Freitag, 8. Februar 2008

"Unser elftes Kind ist da!"

"Kinder sind eine Gabe Gottes," sagt der glückliche Vater eines elften Kindes, das jüngst in Kassel geboren wurde. (HNA, HNA-Video) Er ist Filialleiter eines Supermarktes und er sagt über den Familien-Alltag in dem Video:
"Der Alltag hier ist nicht stressig bei uns zu Hause, sondern er ist arbeitsintensiv. Aber wenn das organisiert ist und das liegt ja weitgehendst in den Händen meiner Frau, dann läuft das sehr gut. Und dann macht es auch Spaß." - Interviewer: "Und die Kinder helfen ordentlich mit?" - "Alle Kinder müssen mithelfen, sonst funktioniert so ein Haushalt nicht."
- Nun, ein Supermarkt-Leiter muß das ja wissen! Aber man atmet ja richtiggehend auf, wenn man sieht, daß es auch Supermarkt-Leitern und nicht nur Bundesfamilien-Ministerinnen gelingt und Spaß macht, eine kinderreiche Familie zu haben.

Und da er religiöse Bezüge herstellt, könnte die Gretchenfrage bei der Familiengründung durchaus eine Rolle gespielt haben - entweder mehr oder weniger bewußt.

- Zwar nur ein Einzelfall. Aber doch vielleicht eine schöne Illustration der Tatsache, daß Kinderreichtum etwas mit Religiosität zu tun zu haben könnte, so wie es auch Religionswissenschaftler Michael Blume immer wieder aufgezeigt und diskutiert.

Außerdem wohnt die Familie auf dem Dorf, tief im Kaufunger Wald in Nordhessen. Dieses Dorf Stauffenberg-Sichelstein beherbergt damit eine der kinderreichsten Familien Deutschlands. Es liegt dort, wo sich die A7 hinter Kassel nach Norden durch die wilden Berge zur eindrucksvollen Werra-Brücke hindurchschlängelt, dort wo sich jüngst bei Hedemünden an der Werra Wälle und Überreste eines riesigen Militärlagers des römischen Feldherren Drusus aus der Zeit um 7 v. Ztr. gefunden haben. Dort, wo ganz in der Nähe die Chatten ihre "alte Stammesgottheit", den Herkules verehren.

Welche Gottheit aber nun auch immer Lidia (36) und Ralf (42) Bake anbeten sollten, so ganz religionslos werden sie nicht sein. Außerdem ist die Familie, wie dem Video entnommen werden kann, musikalisch. - Man fühlt sich beim Ansehen des Video's auch sehr stark erinnert an das schöne amerikanische Buch "Im Dutzend billiger", das von der Familie eines bekannten amerikanischen Rationalisierungs-Fachmannes aus den 1920er Jahren berichtet (der Gilbreth-Familie).

Übrigens stammt auch die 1967 geborene, derzeit sehr erfolgreiche deutsche Schauspielerin Judith Rosmair, die wie ihr Name schon sagt, aus Bayern stammt, als jüngstes Kind aus einer Familie mit neun Kindern. So konnte man es jüngst in der Reise-Zeitschrift der deutschen Bundesbahn nachlesen.

Ohne kinderreiche Familien gäbe es uns nicht

Wie der französische Demograph und Kulturhistoriker Pierre Chaunu in seinem schon in den 1980er Jahren erschienenen, sehr lesenswerten Buch "Die verhütete Zukunft" aufgezeigt hat, stammen wir alle heute vornehmlich von kinderreichen Familien ab. Auch die Zukunft von Gesellschaften hängt vornehmlich davon ab, daß es genügend kinderreiche Familien in ihnen gibt. Familien mit ein oder zwei Kindern stellen die Zukunft unserer Gesellschaften nicht sicher ob mit viel oder weniger Kinder-Aufbewahrungs-Anstalten wird dabei nur eine geringe Rolle spielen wie auch schon Nobelpreisträger Gary Becker betonte.

Solche Tatsache sollte sich das deutsche Familienministerium mehr auf der Zunge zergehen lassen. "War die Kinderschar geplant?" fragt das Video. Und der Vater gibt die Antwort (schade, daß offenbar die Mutter medienscheuer ist):
"Wir haben uns eigentlich von Anfang an immer dazu entschieden, daß wir viele Kinder haben möchten. Wir haben uns nie eine Zahl gegeben, sondern wir haben die Kinder so genommen, wie sie gekommen sind. Wir haben nie gesagt, wir möchten viel oder wenig haben. Aber es war einfach unsere Lebenseinstellung. Und das hat bis dato immer gepaßt."
Und der Kommentator schließt:
"Es sieht nicht so aus, als ginge der Familie Bake die Freude an der Großfamilie jemals verloren."

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