womöglich sogar die Einsicht in die "Denknotwendigkeit" dieser Erkenntnis erleichtert. Und ähnliches könnte auch in umgekehrter Richtung für das Verständnis des naturwissenschaftlichen Erkenntnisfortschrittes gelten.

Das Grundprinzip: "Stirb mit dem einzigen Geschlechtspartner, den du jemals in deinem Leben hattest," (2) ermöglichte den Übergang von der Einzelligkeit zur Mehrzelligkeit, von solitärer Lebensweise bei Insekten, Vögeln und Säugern - und vielleicht beim Menschen (?) - zu komplexeren Gruppen mit kinderlosen Helfern. Denn das Prinzip Monogamie bringt genetische Einheitlichkeit unter die Nachkommen des Elternpaares, was den Zusammenhalt und die gegenseitige Hilfe unter diesen Nachkommen fördert. Das Prinzip Polygamie jedoch fördert die genetische Uneinheitlichkeit unter den Nachkommen des Elternpaares, was den Zusammenhalt und die gegenseitige Hilfe unter diesen Nachkommen über die wesentlichsten Stammbaumbereiche hinweg (Mehrzeller, Insekten, Vögel, Säuger) korrumpiert. "Multikulti bringt die Evolution nicht voran", formulierten wir diesbezüglich schon 2013 (12) im Anschluß an die damals erschienene Forschungsstudie (8).

Und es ist anzunehmen, daß sich genau dieses Prinzip auch für die fortgeschrittenen, komplexen, arbeitsteiligen, menschlichen Gesellschaften bestätigen wird. Gerade der Umstand, daß offenbar fast alle nachmals großen menschlichen Völker ursprünglich aus vergleichsweise kleinen Gründerpopulationen, ja, Flaschenhalspopulationen hervorgegangen sind, die sich nach ihrer Entstehung, Ethnogenese nicht mehr weiter mit anderen  Völkern vermischten, ist dafür ein deutlicher Hinweis. Dieser Umstand ist am besten bezeugt für das aschkenasische Judentum (Wiki), aber ebenso inzwischen - über die Ancient-DNA-Forschung - beispielsweise auch für die neolithische bandkeramische Kultur (Wiki) und für viele andere Völker. Beispielsweise haben sich die mittel- und nordeuropäischen Völker seit der Zuwanderung der Indogermanen (Schnurkeramiker) im Spätneolithikum bis heute genetisch nicht mehr wesentlich verändert. Auch hier folgten auf Ethnogenese lange Jahrtausende genetisch-kultureller Stabilität, abgesichert dadurch, daß sich die Völker zumindest in Nordeuropa nicht weiter mit Menschen anderer Erdregionen vermischten (was auf Populationsebene als Entsprechung zum Monogamie-Prinzip in der nichtmenschlichen Evolution empfunden werden kann).

Soldatische Disziplin und künstlerische Freiheit


Die Evolution liebt das Einheitliche, den Zusammenhalt, beruhend auf Selbstgenügsamkeit, Disziplin, Askese und Enthaltsamkeit (innerweltliche und außerweltliche Askese nach Max Weber). Aber um so näher sie dem Menschen kommt, um so mehr vergrößert sie diesbezüglich die Freiheitsgrade: Soziale Insekten mag man als ein wenig freier empfinden als die einzelnen Zellen obligater Mehrzeller, Vögel mag man als freier empfinden als soziale Insekten, Säuger als freier als Vögel. Und der Mensch ist freier als die Säugetiere - hier immer unter dem Aspekt der Handlungsoptionen in Bezug auf das Polygamie-Monogamie-Spektrum gesehen. Die Evolution läßt ihre "Kinder" gerne polygam über die Strenge schlagen. Das ist für sie - über weite Strecken des Artenstammbaumes hinweg - gar kein Problem. Sie wirft hier ihr Füllhorn der Möglichkeiten aus. Und gerade dann, wenn sie ihre "Kinder" über die Strenge schlagen läßt, erreicht sie oft für das Prinzip Schönheit die anbetungswürdigsten Ergebnisse - nämlich über die geschlechtliche Selektion (Prinzip Pfauenrad). Es scheint - nach Boomsma - ein tiefer Gegensatz vorzuliegen zwischen den beiden grundlegenden evolutionären Prinzipien Verwandten-Selektion und geschlechtliche Selektion (1). Verwandtenselektion bringt Eintönigkeit, Disziplin hervor, gerne auch soldatische. Geschlechtliche Selektion bringt - - - Schönheit hervor. Soldaten stehen in der Evolution und Menschheitsgeschichte Künstlern gegenüber, Athen steht Sparta gegenüber, Preußen steht Österreich gegenüber. Wenn man ihn sehen möchte, kann man diesen Gegensatz - "The Ant and the Peacock", "Die Ameise und der Pfauenschwanz" - auf vielen Ebenen wieder finden.

Große Freiheit auch auf sexuellem Gebiet bringt die Vielfalt der Lebensformen der Evolution hervor, viele Aspekte ihrer Schönheit. Aber wenn es darum geht, neue Stufen der Komplexität zu erreichen, wenn es um einige Hauptübergänge in der Evolution geht, dann gilt für die Evolution offenbar das erstgenannte Prinzip kompromißloser, lebenslanger Liebe, weil dieses Prinzip auch dem ursprünglichsten Prinzip und Ziel der Evolution am nächsten steht: Dauernde seelische Vereinigung, "Wahlverschmelzung" der bewußten menschlichen Seele mit dem dem Weltall innewohnenden unbewußten Göttlichen, solange diese einzelne, bewußte menschliche Seele über die sie erhaltenden Körperfunktionen am Leben bleibt.

In dem vorliegenden Blogbeitrag sollen nur einige erste Grundgedanken dieses Themengebietes angedeutet werden. Es soll nur das Grundlegende des theoretischen Ansatzes selbst und die Breite der empirischen Überprüfung desselben - insbesondere auch anhand einiger der wesentlichsten Literaturangaben der letzten zehn Jahre (1-17) - hingewiesen werden. Es geht hier nicht darum - und es kann gar nicht darum gehen - das Thema Monogamie-These - zumal vom rein naturwissenschaftlichen Standpunkt aus - in irgendeiner Weise zu erschöpfen. Hier liegen noch eine Fülle von Aufgaben für Biologen, Philosophen und Wissenschaftskommunikatoren vor. Da die Thematik so grundlegend ist, verzweigt sie sich nach so vielen Richtungen hin, hat nach so vielen Richtungen hin Implikationen, daß das Ausschöpfen des Themas in einem einzigen Blogbeitrag gar nicht möglich ist. Dies ist seiner Absicht nach nur ein einleitender Beitrag, ein das Thema abschreitender. Wissenschaft kann wie ein tiefer Brunnen sein. So bald man den Eimer hinab läßt, zieht man neue Wunder herauf. Sie kann wie ein großes Füllhorn des Lebens sein. Aus diesem Füllhorn werden die Fülle der Lebenserscheinungen vor unseren Augen ausgeschüttet. Anfangs waren wir zu überwältigt, um auch nur irgendwelche grundlegenderen Prinzipien in dieser Fülle zu erkennen. Dann begannen der griechische Meeresbiologe und Philosoph Aristoteles und ähnliche, von den Wundern der Natur Faszinierte damit, es dennoch zu tun. Heute, nach und nach, gelingt uns das immer besser. Aber auch wenn wir grundlegendere, vereinheitlichende Prinzipien erkennen, geht uns darum die Fülle der Formen und Erscheinungen nicht verloren. Wir können sie inzwischen nur besser danach gliedern, welche Prinzipien ursprünglicher sind (hier: Monogamie) und welche abgeleitet sind (hier: Polygamie).

"Am Urdborn und seinen Geheimnissen"


In dem schon erwähnten philosophischen Entwurf (21-25) wird von "wiederkehrenden Melodien" in der Schöpfung gesprochen (23, S. 125). Es wird umsonnen das "Rätsel des Werdens", es wird davon gesprochen, daß schon Kinder dieses "Rätsel des Werdens" umsinnen. So das Rätsel des Werdens dahingehend, wie ein neues Lebewesen nur schon allein in der Menschenwelt, in der eigenen Familie entsteht (z.B.: im "Bauch der Mutter"). Aber ebenso das Rätsel des Werdens im Großen, also des Werdens des Weltalls, der Erde, der Lebenswelt und der Menschen. Das Rätsel des Werdens ist nach diesem philosophischen Entwurf so "rein wie das Häutchen unter der Eischale". Davon wollen wir uns im folgenden einen Eindruck verschaffen. Es ist die Rede vom "Urdborn und seinen Geheimnissen" (zu Urdborn siehe auch: Wiki) (24, S. 412):
Niemand lebt, der nicht in seiner Kindheit schon zu diesem "Urdborne" wanderte. Seine heiligen Wasser bergen "die Geheimnisse des Werdens und Vergehens aller Dinge", und auf seinen stillen Wassern kreisen zwei silberweiße Schwäne in feierlichem Schweigen, "wie die Vergangenheit, die nicht gehört, wie die Zukunft, die nicht geahnt wird".
So wird der Mythos der germanischen Vorfahren in der "Edda" als Weisheit gedeutet, die auch vor dem heutigen darwinischen, naturwissenschaftlichen Weltbild Bestand hätte. Und weiter (24, S. 412):
Wir finden das Kind wieder und wieder auf den stillen Waldpfaden, die zum Urdborne führen. Lockend scheint ihm der Weg, geheimnisvoll und ernst zugleich.
In der Tat. Wer Kinder erlebt, hat durchaus wiederholt Anlaß zu fragen, warum sie sich auch immer einmal wieder so viele Gedanken um den Tod und das Sterben machen. Diese Gedanken kommen oft ganz unauffällig daher. Erst wer selbst "Philosoph" ist, merkt, daß Kinder in diesem Augenblick - letztlich - philosophische Fragen umsinnen, tiefere Lebensfragen stellen (24, S. 412):
Immer wieder tastet es sich hin, immer wieder finden wir es dort im Anblick der silberweißen Schwäne versunken. Das Geheimnis, das sie im Schweigen bergen, scheint ihm gar sehr ergündenswert. Jedesmal, wenn es mit staunenden Kinderaugen auf die Geheimnisse schaut, findet es etwas näher zu ihnen hin. 
Wenn die Geheimnisse des Werdens (eines Menschenlebens) dem Kind von der Erwachsenenwelt in der heute üblichen grenzenlos flachen Weise nahe gebracht werden, wird - nach diesem philosophischen Entwurf - ein Frevel sehr großen Ausmaßes an einer Menschenseele begangen (24, S. 413):
Ist doch das Geheimnis des Werdens unserem Erbgut ein so heiliges und seine Reinheit uns Lebensnotwendigkeit. Sagt doch die Edda von den Wassern des Werdens am Urdborne: "Dieses Wasser aber ist so heilig, daß alle Dinge, die da hineinkommen, so weiß und rein werden wie das Häutchen, das unter der Eischale liegt."
Damit soll nur weniges angedeutet sein. Aus diesen Überlegungen heraus werden dann in den an diese Zitate anschließenden Ausführungen viele Schlußfolgerungen gezogen dahingehend, wie "Aufklärung" stattfinden könnte, sollte, gegenüber dem Kind, gegenüber dem unschuldigen Heranwachsenden. Aber an dieser Stelle sollen ja weniger Schlußfolgerungen behandelt werden als Grundlagen. Deshalb müssen wir uns es an dieser Stelle verweigern, diesen Schlußfolgerungen weiter nachzugehen. Es darf aber womöglich doch noch eines an dieser Stelle festgehalten werden. Schon durch die Art der Formulierungen und gewählten Bilder wird in vielen Ausführungen dieses philosophischen Entwurfs die Seele des Lesers gemütvoll eingehüllt. Er wird in ferne, ach, so ferne Kinderzeiten zurück versetzt, ihm werden Regionen eigenen Seelenlebens erschlossen, denen er sich - womöglich - noch nie bewußter zugewandt hatte.

Und damit werden wir auf eine womöglich wichtigere Erkenntnis gestoßen: Eine Philosophie, die nur Vernunfterkenntnis anspricht, kann uns heute nicht mehr voll befriedigen. Eine Philosophie, die allein Dichtung bleibt, die uns dichterisch, seelenvoll einhüllt, ohne den deutlicheren Bezug herzustellen und aufzuzeigen, in welcher Art von Widerspruchslosigkeit das von ihr gegebene seelische Erleben und Erkennen der Breite des modernen Vernunfterkennens (in der Wissenschaft) gegenüber steht, kann uns doch ebenso wenig Befriedigung verleihen. Das sind Gründe zum einen, gerade jenen philosophischen Entwurf auszuwählen, der hier ausgewählt wurde, zum anderen sind das Gründe dafür, auch diesen "Exkurs" hin zur Kinderseele für wichtig zu nehmen. Da er befähigt ist, Anteilnahme für Fragen zu wecken, die jedem Leser womöglich schon einmal in seiner Kindheit wichtig gewesen waren.

Dieser Beitrag kann - wie schon mehrmals gesagt - nur als ein einleitender, hinweisender Beitrag verstanden werden. Ihm müssen weitere Teile folgen. Deshalb soll abschließend nur noch darauf hingewiesen werden, daß der Autor dieser Zeilen schon vor eineinhalb Jahren darauf hinwies (26), daß er von der Umschlaggestaltung einer Weihnachtslieder-Schallplatte sehr beeindruckt war, die er in seiner Kindheit alljährlich zu sehen bekam. Und zwar entstand dieser Eindruck eher wie nebenbei, sicher weitgehend unabhängig von irgendwelchen Beeinflussungen von Seiten von Erwachsenen. Darum sei diese Schallplattenhülle an dieser Stelle abschließend noch einmal gebracht (Abb. 1).

Abb. 1: Langspielplatte "Deutsche Weihnacht - Der Dissener Kinderchor singt Lieder zur Wintersonnenwende" ohne Jahr)
Grafik von Erwin Klein (Osnabrück)


Die Augen des Kindes sehen übrigens anderes. Sie sehen oder bewerten weniger die Gesichtszüge der rotgewandeten Frau ("Norne") im Vordergrund, sie lassen eher den Gesamteindruck auf sich wirken. Und dieser wird verstärkt durch den Text des Liedes "Aus weiter Ferne komm ich her" (26). Dieser Liedtext hinterläßt - wie der Autor weiß - auch noch bei manchem Erwachsenen Eindruck, wenn er ihm das erste mal begegnet.

___________________________________________________________
  1. Boomsma, Jacobus J.: Kin Selection versus Sexual Selection - Why the Ends Do Not Meet. In: Current Biology, Volume 17, Issue 16, 21 August 2007, Pages R673-R683 Available online 20 August 2007, https://doi.org/10.1016/j.cub.2007.06.033, http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0960982207015709
  2. Boomsma, Jacobus J.: Lifetime monogamy and the evolution of eusociality. In: Philosophical Transactions of the Royal Society B, Biological Sciences (Discussion Meeting Issue 'The evolution of society' organized and edited by T. Clutton-Brock, S. West, F. Ratnieks and R. Foley), 5. Oktober 2009, http://rstb.royalsocietypublishing.org/content/364/1533/3191
  3. Hughes, W.O.H., Oldroyd, B.P., Beekman, M. & Ratnieks, F.L.W. 2008. Ancestral monogamy shows kin selection is key to the evolution of eusociality. Science 320: 1213-1216
  4. Boosma, Jacobus J.; Huszár, Dóra B.; Pedersen, Jes Søe: The evolution of multiqueen breeding in eusocial lineages with permanent physically differentiated castes. In: Animal Behaviour Volume 92, June 2014, Pages 241-252 (Special Issue: Kin Selection),  https://doi.org/10.1016/j.anbehav.2014.03.005
  5. Boomsma, Jacobus J.; Gawne, Richard: Superorganismality and caste differentiation as points of no return: how the major evolutionary transitions were lost in translation. In: Biological Reviews, first published: 15 May 2017, DOI: 10.1111/brv.12330, http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/brv.12330/full
  6. Charlie K. Cornwallis, Stuart A. West, Katie E. Davis & Ashleigh S. Griffin: Promiscuity and the evolutionary transition to complex societies. In: Nature 466, 969–972, 19 August 2010, doi:10.1038/nature09335, http://www.nature.com/articles/nature09335?lang=en
  7. Lukas, Dieter; Clutton-Brock, Tim: Cooperative breeding and monogamy in mammalian societies. Proc. R. Soc. B 2012 279 2151-2156; DOI: 10.1098/rspb.2011.2468. Published 24 April 2012, http://rspb.royalsocietypublishing.org/content/279/1736/2151
  8. Fisher RM, Cornwallis CK, & West SA (2013). Group formation, relatedness, and the evolution of multicellularity. Current biology : CB, 23 (12), 2013, 1120-5 PMID: 23746639
  9. Shultz, Susanne, Dunbar, Robin I. M.: The evolution of the social brain: anthropoid primates contrast with other vertebrates. Proc. R. Soc. London Ser. B, Volume 274, Number 1624, 7. Oktober 2007 (eingegangen am 23. Mai 2007, zur Veröffentlichung frei gegeben am 26. Juni 2007), https://www.researchgate.net/publication/6186835_The_evolution_of_the_social_brain_Anthropoid_primates_contrast_with_other_vertebrates
  10. Dunbar, Robin I. M.; Shultz, Susanne: Evolution in the Social Brain. Review. In: Science, Vol. 317, 7. September 2007, S. 1344-1347, https://www.researchgate.net/publication/6017731_Evolution_in_the_Social_Brain
  11. Bading, Ingo: Stand die monogame Lebensweise an der stammesgeschichtlichen Wurzel allen komplex-sozialen Lebens auf der Erde? Studium generale, 31. August 2008, http://studgendeutsch.blogspot.de/2008/08/stand-die-monogame-lebensweise-der.html
  12. Bading, Ingo: Multikulti - Bringt die Evolution nicht voran. Studium generale, 30. Juni 2013, http://studgendeutsch.blogspot.de/2013/06/multikulti-bringt-die-evolution-nicht.html
  13. Wilson, Edward O.; Nowak, Martin A.: Natural selection drives the evolution of ant life cycles. In: PNAS 2014 111 (35) 12585-12590; published ahead of print August 11, 2014, doi:10.1073/pnas.1405550111, http://www.pnas.org/content/111/35/12585.full
  14. Dillard, Jacqueline R.; Westneat, David F.: Disentangling the Correlated Evolution of Monogamy and Cooperation. In: Trends in Ecology & Evolution, Volume 31, Issue 7, p503-513, July 2016, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.tree.2016.03.009, https://www.researchgate.net/publication/301829279_Disentangling_the_Correlated_Evolution_of_Monogamy_and_Cooperation
  15. Dillard, Jacqueline R.; Westneat, David F.: Monogamy and Cooperation Are Connected Through Multiple Links - Why does cooperation evolve most often in monogamous animals? The Scientist, 1. August 2016, https://www.the-scientist.com/?articles.view/articleNo/46608/title/Opinion--Monogamy-and-Cooperation-Are-Connected-Through-Multiple-Links/
  16. Bading, Ingo: Der "Tanz" der sozialen Beziehungen, der Monogamie, des Altruismus - Ist Evolution vor allem ein Weg zur Überwindung des Autismus gewesen? Und warum gibt es ihn dennoch in verschiedenen Abstufungen? Studium generale, 24. September 2008, http://studgendeutsch.blogspot.de/2008/09/der-tanz-der-sozialen-beziehungen-der.html
  17. Kramer, K. L. and Russell, A. F.: Was monogamy a key step on the hominin road? Reevaluating the monogamy hypothesis in the evolution of cooperative breeding. Evol. Anthropol., 24, 2015: 73–83. doi:10.1002/evan.21445
  18. Boomsma, Jacobus: Commitment in social life, sex, and symbiosis. Videokanal des Zentrums für Evolutionäre Medizin an der Staatsuniversität von Arizona in Phönix, Arizona, 2. Mai 2016, https://www.youtube.com/watch?v=Xjor_D6g9Zw&t=
  19. Dawson, Ines Laura: How Monogamy Made Superorganisms Evolve. Videokanal "Draw Curiosity", 21.12.2016, https://www.youtube.com/watch?v=J83qyLXAsN4
  20. Wilson, Edward O.; Hölldobler, Bert: Eusociality: Origin and consequences. PNAS, vol. 102 no. 38, 13367-13371, doi: 10.1073/pnas.0505858102 (Contributed by Edward O. Wilson, July 12, 2005), http://www.pnas.org/content/102/38/13367.full
  21. von Kemnitz, Dr. M. (spätere Mathilde Ludendorff): Erotische Wiedergeburt. Verlag Ernst Reinhardt, München 1919, 1923 (3., umgearb. Aufl.); neu unter dem Titel "Der Minne Genesung". Ludendorffs Verlag, München 1932ff (umgearb. Aufl.); Verlag Hohe Warte, Pähl 1959 (22. u. 23. Tsd.)
  22. von Kemnitz, Mathilde (spätere Mathilde Ludendorff): Triumph des Unsterblichkeitwillens. Ernst Reinhardt Verlag, München 1922; Ludendorffs Volkswarte-Verlag, München 1931ff (umgearbeitete Auflage); Verlag Hohe Warte, Stuttgart 1950ff (44.-45. Tsd.), 1983 (Archive)
  23. von Kemnitz, Mathilde (spätere Mathilde Ludendorff): Schöpfungsgeschichte. (Erstauflage 1923) Verlag Hohe Warte, Pähl 1953 (siehe auch: 1938 [GB] oder 1984 [Archive])
  24. Ludendorff, Mathilde: Des Kindes Seele und der Eltern Amt. (Erstauflage 1933) Verlag Hohe Warte, Pähl 1954 (Archive)
  25. Leupold, Hermin (das ist Gerold Adam, posthum): Philosophische Erkenntnis in ihrer Beziehung zur Naturwissenschaft. Aufsätze zur geschichtlichen Entwicklung der Erkenntnistheorie, zur Evolution des Weltalls und des Bewußtseins. Die Deutsche Volkshochschule, 23845 Bühnsdorf, 2001, 2014
  26. Bading, Ingo: "Aus weiter Ferne komm ich her ..." - Die Autorin der Ludendorff-Bewegung Herta Fritzsche und ihre Familie. Studiengruppe Naturalismus, 1. Mai 2016, http://studiengruppe.blogspot.de/2016/05/aus-weiter-ferne-komm-ich-her.html
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