Dienstag, 3. Juli 2007

TAZ-Journalist Robert Misik plädiert für mehr Patriotismus

Robert Misik sagt (Robert Misik):
... Wenn der britische Sozialtheoretiker Benedikt Anderson sagt: „Ich mag Nationen“, dann meint er damit, dass das moderne „Nationalgefühl“ – man kann auch sagen: der Patriotismus –, bei allem Übel, das es so in die Welt brachte, doch mehr nützliche als schädliche Seiten hat: Bürger eines Gemeinwesens fühlen sich zumindest bis zu einem gewissen Grade füreinander zuständig, man zahlt Steuern (oft ohne zu murren), um die staatlichen Institutionen, aber auch die Wohlfahrtssysteme zu finanzieren. Man begreift sich als Bürger, dem, ohne Ansehen seiner Person, die gleichen Rechte wie jedem anderen zustehen. Nationalgefühl und Gleichheitsemphase gehen oft Hand in Hand, nach dem Motto: Mir steht, als gleichberechtigtem Bürger dieses Gemeinwesens, nicht mehr, aber auch nicht weniger zu meinem Nebenmann und meiner Nebenfrau. (...)

Darin komme ja auch der Versuch der Aneignung des Gemeinwesens durch die kleinen Leute zum Ausdruck, ein Insistieren gewissermaßen: „This Land is our Land“, wie schon Woody Guthrie sang. All das ist tief in die amerikanische politische Kultur eingeschrieben, aber nicht nur in diese: der Jargon klassischer, moderater Sozialdemokratien in Westeuropa und Skandinavien ist davon nicht so weit entfernt. Nur ist das heute ziemlich verschüttet. Ersetzt durch den technokratischen Jargon kreuzfader linksliberaler Berufspolitiker und durch die Radical-Chic-Rhetorik der zeitgenössischen unorthodoxen Linken. (...)

Patriotismus ist nicht nur etwas Schlechtes, er hat auch eine inklusive Dimension.

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