Dienstag, 16. Oktober 2007

Auschwitz - Fotos des Adjutanten des Lagerkommandanten veröffentlicht

Was für Menschen waren das, die als deutsche Wachmannschaften des Konzentrationslagers Auschwitz Dienst taten? Das Holocaust-Museum Washington ist in den Besitz von 150 Privatfotos des Adjutanten des Lagerkommandanten von Auschwitz gekommen und hat sie ins Netz gestellt (Zeit).

Auch der Lebenslauf eines solchen Adjutanten eines Lagerkommandanten ist interessant:
Karl Höcker, der Fotograf dieser Aufnahmen, die im Sommer 1944 in und um das Vernichtungslager Auschwitz entstanden sein sollen, wurde am 11. Dezember 1911 als Maurerssohn in Engershausen bei Osnabrück geboren. Er machte eine kaufmännische Lehre und trat 1933 in die SS ein. Seine militärische Laufbahn führte über das Hamburger KZ Neuengamme und Majdanek im Mai 1944 nach Auschwitz und im Januar 1945 nach Nordhausen im Harz, in das KZ Dora-Mittelbau, die Raketenmontagehölle des Albert Speer. Die meiste Zeit war Höcker Adjutant des KZ-Kommandanten. Nach der Befreiung Deutschlands gelang es ihm, unterzutauchen – und gleich wieder aufzutauchen: als Sparkassenkassierer in seiner Heimat, im Städtchen Lübbecke bei Osnabrück. 1965 erst wurde er vom Landgericht Frankfurt zu sieben Jahren Haft verurteilt, 1989 noch einmal vom Landgericht Bielefeld wegen Beihilfe zum Mord im KZ Majdanek zu vier Jahren Haft. 2000 ist Höcker gestorben.

Höckers Album mit etwa 150 Fotos, das ein US-Soldat nach dem Krieg nach Amerika brachte, ist jetzt im Besitz des Holocaust-Museums in Washington. Soeben wurden die Bilder ins Netz gestellt. Sie zeigen auch bekannte Mordgestalten jener Zeit, wie den 1947 zum Tode verurteilten und in Auschwitz gehängten KZ-Kommandanten Rudolf Höss oder den berüchtigten Arzt Josef Mengele, dem nach 1945 die Flucht nach Südamerika gelang.
Ein Foto zeigt einen Akkordeonspieler, der die KZ-Mannschaft vor der Erholungsstätte Solahütte unterhält. In der vorderen Reihe sind zu sehen neben Karl Höcker die KZ-Kommandanten Otto Moll, Rudolf Höss, Richard Baer, Josef Karmer, Franz Hößler und KZ-Arzt Josef Mengele.

"Hier gibt es Blauberen" nannte Karl Höcker ein anderes Foto: SS-Helferinnen (eine Frauenorganisation der SS) und SS-Offiziere auf einem Balkongeländer in der Solahütte. Die Solahütte, 30 Kilometer von Ausschwitz entfernt, diente als Erholungsstätte der SS. Ein weiteres Foto zeigt Karl Höcker entspannt im Liegestuhl.

Diese Fotos sind natürlich in der Tat ein bischen verrückt. So gelassen und entspannt alle. Das Bild auf "Auschwitz" wird dadurch jedenfalls ein wenig differenzierter.

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