Donnerstag, 4. Oktober 2018

Die einheimischen Männer des Neolithikums in Spanien starben aus

Sie überlebten die Jahrhundete langen indogermanischen Zuwanderungen nicht
- 1000 Jahre später hinterließen sie keine männlichen Nachkommen mehr (2.800 bis 1.800 v. Ztr.)

100 % ihrer Y-Chromosomen und 40 % ihrer sonstigen Gene haben die heutigen Spanier von den indogermanischen Zuwanderern, die ab 2.800 v. Ztr. nach Spanien kamen (6, 7).

Die Träger der indogermanischen Glockenbecher-Kultur (5) haben sich ab 2.800 v Ztr. von Süddeutschland aus über raschen Bevölkerungszuwachs und Wanderungsbewegungen immens weit über ganz Europa verbreitet. Sehr früh schon gelangten sie bis Portugal, dann ins weitere Spanien, sie gelangten nach Italien und nach Südengland (der Bogenschützen-Fürst von Amesbury, der in Süddeutschland geboren worden war).

Überall nun in Europa breitete sich die Glockenbecher-Kultur mitsamt ihrer indogermanischen Gene aus - nur nicht in Spanien. Dort wurden zunächst einheimische Menschen Träger diese Kultur, ein eher seltenes Phänomen in der Ausbreitung von Kultur. (Das wird gerade definitiv durch die Ancient-DNA-Forschung festgestellt, daß der "völkische" deutsche Archäologe Gustaf Kossinna recht behält. Und damit werden der Multikulti-Propaganda alle Grundlagen entzogen und die deutsche PC-Archäologie der Nachkriegszeit steht mit ihren wahnhaften Annahmen vor einem Trümmerhaufen.)
Abb. 1: Spanien vor der Eroberung durch Karthago 300 v. Ztr. (Herkunft: Alcides Pinto)

Aber die Männer der einheimischen Träger der indogermanischen Glockenbecherkultur in Spanien haben über die tausend Jahre weiterer indogermanischer Eliten-Zuwanderungen nach Spanien - insbesondere auch in der Zeit der spätbronzezeitlichen Urnenfeld-Kultur (Wiki) - keinerlei männliche Nachkommenschaft mehr im Genpool des heutigen Spanien hinterlassen. Darauf machen mehrere, in diesem Jahr erschienene Beiträge in der Wissenschaftsbericht-Presse aufmerksam (1-4), ausgehend von einem Artikel von David Reich, der schon im März erschienen war. Dort hatte Reich ausgeführt (2):
"The most striking example I know is from Iberia in far southwestern Europe, where Yamnaya-derived ancestry arrived suddenly at the onset of the Bronze Age between 4,500 and 4,000 years ago. Daniel Bradley’s laboratory and my laboratory independently produced ancient DNA from individuals of this period. We find that in the first Iberians with Yamnaya-derived ancestry, the proportion of Yamnaya ancestry across the whole genome is almost never more than around 15 percent. However, around 90 percent of males who carry Yamnaya ancestry have a Y-chromosome type of steppe origin that was absent in Iberia prior to that time. It is clear that there were extraordinary hierarchies and imbalances in power at work in the Yamnaya expansions."
Reich führt aus, daß schon innerhalb des Urvolkes der Indogermanen die genetische Vielfalt unter den Frauen viel größer war als unter den Männern, daß schon in diesem selbst offenbar vergleichsweise wenige Männer Nachkommen hinterlassen haben, und zwar mit Frauen, die eine größere genetische Vielfalt aufwiesen (2):
 "The Y chromosomes that the Yamnaya carried were nearly all of a few types, which shows that a limited number of males must have been extraordinarily successful in spreading their genes."
Sicherlich werden die Einzelheiten der ungleichgewichtigen Ausbreitung männlicher und weiblicher Genome bei den frühen indogermanischen Völkerwanderungen noch künftig genauer erforscht werden. Insbesondere in Spanien scheint es ja da besonders komplex zugegangen zu sein, nämlich daß einheimische Männer, die zunächst Lebensweise und Kultur der Glockenbecher-Leute angenommen hatten, dennoch in den nachfolgenden Jahrhunderten die Möglichkeit verloren, männliche Nachkommen zu hinterlassen.

Man darf da auf die weiteren Forschungen und Erkenntnisse sehr gespannt sein. Es muß immer berücksichtigt werden, daß sich (indogermanische) Gene zunächst auch ohne die (indogermanische) Muttersprache der ursprünglichen Träger dieser Gene ausgebreitet haben können.

Und: Ach ja, die Basken sind schon das beste Besipiel hierfür: Obwohl eines der wenigen Völker in Europa, die eine vorindogermanische Sprache sprechen, stammen alle Basken in männlicher Linie nur von Indogermanen ab (!). Also auch dort haben sich indogermanische Zuwanderer mit einheimischen Frauen vermischt, aber diese haben bis heute ihre Sprache an ihre Nachkommen weitergegeben. Die Sprache der indogermanischen Elite hat sich im Baskenland - dank der Zähigkeit der Mütter - nicht durchgesetzt.

/Zuerst auf Google+;
ergänzt um (6, 7); 8.10.18/
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  1. Michael Marshall: Every man in Spain was wiped out 4500 years ago by hostile invaders. New Scientist, 28.9.2018, https://www.newscientist.com/article/2180923-every-man-in-spain-was-wiped-out-4500-years-ago-by-hostile-invaders/
  2. Reich, David: Social Inequality Leaves a Genetic Mark. When genetic structure follows social structure. Nautilus, MARCH 29, 2018, http://nautil.us/issue/58/self/social-inequality-leaves-a-genetic-mark
  3. Carlos Quiles: David Reich on social inequality and Yamna expansion with few Y-DNA subclades, April 12, 2018, https://indo-european.eu/2018/04/david-reich-on-social-inequality-and-yamna-expansion-with-few-y-dna-subclades/
  4. O'Callaghan, Jonathan: Spanish Men Were Completely Wiped Out By The Arrival Of A New Tribe 4,000 Years Ago. https://www.iflscience.com/plants-and-animals/spanish-men-were-completely-wiped-out-by-the-arrival-of-a-new-tribe-4000-years-ago/
  5.  https://en.wikipedia.org/wiki/Beaker_culture
  6. Ansede, Manuel: The invasion that wiped out every man from Spain 4,500 years ago, 4.10.2018, https://elpais.com/elpais/2018/10/03/inenglish/1538568010_930565.html
  7. Cochran, Gregory: https://westhunt.wordpress.com/2018/10/07/i-dont-need-to-forgive-my-enemies/

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