Donnerstag, 21. Juni 2007

Haß auf Familien?

Kann es sein, daß es in unserer Gesellschaft Haß auf Familien gibt? Weniger bewußt als unbewußt? - Solche Fragen müssen einfach gestellt werden und es ist hier nicht das erste mal, daß sie gestellt werden. Sie drängen sich einem einfach auf, wenn man sich mit der familienpolitischen Literatur beschäftigt.

Familie genießt - nach allen bekannten Umfragen - einen hohen Stellenwert in der Bedeutung für das Leben in der subjektiven Bewertung des einzelnen. Dies zumal bei Kindern und jungen Menschen. Manchmal mag einem dieser Umstand überraschend erscheinen, da er sich so wenig in eine schärfer umrissene "öffentliche Meinung" übersetzt. Kann man Gründe für diese "Übersetzungs-Probleme" nennen?

Menschen, die heute im mittleren oder späteren Lebensalter stehen, und die auch häufig Entscheidungsträger auf dem Gebiet der öffentlichen Meinung, der Politik und der Wirtschaft sind, haben oft erfahren, daß ihre eigene, persönliche "Familien-Gestaltungs-Kompetenz" unter den heutigen gesellschaftlichen, sozialpsychologischen und auch partnerschafts-psychologischen "Rahmen-Bedingungen" sich als nicht ausreichend erwiesen, um hier ihre ursprünglichen, jugendlich-unbestimmten Ideal-Vorstellungen wirklich 100%ig oder auch nur 50%ig zu verwirklichen. Darüber wird selten geredet. Uns sind zum Beispiel viele führende Politiker heute bekannt, von denen man weiß, daß ihr eigenes heutiges privates, persönliches Leben sicherlich nicht den Ideal-Vorstellungen entspricht, die sie auf diesem Gebiet in ihrer Jugend von ihrem Leben hatten. Wahrscheinlich wird dies sogar für die Mehrheit der heutigen Menschen dieser Generation gelten. Auch der Autor dieser Zeilen kann sich ja davon keineswegs ausnehmen.

Nun hat der Mensch seit Jahrhunderten die Angewohnheit, wenn er älter wird, sich "dreinzufinden", sich mit den "Realitäten des Lebens" abzufinden. Auch ist nie so recht klar - oder nur selten versuchen sich die Menschen, das wirklich klar zu machen - wo eigentlich die Gründe für das Scheitern auf einem solchen Gebiet liegen, wie hoch der Eigenanteil der Schuld an dem Scheitern ist, wie hoch der Schuldanteil bei Gegebenheiten liegt, für die der einzelne so nicht verantwortlich gemacht werden kann - und wie viel selbstverantwortlich zu übernehmende Gestaltungsmöglichkeiten die Grauzone dazwischen bietet.

Gerade diese "Grauzone" könnte einem viel Spielraum für Unzufriedenheit mit gesellschaftlichen Verhältnissen und für politisches und sozialpolitisches Engagement bieten. Indem man an der Lösung gesellschaftlicher Probleme mitwirkt, wirkt man vielleicht auch an der Lösung privater Probleme mit? (Und wenn nicht für die derzeitige Generation, so wenigstens für künftige?)

Da aber demographische Fragen auch heute noch nicht gerade im Mittelpunkt des Denkens der meisten Menschen stehen, ist es eigentlich "normal", daß die Menschen ihre Energien auf Lebensbereiche konzentrierten und konzentrieren, in denen es heute vielfach wesentlich leichter ist, Erfolg zu haben und Anerkennung zu finden. Vor allem natürlich im beruflichen und im Freizeit-Bereich. Auch viele "Ersatz-Handlungen" sind da zu beobachten. Haustier-Haltung, seelenarme "Bemutterung" von Kollegen, von Firmen und Firmen-Chefs durch kinderlose Sekretärinnen und vieles Vergleichbare mehr.

Überhaupt ist ja heute das Berufs- und Freizeitleben oft von einer Seelenarmut geprägt, von der sich die meisten, die in dieselben involviert sind, möglichst wenig bewußt zu machen streben. Im Grunde wird - man sei doch ehrlich! - Lebenszufriedenheit zu einem großen Teil mit der Höhe des Einkommens gleichgesetzt und den Möglichkeiten, die diese Höhe gewährt.

Weniger bewußt als viel mehr unbewußt kann sich aus all dem eine eher "instinktive" Abneigung gegen das häusliche, familiäre Glück derer einmischen, die es auf diesem Gebiet (oft gerade noch "rechtzeitig") geschafft haben.

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