Mittwoch, 15. April 2026

Die Piasten stammten in männlicher Linie von den Wikingern ab

Die Y-chromosomale Linie der Piasten findet sich im Frühmittelalter in England

Der erste polnische König Mieszko I. (945-992) (Wiki) begründete das polnische Herrscherhaus der Piasten (Wiki).

Abb. 1: Mittelalterliche Halskette, ausgestellt im Piasten-Museum von Ostrów Lednicki (Wiki) zwischen Posen und Gnesen, der Ort, der als Keimzelle des polnischen Staates gilt (Yt2022)*)

Seit vielen Jahrzehnten gibt es in der Geschichtswissenschaft eine Erörterung darüber, ob das Piastenhaus von Wikingern begründet wurde oder welcher Herkunft dieses Herrscherhaus sonst wäre. Der Verfasser dieser Zeilen saß 1988 an der Universität Mainz bei Professor Gotthold Rhode im Hauptseminar für polnische Geschichte und erinnert sich noch gut, mit welcher "Behutsamkeit" Professor Rhode dieses Thema angesprochen hat. Es bestand ohne Frage große Sorge, polnische Nationalgefühle zu verletzen. Und Professor Rhode wollte wirklich nur das referieren, was wissenschaftlich gesichert oder wenigstens plausibel war. Eine besonders große Sicherheit gab es zu dieser Zeit zu dieser Frage nicht.

Im Zusammenhang mit der Erörterung der spannenden Wikinger-Studie aus der Forschungsgruppe um Eske Willerslev waren wir hier auf dem Blog schon einmal auf diese Thematik zu sprechen gekommen (Stg19). Da sich nach dieser Studie Wikinger-Genetik die Weichsel aufwärts ausgebreitet hat ebenso wie in anderen Teilen Osteuropas, war es immer nahe liegender geworden, daß sich die Wikinger-Herkunft des Piastenhauses bestätigen würde. Nun ist eine neue polnische archäogenetische Studie erschienen, in der mit allen Mitteln und in umfangreichen Untersuchungen versucht worden ist, diese Frage zu klären - anhand gesicherter Menschenreste der Piasten aus Polen selbst (1):

Unsere aDNA-Befunde ermöglichten es uns zusammen mit historischen Daten, die Skelettreste von mindestens zehn Piasten zu identifizieren. Die von uns durchgeführten Genomanalysen deuten darauf hin, daß die Piasten höchstwahrscheinlich nicht aus Polen stammten. Durch die Verfolgung der mütterlichen und väterlichen Abstammungslinien der Piasten bestätigten wir historisch belegte Verbindungen zwischen den Häusern der Piasten und den ungarischen Árpád.

Gemeint sind spätere Heiratsverbindungen, durch die die archäogenetische Rekonstruktion des Stammbaumes der Piasten in Polen bestätigt und abgesichert werden kann. Und weiter (1): 

Basierend auf unseren Ergebnissen, gestützt durch genealogische Daten, ordneten wir die mitochondrialen und/oder Y-chromosomalen Haplogruppen von über zweihundert bekannten historischen Persönlichkeiten aus europäischen Dynastien und Adelsfamilien zu, darunter 18 Könige. Das so erstellte genetische Profil des Hauses der Piasten vor dem Hintergrund anderer mittelalterlicher Königsdynastien bildet die Grundlage für weitere Studien zu den Prozessen, die im 10. Jahrhundert zur Bildung neuer politischer Gebilde auf der Grundlage von Monarchie und autarker Wirtschaft führten.
Our aDNA findings, together with historical data, allowed us to identify the skeletal remains of at least 10 Piasts. The genome-wide analyses we performed indicate that the Piasts most likely came from outside of Poland. By tracing both maternal and paternal Piast lineages, we confirmed historically-documented links between the Houses of Piast and Hungarian Árpád. Based on our results, supported by genealogical data, we assigned the mitochondrial and/or Y-chromosomal haplogroups of over two hundred known historical figures from European dynasties and noble families, including 18 kings. The created genetic portrait of the House of Piast against the background of other medieval royal dynasties forms the basis for further studies of the processes that led to the formation of new political entities based on monarchy and self-sufficient economies in the tenth century.

Die meisten archäogenetischen Daten der Studie stammen aus der Grablege der Piasten in Plock (Wiki) an der Weichsel. Plock liegt 110 Kilometer südwestlich von Hohensalza in Kujawien und 100 Kilometer nordwestlich von Warschau.

Abb. 2: Schloß Zakrzewo (Wiki) des Grafen Belina-Wesierski (1812-1875), gelegen 16 Kilometer westlich von Posen - Er gilt als Förderer der Archäologie im Landkreis Gnesen als der Urzelle des polnischen Staates

Der rekonstruierte Y-chromosomale Haplotyp, der über die Jahrhunderte hinweg bei allen gesicherten männlichen Mitgliedern der Piasten vorliegt, findet weder heute noch in früheren Jahrtausenden bislang eine Entsprechung in Polen oder in Osteuropa. Aktuell findet sich dieser Y-chromosomale Haplotyp auch nicht in Skandinavien, weder heute noch in früheren Jahrtausenden. Aber er findet sich - entsprechend dieser Studie - überraschenderweise in Nordwesteuropa (1):

Unter den DNA-Proben, die in die Zeit vor der Entstehung des Piastenstaates datiert wurden, wurde dieselbe (Y-chromosomale) Abstammungslinie in drei derselben gefunden: CGG_023713 (datiert auf 770–540 v. Ztr.) aus dem heutigen Frankreich, CGG_107766 (datiert auf 20–200 n. Ztr.) aus den heutigen Niederlanden und VK177 (datiert auf 880-1000 n. Ztr.) aus dem heutigen England. Unsere Daten zeigen somit, daß die Piasten der Abstammungslinie R1b-BY3549 angehörten, was darauf hindeutet, daß sie Migranten nicht-slawischer Herkunft waren.
Among the samples dated to the period before the Piast state formation, the same lineage was found in three ancient samples: CGG_023713 (dated to 770–540 BCE) from present-day France42, CGG_107766 (dated to 20–200 CE) from present-day Netherlands, and VK177 (dated to 880–1000 CE) from present-day England. Thus, our data revealed that the Piasts belonged to the R1b-BY3549 lineage, suggesting that they were migrants of non-Slavic origin.

Das "VK177" genannte Indiviuum aus England ist nun ein Individuum, das in der Wikinger-Studie von Eske Willerslev im Preprint im Jahr 2019 veröffentlicht worden war (Stg19). Die anderen beiden Individuen wurden ebenfalls von der Forschungsgruppe um Eske Willerslev sequenziert und sind 2024 im Preprint in ihrer Germanen-Studie veröffentlicht worden (Stg24). Im Diskussionsteil wird zu diesen nordwesteuropäischen Entsprechungen ergänzt (1):

Nach archäologischen Analysen repräsentierte das erste Individuum (aus der Zeit um 650 v. Ztr.) die westliche Hallstattkultur, das zweite Individuum (aus der Zeit um 115 n. Ztr.) wurde in einem römischen Friedhof bestattet, und das dritte Individuum (aus der Zeit um 940 n. Ztr.) war höchstwahrscheinlich ein Wikinger.
According to archaeological analyses, the first individual (from c.a. 650 BCE) represented the Western Hallstatt Culture, the second individual (from c.a. 115 CE) was buried in a Roman cemetery, and the third individual (from c.a. 940 CE) was most likely Viking.

Aufgrund der zeitlichen Nähe des Wikingers "VK177" in England und von Miesko I. in Polen könnten man ja fast der Frage nachgehen, ob es sich bei beiden nicht sogar um familiär Verwandte handelte. Aber soweit sind die Forscher bislang noch nicht gegangen. Sie schreiben immerhin einleitend in ihrer Studie (1):

Mieszkos Tochter, bekannt als Sigrid die Stolze oder Gunhild von Wenden, war Königin von Schweden, Dänemark, Norwegen und England und die Mutter mehrerer Könige: Olof Skötkonung, Harald II. Svensson und Knut des Großen. Innerhalb weniger Jahrzehnte stiegen die Piasten zu einer der größten europäischen Dynastien auf. Die Piastenmonarchie endete 1370 n. Ztr. mit dem Tod von König Kasimir III. dem Großen. Andere Zweige der Piasten herrschten jedoch weiterhin über Herzogtümer wie Masowien und Schlesien, bis der letzte männliche Piastenvertreter 1675 n. Ztr. starb.
Mieszko’s daughter, known as Sigrid the Haughty or Gunhild of Wenden, was the Queen of Sweden, Denmark, Norway, and England and the mother of several kings: Olof Skötkonung, Harald II Svensson, and Cnut the Great18. Within a matter of decades, the Piasts grew to become one of the largest European dynasties. The Piast monarchy ended in AD 1370 with the death of King Kazimierz III Wielki (Casimir III the Great). However, other Piast branches continued to control duchies, such as Masovia and Silesia, until the last male Piast representative died in AD 1675.

Und sie führen im Diskussionsteil aus (1):

Die nicht-polnische Herkunft der Piasten sollte Forscher auch dazu veranlassen, die Beziehungen der ersten polnischen Dynastie zu den Wikingern neu zu überdenken. Dieses Thema wird seit vielen Jahren intensiv diskutiert.
The non-local origin of the Piasts should also prompt researchers to reconsider the relations of the first Polish dynasty with the Vikings. This issue has been widely discussed for many years now.

Die Studie hat aber Bedeutung für die Erforschung des europäischen Hochadels insgesamt.

Abb. 3: Heiratsverbindungen von Piastentöchtern mit anderen europäischen Königshäusern und Hochadelsfamilien - Unterste Reihe (dunkelbraun): Hohenzollern (aus 1, Suppl. Fig. 11)

Aufgrund der Heiratsverbindungen innerhalb des europäischen Hochadels führen die Autoren aus (1):

Viele Töchter der Piasten und viele Frauen, die in die Familie der Piasten einheirateten, wurden bzw. waren ebenfalls Angehörige bekannter europäischer Dynastien. Daher ermöglichen die von uns erhobenen genetischen Daten der Piasten, die mitochondrialen Haplogruppen von über 200 bekannten historischen Persönlichkeiten vorherzusagen. Zu dieser Gruppe gehören 108 Piasten, 32 Rurikiden, 12 Giediminiden, 23 Árpáden, 15 Přemysliden, 13 Hohenzollern, 10 Habsburger, 8 Wettiner, 5 Anjou und 4 Wittelsbacher (Einzelheiten siehe  Supplementary Fig. 11 und Supplementary Data 3).
Many of Piast’s daughters and the women who married into the Piast family were also representatives of famous European dynasties; hence, the genetic data we collected for the Piast dynasty members allow us to predict mt-hgs for over 200 well-known historical figures. Within this group, there are 108 Piasts, 32 Rurikids, 12 Giediminids, 23 Árpáds, 15 Přemyslids, 13 Hohenzollerns, 10 Habsburgs, 8 Wettins, 5 Angevins, and 4 Wittelsbachs (for details, see Supplementary Fig. 11 and Supplementary Data 3).

Nach der genannten "Supplementary Fig. 11" (s. Abb. 3) ergibt sich die hier genannte Verbindung zu den Hohenzollern dadurch, daß der Habsburger Ernst der Eiserne (1377-1427) (Wiki) 1412 in zweiter Ehe die Piasten-Prinzessin Cimburgis von Masowien (1394-1429) (Wiki) heiratete. Deren Enkeltochter war dann Anna von Sachsen (1437–1512) (Wiki) aus dem Hause Wettin. Und diese war nun mit Albrecht Achilles (1414-1486) (Wiki) verheiratet, der ab 1470 Kurfürst von Brandenburg war. 

Abb. 4: "Schwere märkische Reiter", 15. Jahrhundert (Pintr)

Anna und Albrecht Achilles hatten nun 13 Kinder und die Töchter unter diesen vererbten somit die mitochondrialen Piasten-Haplotypen der Piasten-Prinzessin Cimburgis von Masowien weiter. Diese 13 bilden die unterste (braun gefärbte) Hohenzollern-Reihe in Abb. 3. Wir lesen (Wiki):

Die Historiographen des preußischen Königshauses charakterisierten Albrecht als „eine von Lebenslust strotzende Kraftnatur, der Körper mit Narben bedeckt, ein Meister der Heerfahrt, glänzender Redner und gewiegter Diplomat, impulsiv, gewaltsam und herrisch, trinkfest und prachtliebend, aber auch sparsam als guter Haushalter, Freund und nimmermüder Parteigänger seiner Fürstengenossen, geschworener Feind der verhassten Städte.

Nun, 15. Jahrhundert halt. Über den Sohn dieses Albrecht Achilles, über Johann Cicero (Wiki), der auch noch Piasten-Mitochondrien-DNA in sich trug, hat der deutsche Dichter Börries von Münchhausen eine immer wieder gern gelesene Ballade gedichtet, die wir hier an das Ende unserer Ausführungen stellen wollen.

Die Wunderwirkung der Latinität

(Börries Freiherr von Münchhausen)

Ihr lieben Jungens in Stadt und Land,
ich weiß euch eine Geschichte!
Ich kenn euch, ihr hört so trefflich zu
mit sehr ernsthaftem Gesichte,
doch in den Winkeln am Auge blitzt's,
wie von ganz anderen Sachen,
und eure Lippen beben dabei, -
das ist verhaltenes Lachen,
ihr seid nämlich eine ganz dolle Schwefelbande!

Der Kurfürst Johann von Brandenburg,
der war gelehrt wie sonst keiner,
er sprach das flüssigste, klarste Latein
noch besser als selbst die Lateiner,
Da nannten sie ihn den 'Cicero'
er fand das übel geraten,
viel besser hätte ihm 'Cäsar' gepaßt,
so liebte er die Soldaten -
vor allem seine sechstausend schweren märkischen Reiter!

Nun hatten einst einen großen Streit
die Könige von Ungarn und Polen,
da ließ der Kaiser, den das verdroß,
den Johann Cicero holen:
Herr Kurfürst, Ihr sprecht das berühmte Latein,
so bitt' ich Euch, habt die Gnade
und zieht gen Warschau und söhnt sie aus
mit Eurer lateinischen Suade,
vielleicht nehmt Ihr auch ein paar Soldaten mit?

Herr Kaiser, der Auftrag paßt mir gut!
sprach Johann mit tiefem Verneigen,
Die klassische Kunst der Rhetorik wird
sich stark an Barbaren erzeigen,
Die Ungarn und Polen versöhne ich
ganz ohne Schwertstreich und Wunde,
so wirkt der Wohllaut der Latinität
in meinem beredsamen Munde
und außerdem nehme ich meine sechstausend schweren Reiter mit!

Vor Warschau, auf dem weiten Plan,
da standen Ungarn und Polen,
die beiden Könige rechts und links,
die saßen wie auf Kohlen,
denn Johann Cicero sprach und sprach,
wie troff die Rede von Milde,
und wenn er von christlichen Gründen sprach,
so waren doch alle im Bilde.
hinter ihm standen Sechstausend aufgesessen und Lanzen eingelegt!

Was Johann Cicero dort gesagt,
es ist der Nachwelt verloren,
den feindlichen Königen klangen nur
so einzelne Worte in Ohren:
"Totschlago vos fortissime,
nisi vos benehmitis bene!!"
Da söhnten die Gegner gerührt sich aus,
und Johann vergoß eine Träne,
und seine sechstausend Kerle brüllten: Hurra, vivat Cicero!

Ihr lieben Jungens, euch ist ja gelehrt,
warum die Dichter was dichten,
ihr wißt, der Zweck ist stets die Moral
bei allen solchen Geschichten,
drum, wenn ein Klassenaufsatz es gibt
über Münchhausens letzte Ballade,
so schreibt: Ein tadelloses Latein
das ebnet im Leben die Pfade,
vorausgesetzt, daß einer eine gute Faust daneben haut!

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Abb. 5: Belina-Wesierski
*) Ostrów Lednicki gehört zur Gemeinde Lubowo und diese bis 1919 zum preußischen Landkreis Gnesen. Von den etwa 50.000 Einwohnern des Landkreises Gnesen waren 1905 67 % Polen und 33 % Deutsche (s. Wiki).
Der polnische Großgrundbesitzer Graf Albin Belina-Wesierski (1812-1875) (Wikigilt als Förderer der Archäologie im Landkreis Gnesen als der Urzelle des polnischen Staates. Er "unternahm ausgedehnte Reisen, auf denen er eine umfangreiche Sammlung archäologischer Funde zusammentrug. Das ererbte Gut baute er zu einem erfolgreichen landwirtschaftlichen Musterbetrieb aus. 1854 erhielt er mit königlichem Diplom die Bestätigung des preußischen Grafenstandes, wurde königlich-preußischer Kammerherr und Mitglied des preußischen Herrenhauses als Vertreter des Alten und Befestigten Grundbesitzes im Landschaftsbezirk Gnesen. In Zakrzewo ließ er ein repräsentatives Schloß im Stil des französischen Barock errichten, das von den Wirtschaftsgebäuden und einem Park umgeben war. 1856 kaufte Belina von der preußischen Regierung die Burg Ostrów Lednicki, um sie für die polnische Nation zu bewahren und vor Verfall zu schützen. Gelegen auf einer Insel im Lednica-See, ist sie eine Burg des ersten Piastenherrschers Mieszko I., der dort auch getauft wurde. Sie gilt damit als eine Wiege des polnischen Staates und darüber hinaus der Christianisierung Polens. Darüber hinaus engagierte Belina sich für die archäologische Erforschung dieser Burg und veröffentlichte einige Aufsätze darüber. Belina unterstützte auch die Posener Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften und die Krakauer Akademie der Gelehrsamkeit." Und (Wiki): "In seinem Schloß in Zakrzewo trug er eine Sammlung archäologischer Fundstücke zusammen, hauptsächlich aus Ostrów Lednicki und Umgebung, auf deren Grundlage er ein „Lednica-Museum“ errichten wollte. Zu seiner archäologischen Sammlung gehörten auch Münzen aus einem mittelalterlichen Schatzfund, der 1872 im Dorf Głębokie (heute Gemeinde Kiszkowo ) entdeckt wurde. Elf Brakteaten davon schenkte Węsierski dem British Museum in London." (Weiteres auch hier: Pojezierze2021)
**) Irgendwie erinnert insgesamt diese Herkunft der Piasten auch an den ersten Böhmen-König Samo (600-658 n. Ztr.) (Wiki), der womöglich ebenfalls aus der Gegend rund um das heutige Brüssel stammte - allerdings schon 300 Jahre früher lebte (Wiki):

Samo (* um 600; † um 658/659) war nach der Fredegarchronik, der einzig bekannten Quelle, ein aus dem Frankenreich stammender Kaufmann und der erste namentlich bekannte Herrscher eines slawischen Reiches. Um 623/624 gründete er das in Mitteleuropa gelegene Reich des Samo (lateinisch: regnum Samoni), welches Samo bis zu seinem Tod 35 Jahre lang als König (rex) regiert haben soll. (...) In der Fredegar-Chronik (IV, 48) wird ein "homo nomen Samo, natione Francos, de pago Senonago" genannt („Ein Mann namens Samo, fränkischer Herkunft, aus dem Gau von Senonago“). Dieser Satz kann jedoch unterschiedlich übersetzt und gedeutet werden. Teilweise wird heute davon ausgegangen, daß Senonago der heutigen französischen Stadt Sens südöstlich von Paris entspricht. Anderen Quellen zufolge handelt es sich beim Senonago allerdings um Soignies oder Sennegau. Mit "natione Francos" wurden in Quellen im 7. Jahrhundert allgemein die Bewohner des Frankenreichs bezeichnet.

Die Senne ist ein Fluß, der durch Soignies und Brüssel fließt. Soignes gehört zum Hennegau. Aber wie gesagt: Mieszko I. (Wiki) lebte 300 Jahre später. 

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  1. Zenczak, M., Handschuh, L., Marcinkowska-Swojak, M. et al. Genetic genealogy of the Piast dynasty and related European royal families. Nat Commun 17, 3224 (2026). https://doi.org/10.1038/s41467-026-71457-1, 6.4.2026 (Nat2026)

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