Dienstag, 19. August 2008

Der Atheismus siegt - aber die "Sehnsucht" bleibt

Gesellschaftliche Befindlichkeiten in alten und neuen Bundesländern

Kamenin von "Begrenzte Wissenschaft" macht spannenderweise mit einer neuen Google-Funktion vertraut, nämlich: "Google Insights". Und mit diesem neuen Forschungswerkzeug hat er gleich ein paar wirklich gute Belege zusammengestellt dafür, daß Atheismus nicht heißen muß, daß man nun "Ersatz" sucht in anderem religiösem oder pseudoreligiösem "Aberglauben". Im Gegenteil, auch pseudoreligiöser Aberglaube wird in den "religiöseren" (süd-)westdeutschen Bundesländern bei Google seit 2004 mehr nachgefragt als in den atheistischeren östlichen Bundesländern.

Das veranlaßt einen, ja mal selbst so seine Forschungen zu betreiben bezüglich der gesellschaftlichen Interessen und Befindlichkeiten westlich und östlich der Elbe. Man kann noch viele weitere Suchworte ausprobieren, sie bestätigen alle Kamenin's These mehr oder weniger - was einen ja fast, fast (!) ärgern könnte! Auch so allgemeine Begriffe wie "Gott", "Naturreligion" oder "Religion", "Spiritualität" werden westlich der Elbe stärker nachgefragt als östlich derselben.

Das scheint überhaupt ein ganz nützliches "Forschungswerkzeug" zu sein, weshalb man durchaus mal allerhand damit ausprobieren kann. Auch für so allgemeine Begriffe wie "Ehrfurcht", "Altruismus" oder "Kinderpsychologie" gibt es diesen Südwest-Nordost-Gradienten. Und interessanterweise nicht nur "Gott", sondern auch "Richard Dawkins" ist in Süddeutschland am stärksten nachgefragt. Vielleicht ist die Auseinandersetzung mit weltanschaulichen und (gesellschafts-)politischen Fragen überhaupt im Westen intensiver als östlich der Elbe? Denn auch solche Begriff wie "Revolution", "Ausbeutung", "Arbeitslosigkeit" werden im Westen stärker nachgefragt. - Nur bei so "Hardcore"-Nachfragen wie "Karl Marx" oder "Rosa Luxemburg" stimmt die Welt noch: in den neuen Bundesländern noch heute stärker nachgefragt als im Westen. - Das muß man wohl alles noch länger auf sich wirken lassen. Man darf gespannt sein, was mit diesem neuen "Forschungswerkzeug" noch alles herausgeknobelt werden kann.

Schließlich aber fand sich ein Wort, dessen Suchhäufigkeits-Verteilung wohl doch nicht so leicht einzuordnen ist, und das einen dann wieder so einigermaßen beruhigen und versöhnen könnte bezüglich der "kalten" (?), "emotionslosen" (?), gesellschaftlich weniger engagierten (?) "atheistischen" neuen Bundesländer: Das Suchwort "Sehnsucht" wird allgemein in den neuen Bundesländern stärker bei Google nachgefragt (seit 2004) als in den alten. In Mecklenburg-Vorpommern am allerhäufigsten. (!) Interessanterweise gilt exakt dasselbe für die Begriffe "Bevölkerungsentwicklung" und "Demographie". In Maßen auch für vielleicht so allgemein bedeutsame Begriffe wie "Globalisierung" oder "Intelligenz".

Der Begriff "Familienpolitik" wird besonders in Thüringen und Sachsen-Anhalt nachgefragt. Man wird sich weitere kluge "Suchwort-Forschungen" überlegen müssen, um hier noch allgemeinere "Muster" aufzuspüren.

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