Samstag, 20. Oktober 2007

Geometrische Wandmalereien in Syrien älteste der seßhaften Menschheit

Am Ufer des Oberen Euphrat in Nordsyrien sind die bislang ältesten Wandmalereien seßhafter Menschen aus der Zeit um 9.000 v. Ztr. entdeckt worden. Es handelt sich erstaunlicherweise um geometrische Muster. (Standard, Herald Tribune) Diese Malereien gehören zeitlich grob zu der ältesten Tempelanlage der Menschheit auf dem Göbekli Tepe in der Südtürkei und zu den ersten Ackerbau-treibenden Dörfern und Städten des präkeramischen Neolithikums am Oberlauf von Euphrat und Tigris sowie am Jordan, beispielsweise zu der Stadt Ain Ghazal, in der so viele berühmte Statuen gefunden wurden.

Das "Geometrische" der Malereien - sowie auch das abgebildete rechteckige Haus - deuten eher auf die Stufe B des Präkeramischen Neolithikums (PPNB), in der auf die runden Hausgrundrisse des PPNA eckige Hausgrundrisse folgten und eine wesentlich rationaler durchstrukturierte und schon sehr hoch zivilisierte Gesellschaftsform.

Auch an dieser neuen Grabungsstätte wurde neuerdings eine Statue entdeckt.
Laut dem Grabungsleiter Yousef Kenjo vom Aleppo Archaeological Directorate wurden die Quadrate und Rechtecke mit Naturfarben an die Innenseite eines heute nur mehr in Resten vorhandenen Lehmgebäudes gemalt.

Das Haus am Euphratufer, etwa 450 Kilometer von Damaskus entfernt, soll für "religiöse und gesellschaftliche Anlässe" verwendet worden sein und sei Teil eines Dorfes jungsteinzeitlicher Bauern gewesen. Neben den Gemälden fanden die Archäologen an der Ausgrabungsstätte zahlreiche Werkzeuge aus Knochen und Feuerstein, sowie eine ebenfalls etwa 11.000 Jahre alte Statuette eines Menschen. In der Nähe des Fundortes haben französische Forscher im Vorjahr bereits eine große prähistorische Zeichnung gefunden.
Diese Wandmalereien sind eine wertvolle Ergänzung unseres Wissens von diesen frühen Kulturen.

Ergänzung (Abenteuer-Archaeologie.de):
"Es sieht aus wie ein Gemälde von Paul Klee", schwärmt Éric Coqueugniot. Ende September hatte der Forscher mit seinem Team vom Centre National de la Recherche Scientifique eine vier Quadratmeter große bemalte Wand in der neolithischen Siedlung Dja`de el Mughara am Euphrat freigelegt – und die bisher älteste Wandmalerei der Welt entdeckt: schachbrettartig angeordnete rote und schwarze Quadrate auf weißem Grund. (...)

Der Rundbau, in dem die Malereien gefunden wurden, gehörte wahrscheinlich zu einem öffentlichen Gebäude der Siedlung. Dieses nutzte die Gemeinschaft für größere Zusammenkünfte und verschiedene Kulthandlungen.

Solche Gemeinschaftsbauten sind auch aus anderen neolithischen Siedlungen am Euphrat bekannt. Bisher konnten aber in keinem Spuren von Malerei nachgewiesen werden. Als älteste Wandmalereien galten bisher die aus Çatalhöyük in der Osttürkei.

Die Ausgrabungen in Dja`de el Mughara waren Anfang der 1990er Jahre anlässlich der Rettungskampagne zur Errichtung des Staudamms von Tichrin am Mittleren Euphrat begonnen worden.
Also doch Rundbauten! Das heißt, es handelt sich um die Kulturstufe des PPNA, nicht des PPNB. Die (auch zeitlich erstere) hatte Rundbauten, die letztere Rechteck-Bauten.

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